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Veröffentlicht am 24.02.2023

Brauchtum der Rauhnächte

Rauhnächte. Märchen für Erwachsene
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Cover:
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Das Titelbild ist wunderschön mit den Nordlichtern im Winterwald. Es wirkt mystisch und passend für das Thema.

Inhalt:
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"Nun lade ich Sie ein, auf diese Reise ...

Cover:
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Das Titelbild ist wunderschön mit den Nordlichtern im Winterwald. Es wirkt mystisch und passend für das Thema.

Inhalt:
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"Nun lade ich Sie ein, auf diese Reise in die Zeit, in der das Wünschen hilft. Die Geschichten und zahlenkabbalistischen Erläuterungen, die Tipps für Rituale und manch schrullige Brauchtumsschilderung in diesem Buch mögen Ihnen als anregende Reisebegleiterinnen dienen." (S. 11)
Die Zeit zwischen Weihnachten und den Heiligen Drei Königen (Epiphanie) wird als "Rauhnächte" bezeichnet. Insgesamt gibt es 12 davon und jede Nacht steht symbolisch für einen Monat des Jahres. Was in dieser Nacht geschieht, ist Vorzeichen für den Verlauf des entsprechenden Monats. Die Autorin hat zu jeder Rauhnacht ein oder zwei Märchen geschrieben und anschließend geht sie darauf ein, welche Bedeutung die jeweilige Raunacht hat und auch welche Traditionen und Bräuche damit verknüpft sind.

Mein Eindruck:
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Ich habe mich bisher mit dem Thema Rauhnächte noch nicht befasst, war aber neugierig auf das Thema Märchen insbesondere für Erwachsene und auch Brauchtumsgeschichte interessiert mich generell sehr.
Die Idee, ein Märchen für jeden Monat zu verfassen und anschließend zu erläutern, gefiel mir prinzipiell sehr gut. Insgesamt hat mir jedoch der Stil des Buches sehr zu schaffen gemacht. Zum einen erschloss sich der Sinn mancher Märchen für mich nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich gewöhnt bin, eine eindeutige Botschaft vermittelt zu bekommen, und die fehlte mir hier. Auch wurde nur in manchen Kapiteln auf das Märchen später noch genauer eingegangen. Meistens erfolgte ein Bruch und die Autorin breitete ihre Sachinformation zur Entstehung der Bräuche aus. Dabei kam sie häufig vom Hölzchen aufs Stöckchen und es fiel mir schwer, ihr zu folgen. Dafür muss man schon sehr konzentriert lesen. Sehr spannend fand ich ihre Ausführungen bezüglich des Zusammenhangs mit christlichen Feiertagen, auch wenn ich leider einen Fehler entdecken musste.
Durch die Fülle an Informationen und dem ausschweifenden Stil war das Buch recht zähflüssig zu lesen. Es wäre besser gewesen, die Information etwas prägnanter oder in kurzen Info-Kästen darzustellen. Auch mit der Darlegung der Numerologie konnte ich wenig anfangen, für mich ist diese so aussagekräftig wie Horoskope. Aber gut, den Teil kann man bei Bedarf auch überspringen.
Es waren sehr schöne meditative Märchen dabei, aber auch welche, die sich mir nicht erschlossen und die Informationen hätten besser auf den Punkt gebracht werden können, es wirkte alles etwas unausgereift.

Fazit:
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Informative Mischung aus Märchen und Brauchtumsgeschichte - leider manchmal ausschweifend und schwierig zu erfassen

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.02.2023

Gauner gegen Gauner im Urlaubsparadies

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1)
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Gestaltung:
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Das Titelbild deutet sehr auf einen Cosy Crime hin. Die Hand in den Farben der französischen Flagge, darauf die Silhouette eines Mannes, im Hintergrund die Côte d’Azur. Die ...

