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julia-elysia

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2023

Epische, wenn auch nicht leicht verständliche Geschichte

Das Silmarillion
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Jahrelang habe ich mich davor gedrückt, J. R. R. Tolkiens Werke zu lesen. Zwar habe ich dreimal "Der Hobbit" gelesen, doch "Der Herr der Ringe" habe ich nur angefangen und es dann seingelassen, wobei ich ...

Jahrelang habe ich mich davor gedrückt, J. R. R. Tolkiens Werke zu lesen. Zwar habe ich dreimal "Der Hobbit" gelesen, doch "Der Herr der Ringe" habe ich nur angefangen und es dann seingelassen, wobei ich damals auch einfach viel zu jung gewesen war, um es zu verstehen.

Jetzt, mit Anfang 20, habe ich mich an "Das Silmarillion" gewagt und trotz meines Germanistikstudiums muss ich sagen, dass es immer noch nicht einfach zu lesen und zu verstehen war.

Man merkt, dass Tolkien sich unfassbar viele Gedanken zu seinem Universum gemacht hat. Es gab nicht nur unfassbar viele Orte, Namen und verschachtelte, endlos lange Sätze; er bombardiert die Leserinnen sogar mit fünf verschiedenen Namen für eine einzige Person! Diesbezüglich hätte ich mir wirklich gewünscht, dass er bei einem Namen geblieben wäre und die anderen nur am Rande nebenbei erwähnt hätte.

Obwohl ich das Buch wahrscheinlich mehrere Male lesen müsste, um es wirklich zu verstehen, komme ich nicht drum herum, meinen imaginären Hut vor dieser Schöpfung zu ziehen. Man merkt, dass Tolkien sein ganzes Leben für dieses Universum aufgeopfert und sich unfassbar viele Gedanken gemacht hat.

Grundsätzlich kann man natürlich die umfangreichen und meist verwirrenden Passagen kritisieren, dennoch muss man bedenken, dass sein Sohn Christopher dieses Werk posthum veröffentlicht hat. C. Tolkien hat einige Passagen hinsichtlich der Logik überarbeitet und in eine chronologische Reihenfolge gebracht. Zudem sollte Tolkiens markanter, vor allem verschachtelter und komplizierter Schreibstil bereits bei vielen (Fantasy-)Leser
innen bekannt sein, selbst wenn man seine Werke noch nicht gelesen hat. Wer sich also doch auf den Autoren einlässt, liest sich wortwörtlich durch ein (schriftliches) Abenteuer.

Veröffentlicht am 13.09.2022

Spannend mit vielen Wendungen

Sharing – Willst du wirklich alles teilen?
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kann Spoiler enthalten

"Sharing" ist das erste Buch, welches ich von Arno Strobel lese und es hat mich wirklich überzeugt. Ich liebe ja Thriller und Krimis, die die Leser:innen in die Irre führen und ...

kann Spoiler enthalten

"Sharing" ist das erste Buch, welches ich von Arno Strobel lese und es hat mich wirklich überzeugt. Ich liebe ja Thriller und Krimis, die die Leser:innen in die Irre führen und zum Miträtseln anregen, und vor allem dieses Buch war an vielen Punkten unvorhersehbar.

Man kommt flüssig und schnell durch die Seiten, so dass ich das Buch innerhalb weniger Lesestunden verschlungen habe. Der Schreibstil ist angenehm und spannend. Arno Strobel spielt mit verschiedenen Wahrnehmungen und lässt die Leser:innen glauben, zu wissen, wer die Täter:innen sind. Die Wendung hat mich dann doch auf jeden Fall überrascht, obwohl ich an einer Stelle schon geahnt habe, dass einer von den Leuten der Täter ist.

Am Anfang fand ich es jedoch etwas fraglich, dass der Protagonist sofort von der Polizei verdächtigt und verhaftet wurde und dass da nicht weiter auf seine Hinweise eingegangen wurde. Auch dass einfach der Tochter des Protagonisten Glauben geschenkt worden ist und sie ohne Aufsichtsperson befragt wurde, kam mir etwas unlogisch vor.

