Profilbild von c-bird

c-bird

Lesejury Star
offline

c-bird ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit c-bird über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2023

Hier stimmt einfach alles

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
0

In einem Hamburger Park wird die Leiche eines Mannes gefunden. Er wurde brutal ermordet, der Kopf des Opfers steckt in einer Mülltüte, zudem beide Augen entfernt. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren ...

In einem Hamburger Park wird die Leiche eines Mannes gefunden. Er wurde brutal ermordet, der Kopf des Opfers steckt in einer Mülltüte, zudem beide Augen entfernt. Kurze Zeit später gibt es einen weiteren Toten, wieder mit der gleichen Mülltüte, doch dieses Mal wurden die Ohren abgeschnitten.
Jagoda „Milo“ Milosevic und Vincent Frey nehmen die Ermittlungen auf. Dabei stellen sie fest, dass die Opfer noch eine Gemeinsamkeit haben: sie übten zuvor Gewalt gegen Frauen aus. Ein Racheakt? Wurden hier Täter zu Opfern?
Unter dem Pseudonym Lea Adam haben die beiden Autorinnen Regina Denk und Lisa Bitzer ihren ersten gemeinsamen Thriller geschrieben. Ein Werk, das den Namen Thriller absolut verdient hat und mich von der ersten bis zur letzten Seite fesseln konnte. Hier stimmt einfach alles. Der Erzählstil ist mitreißend und es gibt immer wieder Wendungen. Auch das Ermittler-Duo hat mir bestens gefallen. Zwei unterschiedliche Typen, die sich aber perfekt ergänzen. Milo mit ihren serbischen Wurzeln, die sich eigentlich immer an die Regeln hält und nach Angaben von Vince „eine bessere Deutsche wie alle anderen“ ist und Vince, der auch gerne mal das Gesetz nach seinen Maßstäben auslegt. Die beiden liefern sich richtig spritzige Dialoge.
Immer wieder gibt es kleine Rückblicke aus Sicht der Frauen und man erlebt mit, wie ihnen sexuelle Gewalt angetan wurde. Ein sehr bedrückendes und grausames Thema. „Stigma“ erscheint schon vom Cover her düster und passt somit bestens zum Inhalt.
Stigma konnte mich auf der ganzen Linie überzeugen. Temporeich, hochgradig spannend und top erzählt. Das Buch ist der Auftakt zu einer ganzen Thrillerserie. Ich hoffe, dass die beiden Protagonisten darin auch eine Rolle spielen werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.02.2023

Spannung pur mit starken Figuren

Die Herzchirurgin
0

Die erfolgreiche Herzchirurgin Dr. Anna Jones befindet sich seit ihrer Scheidung in einem täglichen Spagat, um Arbeit und ihre Aufgaben als Mutter zu bewältigen. Zum Glück steht ihr da ihre hilfsbereite ...

Die erfolgreiche Herzchirurgin Dr. Anna Jones befindet sich seit ihrer Scheidung in einem täglichen Spagat, um Arbeit und ihre Aufgaben als Mutter zu bewältigen. Zum Glück steht ihr da ihre hilfsbereite Nachbarin Paula zur Seite. Doch mit einem Schlag ändert sich alles. Paula wird ermordet, Annas Sohn Zack entführt. Um ihren Sohn wieder zu bekommen, soll Anna einen bekannten Politiker während einer Herz-OP sterben lassen. Ein Dilemma für einen Arzt. Was wiegt wichtiger? Der Hippokratische Eid oder die Liebe einer Mutter?
Das Buch beginnt total rasant und spannend. Anna kommt nach einem langen Arbeitstag nach Hause und wird Zeuge, wie gerade das ganze Haus von den Entführern verwanzt wird, jeder ihrer Schritte kann von Kameras überwacht werden. Keine Chance die Polizei zu informieren und natürlich ist da auch noch die Angst Zack nicht zurückzubekommen. Man konnte sich wirklich gut in Annas Lage hineinversetzten.
Doch die Geschichte wird nicht einfach nur gradlinig erzählt, sondern beinhaltet noch zwei weitere Handlungsstränge bzw. zwei Frauen, die eine wichtige Rolle spielen. Da ist zum einen Margot, eine Krankenschwester, die in Annas OP-Team arbeitet. Das Leben hat es ihr nicht leicht gemacht und sie hat jede Menge Probleme zu bewältigen. Doch nun sieht sie ihre Chance gekommen. Und schließlich noch Detective Inspector Rachel Conaty, die Polizistin. Sie ermittelt im Fall der ermordeten Paula und merkt sofort, dass Anna etwas zu verbergen hat. Auch sie hat ihr Päckchen zu tragen. Die Figuren dieser drei Frauen fand ich überaus interessant und grandios herausgearbeitet, allen voran aber die Herzchirurgin selbst. Die Perspektiven zwischen den drei Charakteren wechseln ständig. Mal berühren sich die Handlungsstränge nur, mal verschlingen sie sich ineinander. Der ständige Wechsel zwischen den drei Erzählsträngen heizt natürlich nochmals die Spannung an.
Extrem spannend empfand ich die Szene im OP als Anna den Politiker operiert. Sehr detailliert beschrieben, aber ohne Fachchinesisch. Man war so richtig mittendrin. So viele Augen sind auf sie gerichtet und dennoch muss sie es irgendwie vollbringen den Patienten sterben zu lassen. Lediglich das Ende war für mich leicht überzogen, aber immer noch nachvollziehbar.

