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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.12.2023

Fehler der Vergangenheit

Die Schuld, die man trägt
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Sebastian Bergman ist kriminalpsychologischer Berater bei der schwedischen Reichsmordkommission. Bei der aktuellen Mordserie legt es der Täter darauf an, ihn persönlich herauszufordern, wegen Geschehnissen, ...

Sebastian Bergman ist kriminalpsychologischer Berater bei der schwedischen Reichsmordkommission. Bei der aktuellen Mordserie legt es der Täter darauf an, ihn persönlich herauszufordern, wegen Geschehnissen, die wahrscheinlich in Bergmans Vergangenheit gegründet sind.
Außerdem stellt sich beim Tod von einem seiner Patienten heraus, dass dessen komplette Vita erstunken und erlogen war, und sie dennoch ebenfalls einen direkten Bezug zu Bergmans Leben hat.
Es ist der achte Band einer fortlaufenden Serie, in der schon viel um und mit Sebastian Bergman passiert ist. Es fließt sehr viel Persönliches in die Handlung mit hinein, aber als Quereinsteiger kommt man nicht hinter die komplizierten Verwandtschaftsverhältnisse der Bergmanschen Familie. Deswegen gibt es einen leichten Sterneabzug in der Bewertung, obwohl der eigentliche Mordfall sehr clever ausgedacht und dargestellt ist.
Douglas Welbat ist ein sensationell guter Vorleser. Deswegen kann ich gerade die Hörbuchversion wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 05.01.2023

Mundtot

Seelendunkel
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Eine junge, erfolgreiche Journalistin, Joanna, verschwindet spurlos in einem heruntergekommenen Parkhaus. Zwölf Jahre ist das jetzt her. Die Polizei hat diesen Fall schon längst aufgegeben, Joannas Mutter ...

Eine junge, erfolgreiche Journalistin, Joanna, verschwindet spurlos in einem heruntergekommenen Parkhaus. Zwölf Jahre ist das jetzt her. Die Polizei hat diesen Fall schon längst aufgegeben, Joannas Mutter jedoch nicht. Sie hat zwar keine Hoffnung, dass ihre Tochter noch leben könnte, aber sie will wenigstens ihren Leichnam begraben. Aus diesem Grund beauftragt sie das neu gegründete Detektivbüro von Kate und Tristan. Die beiden finden schnell verschiedene Ermittlungsansätze. Ja, sie sind sogar so gut, dass die Polizei zwei Vermisstenfälle klären kann und den Fall der Journalistin neu aufrollen muss.
Der Klappentext hat mich sofort neugierig gemacht, doch der Krimi konnte meine Erwartungen leider nur bedingt erfüllen. Mir hat es einfach an Spannung gefehlt. Zwar lernt man die Protagonisten recht gut kennen, aber die Handlung baut keine rechte Spannung auf, sondern hangelt sich von einem Ermittlungserfolg zum nächsten. Das Ende habe ich so nicht erwartet. Damit konnte mich der Autor dann wirklich überraschen. Auch kommt für mich auf den letzten Seiten endlich die vermisste Spannung auf, gepaart mit ziemlich viel Action.
Für mich war "Seelendunkel" ein eher lauwarmes Krimierlebnis, weder gut noch schlecht, und so vergebe ich knappe 4 Lesesterne.

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Veröffentlicht am 20.02.2022

Heisser Rachethriller

COLD CASE - Das gebrannte Kind
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Das Haupteinsatzgebiet von Kommissarin Tess Hjalmarsson sind alte Fälle, die noch einmal aufgegriffen werden, in der Hoffnung, dass sich durch die Zeit neue Ermittlungsansätze ergeben haben. Doch diesmal ...

Das Haupteinsatzgebiet von Kommissarin Tess Hjalmarsson sind alte Fälle, die noch einmal aufgegriffen werden, in der Hoffnung, dass sich durch die Zeit neue Ermittlungsansätze ergeben haben. Doch diesmal soll sie sich an der Suche nach einem aktuellen Feuerteufel beteiligen, dem schon einige Menschen zum Opfer gefallen sind. Als Tess sich mit den Tathergängen befasst, werden ihr Parallelen zu einem weit zurückliegenden Mordfall klar, bei dem nur ein kleiner Junge den Brand überlebt hat.
Die Handlung lädt sehr zum Mitraten ein, denn nach und nach kommen neue Verdächtige hinzu, und die Vorgänge von damals werden klarer. Mit der Kommissarin wird man schnell vertraut, weil auch viel von ihrem Privat- und Liebesleben erzählt wird. 
Leider verhält sich Tess manchmal sehr unlogisch. Zum Beispiel fühlt sie sich oft beobachtet, doch sie geht ihrem Verdacht nicht ernsthaft nach, selbst als Giftköder für ihren Hund ausgelegt werden. Sie benimmt sich wie eine naive Bürgerin und nicht wie eine ausgebildete Polizistin. Was sie sehr sympathisch macht, ist, dass sie in höchster Gefahr mit dem Herzen handelt und nicht nach Polizeivorschrift.
Der Erzählstil der Autorin ist sehr gradlinig. Als Leser bleibt man immer auf der Spur, weil es keine verwirrenden Nebenhandlungen gibt. Das macht hier einen Großteil der Spannung aus. 
Mir hat das Buch gut gefallen. Schön, dass es noch weitere Bände von Kommissarin Tess Hjalmarsson geben wird. 


