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Veröffentlicht am 09.02.2023

Spannung pur mit starken Figuren

Die Herzchirurgin
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Die erfolgreiche Herzchirurgin Dr. Anna Jones befindet sich seit ihrer Scheidung in einem täglichen Spagat, um Arbeit und ihre Aufgaben als Mutter zu bewältigen. Zum Glück steht ihr da ihre hilfsbereite ...

Die erfolgreiche Herzchirurgin Dr. Anna Jones befindet sich seit ihrer Scheidung in einem täglichen Spagat, um Arbeit und ihre Aufgaben als Mutter zu bewältigen. Zum Glück steht ihr da ihre hilfsbereite Nachbarin Paula zur Seite. Doch mit einem Schlag ändert sich alles. Paula wird ermordet, Annas Sohn Zack entführt. Um ihren Sohn wieder zu bekommen, soll Anna einen bekannten Politiker während einer Herz-OP sterben lassen. Ein Dilemma für einen Arzt. Was wiegt wichtiger? Der Hippokratische Eid oder die Liebe einer Mutter?
Das Buch beginnt total rasant und spannend. Anna kommt nach einem langen Arbeitstag nach Hause und wird Zeuge, wie gerade das ganze Haus von den Entführern verwanzt wird, jeder ihrer Schritte kann von Kameras überwacht werden. Keine Chance die Polizei zu informieren und natürlich ist da auch noch die Angst Zack nicht zurückzubekommen. Man konnte sich wirklich gut in Annas Lage hineinversetzten.
Doch die Geschichte wird nicht einfach nur gradlinig erzählt, sondern beinhaltet noch zwei weitere Handlungsstränge bzw. zwei Frauen, die eine wichtige Rolle spielen. Da ist zum einen Margot, eine Krankenschwester, die in Annas OP-Team arbeitet. Das Leben hat es ihr nicht leicht gemacht und sie hat jede Menge Probleme zu bewältigen. Doch nun sieht sie ihre Chance gekommen. Und schließlich noch Detective Inspector Rachel Conaty, die Polizistin. Sie ermittelt im Fall der ermordeten Paula und merkt sofort, dass Anna etwas zu verbergen hat. Auch sie hat ihr Päckchen zu tragen. Die Figuren dieser drei Frauen fand ich überaus interessant und grandios herausgearbeitet, allen voran aber die Herzchirurgin selbst. Die Perspektiven zwischen den drei Charakteren wechseln ständig. Mal berühren sich die Handlungsstränge nur, mal verschlingen sie sich ineinander. Der ständige Wechsel zwischen den drei Erzählsträngen heizt natürlich nochmals die Spannung an.
Extrem spannend empfand ich die Szene im OP als Anna den Politiker operiert. Sehr detailliert beschrieben, aber ohne Fachchinesisch. Man war so richtig mittendrin. So viele Augen sind auf sie gerichtet und dennoch muss sie es irgendwie vollbringen den Patienten sterben zu lassen. Lediglich das Ende war für mich leicht überzogen, aber immer noch nachvollziehbar.

Es ist Jack Jordans erster Thriller, der in deutscher Sprache erschienen ist. Und es ist ein absolut gelungenes Debüt. Authentische und starke Figuren, hohes Tempo und sehr spannend erzählt. Bitte mehr davon.

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Super Fortsetzung einer spannenden Reihe

Kuckuckskinder (Ein Falck-Hedström-Krimi 11)
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Im beschaulichen Fjällbacka werden innerhalb kürzester Zeit zwei schwere Verbrechen verübt. Erst wird ein berühmter Fotograf erschossen, kurz darauf eine halbe Familie ausgelöscht. Kommissar Patrik Hedström ...

