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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2023

Voller Energie und wichtiger Themen, aber inhaltlich noch nicht ganz ausgereift

Dein Taxi ist da
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Die Bewertung von „Dein Taxi ist da“ des Debütromans von Priya Guns, fällt mir ehrlich gesagt nicht leicht. Gerade zu Beginn konnte mich das Buch absolut mitreißen und hat auch emotional voll und ganz ...

Die Bewertung von „Dein Taxi ist da“ des Debütromans von Priya Guns, fällt mir ehrlich gesagt nicht leicht. Gerade zu Beginn konnte mich das Buch absolut mitreißen und hat auch emotional voll und ganz überzeugt. Damanis Alltag als Fahrerin und wie sie die Stadt und die vorliegenden gesellschaftlichen Probleme beobachtete gefielen mir richtig gut. Der Schwenk in Richtung Liebesgeschichte las sich zunächst auch noch interessant. Eben gerade deshalb, da Jolene aus einer völlig andere Welt kommt und so Damani als Figur im Gegensatz zu ihr nochmal vielschichtiger erscheint. Allerdings erreicht die Geschichte dann aber einen Punkt wo Vieles in meinen Augen einfach nur absurd wirkte. Die eigentlich so aufgestellte und taffe Damani gleitet fast schon in einen Wahn ab und ihre Handlungen waren für mich überhaupt nicht mehr nachzuvollziehen. Außerdem verliert die Handlung dadurch auch an Kontur. Gleichbleibend angenehm ist zum Glück der Schreibstil und so ließ sich die Handlung trotz allem stets flüssig verfolgen. Ich persönlich hätte es besser gefunden die zuvor aufgeworfenen Themen ordentlich auszuarbeiten und zu einem Abschluss zu bringen. So allerdings lässt mich die Geschichte etwas unbefriedigt zurück und das trotz des starken und verheißungsvollen Auftakts. Das Potenzial der Autorin ist aber auf jeden Fall erkennbar, aufgrund der Unstimmigkeiten ab dem Mittelteil und dem doch recht platten Ende gibt es von mir in diesem Fall leider nur 3 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Nicht mein Fall – Vorhersehbar, blass und wenig fesselnd

Kannibal. Jagdrausch
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„Kannibal. Jagdrausch“ war der erste Krimi welchen ich von Mark Benecke lesen durfte und wahrscheinlich wird es auch der Letzte bleiben. Im Gesamten konnte mich das Werk einfach nicht überzeugen, was gleich ...

„Kannibal. Jagdrausch“ war der erste Krimi welchen ich von Mark Benecke lesen durfte und wahrscheinlich wird es auch der Letzte bleiben. Im Gesamten konnte mich das Werk einfach nicht überzeugen, was gleich mehrere Gründe hatte. Zunächst einmal ist der Schreibstil überhaupt nicht meins. Sehr kurze Sätze reihen sich aneinander, sodass der Text abgehackt und gehetzt wirkt. Auch ein nüchterner Schreibstil kann seinen Reiz haben, hier hat es bei mir aber einfach nicht gefunkt. Es fehlte die Raffinesse und auch insgesamt hätten dem Buch einige Seiten mehr gut getan. Der Krimi ist nämlich leider so kurz, das erzählerisch Einiges auf der Strecke bleibt. Es gibt immer wieder Zeitsprünge von mehreren Tagen, was sich in der Zwischenzeit bei den Ermittlungen getan hat, müssen wir Leser:innen uns selbst erschließen. Alles in allem wäre das auch gar nicht so schlimm gewesen. Mein größtes Problem mit dem Buch habe ich aber mit der Vorhersehbarkeit. Ich habe sowohl die schuldige Person, als auch weitere Zusammenhänge zu einem sehr frühen Zeitpunkt erraten. Die Auflösung herauszufinden ist hier wirklich keine Herausforderung und das mich die Handlung zum Schluss hin nicht mal ein bisschen überraschen konnte ist wirklich kein gutes Zeichen. Das gewählte Thema „Kannibalismus“ ist allerdings zumindest etwas Besonderes. Die eingearbeiteten Details sind auf jeden Fall nichts für schwache Nerven und der Krimi vermittelt einen tiefen Einblick in die Szene. Diese gründliche Rechercheleistung muss man dem Autor immerhin positiv anrechnen. Im Gesamten reicht es bei mir nur für 3 Sterne, denn im Vergleich habe ich einfach schon so viele bessere Krimis gelesen.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Breit gestreuter Ratgeber mit einer anschaulichen Methode, aber mit weniger wissenschaftlichen Nachweisen als gedacht

Einfach gut sortiert
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Der deutsche Titel des Ratgebers „Einfach gut sortiert: In wenigen Schritten den Alltag meistern und Zeit für sich gewinnen“ der Autorin Erin Zammett Ruddy ist meiner Meinung nach etwas unglücklich gewählt. ...