Gestaltung:
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Das Titelbild deutet sehr auf einen Cosy Crime hin. Die Hand in den Farben der französischen Flagge, darauf die Silhouette eines Mannes, im Hintergrund die Côte d’Azur. Die Farben Frankreichs spiegeln sich auch beim Hardcover wieder, das mit gleich zwei Lesebändchen (ein rotes und ein blaues) daherkommt. Optisch schon sehr wertig und nett gestaltet.

Inhalt:
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Guillaume Lipaire ist ursprünglich Deutscher und hieß Wilhelm Liebherr, bevor er vor vielen Jahren mit seiner damaligen Frau nach Frankreich an die Côte d’Azur zog. Mittlerweile ist er alleinstehend und verdient sich seinen Lebensunterhalt damit, die Immobilien samt Inventar der Reichen und Schönen zu verwalten. Zusätzlich hat er noch einen illegalen Zusatzerwerb, indem der die zeitweilig leer stehenden Häuser untervermietet, ohne das Wissen der Besitzer.
Bei einer Endreinigung stößt er mit seinem Freund Karim im Haus einer Adelsfamilie auf eine Leiche. Sie wittern die Möglichkeit, durch Erpressung an das große Geld zu kommen. Doch erst mal die Leiche loszuwerden und herauszufinden, worum es eigentlich geht, erweist sich als gar nicht so einfach und im Laufe der Zeit schließen sich ihnen weitere Mitwisser an: Eisverkäuferin und Tochter des Bürgermeisters Jaqueline, Ex-Soldat Paul, Delphine, die jedes Handy knackt und die Seniorin Lizzy mit ihrem Pudel. Gemeinsam nennen sie sich "Die Unverbesserlichen" und spielen dabei ein Katz- und Mausspiel mit dem Gegner.

Mein Eindruck:
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Ich hatte zuvor noch kein Buch des Autorenduos gelesen und die Beschreibung klang sehr spannend. Das reale Setting in dem malerischen Städtchen Port Grimaud ist gut gewählt und man erfährt nebenbei so einiges über die Region. Die Geschichte beginnt spannend mit dem Leichenfund, wird aber zwischendurch sehr in die Länge gezogen. An einigen Stellen waren die Dialoge sehr amüsant und der Versuch, die Leiche zu verstecken bzw. zu entsorgen, erinnerte mich an Filme wie "Immer Ärger mit Harry". Ab der Mitte des Romans nimmt dann das Rätselraten um den Schatz und die gegenseitige Jagd der Unverbesserlichen und der Adelsfamilie der Vicomtes mehr Raum ein und es wird etwas actionreicher.

Anfangs sind die sechs Unverbesserlichen nur ein Haufen zufällig zusammengekommener Menschen, die eher auf der Schattenseite des Lebens stehen und augenscheinlich nicht viel gemeinsam haben, als finanziell gerade so über die Runden zu kommen und die lieber ein besseres Leben führen würden. Mit der Zeit wächst die Gruppe aber zusammen und es gefiel mir, wie sie sich bis zum Ende zusammenraufen.

Insgesamt hätte man die Handlung deutlich straffer erzählen können. Oftmals plätscherte sie vor sich hin und es kam mir zu häufig vor, dass Karim das Mädchen Jaqueline anhimmelt oder bei Guillaume betont wird, dass er immer noch sauer auf Paul ist aus Gründen, die in der Vergangenheit liegen. Das wiederholte sich einfach zu häufig und nervte mich. Der Roman ist stellenweise schon sehr klamaukig und die Charaktere überspitzt dargestellt. Das Ende ist zwar abgeschlossen, lässt aber Fragen für einen weiteren Teil offen. Ich bin mir unsicher, ob ich der Reihe noch eine Chance geben soll. Zeitweise war ich gut unterhalten, zeitweise gelangweilt. Daher liegt mein Urteil bei mittelmäßig.

Fazit:
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Sehr klamaukige Gaunerkomödie mit Urlaubsfeeling und wenig Spannung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2023

Musen, Schmetterlinge und ihre Bedeutung für die Menschen

Von Musen und Schmetterlingen
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Cover:
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Das Titelbild ist wunderschön und verführt den Leser gleich zum Träumen. Es lockte mich an mit seinen bunten Farben und macht einen definitiv neugierig.

