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Veröffentlicht am 26.07.2018

Von da an ging es schnell

Das Feld
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„DAS FELD“ VON ROBERT SEETHALER
2. ZUM INHALT
In diesem Bestseller entwirft uns Robert Seethaler das Porträt einer kleinen Stadt und deren verstorbenen Bewohner. Paulstadt hat einen alten Friedhof, der ...

„DAS FELD“ VON ROBERT SEETHALER
2. ZUM INHALT
In diesem Bestseller entwirft uns Robert Seethaler das Porträt einer kleinen Stadt und deren verstorbenen Bewohner. Paulstadt hat einen alten Friedhof, der das Feld genannt wird. Jeden Tag kommt ein alter Mann und setzt sich immer auf die gleiche Bank. Er glaubt, die Toten sprechen zu hören.

Robert Seethaler macht die Stimme dieses alten Mannes, des auktorialen Erzählers, Einblick in das Schicksal von dreißig Menschen.

Was ist Leben? Was ist der Tod? Was ist Sterben? Was bleibt von einem Individuum übrig?

Der Erzähler, später erfahren wir, dass sein Name Harry Stevens ist, hört die Toten reden. Worüber sprechen sie?

Der Autor erzählt keine vollständigen Schicksale. Es handeln sich eher um einen Episodenroman, der uns Momentaufnahmen eines Lebens aufzeigt, die für diesen Menschen eine Bedeutung hatten.

Teilweise sind einige Leben miteinander verwoben. Einige hatten Erinnerungen mit dem Hotel „Schwarzer Bock“:


Louise Trattner erzählt von ihrer Arbeit in einer Absteige wie dem Schwarzen Bock.

Heribert Kraus und Heide Friedland erzählen uns, wer noch im Schwarzen Bock abgestiegen war.

Karl Jonas ging im schwarzen Bock zum Tanztee und fand eine Frau.

Immer wieder treffen wir auf Verflechtungen, zwischenmenschlichen Beziehungen.

Einige unserer „Protagonisten“ lieben einander, manche sind verwandt. Diese miteinander verknüpften Schicksale machen den Roman lebendig. Das Bild der kleinen Stadt vervollständigt sich. Wir erfahren private Dinge, die in der Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und heute stattfanden. So gesehen sind es auch Dokumente von Zeitzeugen.

5/5 Punkten

3. SPRACHLICHE GESTALTUNG
Das erste Kapitel „Stimmen“ ist aus der Perspektive von Harry Stevens geschrieben, die restlichen 29 Kapitel sind in der Ichform aus dem Blickwinkel der Toten geschrieben.

Robert Seethaler hat einen außergewöhnlichen Schreibstil. Er verpackt „Aphorismen“ in diesen Lebensepisoden und macht sie zu Lebensweisheiten. Ich zitiere:

„Erst war ich Mensch, jetzt bin ich Welt.“

Auf die Frage, was nach dem Sterben kommt, gibt Seethaler keine Antwort. Die Toten dürfen nicht darüber sprechen.

„Als Lebender über den Tod nachdenken. Als Toter vom Leben reden. Was soll das? Die einen verstehen vom anderen nichts. Es gibt Ahnungen. Und es gibt Erinnerungen. Beide können täuschen.“

Auch das letzte Kapitel handelt von Harry Stevens, der nicht nur erzählt, sondern auch den Rahmen bildet.

Hand halten oder reichen, spielt in einigen Episoden eine Rolle, nicht nur bei Hanna Heim, deren Hand verkrüppelt ist. Dieses Bild gefällt mir sehr gut und möchte ich gerne in meinen Gedanken behalten.

5/5 Punkten

4. ROBERT SEETHALER LIEST DEN BESTSELLER „DAS FELD“ SELBST
Ich liebe es, zu lesen und dabei dem ungekürzten und somit hoffentlich identischen Hörbuch zu lauschen. Hier gibt es die ungekürzte Autorenlesung aus dem

Das Hörbuch wurde am 4. Juni 2018 veröffentlicht. Es ist eine Multibox von 4 CDs mit der ISBN 978-3-86484-503-1 und bei Roof Music erschienen.

Einige kennen Robert Seethaler aus der TV-Serie „Ein starkes Team“. Er hat eine schmeichelnde Stimme, der man gerne zuhört. Nicht irritieren lassen, er verändert zwei- bis dreimal den Text, bzw. den Satzaufbau, was beim Hören nur auffällt, wenn man darauf achtet. Und ein Name war anders. Der Sinn des Textes wird nicht verändert.