Der deutsche Titel des Ratgebers „Einfach gut sortiert: In wenigen Schritten den Alltag meistern und Zeit für sich gewinnen“ der Autorin Erin Zammett Ruddy ist meiner Meinung nach etwas unglücklich gewählt. Ich persönlich hätte nämlich einen viel größeren Fokus aufs Aufräumen und einen organisierten Alltag erwartet. Die Autorin nimmt aber wirklich alle möglichen Alltags- und Lebensbereiche in den Blick und konzentriert sich unter anderem mehr auf Schönheits- und Persönlichkeitsenwicklungsfragen, als ich ursprünglich vermutet hätte. Dies führt natürlich dazu, dass jeder Punkt nur sehr knapp ausgeführt wird, wobei ich ihre prinzipielle Methode super finde. Zunächst wird das Problem/das Thema benannt und dann folgen sehr präzise aufgeführte Schritte, wie man damit umgehen soll. Anschließend wird noch vorgestellt von welchen Expert:innen sie dieses Wissen hat und einige Absätze beschäftigen sich dann noch mit dem Warum.
Die Expert:innen kommen aber leider nicht von unabhängigen Stellen oder aus der Wissenschaft, sondern sind meist Unternehmer:innen. Und so wird öfter neben der allgemeinen Vorstellung auch noch ein Produkt mit angeführt. Solch ein Vorgehen empfand ich für einen Ratgeber ehrlich gesagt etwas befremdlich. Allgemein hätte es mir aber denke ich gar nicht so viel ausgemacht, wenn ich sonst begeistert gewesen wäre. Aber dies trifft leider nun mal nicht zu. Es gibt zum Glück auch einige sehr interessante Kapitel, so dass ich den ein oder anderen Tipp durchaus mitnehmen werde. Insgesamt überwiegt aber die Enttäuschung. Viele der angeführten Themen sind schon reichlich banal (z.B. Nudeln kochen, tanken, Essensreste aufbewahren) und wer bisher schon eine Weile einen eigenen Haushalt führt kann getrost auf diese Ratschläge verzichten. Anderes erschien mir wiederum sehr amerikanisch und nicht auf den deutschen Markt zugeschnitten. Pluspunkt war dafür aber der Schreibstil, denn dieser las sich humorvoll und flüssig und so konnte ich mir schnell einen Überblick über das Buch verschaffen. Als gelegentliches Nachschlagewerk oder als Geschenk zum Einzug in die erste eigene Wohnung ist „Einfach gut sortiert“ eine hübsche Idee. Ich persönlich konnte aber keinen großen Mehrwert aus der Lektüre schöpfen. Deshalb gibt es von mir auch „nur“ 3 Sterne, da ich mir einfach mehr erwartet hatte.

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Veröffentlicht am 09.01.2023

Neben den Kurzgeschichten stehen vor allem Mythen und Bräuche im Mittelpunkt

Rauhnächte. Märchen für Erwachsene
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Anders als ich dachte geht es im Buch „Rauhnächte. Märchen für Erwachsene“ von Isabella Farkasch nicht nur um Geschichten bzw. Märchen für Erwachsene. Den weitaus größeren Raum, nehmen im Buch Beschreibungen ...