Es ist Jack Jordans erster Thriller, der in deutscher Sprache erschienen ist. Und es ist ein absolut gelungenes Debüt. Authentische und starke Figuren, hohes Tempo und sehr spannend erzählt. Bitte mehr davon.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.01.2023

Super Fortsetzung einer spannenden Reihe

Kuckuckskinder (Ein Falck-Hedström-Krimi 11)
0

Im beschaulichen Fjällbacka werden innerhalb kürzester Zeit zwei schwere Verbrechen verübt. Erst wird ein berühmter Fotograf erschossen, kurz darauf eine halbe Familie ausgelöscht. Kommissar Patrik Hedström ...

Im beschaulichen Fjällbacka werden innerhalb kürzester Zeit zwei schwere Verbrechen verübt. Erst wird ein berühmter Fotograf erschossen, kurz darauf eine halbe Familie ausgelöscht. Kommissar Patrik Hedström hat alle Hände voll zu tun, um die Ermittlungen voranzubringen. Parallel dazu recherchiert Erica Falck, seine Ehefrau in Stockholm zu ihrem neuen Buch. Zu Beginn der 80er Jahre wurde hier eine Trans-Frau ermordet. Noch ahnen die beiden nicht, dass es Verbindungen zwischen den Fällen gibt…
Lange hat es gedauert, bis die Serie rund um Erica Falck und Patrik Hedström endlich fortgesetzt wurde. Mittlerweile ist es der elfte Band mit den beiden sympathischen Protagonisten. Da ich fast alle Bücher der Reihe kenne habe ich mich sehr über ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten gefreut. Denn es sind gerade die Figuren, die die Krimis von Camilla Läckberg so lebendig machen. Das betrifft nicht nur das Ermittlungsteam rund um Patrik, sondern auch die Familie der beiden. Es treten immer wieder mal kleinere und größere Probleme auf, die auch den Leser selbst treffen könnten. Man kann sich also herrlich mit den Figuren identifizieren. Dazu ein sehr flüssiger Erzählstil, der die Handlung spannend erzählt. Immer wieder driftet die Geschichte zurück in die Zeit von 1980 und man erfährt Stück für Stück was damals geschehen war. Auch die Zusammenhänge werden erst ganz zum Schluss klar, es bleibt also bis zum Ende sehr spannend.
Insgesamt eine sehr gelungene Fortsetzung der Reihe. Ein absolut spannender Schwedenkrimi, bei dem eigentlich ständig etwas passiert. Was die privaten Entwicklungen angeht, bin ich sehr gespannt, wie es weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2023

Ein ganzes Dorf voller Verdächtiger

Die letzte Party
0

Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen ...