Im beschaulichen Fjällbacka werden innerhalb kürzester Zeit zwei schwere Verbrechen verübt. Erst wird ein berühmter Fotograf erschossen, kurz darauf eine halbe Familie ausgelöscht. Kommissar Patrik Hedström hat alle Hände voll zu tun, um die Ermittlungen voranzubringen. Parallel dazu recherchiert Erica Falck, seine Ehefrau in Stockholm zu ihrem neuen Buch. Zu Beginn der 80er Jahre wurde hier eine Trans-Frau ermordet. Noch ahnen die beiden nicht, dass es Verbindungen zwischen den Fällen gibt…
Lange hat es gedauert, bis die Serie rund um Erica Falck und Patrik Hedström endlich fortgesetzt wurde. Mittlerweile ist es der elfte Band mit den beiden sympathischen Protagonisten. Da ich fast alle Bücher der Reihe kenne habe ich mich sehr über ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten gefreut. Denn es sind gerade die Figuren, die die Krimis von Camilla Läckberg so lebendig machen. Das betrifft nicht nur das Ermittlungsteam rund um Patrik, sondern auch die Familie der beiden. Es treten immer wieder mal kleinere und größere Probleme auf, die auch den Leser selbst treffen könnten. Man kann sich also herrlich mit den Figuren identifizieren. Dazu ein sehr flüssiger Erzählstil, der die Handlung spannend erzählt. Immer wieder driftet die Geschichte zurück in die Zeit von 1980 und man erfährt Stück für Stück was damals geschehen war. Auch die Zusammenhänge werden erst ganz zum Schluss klar, es bleibt also bis zum Ende sehr spannend.
Insgesamt eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe. Ein absolut spannender Schwedenkrimi, bei dem eigentlich ständig etwas passiert. Was die privaten Entwicklungen angeht, bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 08.01.2023

Ein ganzes Dorf voller Verdächtiger

Die letzte Party
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Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen ...

Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen Wurzeln zurückgekehrt ist und in dem kleinen Dorf Cwm Coed die mondäne Ferienanlage „The Shore“ gebaut hat. „The Shore“ kam nicht überall in dem kleinen Dorf gut an und zur Versöhnung waren die Dorfbewohner zu einer großen Sylvesterparty eingeladen. Es wurde Rhys` letzte Party…
„Die letzte Party“ bildet den Auftakt zu einer Serie mit einem Ermittler-Duo, das man einfach mögen muss. Da sich der See, in dem das Opfer trieb im walisisch-englischen Grenzgebiet befindet, nehmen von der englischen Seite DC Leo Brady und von der walisischen Polizei DC Ffion Morgan die Ermittlungen auf. Beide müssen sich erst einmal zusammenraufen. Ffion stammt selbst auch aus Cwm Coed und bekommt es schnell mit einer ganzen Menge Verdächtiger zu tun, die ihr nur zu gut vertraut sind. Rhys, der ebenfalls aus dem Dorf stammt, hat es zu Lebzeiten noch gut verstanden, sich bei vielen Bewohnern unbeliebt zu machen und damit ein gutes Motiv zu liefern.
Im Prinzip handelt es sich also bei dem Buch um einen klassischen whodunit, allerdings mit einer ganz besonderen Erzählweise. Denn es gibt zwei Erzählebenen. Auf der einen verfolgt man das Geschehen von Beginn an mit dem Auffinden der Leiche und den weiterführenden Ermittlungen. Auf der zweiten gibt es immer wieder chronologisch ungeordnete Rückblicke in die Vergangenheit. So formt sich erst mit der Zeit ein Gesamtbild und so manche Szene durchlebt man gegen Ende des Buches ein zweites Mal, dann allerdings besitzt man schon viel mehr Informationen und schon ergibt sich eine andere Sichtweise. Sehr gut gefallen haben mir ebenfalls die walisischen Ausdrücke, die in den Gesprächen immer wieder mal einfließen. Zwar gibt es hierzu keine Erläuterung in dem Buch, sondern man muss schon selbst nach einer Übersetzung suchen. Dennoch machte es das Ganze für mich authentischer und unterstrich die nordwalisische Note.
Insgesamt war der Fall sehr spannend geschrieben und es gab so manche überraschende Wendung. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung mit Ffion und Leo.

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Veröffentlicht am 20.12.2022

Total genial

Jemand
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Seit neun Jahren jagt die Polizei einen Serienmörder. Dieser sucht sich Jahr für Jahr nur ein Opfer, tötet es auf brutale Weise und setzt es anschließend in Szene. Ein Foto davon verkauft er an den Meistbietenden ...