Ich kann immer wieder nur empfehlen, Hörbuch und Text zu lesen. Ich lasse mich ins Geschehen fallen, kann aber auch nochmals genau nachlesen, was mir als wichtig erscheint und ich liebe mein Bücherregal, was keinesfalls zu kurz kommen sollte. Und eine Autorenlesung ist zudem für mich ein Nonplusultra. Der Autor selbst gibt mir die Möglichkeit, seiner Akzentuierung des Satzes mit seiner Stimme zu lauschen.

Das Hörbuch ist im BookBeat Katalog enthalten. Cool! Spiegel Bestseller bei BookBeat.

5/5 Punkte

5. COVER UND ÄUSSERE ERSCHEINUNG
„Das Feld“ von Robert Seethaler, hat 240 Seiten, einen Festen Einband und ist am 28.02.2018 unter der ISBN 9783446260382 bei Hanser Berlin im Genre: Romane erschienen.

Das Cover finde ich dem Thema entsprechend nüchtern gehalten. Es ist die krumm gewachsene Birke worunter Harry Stevens täglich sitzt.

5/5 Punkten

6. WAS SAGT ROBERT SEETHALER SELBST ZU SEINEM BUCH „DIE MASKE“?
Auf meinem Blog findet ihr noch weiterführend Links.

7. FAZIT
Das Buch steht auf Platz 1 der Spiegel Bestseller Liste! Ich kann nur sagen: Und das zu Recht.

Es war mein erstes Buch von Robert Seethaler, aber mit Sicherheit nicht das letzte. Ich bin immer skeptisch gegenüber der Spiegel Bestseller Liste, weil ich der Meinung bin, wenn man das Geld für viel Werbung aufbringen kann, landet das Buch weiter vorne, als wenn das nicht möglich ist. Ich habe in den letzten Monaten einige Indieautoren, Selfpublisher oder von kleinen Verlagen gelesen, die mehr Aufmerksamkeit verdienten, weil sie auch eine entsprechende Qualität aufweisen.

Aber bei dem Bestseller „Das Feld“ war ich schnell hin und weg, weil das Buch ein Menschenleben in vielen Facetten zeigt. Es macht betroffen, es bringt einen zum Lachen, es weckt Bedauern, es zeigt Glück und das Gefühl etwas Wichtiges verpasst zu haben. Robert Seethaler zeigt es, indem er den Leser interaktiv werden lässt. Er zeigt nur Momentaufnahmen, Polaroids eines Lebens. Der Leser fügt sie zu einem Menschen bzw. einem Menschenleben zusammen. Ich glaube, dass jeder Leser seinen eigenen Schluss daraus zieht. Das Buch gefällt mir sehr gut.

@Hanser Verlage
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Ich vergebe insgesamt 5/5 Punkten.

Veröffentlicht am 26.05.2026

Eine Odyssee von Herkunft und Schicksal

Königin Esther
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In John Irvings neuem Roman „Königin Esther“ verschmelzen Familiendrama, jüdische Geschichte und typische Irving-Eskapaden zu einer fesselnden Reise von Neuengland nach Wien und Israel. Jimmy sucht seine ...


In John Irvings neuem Roman „Königin Esther“ verschmelzen Familiendrama, jüdische Geschichte und typische Irving-Eskapaden zu einer fesselnden Reise von Neuengland nach Wien und Israel. Jimmy sucht seine mysteriöse Mutter Esther – doch wer ist die Frau, die als Leihmutter agiert und später zum Mythos wird? Ein Spätwerk voller Wendungen, das Themen wie Abtreibung und Identität mit Ironie und Tiefe beleuchtet.

Inhalt/Zusammenfassung „Königin Esther“
„Königin Esther“ erzählt von der Familie Winslow, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Neuengland lebt und Waisenkinder adoptiert. Im Zentrum steht Esther Nacht, eine jüdische Waise aus dem Waisenhaus St. Cloud’s (bekannt aus Irvings „Gottes Werk und Teufels Beitrag“), die als Kindermädchen bei den Winslows arbeitet. Sie schließt einen Pakt mit der jüngsten Tochter Honor: Esther lässt sich schwängern, gebärt Jimmy und verschwindet dann nach Wien und Israel. Der junge Jimmy, Adoptivsohn der Winslows und leiblicher Sohn von Esther, reist in den 1960er-Jahren nach Wien, um auf Honors Wunsch ein Kind zu zeugen und Spuren seiner Herkunft zu finden. Die Handlung spannt sich über Jahrzehnte, verbindet Familiengeschichten mit der Gründung Israels und endet mit einem Treffen in Israel.