Inhalt:
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"Alles, ...

Cover:
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Das Titelbild ist wunderschön und verführt den Leser gleich zum Träumen. Es lockte mich an mit seinen bunten Farben und macht einen definitiv neugierig.

Inhalt:
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"Alles, was du im Moment zu wissen brauchst, ist, dass für „Inspizieren & Inspirieren“ steht, denn genau das ist das Grundrezept unseres Jobs. Wir sind die Schutzgöttinnen der Künste, Inspirationsquellen für Dichter und Denker – Musen, wie sie im Buche stehen! (Das Geschäft der Kreativität hat sich in den letzten Jahrhunderten ein klein wenig verändert, also nicht wundern, wenn unsere Routine nicht mehr ganz auf mythologischen Begebenheiten beruht. Die Digitalisierung hat auch uns voll erwischt). Und falls du noch nicht von selbst drauf gekommen bist: Ich bin Milly. Hi, freut mich dich kennenzulernen!"

Die Muse Milly arbeitet für die GmbH. Als sie zusammen mit ihren Kollegen zufällig ein kleines, krankes Mädchen namens Honig sieht, deren Vater mitten in der Geschichte abbricht, wird sie ausgesendet zusammen mit dem Schmetterling Zuzu, um die Geschichte und somit das Leben von Honig zu retten.
Doch ihre Reise ist nicht ungefährlich, denn die Musen haben sich einige Feinde gemacht ...

Mein Eindruck:
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"Was dir bevorsteht, wird nicht einfach sein. Es ist etwas in Honigs Körper, etwas Gemeines, das sich unaufhaltsam bis zum Herzen schleicht. Das Ende der Geschichte, nur darin steckt der Schlüssel zur Rettung ihres Lebens. Das verspreche ich dir. Der Vater, er ... es wird einiges kosten, ihn zu inspirieren. Aber du musst es schaffen. Du musst, hörst du? Es wird ihr Leben retten."

Mir hat der Schreibstil zu Beginn sehr gut gefallen. Milly redet direkt mit dem Leser und spricht ihn mit "Du" an, dadurch fühlt man sich mitten im Abenteuer. Milly ist etwas überheblich und frech, aber sie hat auch ein gutes Herz und nimmt ihren Job sehr ernst. Ich mochte sie sehr gerne.
Der Autor hatte hier eine sehr gute Grundidee für eine fantasievolle Geschichte, die sehr spannungsvoll erzählt werden könnte. Außerdem werden hier viele interessante, manchmal fast philosophisch anmutende Ideen zum Thema Literatur, Musen und Schriftstellerei verarbeitet, wie z. B. den inneren Schweinehund, das Phänomen der Prokrastination und noch mehr. Teilweise hat es mich zum Schmunzeln gebracht, teilweise hat es die Geschichte aber auch künstlich in die Länge gezogen, sodass die eigentliche Geschichte um Honig und ihren Vater in den Hintergrund trat und sich Spannung an vielen Stellen nicht eingestellt hat. Das Buch zog sich teilweise wie Kaugummi, weil der rote Faden verloren ging und einige Handlungsstränge verwirrten mich. Das Ende hat mich leider auch etwas unbefriedigt zurückgelassen.

Fazit:
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Viele interessante Ideen aus dem Bereich der Schriftstellerei - leider ausschweifend und wenig spannungsreich erzählt

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2022

Reisen zwischen den Zeiten

Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit
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Cover:
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Das Titelbild ist wunderschön mit dem grünen Leuchtturm vor dunkelblauem Untergrund und dem Poststempel. Es passt gut und hat mich direkt neugierig gemacht.

Inhalt:
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London ...

Cover:
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Das Titelbild ist wunderschön mit dem grünen Leuchtturm vor dunkelblauem Untergrund und dem Poststempel. Es passt gut und hat mich direkt neugierig gemacht.

Inhalt:
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London im Jahre 1898: Ein Mann steigt an der Haltestelle Gare du Roi in Londres aus einem Zug und hat keinerlei Erinnerung daran, wer er ist und wie er dorthin gekommen ist. Er weiß noch seinen Namen: Joe Tournier, aber wo er wohnt und weshalb London bzw. ganz England französisch ist, daran kann er sich nicht genau erinnern. Er wird zunächst in eine Psychiatrie eingewiesen, eine Epilepsie mit Gedächtnisverlust diagnostiziert und seine angebliche Familie wird ausfindig gemacht. Doch seine Erinnerungslücken schließen sich nicht und er merkt, dass es andere mit ähnlichen Symptomen gibt. Dann bekommt er eine Postkarte vom Leuchtturm auf der Insel Eilean Mor mit den Worten "Liebster Joe, komm nach Hause, wenn du dich erinnerst. M.". Datiert ist sie 90 Jahre zuvor, als es den Leuchtturm eigentlich noch gar nicht gab. Als sich die Chance ergibt, dort zu arbeiten, weil alle drei Leuchtturmwärter verschwunden sind, macht Joe sich auf die Suche nach seiner Vergangenheit.

Mein Eindruck:
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Die Beschreibung und der Anfang des Buches hatten mich sehr neugierig gemacht. Das klang nach einer sehr spannenden und geheimnisvollen Story. Gut gefiel mir auch der Stil der Autorin, der sehr detailreich und atmosphärisch alles beschreibt. Man konnte sich sehr gut in die verschiedenen Zeiten hinein versetzen. Als es anfangs um die drei verschwunden Leuchtturmwärter von Eilean Mor ging, hatte ich kurzzeitig ein Dejá-vu-Erlebnis, da ich vor ein paar Monaten noch einen anderen Roman über dieses historische Ereignis mit seinen Geheimnissen gelesen hatte. Doch die Handlung wendet sich schnell in eine andere Richtung und dieses Ereignis tritt in den Hintergrund, wenngleich man nach dem Roman seine eigenen neuen Theorien aufstellen kann, wie und wohin die Wärter verschwunden sind.

Man sollte diesen Roman sehr aufmerksam lesen, denn die Geschichte wird nicht chronologisch erzählt, sondern es werden oft Geschichten in Geschichten verpackt, d. h. in einer teilweise komplexen und verschachtelten Weise offenbaren sich nach und nach weitere Details. Es ist ein bisschen wie eine Zwiebel zu schälen, bei der man Schale für Schale zum Kern vordringt.
Durch diese detaillierte Erzählweise erlebt man jedoch auch Kriegsgeschehen hautnah mit und einige Szenen sind nichts für zarte Gemüter. Die Verwundungen und Qualen, die sich die Menschen in den Schlachten oder durch persönliche Kämpfe und Folter zufügen, sind sehr brutal. Hier hätte ich mir oft gewünscht, die Handlung wäre gestrafft worden und habe einige Szenen schneller gelesen. Ganz überspringen ging nicht, da man nie sicher sein konnte, ansonsten wichtige Details für die Auflösung zu übersehen.
Mit Joe habe ich zwar mitgerätselt, aber richtig mitgefühlt habe ich nicht. Für mich blieb der Charakter unnahbar und das galt auch für die anderen Charaktere. Das Rätsel um M. und Joes tatsächlicher Vergangenheit sowie die Rolle des Leuchtturms hat mich gefesselt und war für mich schlüssig aufgelöst. Allerdings hat mich dann das Ende des letzten Kapitels wieder etwas verwirrt zurückgelassen. Hier bekam ich synapsentechnisch die (Zeit-)Logik nicht mehr aufgelöst. Hätte das Buch ein halbes Kapitel vorher geendet, wäre alles gut gewesen, aber so?
Ich vergebe drei Sterne, da mich die Atmosphäre und das Rätsel um Joe gefesselt haben, aber die Detailtiefe der Kriege das Ganze zu sehr in die Länge zogen und mich das Finale nicht ganz überzeugen konnte.

