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Veröffentlicht am 02.02.2023

Hoodies Leben zwischen Glauben und der ersten Liebe

Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen
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In "Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen" geht es um den 16-jährigen Hoodie, kurz für Yehuda, der ein Mitglied der orthodoxen jüdischen Gemeinde in der fiktiven Stadt Tregaron ist. Eine Gemeinde, die erst ...

In "Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen" geht es um den 16-jährigen Hoodie, kurz für Yehuda, der ein Mitglied der orthodoxen jüdischen Gemeinde in der fiktiven Stadt Tregaron ist. Eine Gemeinde, die erst vor Kurzem nach Tregaron umgezogen ist und in der neuen Stadt nicht viel Akzeptanz von der nichtjüdischen Bevölkerung findet. Zunächst reagieren die nichtjüdischen Bewohner nur verständnislos gegenüber der orthodoxen jüdischen Gemeinde, doch mit der Zeit nehmen die Ausgrenzungen und Gehässigkeiten zu. Hoodies Leben bleibt davon jedoch zu Beginn weitgehend verschont, doch das ändert sich, als er Anna-Marie Diaz-O’Leary kennenlernt und sich in sie verliebt. Anna-Marie Diaz-O’Leary ist die Tochter der Bürgermeisterin von Tregaron, die gerne die Hoodies Gemeinde aus ihrer Stadt loswerden will. Schnell findet sich Hoodie zwischen zwei Fronten wieder und muss sich zwischen seiner Familie und seiner Gemeinde und seiner Liebe und Freundschaft zu Anna-Marie Diaz-O’Leary entscheiden. Währenddessen nehmen die antisemitischen Vorfälle zu, bis einer davon tödlich endet.

Die Geschichte wird aus Sicht von Hoodie erzählt und dank des humorvollen und des locker leichten Schreibstils folgt man gebannt, wie Hoodie versucht, seine erste Liebe zu meistern, was zu dem ein oder anderen peinlichen Moment führt und wie er nebenbei auch noch versucht, das seiner Meinung nach Richtige zu tun, auch wenn seine Familie und seine Gemeinde anderer Meinung sind.
Obwohl es ein Jugendbuch ist, ist es für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen unterhaltsam und lesenswert. Auf vergleichsweise wenigen Seiten schafft es der Autor, eine wichtige Geschichte über Freundschaft und Verrat, über das Ringen um Identität und Glauben, über Familie und Gemeinschaft, über Umgang mit Kultur und Religion und über Gewalt und Bigotterie zu erzählen. Auch gelingt es Isaac Blum gut, das Gleichgewicht zwischen lustigen sowie leichten und nachdenklich stimmenden Tönen zu halten.
Bedingt dadurch, dass das Buch aus Sicht von Hoodie geschrieben ist, bekommt man von Hoodie ein gutes Bild seines Charakters gezeichnet und lernt ihn mit all seinen Fehlern lieben und erlangt nebenbei auch einen Einblick in die orthodoxe jüdische Gemeinde, aber wenn es zu den anderen Charakteren kommt, bleiben diese eher oberflächlich.

Alles in allem ist "Ruhm und Verbrechen des Hoodie Rosen" von Isaac Blum ein lesenswerter, humorvoll geschriebener und nachdenklich machender Jugendroman, der es schafft, auf unterhaltsamer und fesselnder Art wichtige Themen wie Antisemitismus, Glaube und Familie zu vereinen. Durch die Augen des 16-jährigen Hoodie werden seine orthodoxe jüdische Gemeinschaft und ihre Art zu leben, das Erfahren von Ausgrenzung und Antisemitismus sowie die ganz normalen Gefühle eines Jugendlichen regelrecht greifbar.

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Veröffentlicht am 21.01.2023

Wenn das Moor seine Geheimnisse preisgibt, ergibt sich ein spannender Krimi

Totes Moor (Janosch Janssen ermittelt 1)
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In dem spannend erzählten Krimi "Totes Moor" von Lars Engels wird die Leiche einer jungen Frau im Roten Moor in der Rhön gefunden. Bei der Frauenleiche handelt es sich um Matilda Nolte, die vor fast 10 ...

In dem spannend erzählten Krimi "Totes Moor" von Lars Engels wird die Leiche einer jungen Frau im Roten Moor in der Rhön gefunden. Bei der Frauenleiche handelt es sich um Matilda Nolte, die vor fast 10 Jahren nach der Abifeier spurlos verschwand. Verdächtigt wurde damals der Vater von Janosch Janssen, nun Kriminalkommissar, etwas mit ihren Verschwinden zutun zu haben. Da er den Druck der Anschuldigungen nicht ausgehalten hat, hat Janoschs Vater Suizud begangen. Janosch, der die ganze Zeit von der Unschuld seines Vaters überzeugt war, sieht jetzt endlich die Möglichkeit den wahren Täter ausfindig zu machen und den Namen seines Vaters rein zu waschen. Wäre da nicht Hauptkommissarin Diana Quester, die er verantwortlich für den Tod seines Vaters macht, da sie damals die Ermittlungen leitete.