Insgesamt gebe ich dem Buch 4,5 Sterne! "Sharing" ist auf jeden Fall ein spannender Thriller für zwischendurch!

Veröffentlicht am 10.06.2022

Wenn eine vorlaute Studentin und ein schusseliger Mechaniker einen Fall lösen ...

Elisa Hemmiltons Kofferkrimi
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Anfang des Jahres habe ich "Animant Crumbs Staubchronik" gelesen, und nachdem ich mich in dieses Buch verliebt habe, musste ich einfach die anderen Bücher aus diesem Universum lesen. Nach wie vor liebe ...

Anfang des Jahres habe ich "Animant Crumbs Staubchronik" gelesen, und nachdem ich mich in dieses Buch verliebt habe, musste ich einfach die anderen Bücher aus diesem Universum lesen. Nach wie vor liebe ich Lin Rinas Schreibstil. Sie schreibt so packend und fesselnd, dass man beinahe in die Geschichte hineingezogen wird. Auch mit "Elisa Hemmiltons Kofferkrimi" hat sie einen authentischen und spannenden Roman über die 1890-er Jahre in London und über Elisa Hemmiltons Leben geschrieben.

Und Lin Rina hat mich zu Anfang in die Irre geführt - ob beabsichtigt oder nicht, ich weiß es nicht, aber ich ging zu Beginn von einer ganz anderen Liebesgeschichte aus. Aus diesem Grund hat mich die eigentliche Liebelei Elizas ziemlich überrascht!

Zunächst fand ich das etwas schade, aber zum Ende hin konnte ich mich damit abfinden - auch wenn ich sagen muss, dass mich die Liebesgeschichte zwischen Elisa und ihrem Herzensmann nicht ganz so packen konnte wie die von Animant Crumb und Thomas Reed. Tatsächlich war sie mir an einigen Stellen viel zu blass und ... zu wenig halt. Natürlich - der Titel lässt darauf schließen, dass es in dem Buch vielmehr um die Lösung des Falls geht, aber generell hätte ich mir etwas mehr Funken, etwas mehr Bauchkribbeln gespürt.

Auch war mir die Geschichte an einigen Stellen etwas zu langatmig, wobei die Falllösung im Großen und Ganzen dann doch ganz spannend war.

Das Layout des Buches ist definitiv etwas Besonderes, ich muss jedoch zugeben, dass es mich zu Anfang etwas irritiert hat. Trotz dessen fand ich die Aufmachung und die vielen kleinen Notizen ganz interessant (und sie haben mich das ein oder andere Mal zum Lächeln gebracht). Hinzu kommt, dass es sich wirklich wie ein (um Chief Inspector Layer zu zitieren: "doch sehr umfangreiche[r]") Polizeibericht gelesen hat, was ich äußerst ansprechend fand.

Das Ende war wirklich ein Paukenschlag - plötzlich und auftaktig, wobei ich mir sicher bin, dass es dazu keine weiteren Ausführungen geben wird. Wir werden uns wohl (leider) mit dem Cliffhanger zufrieden geben müssen.

Insgesamt gebe ich dem Buch 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 02.01.2022

Wichtige Lektüre über das Leben im Dritten Reich!

Muscha
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Ich habe das Buch beim Aussortieren meines Bücherregals wiedergefunden. Meine Tante hatte es damals meiner Schwester und mir geschenkt und ehrlich gesagt war ich wenig verwundert, dass ich es vor einigen ...

Ich habe das Buch beim Aussortieren meines Bücherregals wiedergefunden. Meine Tante hatte es damals meiner Schwester und mir geschenkt und ehrlich gesagt war ich wenig verwundert, dass ich es vor einigen Jahren nie gelesen habe - denn diese Lektüre ist für mich kein Kinderbuch, auch wenn es als eben solches eingestuft wird.

