Wer braucht schon Bridgerton wenn es das Lilienpalais gibt
Eine fast perfekte DebütantinIm Vorfeld war ich sehr skeptisch, was dieses Buch anging, denn Bridgerton war so überhaupt nicht meins, zumindest in Hörbuch-Form. Da aber Laila El Omari und vor allen Dingen Monika Pfundmeier, zwei sehr ...
Im Vorfeld war ich sehr skeptisch, was dieses Buch anging, denn Bridgerton war so überhaupt nicht meins, zumindest in Hörbuch-Form. Da aber Laila El Omari und vor allen Dingen Monika Pfundmeier, zwei sehr geschätzte Autorinnen meinerseits, an diesem Projekt beteiligt sind, habe ich diesem Buch eine Chance gegeben und ich wurde nicht enttäuscht.
Das Buch spielt im Jahr 1827 in München, Johanna von Seybach zieht in das Lilienpalais ihres Onkels ein, da ihre Eltern auf Missionsreis in Afrika gehen. Für Johanna ändert sich einiges, da das Leben in München wesentlich mehr Regeln unterworfen ist als in Königsberg (Preußen).
Aber ihre Cousine Isabella und ihr Cousin Maximilian machen ihr das Einleben in München leichter. In Kürze soll Johanna auch in die Gesellschaft eingeführt werden und so jagt eine Einladung die nächste, denn jeder will Johanna kennenlernen.
Der Roman wird chronologisch aus der Sicht von Johanna und Alexander, Maximilians Freund, erzählt. Ja, es ist in erste Linie eine Liebesgeschichte. Sie wirkt aber keineswegs platt, sodass ich mich damit recht gut arrangieren konnte. Ich mag leider kitschige Geschichten nicht und war froh, dass es hier doch ein wenig anders läuft. Zwar ist das Buch sehr gefühlvoll und es beschäftigt sich viel mit dem „Innenleben“ von Johanna, aber es produziert doch einen Mehrwert. Johanna ist nicht die naive Tochter, die einfach nur eine gute Partie machen will, sie hinterfragt Dinge und rebelliert auch gegen das eine oder andere, was ihr nicht logisch erscheint. Meine Lieblingsszene war die Episode mit dem selbstgebackenen Kuchen. Meine Lieblingsfigur ist Nanette und ich bin sehr gespannt, was sie verbirgt und ob Johanna ihr wirklich schon einmal begegnet ist.
Der Schreibstil der Autorinnen ist sehr angenehm zu lesen, es sind keine Brüche oder ähnliches erkennbar, somit haben die Autorinnen hier gute Arbeit geleistet. Die Sprache ist sehr opulent und blumig und somit dem Setting angepasst. Zudem hat der Roman ein sehr gutes Tempo, sodass es nicht langweilig wird.
Der Roman wird ergänzt durch einen Stammbaum der Familie von Seybach, einem Personenverzeichnis, einem Nachwort, welches noch einmal den historischen Rahmen einordnet und einen Ausblick auf den zweiten Teil. Im zweiten Teil, welcher im Februar 2023 erscheint, geht es dann um Maximilian und Louisa, das Dienstmädchen des Hauses Seybach.