Gebannt folgt man anhand der Perspektiven von Janosch und Diana, wie sie die Geheimnisse der Dorfbewohner des fiktiven Rhöndorfes Grimmebach aufdecken und so das Rätsel um den Tod von Matilda lösen. Unterbrochen wird die gut konstruierte Handlung von Rückblenden, die Einblicke in die Zeit kurz vor Matildas Verschwinden geben und die Spannung zusätzlich erhöhen.
Auch wenn Janosch aufgrund des Todes seines Vaters und dass es sich um Matilda um seine Jugendliebe handelte persönlich in den Fall verstrickt ist, leidet darunter nicht die Glaubwürdigkeit der Krimihandlung. Insgesamt zeichnet sich der Krimi durch gut gezeichnete und überzeugende Charaktere aus.
Besonders gut gelungen ist die atmosphärische düstere Beschreibung des Moores und das Schweigen der Dorfbewohner, das sich wie ein dickes Tuch über das Dorf legt.
Einzig der Handlungsstrang um Janosch und die Tochter um Dianas Tochter war mir etwas zu oberflächlich.

Alles in allem ist "Totes Moor" ein solider Krimi der durch seine Atmosphäre und seinen unaufgeregten und bildlichen Schreibstil besticht und Lust auf weitere Fälle mit Janosch Janssen macht, einem sympathischen Ermittler, der endlich mal ohne Alkohol- oder Drogenprobleme auskommt und kein schlecht gelaunter Misanthrop ist.

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Veröffentlicht am 21.01.2023

Spannung im Grenzgebiet

Grenzfall - In der Stille des Waldes
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In "Grenzfall - In der Stille des Waldes" von Anna Schneider werden zwei interessante Fälle auf spannende und atmosphärische Art und Weise erzählt.

Leicht gruselig beginnt der Krimi mit einem Fund auf ...

In "Grenzfall - In der Stille des Waldes" von Anna Schneider werden zwei interessante Fälle auf spannende und atmosphärische Art und Weise erzählt.

Leicht gruselig beginnt der Krimi mit einem Fund auf einer Baustelle von präparierten Dachsen, in denen sich Babykleidung und eine Rassel befindet. Die präparierten Tiere scheinen mit dem Verschwinden von einem Vater und seinem Sohn zutun haben und Bernhard Kramer fängt an zu ermitteln. Seine Tochter Alexa erholt sich gerade von einer Schussverletzung an der Schulter, als ein alter Kollege und heimliche Liebe vor der Türe steht und er ihre Hilfe in einem anscheinend geklärten Mordfall an einer jungen Frau, in dem beide gemeinsam ermittelt haben, braucht. Es gibt nämliche Hinweise, dass damals jemand fälschlicherweise des Mordes verdächtigt und angeklagt wurde.

Unterbrochen von anfangs mysteriösen Kapiteln, die mit ER- und Sie bezeichnet werden und die für zusätzliche Spannung sorgen, folgt man gebannt wie beide Vater und Tochter unabhängig voneinander ermitteln, wobei der Fall um Kramer dabei mir etwas besser gefallen hat als der um Alexa. Auch fande ich etwas schade, dass beide Fälle nichts miteinander zutun hatten und Vater und Tochter nur im großen Finale gegen Ende des Buch aufeinandertreffen. Die Weiterentwicklung ihrer Vater-und-Tochter-Beziehung bleibt so etwas stecken. Aufgrunddessen, dass beide Fälle an sich alleine für einen lesenswerten und Krimi gereicht hätten, geht manches auch etwas schnell oder wird nur oberflächlich behandelt.

Nichtsdestotrotz konnte der Kriminalroman mich gut unterhalten. Besonders die gute Charakterzeichnung und der detaillierte und atmosphärische Schreibstil sorgen für fesselnde Lesestunden. Man sieht die Alpenregion förmlich vor den Augen.

Der Cliffhanger am Ende sorgt zudem dafür, dass man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Insgesamt ein solider Krimi mit zwei spannend erzählten Fällen.

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Veröffentlicht am 21.01.2023

Fesselnde Familientragödie in Fjällbacka

Kuckuckskinder (Ein Falck-Hedström-Krimi 11)
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Erica Falck und ihr Mann Patrik Hedström sind zurück und Patrik wird gleich mit zwei brutalen Fällen konfrontiert. Als erstes wird ein bekannter Fotograf kurz vor Eröffnung seiner neuen Ausstellung in ...

Erica Falck und ihr Mann Patrik Hedström sind zurück und Patrik wird gleich mit zwei brutalen Fällen konfrontiert. Als erstes wird ein bekannter Fotograf kurz vor Eröffnung seiner neuen Ausstellung in seinem Showroom ermordet aufgefunden und kurze Zeit später werden mehrere Familienmitglieder von Henning Bauer, einem bekannten Schriftsteller und Kandidaten für den Nobelpreis, in deren Schlafzimmer erschossen. Zunächst tappen die Ermittler rund um Patrik im Dunklen.
Zeitgleich recherchiert Erica was hinter dem Mord an Lola, einer Transfrau, in den 80er-Jahren in Stockholm stecken könnte. Bei ihrer Recherche stößt sie dabei auf Parallelen zum jetzigen Fall rund um Henning Bauer.