Worum geht es wirklich in „Königin Esther“?
Der Roman dreht sich um Herkunft, Identität und familiäre Bindungen. Irving webt eine komplexe Erzählung, in der Esther als abwesende, mythische Figur wirkt – inspiriert von der biblischen Königin Esther. Esther trägt für Honor ein Kind aus. Jimmy begibt sich später auf eine „Irrfahrt“ nach Wien, wo er in einer WG mit der lesbischen Jolanda und dem schüchternen Claude lebt und seine Mission erfüllt. Rückblenden enthüllen Esthers Schicksal: Als Jüdin, deren Eltern aus Europa flohen und deren Mutter in Portland von Antisemiten ermordet wurde, sucht sie ihre Wurzeln. Irving verknüpft dies mit Querverweisen zu seinen früheren Werken und reflektiert über Antisemitismus, Zionismus und das 20. Jahrhundert.

Der Charakter von Esther: Mythos oder Mensch?
Esther Nacht ist die titelgebende geheime Heldin, eine rätselhafte Abwesenheit, die den Roman antreibt. Als 14-Jährige lässt sie sich aus „Jane Eyre“ den Satz „Je einsamer ich bin, je weniger Freunde ich habe, je weniger man mir hilft, desto mehr will ich mich selbst achten“ tätowieren – ein Symbol ihrer Unabhängigkeit und inneren Stärke. Das Zitat „Mich kümmert’s“ fängt Irvings typische provokative Haltung ein. Es stammt aus Esthers rebellischer Jugend, vielleicht im Kontext ihrer Entscheidung für das Tätowieren oder den Leihmutterschaftspakt – ein Ausdruck von Gleichgültigkeit gegenüber Konventionen und gesellschaftlichem Druck. Es unterstreicht ihre Unabhängigkeit: Trotz Einsamkeit und Verlusten kümmert sie nur ihr Selbstwert. Eine trotzige Antwort auf Ablehnung, die durch den Roman hallt und auch Jimmys Suche begleitet. Geboren in Wien, Waise, pflegt sie Honor wie eine Schwester, opfert sich als Leihmutter und zieht dann in die Welt: Wien, Haifa, Israel, wo sie für den Geheimdienst arbeitet. Sie bleibt „merkwürdig abwesend“, ein Zentrum der Lücke, das durch Briefe und Erinnerungen wirkt – weniger konkrete Person, mehr mythische Kraft, die Familie und Geschichte beeinflusst. Kritiker sehen in ihr eine „zionistische Kämpferin“, die als Racheengel Israel verteidigt.

Falls Esthers ständig wechselnde Anschriften etwas zu bedeuten hatten, so behielt sie das für sich. John Irving. Königin Esther (Function). Kindle Edition.1951 lautete die Anschrift für eine Weile HaYarkon-Straße in Tel Aviv; ursprünglich hatte sich dort das Büro des Mossad befunden. »Das könnte auch Zufall sein«, sagte Isaac Drucker nur. Später zog das Hauptquartier des Mossad in die Büros des Ministeriums in Sarona, das Esther die Kirya nannte; es hätte auch Zufall sein können, dass Esther dort ebenfalls eine Anschrift hatte.

John Irving. Königin Esther (Function). Kindle Edition.

Jimmy Winsl0w – „Königin Esther“
Jimmy Winslow verkörpert die unbeholfene Jugend. Als Student in den 1960ern reist er nach Wien, um Vater zu werden – eine skurrile Mission, um einer Einberufung zum Vietnamkrieg zu entgehen, wie Honor andeutet. Unbeholfen, neugierig und literaturliebend, taucht er in das Wien der 60er ein: voller Geheimnisse, Versuchungen und seiner WG mit exzentrischen Freunden. Jimmy sucht nicht nur seine Mutter Esther, sondern seine Identität inmitten von „großen Gefühlen und unglaublichen Wendungen“. Er wird Vater einer Tochter mit zwei Müttern, bleibt aber geprägt von der Abwesenheit Esthers, die aus Israel schützend wirkt. Seine Reise endet in einem symbolträchtigen Treffen mit Esther – ein Höhepunkt tragikomischer Irving-typischer Entwicklung.