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Veröffentlicht am 18.05.2026

Tsunami

Unter Wasser
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Das Cover dieses Romans ist wunderschön und zieht einen gedanklich staunend unter die Wasseroberfläche. Ebenso staunend machen die Schilderungen der Tauchgänge der Hauptfigur Marissa. Sie hat früh ihre ...

Das Cover dieses Romans ist wunderschön und zieht einen gedanklich staunend unter die Wasseroberfläche. Ebenso staunend machen die Schilderungen der Tauchgänge der Hauptfigur Marissa. Sie hat früh ihre Mutter verloren und verbringt ihre Jugend in Thailand. Ihre beste Freundin ist Arielle, die sie tragischerweise beim Tsunami im Jahr 2004 verliert.
Die Handlung springt zwischen den Jahren 2004 und 2012 hin und her. Im Jahr 2012 erlebt Marissa einen Hurrikan in New York, der erneut ein traumatisches Erlebnis darstellt. Zusätzlich erhält man Einblicke in Marissas Traumwelt. Das alles wirkt oft verwirrend sowie überfordernd und man wird als Leser nicht warm mit Marissa.
Viel dazu trägt Merle Wasmuth, die Sprecherin des Hörbuchs, bei, die sehr korrekt und distanziert liest. Allerdings kann sie die thailändischen Einschübe perfekt aussprechen, was sicher auf ihre in Indonesien verbrachte Jugend zurückzuführen ist. Bis auf die Unterwasserbeschreibungen konnte mich das Buch leider nicht erreichen, auch wenn es sehr schöne Szenen über die Mädchenfreundschaft gab. Insgesamt ein Roman mit starken Bildern, der mich emotional aber distanziert zurückgelassen hat.

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Veröffentlicht am 12.05.2026

Schwieriger Einstieg in eine eigenwillige Geschichte

Sie wollen uns erzählen
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Oswald eckt in der Schule ständig an, was vor allem an seiner ADHS Diagnose liegt. Zum Glück hat er mit Ann eine Mutter, die ihn nicht nur bedingungslos liebt, sondern ihn als selbst Betroffene auch wirklich ...

Oswald eckt in der Schule ständig an, was vor allem an seiner ADHS Diagnose liegt. Zum Glück hat er mit Ann eine Mutter, die ihn nicht nur bedingungslos liebt, sondern ihn als selbst Betroffene auch wirklich versteht. Ein Vorfall mit einem Kaninchen in der Schule bringt ihn jedoch in eine brenzlige Lage und lässt ihn in einem völlig falschen Licht dastehen. Aus Angst davor, seine Mutter zu enttäuschen, behält er das Ereignis erst einmal für sich. Die Aufregung um die verschwundene Oma verschafft ihm glücklicherweise eine Atempause. Am Ende ist es sogar Oswald, der durch seine unkonventionelle Denkweise die rettende Idee hat, um die Großmutter zu finden.

Mir fiel der Einstieg in diese Geschichte leider sehr schwer. Der Anfang konzentriert sich stark auf die Einführung in die Gedankenwelt der Charaktere, was zwar beim Verständnis hilft, aber durch einen sehr distanzierten und fast schon langweiligen Schreibstil erkauft wird. Es kam bei mir keine richtige Neugier auf die Personen oder den weiteren Handlungsverlauf auf. Erst in der zweiten Hälfte nimmt die Erzählung endlich Fahrt auf und das Lesen wird angenehmer. Dennoch konnte mich das Buch insgesamt nie richtig fesseln und ich stand mehrmals kurz davor, es einfach abzubrechen. Neben dem zähen Stil empfand ich zudem fast alle Charaktere als sehr merkwürdig. Während man sich in Oswald und Ann noch hineinversetzen konnte, blieben die anderen Figuren seltsam distanziert. Die Schwester Nell lebt als erfolglose Hippiebäuerin auf einem Aussteigerhof, die Oma ist dement und selbst der eigentlich fürsorgliche Nachbar wirkt sehr eigenartig.

Es bleibt am Ende ein Roman, der zwar wichtige Themen wie Neurodivergenz und familiären Zusammenhalt beleuchtet, mich aber auf emotionaler Ebene kaum erreichen konnte. Die guten Ansätze in der zweiten Hälfte können die zähe erste Phase und die Distanz zu den eigenwilligen Charakteren leider nicht ganz wettmachen. Für mich war es eine eher mühsame Lektüre, die ich nur mit viel Geduld beendet habe.

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