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Veröffentlicht am 07.03.2023

Medusa - ein Monster?

STONE BLIND – Der Blick der Medusa
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Medusa – ein bösartiges, grauenhaftes Monster, dem man lieber nicht begegnen will.
Ein Blick – und du bist tot.
Doch ist Medusa wirklich das Monster, für das sie gehalten wird?
Medusa ist, wie auch ihre ...

Medusa – ein bösartiges, grauenhaftes Monster, dem man lieber nicht begegnen will.
Ein Blick – und du bist tot.
Doch ist Medusa wirklich das Monster, für das sie gehalten wird?
Medusa ist, wie auch ihre Schwestern, Stheno und Euryale, eine der drei Gorgonen und eine Tochter der Meeresgötter Keto und Phorkys.
Sie ist als einzige der Gorgonen sterblich und gekennzeichnet von einer überaus betörenden Schönheit, bis ihr diese eines schicksalshaften Tages zum Verhängnis wird und sich ihr Leben für immer verändert.

„Stone Blind – Der Blick der Medusa“ von Natalie Haynes erzählt die Geschichte der Medusa aus einem ganz anderen Blickwinkel und gibt den Figuren der Mythologie selbst eine Stimme - lässt sie erzählen, denken und fühlen.
Die Idee der Autorin, die Geschichte zum Leben zu erwecken und so ganz neu zu erzählen, ist einfach großartig.

Bei der Erwähnung der Medusa denken viele sofort an das schlangenhäuptige Monster mit dem Todesblick, das böse und grausam ist.
Doch ist dem wirklich so?
Wer entscheidet denn darüber, wer oder was ein Monster ist?
Nur weil jemand nicht unseren normativen Vorstellungen entspricht, ist er direkt ein Monster?

Beim Lesen wird schnell klar, dass hinter Medusa, dem ‚Monster‘, ein fühlendes Wesen steckt.
Ein Wesen mit Gefühlen, mit Liebe, mit Schmerz.
Ein Wesen, das nicht nur ein ‚Monster‘ ist, sondern vor allem auch eine Schwester, die liebt und geliebt wird.
Ein Wesen, das sich sein Schicksal nicht aussuchen konnte.
Ein Wesen, das durch die grauenhaften Taten anderer, zu dem wurde, was es ist und damit leben muss.

Extrem lebhaft und bildhaft beschreibt Natalie Haynes die Ereignisse, die sich der griechischen Mythologie zufolge zugetragen haben sollen und schafft es dabei, die Gefühle und Gedanken der Betroffenen extrem nah und emotional darzustellen.
Ich konnte Medusa und ihre Schwestern nachvollziehen - ihren Schmerz und ihr grauenhaftes Schicksal fühlen. Ich habe mich mit ihnen verbunden gefühlt und mit ihnen gelitten.
Und umso mehr die anderen Charaktere, die für dieses Schicksal verantwortlich waren, verabscheut.

Grauenhaft und erschreckend, was die Götter, die hoch angehimmelten und verehrten Wesen, alles getan haben sollen.
Die Ereignisse der Mythologie sind wirklich extrem gut nacherzählt. Man merkt die Recherche und spürt die Liebe, die hinter der Handlung steckt.

Teilweise war es etwas schwer, bei der Vielzahl an Charakteren durchzublicken, wer, wer ist und in welcher Verbindung dieser zu der Geschichte steht.
Die Personenübersicht am Ende hat jedoch maßgeblich dazu beigetragen, den Überblick nicht zu verlieren.

Manche Teile der Handlung waren für mich leider nicht ganz nachvollziehbar, da sie nicht zu der eigentlichen Geschichte beigetragen haben und für mich daher teils haltlos und nicht unbedingt notwendig erschienen.
Zudem zog sich für mich die Story an manchen Stellen sehr, wodurch mir das Weiterlesen stellenweise echt schwerfiel.

Ein weiterer Kritikpunkt für mich, ist, dass teils die Erzählperspektive extrem springt.
Auch, wenn die Kapitel jeweils mit einem Charakter überschrieben sind, wird nicht immer nur von diesem erzählt.
Da frage ich, warum man das dann macht?