Das traditionelle Neujahrschwimmen im Lake Mirror endet abrupt mit dem Auffinden einer Leiche mitten im See. Bei dem Opfer handelt es sich um den berühmten Opernsänger Rhys Lloyd, der zu seinen walisischen Wurzeln zurückgekehrt ist und in dem kleinen Dorf Cwm Coed die mondäne Ferienanlage „The Shore“ gebaut hat. „The Shore“ kam nicht überall in dem kleinen Dorf gut an und zur Versöhnung waren die Dorfbewohner zu einer großen Sylvesterparty eingeladen. Es wurde Rhys` letzte Party…
„Die letzte Party“ bildet den Auftakt zu einer Serie mit einem Ermittler-Duo, das man einfach mögen muss. Da sich der See, in dem das Opfer trieb im walisisch-englischen Grenzgebiet befindet, nehmen von der englischen Seite DC Leo Brady und von der walisischen Polizei DC Ffion Morgan die Ermittlungen auf. Beide müssen sich erst einmal zusammenraufen. Ffion stammt selbst auch aus Cwm Coed und bekommt es schnell mit einer ganzen Menge Verdächtiger zu tun, die ihr nur zu gut vertraut sind. Rhys, der ebenfalls aus dem Dorf stammt, hat es zu Lebzeiten noch gut verstanden, sich bei vielen Bewohnern unbeliebt zu machen und damit ein gutes Motiv zu liefern.
Im Prinzip handelt es sich also bei dem Buch um einen klassischen whodunit, allerdings mit einer ganz besonderen Erzählweise. Denn es gibt zwei Erzählebenen. Auf der einen verfolgt man das Geschehen von Beginn an mit dem Auffinden der Leiche und den weiterführenden Ermittlungen. Auf der zweiten gibt es immer wieder chronologisch ungeordnete Rückblicke in die Vergangenheit. So formt sich erst mit der Zeit ein Gesamtbild und so manche Szene durchlebt man gegen Ende des Buches ein zweites Mal, dann allerdings besitzt man schon viel mehr Informationen und schon ergibt sich eine andere Sichtweise. Sehr gut gefallen haben mir ebenfalls die walisischen Ausdrücke, die in den Gesprächen immer wieder mal einfließen. Zwar gibt es hierzu keine Erläuterung in dem Buch, sondern man muss schon selbst nach einer Übersetzung suchen. Dennoch machte es das Ganze für mich authentischer und unterstrich die nordwalisische Note.
Insgesamt war der Fall sehr spannend geschrieben und es gab so manche überraschende Wendung. Ich freue mich auf jeden Fall auf eine Fortsetzung mit Ffion und Leo.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2022

Total genial

Jemand
0

Seit neun Jahren jagt die Polizei einen Serienmörder. Dieser sucht sich Jahr für Jahr nur ein Opfer, tötet es auf brutale Weise und setzt es anschließend in Szene. Ein Foto davon verkauft er an den Meistbietenden ...

Seit neun Jahren jagt die Polizei einen Serienmörder. Dieser sucht sich Jahr für Jahr nur ein Opfer, tötet es auf brutale Weise und setzt es anschließend in Szene. Ein Foto davon verkauft er an den Meistbietenden im Darknet. Man nennt ihn den „Fotografen“. Doch plötzlich wird sein Ablauf gestört, denn der Fotograf wird Zeuge, wie die siebenjährige Maria entführt wird. Soll er Maria retten oder weiter seine Mission erfüllen?

Zugegeben, der Einstieg in das Buch wird einem nicht einfach gemacht. Viele verschiedene Handlungsstränge tun sich gleich zu Beginn auf und die Geschichte wechselt ständig zwischen diesen Strängen hin- und her. Zunächst scheinen die verschiedenen Perspektiven nichts miteinander gemein haben, doch dann tun sich erste Verknüpfungen auf und mit der Zeit vernetzt sich alles immer mehr. Erst dann erkennt man, wie genial dieses Buch konstruiert wurde. Durch den ständigen Wechsel der Perspektiven bleibt es unglaublich spannend und temporeich. Dabei ist der „Fotograf“ der einzige Ich-Erzähler. Von ihm erfährt man auch in kleinen Rückblicken in die Vergangenheit, wie seine Mission überhaupt entstanden ist. Aber keine Angst, es bleibt bis zum Schluss sehr spannend und das Geheimnis um die Identität des Fotografen wird erst ganz am Ende gelüftet.
Die Charaktere in dem Buch fand ich ziemlich schräg, so ein richtiger „Normalo“ war eigentlich nicht dabei. Dennoch wirkten die Figuren total authentisch und selbst der Fotograf wurde mir mit der Zeit immer sympathischer.
Erzählt wird auf eine spannende Weise, der Erzählstil ist wirklich äußerst flüssig und fesselnd. Immer wieder gibt es Wendungen und Überraschungen. Mit anderen Worten: der
Mich konnte Elias Haller auf jeden Fall überzeugen, mit „Jemand“ ist ihm der perfekte Thriller gelungen. Ein Buch voller Spannung und bester Unterhaltung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere