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Cleopatra0103

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.06.2025

Schleicht sich ins Herz

Durch das Raue zu den Sternen
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Dieser Roman entwickelt einen Zauber, der sich langsam anschleicht und mich dann nicht mehr loslässt. Die Hauptfigur Arkadia, alias Moll, ist so liebevoll beschrieben, so voller Selbstbewusstsein und doch ...

Dieser Roman entwickelt einen Zauber, der sich langsam anschleicht und mich dann nicht mehr loslässt. Die Hauptfigur Arkadia, alias Moll, ist so liebevoll beschrieben, so voller Selbstbewusstsein und doch wieder sehr verletzlich, dass ich gar nicht anders kann, als sie ins Herz zu schließen. Von der Mutter verlassen, der Vater ist verletzt und überfordert. Doch Moll findet ihren Weg. Ihr Traum ist es, in einem Knabenchor zu singen. Und mit viel Mut, Zuversicht und Können beschreitet sie ihren Weg. Der Wunsch, dass sie ihre Mutter mit ihren Gesang stolz macht, treibt sie an. Neben der sehr ungewöhnlichen Geschichte, ist es vor allem der Schreibstil, der mich anspricht. Packend, lustig, aber auch voller Gefühl trifft der Autor genau den richtigen Ton. Er zeichnet eine Hauptfigur, mit der man kämpft, leidet, lacht und träumt. Jeder Satz passt und die Geschichte trifft mitten ins Herz. Ein Höhepunkt in diesem Lesejahr.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Mitreißende Reise

In einem Zug
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Ich bin auf das Buch durch eine Lesung wirklich aufmerksam geworden. Ein wunderbar geschriebener, kurzweiliger Roman über die Liebe ohne eine klassische Liebesgeschichte zu sein. Im Zentrum steht dennoch ...

Ich bin auf das Buch durch eine Lesung wirklich aufmerksam geworden. Ein wunderbar geschriebener, kurzweiliger Roman über die Liebe ohne eine klassische Liebesgeschichte zu sein. Im Zentrum steht dennoch eine große Liebe, nämlich die der Hauptfigur Eduard Brünhofer und seiner Frau Regina. Regina begegnen wir allerdings nur in der Erzählung. Doch zurück zur Abfahrt des Zuges. Zwei Fremde, ein etwas in die Jahre gekommener Autor und eine Frau mittleren Alters, jüngeren mittleren Alters, begegnen sich im Zug. Die Dame verwickelt den Herrn in ein Gespräch über die Liebe, Freiheit, Glück, Ehe und das Schreiben. Das ist sehr kurzweilig erzählt. Der Leser fühlt sich als Beobachter und stummer Gast im Abteil, der dem Gespräch lauscht. Dabei treffen verschiedene Weltbilder aufeinander. Der glücklich verheiratete Autor und die freiheitsliebende junge Single-Frau. Dabei passiert bis auf den verbalen Schlagabtausch nicht wirklich viel. Von Station zu Station nähern sich beide an, bis bei der Ankunft in München ein Geheimnis gelüftet wird. Die Auflösung finde ich etwas schnell erzählt und die Idee mit dem Podcast auch nicht unglaublich originell, aber der Rest des Buches begeistert mich und unterhält mich auf sehr anregende Weise. Die Lektüre vergeht wie im Flug.

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Veröffentlicht am 14.09.2023

Schweigen, Vergessen, Schuld, Vergebung

Das Haus am Himmelsrand
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Anfangs war ich noch ein wenig skeptisch, ich wusste nicht, ob sich hier lediglich eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines Familiengeheimnisses entspann oder ob es tiefer gehen würde. Schon nach ...

Anfangs war ich noch ein wenig skeptisch, ich wusste nicht, ob sich hier lediglich eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund eines Familiengeheimnisses entspann oder ob es tiefer gehen würde. Schon nach wenigen Kapiteln wurde ich überzeugt.

Schuld und Wahrheit, Vergessen und Verdrängen, Verzeihen und Vergeben, Familiensinn und Mut sich den Abgründen zu stellen. Das sind die wesentlichen Themen des Romans. Die Hauptfigur Lizzy entwickelt sich im Laufe des Geschehens, von einer verwöhnten, schönen Erbin zu einer selbstbewussten, risikobereiten Frau, die für ihre Meinung einsteht - koste es was es wolle.