Die Figuren sind typisch Irving: skurril, liebenswert, tragikomisch. Constance und Thomas Winslow – sie Bibliothekarin, er kleiner Dickens-Fan – bauen eine Tugend-familiäre Idylle mit Töchtern (nach Tugenden benannt) und adoptierten Kindermädchen. Honor, seelenverwandt mit Esther, betreut Jimmys Mission. Nebenfiguren wie Jolanda (lesbisch, unterstützend), Claude (schüchtern) und Frau Holzinger bereichern die WG-Chaos. Alle wachsen dem Leser ans Herz durch „Verschrobenheiten“ – Tätowierungen, Pakte, Irrfahrten.

Sprache und Stil in „Königin Esther“:
Irving’s Sprache ist ein Meisterwerk: langsam, vielstimmig, ironisch, mit glänzenden Dialogen und dickensschem Flair. Er „zieht in ein soziales Gewebe“, baut Atmosphäre durch Alltagsgespräche, Vorurteile und Eigentümlichkeiten auf – kein klassischer Plot, sondern Ton und Haltung. Rückblenden und Querverweise (z.B. zu Dickens, Balzac, Grass) changieren elegant. Wien der 60er lebt durch Geheimnisse, Neuengland durch familiäre Wärme. Kritiker loben die „große Erzählkunst“, die Figuren ans Herz wachsen lässt.

"Königin Esther" John Irving (Rezension)
Fazit/Kritik „Königin Esther“
Irving greift sein Lieblingsthema Schwangerschaftsabbruch auf, verknüpft mit dem Waisenhaus St. Cloud’s und Dr. Larch (aus „Gottes Werk und Teufels Beitrag“). Esthers Leihmutterschaft als Gegensatz zu Abtreibung als Wahl: Sie gebärt freiwillig für Honor, statt zu unterbrechen. Es geht um Frauenrechte, Verantwortung und Konsequenzen – politisch aufgeladen, wie Honors kryptische Einberufungs-Vermeidung via Vaterschaft zeigt. Im Kontext von Antisemitismus und Israel-Gründung wird Abtreibung subtil als Freiheit thematisiert.

Irving entwickelt faszinierende Figuren. Manchmal überladen mit Symbolik (Happy-End „mit Brechstange“). Ein Buch, das ideal für Fans ist. Ich lese Irving sehr gerne, weil man, wenn man sich darauf einlässt, in weitere Stufen des Romans eintauchen kann. Die Romane von Irving sind ein Füllhorn der Symbole aus Geschichte, Philosophie und Gegenwart. Gleichzeitig schafft Irving eine eigene Welt, indem er auf andere seiner Bücher Bezug nimmt. Ich liebe es!

Eine eindringliche Leseempfehlung!

Mein herzlicher Dank geht an den Diogenes Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

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Veröffentlicht am 03.01.2024

Zwei weiße Fellnasen entdecken die Welt

Rabauke und Biene auf den Spuren der Natur
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Rabauke und Biene? Habt ihr noch nicht von diesen Fellnasen gehört? Eigentlich heißen sie David und Dennis. Es sind Brüder und sie sind weiße Kater.

Zusammenfassung / Inhalt „Rabauke und Biene auf den ...


Rabauke und Biene? Habt ihr noch nicht von diesen Fellnasen gehört? Eigentlich heißen sie David und Dennis. Es sind Brüder und sie sind weiße Kater.

Zusammenfassung / Inhalt „Rabauke und Biene auf den Spuren der Natur“
Wir haben auch zwei Kater, deswegen haben mich Rabauke und Biene gleich neugierig gemacht. Das ist ja wie bei uns zuhause. Unsere zwei Kater heißen Moritz und Geronimo, werden aber meistens Gerry und Möckel gerufen. Wenn die beiden mit ihrem wirklichen Namen gerufen werden, haben sie meist etwas angestellt.

Aber was machen denn Rabauke und Biene so?

Sie sind den ganzen Tag unterwegs und entdecken immer wieder Neues. Der kleinere Rabauke stellt seinem Bruder Fragen. Wie das meist bei Geschwistern so ist, weiß der ältere Biene mehr und beantwortet die Fragen geduldig. In diesem Band entdecken die Katerchen die Natur.

Genau wie bei uns, sind die zwei Kater Familienmitglieder. Mama und Oma lieben die beiden sehr, deswegen passen sie auch sehr gut auf die zwei auf.