Trotz eines eher gemächlichen Anfangs, entwickelt "Kuckuckskinder" schnell eine Sogwirkung und baut nach und nach an Spannung auf. Durch wechselnde Perspektiven und kurze Absätze wird hierbei das Lesetempo und der Spannungsbogen hochgehalten, auch wenn zu Beginn der häufige Perspektivenwechsel leicht verwirrend sein kann.
Eingestreut sind auch Kapitel aus der Vergangenheit rund um Lola, die nebenbei auch ein Bild der Transszene von Stockholm in den 80er-Jahren vermitteln.
Für etwas Auflockerung von der düsteren Krimihandlung sorgen Einblicke in das private Leben von Erica und Patrik, wodurch die beiden als Charakter nahezu greifbar werden. Der Autorin gelingt es dabei, dass die privaten Teile und die Ermittlungsteile sich gut die Waage halten.
Umfassend und glaubwürdig gezeichnete Charaktere sowie ein bildreicher und angenehm zu lesender Schreibstil sorgen für einen atmosphärischen Krimi, der mit einem spannenden Finale und einer wendungsreichen Handlung aufwarten kann.

Auch in ihrem elften Fall können Erica und Patrik überzeugen. Der Kriminalroman "Kuckuckskinder" wartet mit einen fesselnden und teils auch aktuellen Krimihandlung auf, die nicht nur Fans der Reihe begeistern kann.

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Veröffentlicht am 11.01.2023

Eine gut erzählte Familiengeschichte, der etwas mehr Emotionalität gutgetan hätte

Saubere Zeiten
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In dem melancholisch angehauchten Roman "Saubere Zeiten" von Andreas Wunn ist der Titel Programm, denn in der Familie Auber ist nicht alles so sauber, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Als Jakobs ...

In dem melancholisch angehauchten Roman "Saubere Zeiten" von Andreas Wunn ist der Titel Programm, denn in der Familie Auber ist nicht alles so sauber, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Als Jakobs Vater Hans nach einem erlittenen Schlaganfall im Sterben liegt, reist Jakob von Berlin nach Trier. In dem Haus seines Vaters findet sich Jakob mit Tonbandaufnahmen seines Vaters und Tagebucheinträgen seines Großvaters Theodor Auber konfrontiert, die ihm ein bis dahin unbekanntes Kapitel der eigenen Familiengeschichte offenbaren. Während er die Tonbandaufnahmen sich anhört und die Tagebucheinträge seines Großvaters liest, erfährt er mehr über die Kindheit seines Vaters und dem Aufstieg und Fall seines Großvaters, dem das bekannte Waschmittel Auber gehörte und durch dieses zu Reichtum gelangte, bis er dieses jedoch durch Fehlinvestitionen verlor. In den Erinnerungen taucht auch der Name Bella auf und Jakob begibt sich auf der Suche nach ihr, eine Suche, die ihn bis nach Brasilien führt.

Wechselnd zwischen Vergangenheit und Gegenwart folgt man gebannt den drei Männern der Familie Auber und stößt dabei auf ein wiederkehrendes Muster, eine fehlende emotionale Nähe und das Verdrängen bzw. Schweigen über Familienangelegenheiten, die die jeweiligen Vater-Sohn-Verhältnisse prägten. Besonders die fehlende Emotionalität spiegelt sich auch im Schreibstil des Autors wieder. Zwar liest sich der Roman flüssig dank der kurzen Sätze und des eindringlichen Schreibstils, aber eine emotionale Nähe lässt sich trotz guter Charakterzeichnung nicht zu den handelnden Personen aufbauen. Dadurch verliert die Geschichte etwas an Schlagkraft, was etwas schade ist, denn es handelt sich um eine lesenswerte und gut konstruierte Familiengeschichte, die so wirklich hätte sich ereignen können.

Der Roman erzählt aber nicht nur eine spannend erzählte Familiengeschichte, sondern auch eine Reise Jakobs zu sich selbst. Im Verlaufe seiner Recherche reflektiert Jakob seine eigenen Beziehungen und Gefühle und erfährt so einiges über sich selbst, versinnbildlicht wird diese durch Erinnerungen an seine Kindheit, an seine gescheiterte Ehe und an Momente mit seinem Sohn.

"Saubere Zeiten" ist insgesamt ein gut erzähltes Familienporträt über verschiedene Generationen, über die Folgen des Schweigens und dass sich Vater und Sohn manchmal näher und ähnlicher sind, als man zunächst denkt. Einzig ein emotionaler Schreibstil hätte der Geschichte gutgetan, so verbleibt diese teilweise doch etwas oberflächlich.

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