Die Grundlage des Familienreichtums steht auf tönernen Füßen - ein Patent, das eigentlich dem jüdischen Teilhaber zustand, aber das wegen der Judenhetze und -verfolgung nicht rechtmäßig eingetragen werden konnte, eine Familie die durch die Grausamkeiten der Nazizeit zerstört wurde und eine Freundschaft zwischen Frauen, die keine war und von Missgunst und Angst zerfressen wurde. Der alte Firmenpatriarch vererbt das Gut in Frankreich, ein Schatz der Familie, zwei fremden Menschen - Nachkommen von Juden, die in den 40er Jahren ermordet wurden. Warum? Welche Schuld will er sühnen? Sind es eigene Kinder, die zurückgelassen wurden? Welche Geheimnisse verbergen sich am Rosshimmel und wie kann das Gewirr von Vergessen, Lügen und Schweigen entwirrt werden.

Ein wirklich schöner Roman, der an keiner Stelle in Kitsch abrutscht. Ein Lesegenuss. Lediglich die Figuren blieben mir ein klein wenig fremd - daher nur 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 22.03.2023

Glamour der Pariser Modewelt

Der Traum vom Leben
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Ein Buch, das den Leser ins Paris der 90er Jahre entführt. Glamour, bekannte Designer, Supermodels und der ganz besondere Zauber von Paris. Luise kommt aus einem Dorf in Nordfriesland als Stylistin nach ...

Ein Buch, das den Leser ins Paris der 90er Jahre entführt. Glamour, bekannte Designer, Supermodels und der ganz besondere Zauber von Paris. Luise kommt aus einem Dorf in Nordfriesland als Stylistin nach Paris. Dort muss sie als Model einspringen und findet sich darauf in einem Strudel aus Karriere, Jobs, Modelleben und Glamour wieder. Doch auch die dunklen Seiten der glitzernden Modewelt werden beleuchtet. Obwohl ich ganz offen gesagt, diesen Teil der Geschichte nicht unbedingt gebraucht hätte. Das passt nicht wirklich zum Rest und die Begegnungen mit Pinar erscheinen mir etwas aufgesetzt. Besonders spannend finde ich die Stimmung hinter den Kulissen der großen Schauen, Anspannung, Nervenkitzel und nach wenigen Minuten ist alles vorbei. Diesen Zauber fängt die Autorin sehr gut ein.

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Veröffentlicht am 04.01.2023

Anders als erwartet, aber sehr berührend

Rote Sirenen
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Das Buch überrascht mich und ich habe etwas Mühe, mich einzufinden. Ich hatte eine Geschichte in zwei Zeitebenen erwartet - im Heute und zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Doch die Erzählerin berichtet aus ...

Das Buch überrascht mich und ich habe etwas Mühe, mich einzufinden. Ich hatte eine Geschichte in zwei Zeitebenen erwartet - im Heute und zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Doch die Erzählerin berichtet aus heutiger Sicht von ihrer Spurensuche in der Ukraine. Den Anstoß gibt eine intensive Diskussion um den Russland-Ukraine-Konflikt 2014 und der Wunsch, mehr über den verschwundenen Bruder des Uropas zu erfahren. Doch vor Ort stößt Victoria auf Schweigen. Das innige, aber oft auch schwierige Verhältnis zur Großmutter Valentina steht im Mittelpunkt. Eine interessante Frau, die resolut im Leben steht. Schritt für Schritt kommt Victoria dem Verschwinden Nikodims auf die Spur und enthüllt neben einer tragischen Geschichte auch ihre eigene Suche nach Wahrheit. Besonders gut gefallen, haben mir die unterschiedlichen Frauenfiguren, besonders die Omas Valentina und Daria und die Uroma. Die Liebe zur Familie und Heimat zieht sich durch jede Seite in diesem Buch und die Stimmung ist sehr gut eingefangen. Nicht wie erwartet, aber dennoch ein bewegendes Buch, insbesondere in der aktuellen Zeit. Der Gedanke, wie es den Personen geht, bewegt mich.

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