Wir hatten damals in der 10. Klasse erstmals das Dritte Reich und den Zweiten Weltkrieg behandelt und vorher immer nur ein paar wenige Informationen darüber mitbekommen. Als mittlerweile Anfang 20-Jährige kenne ich mich besser mit der Thematik aus, auch, weil ich mich selbst viel damit beschäftigt habe. Dadurch kann ich auch die Inhalte von "Muscha" besser einordnungen und verstehen.

Die Darstellungen und Beschreibungen des kleinen Josefs waren schockierend. Auch hier würde ich das keinem Kind ab 10 Jahren als Leselektüre zutrauen.

Der Schreibstil hat zu den Darstellungen gepasst - er war einfach und verständlich und hat die Unwissenheit Josefs deutlich zum Ausdruck gebracht.

Die Erzählung begann im Jahr 1938 und endete 1946. Zum Ende hin hat sich Josefs Perspektive jedoch immer noch so gelesen wie am Anfang, obwohl sechs Jahre dazwischenlagen. Deswegen fiel es mir manchmal schwer, zu beurteilen, ob er nun älter geworden ist oder nicht. Ich verstehe, dass man den Schreibstil auf der Basis eines Kinderbuches einfach und verständlich halten will, aber die inneren Monologe klangen am Ende immer noch wie die Gedanken eines 6-Jährigen.

Ich würde das Buch, wie gesagt, keinem 10-jährigen Kind empfehlen, doch als Begleitlektüre, während man die Thematik im Unterricht behandelt, kann ich es mir schon vorstellen. Aus diesem Grund gebe ich dem Buch 4,5 Sterne.

Veröffentlicht am 04.08.2021

Ein spannender Wirtschaftsthriller!

Aus schwarzem Wasser
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Zunächst war ich etwas in Zweifel, ob dieser Wirtschaftsthriller wirklich etwas für mich ist. Doch sowohl der Schreibstil als auch die Erzählkonzeption konnten mich auf jeden Fall mitreißen. Die Inhalte ...

Zunächst war ich etwas in Zweifel, ob dieser Wirtschaftsthriller wirklich etwas für mich ist. Doch sowohl der Schreibstil als auch die Erzählkonzeption konnten mich auf jeden Fall mitreißen. Die Inhalte wurden verständlich erklärt, auch wenn ich mir manchmal zwischendurch nicht sicher war, wer die Marin sind und was sie eigentlich genau wollen. Zum Ende hin wurde das mehr aufgeklärt.

Es gab verschiedene Sichtweisen der Figuren, die auf jeden Fall den Grad der Spannung gehoben haben. Manche kamen weniger zu Wort, manche mehr. Insbesondere die Rückblicke fand ich spannend und hilfreich, weil man dadurch die Geschehnisse der Gegenwart besser verstanden hat.

Auch der Plottwist war überraschend und hat mich auf jeden Fall zum Staunen gebracht, auch wenn man sich z.B. teilweise schon denken konnte, wer oder was Maja ist.

Über 600 Seiten hinweg bildet sich ein Spannungsbogen, der insbesondere durch die vielfältige und vielschichtige Erzählstrategie beibehalten wird. Es werden verschiedene Seiten beleuchtet - nicht nur die von Maja und ihrem Begleiter, sondern auch die der Politiker*innen, die versuchen, die Geschehnisse aufzuhalten oder zu umgehen.

Das Ende fand ich allerdings etwas zu schnell und zu offen. Dahingehend hätte ich mir gerne mehr erwünscht, aber wahrscheinlich war das mit Absicht so gesetzt. Auch die Rolle von Majas (mehr oder weniger) Stiefschwester, war mir nicht ganz ersichtlich. Da hätte ich mir noch etwas mehr Zusammenhänge gewünscht.

Man hat auf jeden Fall bemerkt, dass die Autorin sich mit den wissenschaftlichen Aspekten in dem Buch auseinandergesetzt und nicht nur stumpfsinnig irgendetwas aufgeschrieben hat.

Mit dem Kritikpunkt für das Ende gebe ich dem Buch 4,5 Sterne.