Anders als ich dachte geht es im Buch „Rauhnächte. Märchen für Erwachsene“ von Isabella Farkasch nicht nur um Geschichten bzw. Märchen für Erwachsene. Den weitaus größeren Raum, nehmen im Buch Beschreibungen von Mythen und Bräuchen ein. Und auch die Numerologie und deren Deutungen ziehen sich leider durch alle Kapitel. Mir persönlich war diese Fokussierung leider etwas zu esoterisch. Auf den ersten Blick ist diese Ausrichtung auch nicht zu erkennen, sonst hätte ich eher nicht zu diesem Buch gegriffen.
Auch wenn diese im Gesamten nur wenige Seiten umfassten, gefielen mir die Märchen fast durchgängig. Diese sind oft tiefsinnig und zeigen eine tiefe Verbundenheit mit der Natur, derzeitige Phänomene wie der Klimawandel klingen dabei an. Nicht alle Geschichten haben direkt etwas mit den Rauhnächten zu tun, dennoch kommt stets ein magischer Moment auf. Unterteilt ist das Buch in 12 Kapitel, jede Raunacht erhält ein Eigenes. Jedes Kapitel startet mit einer Geschichte, danach folgen detaillierte Ausführungen zu unterschiedlichen Mythen und Bräuchen. Nicht alle haben etwas mit den Rauhnächten zu tun, oft waren mir die Erklärungen zu chaotisch und ausurfernd. Der Schreibstil liest sich dabei eher mühsam. Ich persönlich benötigte für die Lektüre sehr viel Konzentration und konnte auch immer nur kurze Abschnitte lesen. Da das Buch aber auch als eine Art tägliches Lesebuch für die Rauhnächte gedacht ist, passte dies zum Glück gut. Dennoch kann ich (auch im Vergleich mit anderen Büchern des Genres) nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 06.01.2023

Ganz anders als gedacht und auch deshalb leider kein Highlight

The Man I Never Met – Kann man lieben, ohne sich zu kennen?
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Auf die Lektüre von „The Man I Never Met – Kann man lieben, ohne sich zu kennen?“ der Autorin Elle Cook hatte ich mich wirklich sehr gefreut und bin nun am Ende des Buchs leider etwas enttäuscht. Die Geschichte ...

Auf die Lektüre von „The Man I Never Met – Kann man lieben, ohne sich zu kennen?“ der Autorin Elle Cook hatte ich mich wirklich sehr gefreut und bin nun am Ende des Buchs leider etwas enttäuscht. Die Geschichte verläuft nämlich sehr schnell in eine ganz andere Richtung, als der Klappentext verspricht. Plötzlich dreht sich alles um eine lebensbedrohliche Krankheit, weswegen mich das Buch stimmungsmässig ziemlich runter gezogen hat. Gerechnet hatte ich mit einer locker leichten Liebesgeschichte, so liest sich die Handlung aber nur auf den ersten paar Seiten. Prinzipiell mag ich es eigentlich wenn ein Roman in die Tiefe geht und sich auch mit schwierigeren Themen befasst, hier traf mich das Ganze nur ziemlich unvorbereitet. Darüber hinaus hatte ich aber auch noch meine Schwierigkeiten mir der gewählten Erzählperspektive und auch mit einigen Protagonist:innen. Die Umsetzung der Ich-Perspektive gefiel mir in diesem Fall nicht, obwohl diese eigentlich Nähe erzeugen sollte, blieben mir die Gedanken der Hauptprotagonistin Hannah fremd. Dies könnte aber auch an manchen ihrer Persönlichkeitseigenschaften gelegen haben. Viele ihrer Verhaltensweisen waren einfach nicht nachvollziehbar für mich. Am negativsten empfand ich ihre Passivität und den ständige Fokus auf Oberflächlichkeiten. Letzteres ist allerdings ein Thema was sich kontinuierlich durchs Buch zieht und mehrere Charaktere betrifft. Zum einen spielt das Aussehen von Personen immer wieder eine große Rolle und auch der übermäßige Fokus auf Geld irritierte mich ehrlich gesagt. Immer wieder geht es darum wie viel etwas kostet, das jemand sich etwas Teures leistet und sobald jemand zum Essen einlädt, wird absichtlich das Teuerste bestellt nur um das auszunutzen. Dies alles erschien mir in der Summe ehrlich gesagt befremdlich. Einziges Highlight war für mich Davey, sowohl was seinen Charakter betrifft, als auch seine Erzählperspektive. Da der Roman aber hauptsächlich aus Hannahs Sicht erzählt wird, blieb dies nur ein schwacher Trost. Ich könnte auch noch ein paar weitere Punkte aufzählen, welche mich gestört haben, ich denke ihr merkt aber schon jetzt: Ich und „The Man I Never Met“ lagen einfach nicht auf einer Wellenlänge. Dennoch kann ich mir vorstellen das der Roman andere Leser:innen durchaus gut unterhalten kann. Ich persönlich kann allerdings nicht mehr als 3 Sterne vergeben.

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