„Liebevoll legt sich Biene zu seiner Katzenoma auf die Bank. Die beiden schmusen sehr gerne miteinander, denn sie haben sich sehr lieb. Aber Oma liebt auch den kleinen Rabauken, nur ist er viel wilder als sein Bruder und macht lieber Unsinn. Doch Oma liebt beide Enkelkinder, wie sie Rabauke und Biene immer nennt.“

Rabauke und Biene auf den Spuren der Natur
Anna Maria Kuppe
Die aufmerksamen Kater untersuchen die Gegend rund um den Garten, und lernen andere Tiere und viele Pflanzen kennen. Es gibt so viel, was der kleinere Rabauke noch gar nicht kennt.

„Aua! Wer oder was pikst mich denn da? Ist das vielleicht ein Kaktus? Aber wie kommt der in den Wald? Komisch.“
„Das ist kein Kaktus. Das ist ein Igel und der hat Stachel“, antwortet Biene und sieht nach, ob sein Bruder verletzt ist. Gott sei Dank ist alles in Ordnung.“

Rabauke und Biene auf den Spuren der Natur
Anna Maria Kupp

Den beiden geht es so wie vielen kleinen Kindern, sie sind neugierig und wollen wissen, wie die Natur funktioniert. Dabei geschieht natürlich auch viel Unsinn. Aber ist es wirklich Unsinn? Nur weil die Erwachsenen es Unsinn nennen, hat es vielleicht doch einen Sinn.

Zur Autorin Anna Maria Kuppe
„Die Autorin fand Gefallen an der Schriftstellerei und veröffentlichte mehrere Kinderbücher, in denen Rabauke und Biene immer die Hauptdarsteller sind.
Es ist ihr wichtig, dass in den Büchern den Kindern Werte wie Liebe, Geborgenheit und Füreinander da sein vermittelt werden.“

Rabauke und Biene auf den Spuren der Natur
Anna Maria Kuppe
Fazit / Kritik „Rabauke und Biene auf den Spuren der Natur“
Anna Maria Kuppe erzählt liebevoll von den Katern und zeigt den Kids, wie wichtig eine Familie ist. Die Großen passen auf die Kleinen auf und beschützen sie. Es gelingt der Autorin spielerisch Werte zu vermitteln, ohne den Zeigefinder zu erheben.

Als ich den ersten Blick in das Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise von der Autorin bekam, war ich sehr angetan über die einfachen kindgerechten Zeichnungen und den Dialogen, Anna Maria Kuppe erreicht die Kids mit einfachen klaren Sätzen. Es macht auch zum Vorlesen richtig Spaß!

Natürlich hat die Autorin auch mit den Katerchen Weihnachten gefeiert. Dazu gibt es natürlich auch ein Buch „Rabauke und Biene feiern Weihnachten“.

Veröffentlicht am 21.02.2023

Ich bin wieder hier - oder wer ist Marius Müller-Westernhagen

Marius Müller-Westernhagen
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Ich bin wieder hier – oder wer ist Marius Müller-Westernhagen?
Friedrich Dönhoff zeichnet ein beeindruckendes Bild von Marius Müller-Westernhagen. Chronologisch skizziert er den Leser:innen, Stationen ...

Ich bin wieder hier – oder wer ist Marius Müller-Westernhagen?
Friedrich Dönhoff zeichnet ein beeindruckendes Bild von Marius Müller-Westernhagen. Chronologisch skizziert er den Leser:innen, Stationen aus Westernhagens Leben. Als Sohn eines Schauspielers lernte er schnell, die sich ihm bietenden Möglichkeiten, zu nutzen. Er arbeitete als Sprecher, Schauspieler, Sänger und Texter, ebenso war er als Fußballer unterwegs.

Heute ist er nicht mehr aus der Musikszene wegzudenken. Erfolgreich im In- und Ausland. Er gehört zu den Künstlern, die sich politisch bekennen und Unrecht anprangern.