Da ich ein kostenloses Vorableseexemplar lesen durfte, weiß ich nicht, inwieweit der nachfolgende Punkt auf die ‚richtige‘ Veröffentlichung zu trifft, jedoch war dieses Exemplar voller, teils sehr gravierender, Rechtschreib- und vor allem Grammatikfehler.
Und ich spreche hier nicht von wenigen Flüchtigkeitsfehlern, die mal passieren und übersehen werden, sondern von solchen, die es teils unmöglich machten, die Sätze überhaupt zu verstehen!
Es fehlten teilweise einfach Wörter, es waren zu viele Wörter da oder die Satzgliedstellung war total unverständlich.
Sehr erschreckend und wirklich absolut schade, da es mich beim Lesen tatsächlich sehr behindert hat!

Fazit
Eine wirklich grandiose Idee mit viel Potenzial, das das Buch leider nicht gänzlich entfalten konnte.
Vor allem die mir teils überflüssig erscheinenden Erzählstränge und die sprunghafte Erzählweise sowie die wirklich gravierende Rechtschreibung und Grammatik waren sehr anstrengend.
Alles in allem war ich deshalb leider nur mäßig begeistert und hab mir bei der Beschreibung bzw. der Idee und dem Anfang irgendwie mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 05.01.2022

Ein Roman mit einer tollen Message

In all seinen Farben
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Robin Coopers Traum ist geplatzt - die London Academy of Performing Arts (kurz LAPA) hat ihn abgelehnt.
Und auch bei anderen Schauspielschulen häufen sich die Absagen.
Tanzen, Singen und Performen ist ...

Robin Coopers Traum ist geplatzt - die London Academy of Performing Arts (kurz LAPA) hat ihn abgelehnt.
Und auch bei anderen Schauspielschulen häufen sich die Absagen.
Tanzen, Singen und Performen ist seine Leidenschaft, was soll er nun also tun?
Einen Plan B gibt es nicht.
Und dann ist da noch das Problem mit seinem geheimem Freund Conner, der sich nicht offen zu ihm bekennt.
Robin ist niedergeschlagen und deprimiert.
Doch dann, zu seinem 18. Geburtstag überreden seine Freunde ihn zu einer Drag Show zu gehen und sein Weg zur Findung seines wahren Ichs beginnt...

"In all seinen Farben" von George Lester ist ein wunderbare Geschichte über einen jungen Mann und seinen Weg zur Selbstfindung und einem glücklichen Leben.
Meiner Meinung nach ein besonderes und wichtiges Thema, welches immer noch viel zu kurz kommt, bedenkt man, dass es sonst in New Adult Romanen überwiegend um weibliche Protagonisten und ihre Liebe geht.

Der Roman gibt bemerkenswert authentische Einblicke in das Leben einer Drag Queen.
Man merkt hier eindeutig die Kompetenz und das Wissen des Autors sowie die extreme Leidenschaft die hinter dem Drag steht.
Auch fand ich es super hinter die Kulissen einer Drag Show zu schauen und die Personen sowie die harte Arbeit dahinter kennenzulernen.

Der Schreibstil ist locker, leicht und erfrischend jugendlich gehalten.
Die Story lässt sich dadurch angenehm und zügig lesen.
Ich bin sozusagen nur so durch die Seiten geflogen.
Ich finde die Ich - Perspektive, in der erzählt wird super, da man dadurch emotional extrem nah ist und Robin und seine Gefühle und Gedanken gut versteht.

Allerdings haben mir die Charaktere teilweise überhaupt nicht gefallen.
Ich fand sie großteils eher unsympathisch und nicht nachvollziehbar.

Natalie hab ich als extrem Ich-bezogen und zickig wahrgenommen.
Sie wünscht sich das Robin nicht mehr so deprimiert ist und wieder glücklich wird, aber kaum hat er einen neuen Traum, für den er hart arbeitet wird sie abweisend, vorwurfsvoll und verständnislos, nur weil er (wohlbemerkt 2 Wochen) mal keine Zeit für sie hat.
Das finde ich ziemlich schade und kein gutes Fundament einer Freundschaft.