Seit neun Jahren jagt die Polizei einen Serienmörder. Dieser sucht sich Jahr für Jahr nur ein Opfer, tötet es auf brutale Weise und setzt es anschließend in Szene. Ein Foto davon verkauft er an den Meistbietenden im Darknet. Man nennt ihn den „Fotografen“. Doch plötzlich wird sein Ablauf gestört, denn der Fotograf wird Zeuge, wie die siebenjährige Maria entführt wird. Soll er Maria retten oder weiter seine Mission erfüllen?

Zugegeben, der Einstieg in das Buch wird einem nicht einfach gemacht. Viele verschiedene Handlungsstränge tun sich gleich zu Beginn auf und die Geschichte wechselt ständig zwischen diesen Strängen hin- und her. Zunächst scheinen die verschiedenen Perspektiven nichts miteinander gemein haben, doch dann tun sich erste Verknüpfungen auf und mit der Zeit vernetzt sich alles immer mehr. Erst dann erkennt man, wie genial dieses Buch konstruiert wurde. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven bleibt es unglaublich spannend und temporeich. Dabei ist der „Fotograf“ der einzige Ich-Erzähler. Von ihm erfährt man auch in kleinen Rückblicken in die Vergangenheit, wie seine Mission überhaupt entstanden ist. Aber keine Angst, es bleibt bis zum Schluss sehr spannend und das Geheimnis um die Identität des Fotografen wird erst ganz am Ende gelüftet.
Die Charaktere in dem Buch fand ich ziemlich schräg, so ein richtiger „Normalo“ war eigentlich nicht dabei. Dennoch wirkten die Figuren total authentisch und selbst der Fotograf wurde mir mit der Zeit immer sympathischer.
Erzählt wird auf eine spannende Weise, der Erzählstil ist wirklich äußerst flüssig und fesselnd. Immer wieder gibt es Wendungen und Überraschungen. Mit anderen Worten: der
Mich konnte Elias Haller auf jeden Fall überzeugen, mit „Jemand“ ist ihm der perfekte Thriller gelungen. Ein Buch voller Spannung und bester Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 08.12.2022

Hochspannung pur

Blutmond (Ein Harry-Hole-Krimi 13)
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Harry Hole ist wieder einmal ganz unten. Gestrandet in Los Angeles, verbringt seine Tage nur noch mit Trinken. Zur selben Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet, unter Verdacht gerät ein bekannter ...


Harry Hole ist wieder einmal ganz unten. Gestrandet in Los Angeles, verbringt seine Tage nur noch mit Trinken. Zur selben Zeit werden in Oslo zwei junge Frauen ermordet, unter Verdacht gerät ein bekannter Immobilienmakler. Dieser bietet Harry ein kleines Vermögen an, wenn er seine Unschuld beweisen kann. Geld, das Harry gut gebrauchen könnte, da eine Bekannte von ihm dringend finanzielle Hilfe benötigt…
Es ist bereits der 13. Fall für Harry Hole und wie auch die Vorgänger ist dieser Fall wieder in sich geschlossen und somit auch für Quereinsteiger geeignet. Katrine Bratt von der Osloer Polizei hätte Harry gerne wieder in ihrem Team, bekommt jedoch keine Genehmigung dafür. So muss Harry sein
eigenes vierköpfiges Team bilden, das aus einem korrupten Polizisten, einem Kokaindealer und seinem todkranken Freund besteht. Ein ziemlich schräges Team, das jedoch sehr effizient arbeitet. Durch den Kontakt mit Katrine kommen sowohl die Polizei als auch Harrys Team dem Täter immer näher.
Jo Nesbø erzählt die Handlung aus ständig wechselnden Perspektiven und dies auf eine unglaublich spannende Weise. Stück für Stück erfährt man Einzelheiten und es dauert seine Zeit, bis man die Zusammenhänge erkennen kann. Dabei führt der Autor den Leser oftmals in die Irre und man muss überrascht feststellen, dass man einer falschen Spur gefolgt ist. Zudem gibt es total viele Wendungen, es bleibt wirklich bis zur letzten Seite spannend. Die Details was die Tatbeschreibungen und der Toten angeht sind nicht gerade appetitlich, man sollte also nicht allzu zartbesaitet sein.
Insgesamt war es ein ganz starker Harry-Hole-Fall. Hochspannung mit vielen falschen Fährten. Mich konnte das Buch restlos begeistern.

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