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Veröffentlicht am 23.02.2023

Kommt langsam, aber heftig

Verschwunden
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Ein kleiner Junge ist mit seinen Eltern im Urlaub, einige Tage vor der Rückreise gibt es im Ferienort ein Fest. Ein kleiner Augenblick reicht aus und das Kind ist verschwunden, einfach weg, gesehen hat ...

Ein kleiner Junge ist mit seinen Eltern im Urlaub, einige Tage vor der Rückreise gibt es im Ferienort ein Fest. Ein kleiner Augenblick reicht aus und das Kind ist verschwunden, einfach weg, gesehen hat niemand was. Die Eltern wenden sich an Donato Neri, der mit dieser Aufgabe total überfordert ist, als der Junge plötzlich wieder auftaucht. Äußerlich auf den ersten Blick unverletzt, offenbart sich plötzlich eine schreckliche Tat.

Als am Anfang der kleine Junge verschwand, befürchtete ich die übliche Geschichte und wollte bereits die Augen verdrehen, als die Story überraschend eine andere Wendung nahm. Zuerst wechselte das Geschehen komplett die Richtung, sodass mir unklar war, worauf das Ganze hinauslaufen könnte. Als dann irgendwann ersichtlich war, welchem Thema die Autorin sich hier gewidmet hat, war ich mehr als perplex. Auch diese Thematik ist zwar nicht neu, aber durch die vielen verschiedenen Erzählstränge und unterschiedliche Richtungen ergab sich eine interessante Konstellation. Die Personen waren faszinierend bis skurril, mir gefiel die Mischung sehr, und auch Donato Neri machte seinem Wesen wieder alle Ehre. Die ersten zwei Drittel würde ich dennoch eher als Spannungsroman bezeichnen, wobei die Spannung im letzten Teil förmlich explodierte, die Ereignisse überschlugen sich und ich konnte kaum glauben, was ich da las. Dieses Drittel verdient den Namen Thriller, wobei die Autorin es auch hier geschafft hat, das ein oder andere Augenzwinkern einzubauen, so crazy wurde die Handlung.

Wie immer spielt auch in diesem Buch der Zufall eine große Rolle, läuft vieles schief und einiges anders, als gewünscht. Unvorhersehbar und überraschend war die Geschichte, hat mir amüsante und spannende Lesestunden beschert, mich aber auch gruseln, empören und manchmal auch ekeln lassen. Besonders das Leid der Tiere fand ich schwer zu ertragen, ich muss gestehen, dass diese, wenn auch seltenen und kurzen Sequenzen für mich fast schon grenzwertig waren. Dieser Umstand ist aber mein einziger Kritikpunkt, denn ansonsten war das Buch klasse. Einen großen Genuss zog ich übrigens aus dem Umstand, dass ich mir den Klappentext nicht genau durchgelesen habe, sodass ich jungfräulich in das Buch eingetaucht bin. Dies kann ich wärmstens empfehlen, genauso wie das Buch. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 17.02.2023

Psychologische Spannung aus Island

Verschwiegen
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Die Polizistin Elma kehrt aus Reykjavik in ihre Heimatstadt Akranes zurück und arbeitet bald an einem Mordfall. Eine unbekannte Tote wurde aufgefunden, die als Kind in Akranes gewohnt hat, aber bereits ...

Die Polizistin Elma kehrt aus Reykjavik in ihre Heimatstadt Akranes zurück und arbeitet bald an einem Mordfall. Eine unbekannte Tote wurde aufgefunden, die als Kind in Akranes gewohnt hat, aber bereits seit vielen Jahren nicht mehr in der Kleinstadt war. Nach und nach verdichten sich die Indizien, dass ihr Tod mit einem Ereignis aus der Kindheit zusammenhängt, aber welches das ist, lässt sich leider nicht so einfach herausfinden, denn die damals beteiligten Personen haben selbst eigene Geheimnisse.

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Buchreihe, die in Island spielt, und ich bin bereits jetzt ein großer Fan. Es ist ein sehr zurückhaltender Krimi, der ganz ohne große Schockmomente auskommt, die menschlichen Abgründe spielen hier eine nicht unerhebliche Rolle. Geheimnisse, Versteckspiele, Heimlichkeiten und Lügen, eine Mischung die ich unwiderstehlich finde, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Der Fall selbst reichte weit in die Vergangenheit, wodurch die Ermittlung sich manchmal etwas zäh gestaltete, was ich aber nicht uninteressant fand. Im Gegenteil war ich fasziniert davon, wie sich nach und nach eine Geschichte vor mir entfaltete, deren Teile erst spät ein Ganzes ergaben. Hier ein Hinweis, da ein Tipp, langsam wurde mir klar, was passiert ist und warum. Anfangs hatte ich zwar einige Probleme mit den ungewohnten Namen sowie den Sprüngen zwischen den vielen Personen, aber im Laufe des Buches legte sich das, als ich die meisten Beteiligten zuordnen konnte. Die Auflösung war schmerzhaft und schlüssig, mir gefiel sehr, dass zum Ende hin die meisten Fragen beantwortet wurden, wenn auch einiges im Unklaren blieb. Ob dies im nächsten Teil aufgelöst wird, wird sich zeigen. Ich jedenfalls freue mich bereits sehr auf die Fortsetzung, die für Anfang September angekündigt wurde. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es von mir.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Toller Reihenauftakt

Tod in der Schorfheide
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Ein Mann wird bestialisch ermordet, er verbrennt bei lebendigem Leib. Kriminalhauptkommissarin Carla Stach und ihr Team sind erschüttert über so viel Hass. Am nächsten Tag wird eine junge Schülerin vermisst ...

Ein Mann wird bestialisch ermordet, er verbrennt bei lebendigem Leib. Kriminalhauptkommissarin Carla Stach und ihr Team sind erschüttert über so viel Hass. Am nächsten Tag wird eine junge Schülerin vermisst gemeldet, erste Hinweise führen zu dem Toten. Nun gilt es, herauszufinden, ob und wie die beiden so unterschiedlichen Fälle zusammenhängen. Es eilt, denn augenscheinlich muss zuerst der Mord aufgeklärt werden, um das Mädchen finden zu können. Da erfahren die Ermittler etwas, was ihren Blickwinkel ändert. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Vor einiger Zeit hatte ich den zweiten Teil der Reihe um Carla Stach und ihre Kollegen und Kolleginnen gelesen, der mir sehr gefallen hat. Bemängelt hatte ich damals lediglich meinen fehlenden Bezug zu den ermittelnden Personen, weil ich das Gefühl hatte, dass mir in dieser Hinsicht ein wenig Hintergrundwissen fehlt. Nun habe ich die Buchreihe zwar in der falschen Reihenfolge gelesen, aber was die Fälle angeht, ist dies tatsächlich egal, denn diese sind in sich abgeschlossen. Was die Beteiligten angeht, wurde meine Neugier aber nun befriedigt und alle meine Fragen beantwortet. Ich bin dankbar und erfreut über diese Möglichkeit, die ich dem Autor zu verdanken habe.

Der Fall selbst war brutal, die Ermittlung spannend, die ein oder andere Wendung überraschend und einfallsreich. Der Wechsel der Perspektive hat mir sehr gefallen, ich mag es, wenn es nicht nur bei einer Sicht der Dinge bleibt. Ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, zu keinem Zeitpunkt wurde es langweilig und auch die privaten Einblicke in das Leben der Ermittler fand ich fein dosiert und klug gewählt. Zum Ende hin war ich mir sicher, die Lösung erraten zu haben, musste aber feststellen, dass ich ganz schön an der Nase herumgeführt worden bin. Ein kluger Kriminalroman, der wunderbar das Lokalkolorit der Gegend widerspiegelt. Von mir gibt es fünf Sterne mit Sternchen und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.02.2023

Brutal und verstörend

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
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Als eine verstümmelte Männerleiche gefunden wird, finden die Ermittlerin Jagoda Milosevic und ihr Kollege Vincent Frey Hinweise dafür, dass der Tote kein netter Mensch gewesen ist, denn er hat Frauen sexuell ...

Als eine verstümmelte Männerleiche gefunden wird, finden die Ermittlerin Jagoda Milosevic und ihr Kollege Vincent Frey Hinweise dafür, dass der Tote kein netter Mensch gewesen ist, denn er hat Frauen sexuell missbraucht. Als kurze Zeit später ein weiteres Opfer auftaucht und sich herausstellt, dass dieser ein verurteilter Sexualstraftäter gewesen ist, bestätigt sich der Verdacht, dass es jemand auf solche Täter abgesehen hat.

Die beiden Autorinnen, die hinter dem Pseudonym Lea Adams stehen, haben hier den Spieß mal umgedreht und statt des üblichen weiblichen Opfers die Täter solcher Taten ermorden lassen. Dies war sehr spannend zu verfolgen, denn die Grenze zwischen Opfer und Täter verwischte, es war schwer, Mitleid zu empfinden mit solchen Bestien und für die ermittelnden Beamten war dies auch nicht ganz leicht. Die zu Beginn des Thrillers gesetzte Warnung, dass das Buch explizite Darstellung von körperlicher, seelischer sowie sexualisierter Gewalt enthält, möchte ich besonders hervorheben, für sensible LeserInnen ist diese Geschichte sicherlich nicht geeignet.

Die Ermittler haben mir gefallen, wobei Jagoda Milosevic, kurz Milo genannt, die Hauptperson in der Geschichte war. Von ihr und ihrem Privatleben erfuhr ich am meisten, ihre Persönlichkeit und ihr Charakter sprachen mich sehr an. Die Morde waren brutal, die Ermittlungen knifflig, das Zusammenspiel des Teams war stimmig und das Setting genial. Ich konnte die Atmosphäre förmlich spüren, die Beschreibung von Hamburg war passend und das regnerische Wetter optimal. Die Geschichten der Frauen, die immer wieder die laufende Story unterbrachen, waren erschütternd, beschämend, abstoßend und schwer zu ertragen. An vielen Stellen musste ich pausieren und mich sammeln, das war schon sehr hart. Ein ungewöhnlicher Thriller, der mir keine Zeit zum Luft holen gelassen und mir nervenaufreibende und spannende Lesestunden beschert hat. Gestört hat mich dabei lediglich die manchmal sehr derbe Sprache, bei diesem sensiblen Thema hätte ich mir oft eine andere Ausdrucksweise gewünscht. Aber das ist jammern auf hohem Niveau, denn ansonsten war dies ein Thriller, wie man ihn sich nur wünschen kann. Volle Punktzahl und eine Leseempfehlung gibt es dafür von mir.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Zusammen ist es viel schöner

Das Kätzchen und das Mäuselein – können beide Freunde sein | Lustiges Kinderbuch über Freundschaft | Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahre | Lustige Kindergeschichte Maus und Katze
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Die kleine Maus lebt im Haus der vierköpfigen Familie Haselbeck, als eine Katze ins Haus zieht, was natürlich viel Unruhe reinbringt ins Leben der kleinen Maus. Kurz bevor das Mäuschen verzweifelt, dreht ...

Die kleine Maus lebt im Haus der vierköpfigen Familie Haselbeck, als eine Katze ins Haus zieht, was natürlich viel Unruhe reinbringt ins Leben der kleinen Maus. Kurz bevor das Mäuschen verzweifelt, dreht sich das Kräfteverhältnis.

Dieses mit tollen Illustrationen versehene Büchlein ist nach Aussage des Verlages für Kinder zwischen drei und zehn Jahren geeignet, das angenehm abgerundete Hardcover liegt gut in der Hand und ist groß genug, damit ein Kind beim vorlesen mit ins Buch gucken kann. Das Lesebändchen ist bei dieser Länge zwar sinnlos, aber trotzdem etwas besonderes. Die Geschichte ist in Reimen gehalten, die einfach und dadurch sehr verständlich sind. Es wird zwar nicht erklärt, warum Katz und Maus verfeindet sind, aber deutlich gemacht, dass eine Freundschaft auch dann möglich ist, wenn man sich nicht von Anfang an mag. Hilfsbereitschaft ist das Zauberwort, und dass es schöner ist, nicht nachtragend zu sein. Gerne empfehle ich das Kinderbuch weiter.

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