Greg ist mir da doch deutlich angenehmer.
Auch wenn ich seine Reaktion, genau wie Natalies, teils, etwas überzogen fand.

Und zum Schluss Robin.
Er ist mir zwar ganz sympathisch, aber an vielen Stellen konnte ich sein Verhalten einfach nicht nachvollziehen.
Bis zum Ende wirkt er eher eingeschüchtert und wenig selbstbewusst.
Er schafft es nicht, für sich selbst einzustehen!
Er macht sich klein und fügt sich.
Anstatt sich zu verteidigen bleibt er lieber still oder entschuldigt sich.
Ein Charakterzug, der mir leider überhaupt nicht gefällt, auch wenn sich am Ende dann schließlich doch ein Wandel dahingehend zeigt und er scheinbar endlich etwas mehr Selbstbewusstsein bekommt.

Die stellenweise total übertriebenen Reaktionen haben mich teils eher an ein Highschool-Teenie Drama erinnert, als an ein Buch über 18-jährige, junge Erwachsene!

Diese Punkte, haben das Buch mit einer eigentlich tollen Story und einem wichtigen Thema für mich leider kompromittiert.

FAZIT

Alles in Allem zwar ein Buch mit einem vielversprechenden Thema rundum Selbstfindung und Selbstliebe, welches sein Potenzial aufgrund der für mich eher schwachen Charaktere und teils übertriebenen, nicht nachvollziehbaren Handlungen, nicht ausschöpfen konnte.
Da hab ich leider mehr erwartet.
Nichtsdestotrotz jedoch immer noch ein gutes Buch, wenn man auf Teeniedrama steht und über einige Schwächen hinwegsehen kann.

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Veröffentlicht am 14.01.2022

Roman mit Schwächen

Mädchenmeuterei
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Für Charlotte Nowak und ihre Freundinnen steht fest, sie müssen ihrer Freundin Bea, die in Schwierigkeiten zu stecken scheint, helfen. Allerdings befindet diese sich gerade in Marokko!
Kein Problem für ...

Für Charlotte Nowak und ihre Freundinnen steht fest, sie müssen ihrer Freundin Bea, die in Schwierigkeiten zu stecken scheint, helfen. Allerdings befindet diese sich gerade in Marokko!
Kein Problem für die "Mädchenmeute", kurzerhand sind sie auch schon auf einem Containerschiff und fahren Richtung Afrika.
Doch schnell merken sie, dass auf den Schiff einiges nicht mit rechten Dingen zu geht und dass sie sich dem entgegenstellen müssen!

Bei "Mädchenmeuterei" von Kirsten Fuchs handelt es sich um die Fortsetzung ihres Romans "Mädchenmeute", was ich allerdings nicht wusste, wodurch es mir an einigen Stellen etwas schwer fiel manche Aussagen zu verstehen, da doch relativ viel Bezug auf den ersten Band genommen wurde und mir so die Zusammenhänge fehlten. Deswegen rate ich Jedem vorweg Teil eins zu lesen.

Der Roman zeichnet sich für mich vor allem durch den erstklassigen Schreistil aus, den ich so in der Art bisher nur selten gesehen habe.
Alltagssprachlich, unverblümt, kein perfekter grammatikalischer Satzbau, teils einfach nur lose Gedanken, ebenso wie normale Menschen denken & miteinander reden und dadurch absolut authentisch, realitätsnah und nahbar, sodass man sich teils gut identifizieren konnte.
Immer mit einer Brise Humor, der mich zum Schmunzeln bringen konnte und die Story aufgelockert hat. Super angenehm zu lesen.

Erzählt wurde ausschließlich aus der Perspektive von Charlotte Nowak, wodurch man vor allem ihr sehr nah war und ihre Gedanken, Gefühle und Handlungsweisen besonders gut verstand und nachvollziehen konnte.
Gerne hätte ich auch mal in die Köpfe der anderen Charaktere gesehen, um diese besser verstehen zu können.
So waren mir diese großteils eher unsympathisch und teils unverständlich.
Allerdings fand ich die Charakterentwicklungen super, so haben am Ende alle vier Hauptfiguren eine Wandlung durch gemacht, sind, entgegen dem was man erwartet hätte, über ihre eigenen Schatten gesprungen und aus sich herausgekommen.

