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Veröffentlicht am 30.01.2023

Denkanstöße zu einer neuen Arbeitswelt

Die Welt geht unter, und ich muss trotzdem arbeiten?
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Hinter dem sehr provozierenden Titel verbirgt sich ein Sachbuch, dass der derzeitige, weltweite Arbeitswelt und deren Bedingungen scharf unter die Lupe nimmt, mit Recherchen gründlich unterlegt. Während ...

Hinter dem sehr provozierenden Titel verbirgt sich ein Sachbuch, dass der derzeitige, weltweite Arbeitswelt und deren Bedingungen scharf unter die Lupe nimmt, mit Recherchen gründlich unterlegt. Während der 1. Teil den Ist-Zustand nach Corona verständlich und nachvollziehbar beschreibt, widmet sich der 2. Teil interessanten Ansätzen unter der Prämisse „Was wäre, wenn..“ Viele dieser Ausführungen kommen mir wie derzeit unrealisierbare Wünsche vor, die ein großes politisches Agieren herauf beschwören. Weniger Arbeiten könnte zu mehr Produktivität führen bei gleicher Bezahlung – dieses Arbeitszeitmodell und weitere Beispiele müssten erst noch mit Vertragspartnern/Arbeitgebern ausgehandelt werden wie bei der Umstellung auf Home-Office-Arbeitsplätze unter Pandemie Bedingungen, ohne unsere Volkswirtschaft zu lähmen. Der bildhafte Schreibstil hilft über das wenig liebevoll gestaltete Cover hinweg. Insgesamt werden sicherlich Denkanstöße angeregt.

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Ende mit dem Patriarchat!

Macht
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Ein Trauma wie eine Vergewaltigung zu verarbeiten scheint alles andere als leicht zu sein selbst nach vielen Jahren der Betäubung auch mit Tabletten. Mit Rachegedanken an den Vergewaltiger zu spielen, ...

Ein Trauma wie eine Vergewaltigung zu verarbeiten scheint alles andere als leicht zu sein selbst nach vielen Jahren der Betäubung auch mit Tabletten. Mit Rachegedanken an den Vergewaltiger zu spielen, kommt in diesem Roman vor. Jedoch müssen selbst nach dem langen Zeitraum die Erinnerungen daran, an all den Ekel, der Scham, der vielleicht unklaren Mitschuld ausgehalten werden. Über ein bebildertes Buch der Künstlerin Niki de Saint Phalle erfährt Liv von der Vergewaltigung dieser Berühmtheit. Denke man nur an die riesige Skulptur einer Frau, die auf dem Rücken liegt, in deren Körper man hineingehen kann. She: A Cathedral. So wie sie fühlt sie sich nicht als Opfer, sondern als Überlebende, die erst bei einem Aufenthalt in Capalbio nahe bei Rom im riesigen Tarotgarten oben genannter Künstlerin Frieden mit sich und diesem Missbrauch zu finden scheint in der Diskussion mit ihrer Freundin Frances. Hat man als eine Frau von statistisch zehn ein solches Trauma selber nicht erlebt, kann man diese emotionale Belastung kaum nachempfinden, hier inhaltlich aus vielen Blickwinkeln gut beleuchtet dargeboten.

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Veröffentlicht am 25.01.2023

Soziale Medien gekoppelt an Kindesentführungen – auf Tatsachen fußend!

Wehrlos
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Aus mehreren Perspektiven fächert der Krimi den Sachverhalt auf: auf der polizeilichen Ebene, der der betroffenen Eltern und auch die Entführer kommen zu Wort. Im Mittelpunkt stehen nicht schulpflichtige ...

