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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2023

Schonungsloser Thriller voller Abgründe und Grausamkeiten

Totenkälte
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Mit diesem Buch gelingt der Autorin Mareike Palmer ein schonungsloser Thriller voller Abgründe und Grausamkeiten, der zudem doch ziemlich blutig ausfällt und somit schon absolut hartgesottene Leser benötigt. ...

Mit diesem Buch gelingt der Autorin Mareike Palmer ein schonungsloser Thriller voller Abgründe und Grausamkeiten, der zudem doch ziemlich blutig ausfällt und somit schon absolut hartgesottene Leser benötigt. Eine Verfilmung dieser Geschichte würde wohl definitiv als FSK18 eingestuft werden müssen und die Triggerwarnung zu Beginn des Buches ist auch absolut berechtigt.

50 Menschen erwachen in einem Labyrinth aus Räumen, in denen perfide Prüfungen und Aufgaben auf die Gruppe warten, die schnell für erste Opfer sorgen. So beginnt ein gnadenloser Überlebenskampf, bei dem die Chancen mehr als ungleich verteilt sind. Und ständig bleibt die Frage im Hinterkopf, warum man Teil dieser Gruppe ist und wer hier im Hintergrund die Strippen zieht.

Mit einem packenden Schreibstil und zahlreichen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte konsequent voran und schickt ihre Protagonisten (und damit auch uns Leser) von einem Schockmoment zum nächsten. Dabei schlägt sie ein mörderisch hohes Erzähltempo an, das einem beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen lässt. Zunächst erleben wir das grausame Geschehen durch die Augen des Studenten und Ich-Erzählers Xen Wan, dessen eher nüchterner Erzählstil den Leser lange Zeit in einer Art Beobachterrolle hält. Im Verlauf der Geschichte kommt es dann aber zu einem Perspektivwechsel, der deutlich emotionaler daherkommt und dadurch eine wesentlich stärkere Wirkung hinterlässt. Die Mitglieder der Gruppe sind zwar insgesamt gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, zu ihren Hintergründen erfährt man aber wenig bis nichts, so dass es mir lange Zeit schwergefallen ist, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen. Dieser Umstand hat mich die Qualen, die sie zu durchleiden haben, allerdings auch ein wenig besser ertragen lassen. Nach einer gewissen Zeit fängt man dann aber doch immer mehr an, zumindest mit den meisten der gequälten Seelen mitzufiebern.

Komplett überzeugen konnte mich das Buch allerdings nicht, darauf näher einzugehen würde hier dann aber doch zu sehr spoilern. Wer auf Thriller der etwas härteten Art steht, wird hier unter dem Strich aber gut bedient und spannend unterhalten.

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Abwechslungsreiche Dark Fantasy - Anthologie über eine facettenreiche Figur der phantastischen Literatur

Scherben einer Göttin
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Ob als erste Frau Adams, als Göttin, als Dämonin oder als Geliebte Luzifers, die hinter den Spiegeln lebt, Lilith gehört auf jeden Fall zu den schillerndsten und facettenreichsten Figuren den phantastischen ...

Ob als erste Frau Adams, als Göttin, als Dämonin oder als Geliebte Luzifers, die hinter den Spiegeln lebt, Lilith gehört auf jeden Fall zu den schillerndsten und facettenreichsten Figuren den phantastischen Genres und präsentiert sich da als Gestalt mit den 1000 Gesichtern.

In dieser sehr abwechslungsreichen Dark-Fantasy-Anthologie versuchen nun 18 Autorinnen und Autoren hinter diesen Mythos zu blicken und die Figur der Lilith tiefer zu ergründen. Das Ergebnis ist mehr als gelungen und bietet unter dem Strich nicht nur spannende Unterhaltung, sondern verbreitet darüber hinaus auch noch eine eher düstere Grundstimmung, die der Figur so auch absolut gerecht wird.