Fazit:
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Komplex strukturierter Zeitreiseroman mit teilweise zu detailreichen und brutalen Szenen und einem nicht ganz überzeugendem Ende

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2022

Mord auf Spiekeroog - Mia Magaloffs 7. Fall

Mördermuschel
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Cover:
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Das Cover ist wunderschön mit der plastisch dargestellten Muschel und den Rosen darin. Es stellt sich sofort Urlaubsgefühl gepaart mit Neugierde ein.

Inhalt:
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Mia ...

Cover:
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Das Cover ist wunderschön mit der plastisch dargestellten Muschel und den Rosen darin. Es stellt sich sofort Urlaubsgefühl gepaart mit Neugierde ein.

Inhalt:
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Mia Magaloff fährt nach Spiekeroog, um dort mit ihrem neuen Freund Lian probeweise zusammenzuziehen. Doch kaum angekommen, hat dieser kaum Zeit für sie, da er sich um eine wichtige Familienangelegenheit kümmern muss. Wenig später findet sie zufällig am Strand einen abgehackten Fuß und ab da kommt sie nicht mehr zur Ruhe.

Mein Eindruck:
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"Nein, sie hatte nicht leiden müssen. Ich foltere nicht. Im Gegenteil. Ich schenke meinen Opfern etwas. Die Freiheit im Meer. " (S. 13)

Für mich war es der erste Fall der Autorin und somit auch der erste von Mia. Da ich selbst vor Kurzem in der Nähe von Spiekeroog in Urlaub war, war ich sehr neugierig auf diesen Krimi und die Handlung klang spannend. Obwohl der Roman Teil einer Reihe ist, ist er in sich abgeschlossen und kann gut für sich gelesen werden. Allerdings hatte ich von Anfang an Mühe, die Beziehung zwischen Mia und Lian zu greifen. Sie blieben immer sehr distanziert für mich, Gefühle zwischen den beiden erschlossen sich mir nicht. Auch die anderen Charaktere der Insel waren für mich ziemlich simple dargestellt. Es gab keine Person, mit der ich mitgefühlt und mitgelitten habe.

Der Fall beginnt sehr spannend, da der Leser Einblick in die Perspektive des Mörders bekommt und diese Perspektive ab und zu in die Handlung integriert ist. Zudem ist anfangs nicht klar, ob und in welchem Maße es einen Zusammenhang zwischen Lian und seinen Familienproblemen und dem Mörder gibt. Dieser Sachverhalt wird aber etwa ab der Mitte der Handlung deutlich.
Obwohl am Ende noch eine kleine Überraschung wartete, fehlte es mir beim Lesen für einen Cozy Crime am Miträtselfaktor. Es war nicht eine Schnitzeljagd zum Täter, sondern vielmehr ein Wirrwarr und Chaos von vielen aufeinanderfolgenden Action-Szenen. Man war beim Lesen stets auf der Hut, wer es gerade wohl auf wen abgesehen hat. Das gab dem Roman zwar Tempo, aber mir persönlich war es zu unglaubwürdig und zu viel des Guten. In einem Film hätte ich vor lauter Gerangel wohl schnell abgeschaltet. Zum Titel gibt es eine Szene im Buch, die jedoch nur lose mit der Gesamthandlung zu tun hatte. Meines Erachtens passte sie nicht zum Gesamtkonzept.
Die Autorin hat versucht, das Thema Kindesmissbrauch und Gefühle der Opfer in diesem Krimi einzubeziehen. Ich finde gut, dass dabei auf Trigger zugunsten Andeutungen verzichtet wurde. Dennoch empfand ich die Gefühle und Handlungsmotive teilweise nicht nachvollziehbar. Ich kann es schwer beschreiben, aber ich schaffte es nicht gänzlich in die Gefühle, die Handlungen und die Geschichte insgesamt einzutauchen. Es blieb alles relativ oberflächlich und distanziert. Daher kann ich leider nur 3 Sterne vergeben.

Fazit:
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Temporeicher Insel-Krimi auf Spiekeroog, dem es teilweise an greifbaren Gefühlen, authentischen Charakteren und nachvollziehbaren Motiven mangelt

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