Aus mehreren Perspektiven fächert der Krimi den Sachverhalt auf: auf der polizeilichen Ebene, der der betroffenen Eltern und auch die Entführer kommen zu Wort. Im Mittelpunkt stehen nicht schulpflichtige Kinder bis zu sechs Jahren, die von ihren Müttern auf Plattformen wie facebook, Instagram, Blogs etc. bildlich in Bestform präsentiert werden. Bestens über solche wehrlosen, schnell verängstigten Kinder informiert gelingt es Entführern wohl leicht, diese am helllichten Tag zunächst unbemerkt zu rauben, um sie in ihrem Netzwerk, im darknet zu handeln wie teure Ware. Welche negativen Folgen für alle Familienmitglieder eine solche Zur-Schau-Stellung auf sozialen Medien haben kann, wird hier detailliert beschrieben, leider nicht durchgehend gleich spannend verarbeitet. Aber dadurch wird die Wichtigkeit dieses Themas um Kindesentführungen in ganz Europa nicht geschmälert. Cover und Buchtitel sind passend ausgesucht.

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Veröffentlicht am 20.01.2023

Deutsche Geschichte verpackt in einen Familienroman

Saubere Zeiten
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Nicht ausgesprochene Gefühle besonders zwischen Vätern und ihren Söhnen stehen im Mittelpunkt hier. Eine menschliche Leere und ein sehr distanziertes, sogar zerrüttetes Verhältnis nicht nur innerhalb der ...

Nicht ausgesprochene Gefühle besonders zwischen Vätern und ihren Söhnen stehen im Mittelpunkt hier. Eine menschliche Leere und ein sehr distanziertes, sogar zerrüttetes Verhältnis nicht nur innerhalb der jeweiligen Familie macht sich breit – trostlos zu lesen im Gesamtkontext. Thematisiert werden auch die N.S.D.A.P. ihre Enteignungsmethoden, ihre oppressiven Aktivitäten gegenüber Juden und auch Deutschen. Insgesamt kommt diese Vergangenheitsbewältigung im Schreibstil nicht recht dynamisch an. Der Titel ‚Saubere Zeiten‘ könnte bewußt zweideutig gewählt worden sein, denn Auber macht im Roman ja gerade nicht alles zu menschlicher, charakterlicher Zufriedenheit sauber, viel Schuld lädt gerade der Großvater auf sich, zu finden in den verschiedenen Zeitdokumenten. Das Cover drückt viel abweisende Distanz zwischen zwei Generationen aus – ausdrucksstark. Insgesamt ein interessanter Blick in die deutsche Vergangenheit!

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Veröffentlicht am 11.01.2023

Wendepunkte im Leben von Jugendlichen

Frankie
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Ein 14-jähriger Gymnasiast Frank aus Wien steht im Mittelpunkt. Seine berufstätige, ihm gegenüber liebevolle Mutter wirkt ängstlich gegenüber ihrem eigenartigen, sturen, kriminellen Vater, der nach 18 ...

Ein 14-jähriger Gymnasiast Frank aus Wien steht im Mittelpunkt. Seine berufstätige, ihm gegenüber liebevolle Mutter wirkt ängstlich gegenüber ihrem eigenartigen, sturen, kriminellen Vater, der nach 18 Jahren aus dem Gefängnis kommt, mittlerweile 71 Jahre alt. Viele detailreiche Überlegungen des Jungen zu fast alltäglichen Dingen, geschwängert von österreichischer Wortwahl, lassen den Roman relativ spannungslos daher fließen, jedoch mit einem für mich überraschenden Ende. Wie können Menschen wie der despotische Großvater Jugendliche wie Frank in die bösartige, negative Richtung beeinflussen? Welche Rolle spielt die Abwesenheit eines biologischen Vaters im Leben junger Menschen? Solche Fragen zu Verantwortung und auch Schuld treten bei mir auf. Dieser sehr detaillierte, beschreibende Schreibstil wirkt etwas ermüdend auf mich. Das Cover zeigt den Waldrand der Autobahnraststätte mit dem gestohlenen PKW, dem Ort der Konfrontation mit dem Damenrevolver – dem eigentlichen Wendepunkt von Frank – passend gewählt.

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