„Ich bin mit einer schwarzen Frau verheiratet und habe mir mit der Borniertheit eines weißen liberalen Menschen lange angemaßt, verstehen und nachempfinden zu können, was Menschen mit anderer Hautfarbe als wir seit Jahrhunderten erleiden. Ich habe durch die Tränen, die Verzweiflung und die maßlose Wut meiner Frau und anderer schwarzer Freunde in dieser Zeit erfahren müssen, dass diese Haltung ignorant ist.“

S. 36.
Friedrich Dönhoff zeigt anhand der Zeitgeschichte Deutschlands, die Entwicklung Westernhagens.

Das Portrait von Marius Müller-Westerhagen
Auf ca. 240 Seiten bringt Friedrich Dönhoff, das Leben von Marius Müller-Westernhagen, den Leser:innen nahe. Es zeigt eine Beziehung, zwischen Autor und Künstler, die immer freundschaftlicher wurde. Sie kommen sich während und durch die Gespräche näher, daraus entwickelt sich ein persönliches Portrait, das authentisch bleibt. Friedrich Dönhoff beschreibt eine Persönlichkeit, die sich mit den eigenen Texten identifiziert und diese immer wieder neu hinterfragt.

Westernhagen wurde nicht über Nacht zum Star. Dönhoff illustriert den Weg dorthin: Das Elternhaus und den Vater, der unter dem Intendanten Gustav Gründgens am Theater spielte. Westernhagens erste eigene Schritte als Schauspieler und Hörbuchsprecher, seine Zeit in der „Villa Kunterbunt“ mit Udo Lindenberg und vielen anderen Künstlern.

Es sind die Alltagsgeschehnisse, die Dönhoff den Leser:innen erzählt. Wie er sich, zusammen mit Marius, einen Stoff für einen Bettüberwurf anschaut. Und genau diese Alltäglichkeiten zeigen Marius Müller-Westernhagen so menschlich. Er öffnet sich, ohne Misstrauen oder Starallüren.

Durch Gesprächsausschnitte wird das Buch sehr lebendig. Westernhagen hat den Journalisten bzw. Autor Friedrich Dönhoff im eigenen Zuhause empfangen. Der Künstler hatte Vertrauen und war bereit, etwas von sich preiszugeben.

Auch sehr persönlichen Fragen wich er nicht aus. Auf die Frage Dönhoffs, ob er auch erotische Erlebnisse mit Männern hatte, verneinte er und sagte:

„Ich bezeichne mich ja selbst scherzhaft als vom Kopf bis zur Hüfte schwul, weil einige der größten Klischees über schwule Männer auch auf mich zutreffen. Ich kann stundenlang in Mode- und Interieurmagazinen herumblättern, Maria Callas rührt mich zu Tränen, ich habe, glaube ich, auch ein gutes Gefühl und eine Leidenschaft für Style, für jegliche Art von Designs eigentlich.“

S. 164
Um das Portrait abzurunden, schrieb Philipp Keel das Nachwort. Der Verleger und CEO des Diogenes Verlags ist mit Marius Müller-Westernhagen befreundet. Man merkt, dass es ein Herzensprojekt war, wenn man die Worte Philipp Keels liest.

„Eigentlich ging es in letzter Zeit fast nur noch um das Buch, und es bedarf keiner Fantasie, dass wir alle vom Umfang des Erinnerten und Erzählten einen Moment überfordert waren. Plötzlich schien es, als könne man das erstaunliche Leben des Marius Müller-Westernhagen gar nicht zusammenfassen. Aber die Passion des Autors, das Engagement von Marius und die Vernunft des Weglassens haben der Sache gutgetan. Die Aufregungen, die jedem Vorhaben folgen, haben letztlich ein außergewöhnliches Portrait hervorgebracht, und, ob er es will oder nicht, es kommt mir vor, als würde unsere Freundschaft gerade noch einmal von vorn anfangen“

Kurzbiografie Friedrich Graf von Dönhoff
Pressebildfriedrichdoenhoffcfoto-marvin-zilm72dpi.jpg / Marius Müller WEsternhagen
Pressebild
friedrichdoenhoffcfoto-marvin-zilm72dpi.jpg
Der Autor Friedrich Dönhoff ist vielleicht einigen Leser:innen bekannt durch sein Buch, „Die Welt ist so, wie man sie sieht: Erinnerungen an Marion Dönhoff“, das ebenso im Diogenes Verlag erschienen ist. Marion Gräfin Döhnhoff war die Großtante des Autors und stand ihm sehr nahe. Aber Friedrich Dönhoff hat noch mehr geschrieben.

Der 1967 geborene Schriftsteller hat unter andrem auch die „Sebastian Fink“-Krimis (Diogenes) und weitere Biografien geschrieben. Er studierte Geschichte und Politik, jobbte bei Filmemacher Alexander Kluge und bei Zeit-TV. Er machte eine Ausbildung als Drehbuchautor.