Die Story an sich war gut, an manchen Stellen allerdings etwas zu langatmig.
Auch hat mir das Ende nicht all zu gut gefallen.
Teils wurden die Handlungsstränge scheinbar einfach reibungslos aufgelöst, da hat mir eindeutig mehr Konflikt gefehlt. Auch die Handlung um Bea schien mir etwas haltlos und irrelevant.
Auf der anderen Seite blieben viele Dinge offen, so wurde zum Beispiel die ganze Reise über ein Geheimnis um den Kapitän gesponnen, welches letztlich dem Leser verborgen blieb.
Ich als Leserin bin mit einem riesen Fragezeichen und vielen unbeantworteten Fragen zurückgeblieben.

Fazit

Alles in allem ein Buch, was zwar das Lesen wert war (nicht zuletzt durch den wirklich interessanten Schreibstil), mich allerdings nicht gänzlich abholen und von sich überzeugen konnte.
Schade, da ich definitiv mehr erwartet hätte.

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Veröffentlicht am 13.05.2026

Leider hat mich das Ende enttäuscht

REM
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"REM" erzählt die Geschichte von Alysee, die seit ihrer Kindheit von einem einzigen Satz verfolgt wird, den ihr Vater kurz vor seinem Tod zu ihr sagte: „Du darfst nicht einschlafen.“
Doch die vierjährige ...

"REM" erzählt die Geschichte von Alysee, die seit ihrer Kindheit von einem einzigen Satz verfolgt wird, den ihr Vater kurz vor seinem Tod zu ihr sagte: „Du darfst nicht einschlafen.“
Doch die vierjährige Alysee schlief trotzdem ein. Als sie wieder erwachte, war ihr Vater auf grausame Weise ermordet worden. Seitdem lebt sie mit Schuldgefühlen und einer panischen Angst vor dem Schlafen. Gemeinsam mit ihrem Pflegebruder Nico wächst sie bei einer Pflegefamilie auf, doch die Vergangenheit lässt sie nie los.
Jahre später erhält sie durch eine Anwältin ein Erbe ihres Vaters und damit endlich die Chance, Antworten zu finden. Die Spur führt sie und Nico in ein verlassenes, heruntergekommenes Hotel, in dem Albträume plötzlich erschreckend real werden und Alysee Wahrheiten entdeckt, die sie vielleicht lieber nie erfahren hätte.

Die Idee hinter dem Buch hat mich sofort angesprochen. Träume, Schlaf, das Unterbewusstsein, das sind Themen, die ich unglaublich spannend finde. Gerade weil die Forschung darüber bis heute noch so viele Fragen offenlässt. Unser Unterbewusstsein ist etwas Faszinierendes und gleichzeitig Unheimliches, weil niemand genau weiß, was dort eigentlich alles verborgen liegt.
Genau deshalb hatte die Geschichte für mich enormes Potenzial. Und ehrlich gesagt: Der Einstieg hatte mich auch komplett gepackt.

Schon auf den ersten Seiten war ich mitten drin.
Der Schreibstil war unglaublich mitreißend, düster, beklemmend und genau so, wie ich mir einen Horror-Thriller wünsche. Besonders die kurzen Kapitel haben dafür gesorgt, dass das Buch für mich ein absoluter Pageturner war. Ich wollte ständig weiterlesen und wissen, was als Nächstes passiert. Dieses Gefühl von „nur noch ein Kapitel“ hatte ich wirklich permanent.
Die Atmosphäre war bedrückend und teilweise richtig unangenehm - im positiven Sinne. Dieses alte Hotel, die Albträume, die Unsicherheit darüber, was real ist und was nicht, haben eine richtig intensive Stimmung erzeugt. Manche Szenen waren wirklich makaber, brutal und blutig beschrieben und haben genau den Nerv getroffen, den ein Horrorroman treffen sollte.

Vor allem mochte ich dieses vermeintliche Spiel mit der Psyche. Die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, dass hinter allem eine psychologische Erklärung steckt. Ich war unglaublich gespannt darauf, wie am Ende alles zusammengeführt wird. Ich liebe Thriller, bei denen man am Ende plötzlich versteht, warum bestimmte Dinge passiert sind, bei denen kleine Hinweise rückblickend Sinn ergeben und man diese typischen „Aha-Momente“ erlebt. Genau darauf habe ich hier gehofft. Dass die Albträume vielleicht Ausdruck eines verdrängten Traumas sind. Dass das Unterbewusstsein Alysee etwas mitteilen will. Dass all diese grausamen Bilder letztlich irgendwie rational erklärbar sind.

! mögliche Spoiler !

Und genau da liegt leider mein großes Problem mit dem Buch.
Bis kurz vor Schluss war ich wirklich begeistert. Doch die Auflösung hat für mich leider fast alles kaputtgemacht. Denn anstatt die Geschichte psychologisch oder zumindest halbwegs nachvollziehbar aufzulösen, driftet das Ganze immer mehr in eine Mischung aus Horror und Science-Fiction ab. Die Ereignisse waren eben nicht sinnbildlich, nicht Ausdruck der Psyche oder eines traumatisierten Geistes - sie waren tatsächlich real und übernatürlich. Genau das hat mich extrem enttäuscht.

Rückblickend wirkte die Geschichte dadurch für mich plötzlich völlig überzogen und viel zu konstruiert. Fast schon absurd. Alles wurde immer größer, extremer und unrealistischer, bis ich irgendwann das Gefühl hatte, dass das Buch seine ursprüngliche Stärke komplett verloren hat.

Dadurch fehlten mir am Ende auch diese befriedigenden Thriller-Momente, bei denen plötzlich alles zusammenpasst. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, nach etwas gesucht zu haben, das gar nicht existiert. Ich habe die ganze Zeit versucht, Hinweise psychologisch zu deuten, obwohl die Geschichte letztlich einfach sagte: Nein, das Übernatürliche ist real. Und genau das hat mich enttäuscht zurückgelassen.

Spoiler Ende

Hinzu kommt leider, dass mich die Charaktere kaum berühren konnten. Alysee hatte zumindest noch etwas Tiefe durch ihre Vergangenheit, ihre Schuldgefühle und ihre Schlafangst. Aber alle anderen Figuren blieben für mich extrem blass. Viele waren einfach da, wurden teilweise brutal niedergemetzelt oder verschwanden wieder aus der Handlung, ohne dass ich irgendeine emotionale Bindung zu ihnen aufgebaut hätte. Mir fehlte bei fast allen Figuren eine richtige Persönlichkeit, eine Hintergrundgeschichte oder etwas, das sie greifbar gemacht hätte. Dadurch waren mir viele Schicksale letztlich ziemlich egal.

Trotz meiner Enttäuschung kann ich aber nicht sagen, dass das Buch schlecht geschrieben war - im Gegenteil. Atmosphärisch und stilistisch hat mich das Buch wirklich überzeugt. Der Schreibstil war packend, schnell, düster und unglaublich angenehm zu lesen. Die Spannung war fast durchgehend da und gerade die erste Hälfte fand ich wirklich richtig stark. Man merkt definitiv, dass hier mit Atmosphäre gearbeitet wird und dass die Autor*innen genau wissen, wie man Szenen inszeniert.

Umso trauriger finde ich es eigentlich, dass mich die Auflösung so verloren hat. Denn das Potenzial war riesig. Mit einer psychologischeren oder bodenständigeren Erklärung hätte das für mich ein richtig großartiger Thriller werden können. So bleibt für mich am Ende leider ein Buch, das mich erst vollkommen gefesselt und dann umso härter enttäuscht hat.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

viel Atmosphäre, wenig Tiefe

Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung
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In „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ von Jo Weil begleitet man die junge Emily „Mimi“ Green, die gemeinsam mit ihrem Bruder Finn ein kleines Cottage samt Fährbetrieb an der Küste von Cornwall am Leben ...

In „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ von Jo Weil begleitet man die junge Emily „Mimi“ Green, die gemeinsam mit ihrem Bruder Finn ein kleines Cottage samt Fährbetrieb an der Küste von Cornwall am Leben hält. Seit dem Tod ihrer Eltern ist dieser Ort ihr Zuhause und ihr Anker. Doch als ihnen die Zwangsversteigerung droht, scheint alles zu zerbrechen. Die Hoffnung ruht auf einer Bank aus London – doch statt finanzieller Hilfe taucht plötzlich Aidan auf, der Sohn des Bankiers. Zwischen ihm und Mimi entsteht schnell eine besondere Verbindung, die jedoch durch ein verborgenes Geheimnis erschüttert wird.

Ich hatte wirklich große Hoffnungen an „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“, vor allem wegen des vielversprechenden Settings – und ich muss auch sagen: Die Atmosphäre ist dem Autor definitiv gelungen. Die Küstenlandschaft, das kleine Cottage, dieses leicht melancholische, raue Cornwall-Feeling, das konnte ich mir alles unglaublich gut vorstellen. In dieser Hinsicht hat mich das Buch auch sofort abgeholt.

Leider hört es für mich genau da schon auf.

So sehr ich das Setting mochte, so wenig konnte mich der Rest überzeugen. Ich bin weder mit den Charakteren noch mit der Geschichte wirklich warm geworden. Mimi blieb für mich trotz ihrer tragischen Vergangenheit überraschend distanziert. Ich habe ihre Gedanken zwar nachvollziehen können, aber emotional hat mich das alles nicht erreicht. Ähnlich ging es mir leider auch mit Aidan.

Ein Punkt, der für mich maßgeblich dazu beigetragen hat, war der Perspektivwechsel. Grundsätzlich mag ich mehrere Perspektiven, aber hier hat es für mich eher das Gegenteil bewirkt: Statt mich näher an die Figuren heranzubringen, hat es alles irgendwie zerfasert wirken lassen. Ich hatte ständig das Gefühl, dass die emotionale Bindung unterbrochen wird, bevor sie überhaupt richtig entstehen konnte.
Gleichzeitig wurde dadurch vieles vorweggenommen: bestimmte „Geheimnisse“ waren entweder schon bekannt oder ließen sich sehr früh zusammenreimen.

Und genau das hat mir leider auch die Spannung genommen. Ich hatte selten das Gefühl, wirklich überrascht zu werden. Vieles wirkte vorhersehbar, und gerade bei einem Roman, der stark von emotionalen Wendungen lebt, ist das für mich ein großes Problem. Auch das Ende hat mich deshalb nicht mehr wirklich berührt. Es kam weder überraschend noch besonders bewegend. Stattdessen hatte ich eher das Gefühl, mir schon vorher zusammenreimen zu können, worauf alles hinausläuft. Selbst das angedeutete offene Ende wirkte für mich wenig wirkungsvoll, weil ich glaube, bereits zu wissen, welches „Geheimnis“ hinter Finns Entdeckung steckt.

Hinzu kommt, dass sich die Handlung für mein Empfinden oft zieht. Es gibt viele ruhige, beschreibende Passagen – was grundsätzlich zur Atmosphäre passt –, aber ohne eine starke emotionale Verbindung zu den Figuren verliert das Ganze schnell an Wirkung. Für mich fühlte es sich stellenweise eher zäh als entschleunigt an.

Unterm Strich bleibt bei mir ein etwas zwiespältiger Eindruck: Ich sehe absolut, was das Buch sein wollte, nämlich ein gefühlvoller, atmosphärischer Roman über Verlust, Hoffnung und Neuanfänge. Und in Ansätzen funktioniert das auch, vor allem durch das wirklich gelungene Setting. Aber mich persönlich konnte die Geschichte leider überhaupt nicht abholen. Dafür fehlte mir die emotionale Tiefe in den Figuren, die Spannung in der Handlung und eine gewisse Unvorhersehbarkeit.
Es ist eines dieser Bücher, bei denen ich verstehe, warum andere es mögen, aber für mich hat es einfach nicht funktioniert.

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