Fazit/Kritik „Marius Müller-Westernhagen“
Ich war schon immer ein Westernhagen-Fan. Von „Freiheit“ über „Sexy“ oder „Lola“ zu „Ich bin wieder hier“, hat mir eigentlich fast alles gefallen, und der eine oder andere Liebeskummer wurde mit seinen Liedern verscheucht. In den 80er-Jahren war ich auf einem seiner Konzerte am Ring.


Besonders gelungen fand ich an diesem Portrait, dass Dönhoff, begleitend zur Biographie bzw. Portrait, die Zeitgeschichte ablaufen ließ.

Natürlich entwirft jeder Mensch selbst ein Bild des Künstlers, des Schriftstellers, des Sportlers oder des Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen. Das geschieht mittels der öffentlichen Meinung, Presse, Berichterstattung, aber auch, was man selbst in diesem Menschen sehen möchte.

Meine Vorstellung von Marius Müller-Westernhagen fand ich beim Lesen von Friedrich Dönhoffs Portrait wieder. Aber ich habe auch viel Neues erfahren. Es gefiel mir gut, mal hinter die Maske des Stars zu schauen. Vor allem, weil ich das Gefühl hatte, dass Westernhagen gerne diese „Maske“ vor seinem Interviewpartner fallen ließ. Ein wirklich gelungenes Portrait, das sich zu lesen lohnt.

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Veröffentlicht am 21.12.2020

Viel Spannung und noch mehr Erotik

Planspiel Beta-Atlantis
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Aus Spaß wird Ernst oder Stille Wasser, die sind tief.
„Planspiel Beta-Atlantis 2“ beschleunigt die Fantasy Reihe von Hedy Loewe. War der erste Teil noch ein Vorstellen der Welt und des Rollenspiels, geht ...

Aus Spaß wird Ernst oder Stille Wasser, die sind tief.
„Planspiel Beta-Atlantis 2“ beschleunigt die Fantasy Reihe von Hedy Loewe. War der erste Teil noch ein Vorstellen der Welt und des Rollenspiels, geht es im zweiten Teil mit der Handlung „Schlag auf Schlag“. Mehr Spannung, mehr Gefühl und mehr Erotik. Die Autorin hat schon mit der Dignity Rising Reihe, die mich überzeugt hat, bewiesen, dass sie das kann. Beide Reihe gehören zu dem Fantasy Sub Genre „New Adult Fantasy“. In dieser neuen Serie hat sie wieder eine interessante Welt erschaffen.

Planspiel Beta-Atlantis 2 Hedy Loewe Titelbild
Zum Weltenbau „Planspiel Beta-Atlantis 2“
Wir befinden uns auch im zweiten Band auf dem fiktiven erdähnlichen Planeten Beta-Atlantis, auf dem ein LARP – ein Live-Rollenspiel, stattfindet, dessen Szenario einer Seefahrerwelt aus dem 16./17. Jahrhundert nachempfunden ist. Außerdem ist damit der wissenschaftliche Auftrag verbunden, zu prüfen, ob der Planet auch für Menschen geeignet und ein friedliches Miteinander mit den Bewohnern möglich wäre.

Das Besondere an diesem Rollenspiel ist, dass es zwei Gamemaster gibt. Admiral Parker (Tröte) spielt im Sinne der Regeln. Ambion verfolgt ganz eigene Ziele.

Die Menschen auf Beta-Atlantis sind Rollenspieler. Die Ureinwohner des Planeten sind die Tkitamea, von den Menschen Ychtios genannt. Der Handel mit den Tkitamea ist sozusagen der Punkt, an dem das Rollenspiel mit der Realität zusammenfällt.

Hedy Loewe hat also nicht nur einen fiktiven Kontinent, sondern auch neue Spezies und einem interessanten Plot erschaffen. Dazu kommt ein gehöriger Schuss Erotik.

Worum geht es?
Das was einmal als Spaß bringendes Rollenspiel gedacht war, läuft völlig aus dem Ruder. Nicht alle spielen fair.

Captain Skye hat die Rolle eines Fregattenkapitäns und stellt dabei fest, dass sich die Modalitäten des Rollenspiels verändern. Das macht ihn wachsam. Der Admiral bittet ihn um Mithilfe. Das ist der Punkt, an dem Skye aus der Rolle fällt und die Piratenflagge hisst.

Die Tkitamea gelten als friedliches Volk. Im zweiten Band erfahren wir mehr über dieses Volk, das friedlich, aber durchaus fähig ist, sich mit besonderen Kräften zu wehren.

Hedy Loewe berührt Themen, die aktuell sind. Im Großen geht es um der Umgang mit Fremden, Vorurteile, die menschliche Überheblichkeit und Arroganz. Verträge werden nicht eingehalten. (Woher wir das wohl kennen?). Können diese Probleme durch das Einander-Kennenlernen gelöst und neues Vertrauen gewonnen werden? Vor allem welche Ziele verfolgt Ambion? Auf welcher Seite steht der rote Vadim, der König der Händler?

Es geht um Liebe, Sehnsucht, Vertrauen und ein wenig Eifersucht finden wir auch. Eben der ganz normale Wahnsinn der zwischenmenschlichen Ebene. Alle drei Konfliktbereiche sind vertreten: Der Kampf mit dem Wetter und der See. Die Konflikte zwischen den Menschen und auch innere Konflikte sind vorhanden. Dadurch bleibt die Spannungskurve ziemlich hoch.

Und dann gibt es noch ansprechende Erotik, die in clevere Handlungen eingebettet wird. Und davon eine ganze Menge!

Protagonisten „Planspiel Beta-Atlantis 2“
Captain Skye sucht Juniya. Wo ist sie? Kann er sie retten? Und was geschieht mit dem Rollenspiel? Aber nicht nur Skye sucht nach Juniya, auch Viverrin ist auf ihrer Spur und bringt sich selbst in große Gefahr.

Juniya ist eine der weiblichen Hauptfiguren. Zu Juniya gibt es mehr Fragen als Antworten. Über welche Kräfte verfügt sie? und zu welcher Spezies gehört sie? Die Zahl ihrer Bewunderer wächst. Eigentlich ist sie sozusagen „eine unbekannte Größe“, weil wir viel zu wenig über sie und ihre Kräfte wissen. Sobald eine Frage zu ihr beantwortet ist, stellen sich neue Fragen?

Ambiela ist die Tochter des Gamemasters Ambion und eine bedeutende Mitspielerin. Sie will als Siegerin das Spiel beenden und sie spielt keinesfalls fair.

Cliff, der Sohn des Admirals und Captain der Clara, gerät in große Gefahr. Und dann lernen wird noch Yphemi kennen. Aber das möchte ich euch nicht verraten. Seid ihr neugierig?

Der rote Vadim ist eine Art König der Händler. Das Rollenspiel an sich hat für ihn kein Interesse. Er möchte seine Macht ausbauen. Und siehe da, auch er begehrt eine der Damen.

Fazit „Planspiel Beta-Atlantis 2“
Der zweite Band setzt genau an der Stelle an, an der der erste Band aufhört. Man gewöhnt sich schnell daran, die Ebene des Rollenspiels von der fiktiven Realität zu unterscheiden, denn genau dieses Zusammentreffen bringt Spannung. Was für die einen ein Spiel ist, ist für die anderen tägliche Realität.

Die Autorin benutzt viele Begriffe aus dem Seefahrerbereich, das macht die Geschichte authentisch. Aber keine Angst, am Ende des Buches hat Hedy Loewe ein Glossar eingefügt. Dort können auch Leser, die nichts über Rollenspiel oder Seefahrt wissen, Begriffe, wie LARP, Planspiel, aber auch spezifische Begriffe wie Gigantos, Galeere nachschauen.

Am Anfang ist es gewöhnungsbedürftig. Das Buch spielt auf unterschiedlichen Ebenen, Rollenspiel und Realität. Man muss sich einlesen. Dann geht es aber problemlos und spannend durch die Handlung.

Es gefällt mir gut, weil es mal ein ganz anderes Szenario ist. Allerdings bin ich mit den weiblichen Charakteren nicht so warm geworden, dafür finde ich Cliff und Skye richtig tolle Protagonisten. Aber die Reihe ist ja noch nicht zu Ende. Aber das liegt vielleicht an mir und es stört mich auch nicht so sehr, weil wie schon erwähnt, „Die Männer heiß sind“.

„Planspiel Beta-Atlantis 2“ ist spannende Unterhaltungsliteratur, zum Kuscheln, Träumen und Staunen.

Passt gut aufeinander auf und bleibt gesund. Lesen hilft zwar nicht unmittelbar gegen Corona, aber es ist gut für die Seele und den Geist.

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