Wie immer kann in einer solchen Sammlung nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack zu 100 Prozent treffen. Meine persönlichen Favoriten sind hier die Beiträge von. Olaf Raack, Anke Becker, Marco Geiger, Allegra Bork, Antje Bremer und Bjela Schwenk, die zudem auch als Herausgeberin fungiert. Aber auch die übrigen Geschichten haben ihren ganz eigenen Reiz und bieten durchgehend einen sehr hohen Unterhaltungswert. So konnte mich in dieser Anthologie auch der eine oder andere Beitrag durchaus neugierig auf weitere Werke aus der Feder der jeweiligen Autorinnen bzw. Autoren machen.

Wer auf spannende und abwechslungsreiche Geschichten aus der breiten Palette der Dark Fantasy steht, sollte in dieser Anthologie auf jeden Fall den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Stimmungsvoller Krimi aus dem hohen Norden

Friesendämmerung
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In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Sandra Dünschede ihren Ermittler Dirk Thamsen von der Polizeistation Niebüll in seinen bereits fünfzehnten Fall. Wie immer wird er dabei von seinen Kollegen ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Sandra Dünschede ihren Ermittler Dirk Thamsen von der Polizeistation Niebüll in seinen bereits fünfzehnten Fall. Wie immer wird er dabei von seinen Kollegen und Freunden tatkräftig unterstützt.

Für mich war es die erste Begegnung mit dem sympathischen Ermittler und dem gut aufeinander abgestimmten Ensemble um ihn herum und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier wesentliche Vorkenntnisse aus den bisherigen Bänden fehlen würden, auch wenn ich sicherlich nicht jede Anspielung auf vorangegangene Ereignisse direkt verstanden habe. Grundsätzlich werden aber alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören.

Als auf dem Golfplatz von Stadum die Leiche von Johannes Petersen gefunden wird, scheint der Fall schnell gelöst zu sein. Der Chef eines Entsorgungsunternehmens hat sich eine ordentliche Anzahl an Feinden geschaffen, aus denen sich schnell ein mutmaßlicher Täter abzeichnet, der sich dann auf dem Polizeirevier das Leben nimmt. Doch der deshalb von Selbstvorwürfen geplagte Dirk Thamsen hat da noch so seine Zweifel und auch sein Freund Haie Ketelsen verfolgt mal wieder seine ganz eigenen Spuren.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen und reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran, legt dabei geschickt ein paar falsche Fährten und liefert am Ende eine absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, von denen besonders Haie der Geschichte seinen ganz besonderen Stempel aufdrückt und dabei auch ein wenig Humor in das Geschehen mit einbringt.

Wer auf spannende Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier gut bedient und unterhalten. Mein erstes Buch der Autorin wird mit Sicherheit nicht mein letztes bleiben.

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Veröffentlicht am 20.03.2023

Abwechslungsreiche Anthogie mit 22 kurzweiligen Geschichten aus dem phantastischen Bereich

Menschen und andere seltsame Wesen
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In dieser Anthologie bieten Monika Loerchner und Leveret Pale alias Nikodem Skrobisz in 22 abwechslungsreichen Kurzgeschichten einen bunten Querschnitt ihres schriftstellerischen Schaffens.

Ein launiger ...

In dieser Anthologie bieten Monika Loerchner und Leveret Pale alias Nikodem Skrobisz in 22 abwechslungsreichen Kurzgeschichten einen bunten Querschnitt ihres schriftstellerischen Schaffens.

Ein launiger Dialog der beiden Autoren bietet einen guten Einstieg in das Buch, bevor wir es dann, wie der Titel schon treffend beschreibt mit Menschen und anderen seltsamen Wesen zu tun bekommen. Dabei finden sich hier im Wesentlichen Geschichten, die entweder dem Horror-, Mystery- oder Fantasy-Genre zuzuordnen sind, oftmals handelt es sich aber auch um einen Mix aus diesen Genres. Dabei geht es zuweilen schon recht heftig zur Sache, auch an Blut wird nicht unbedingt gespart. Die Geschichten zeichnen sich aber auch durch Humor, der zuweilen auch ziemlich schwarz ausfällt, böse Schlusspointen und recht skurrile Protagonisten aus.

Wie immer kann in einer solchen Sammlung nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack zu 100 Prozent treffen. Meine persönlichen Favoriten sind hier der gemeinsame Beitrag „Sommerwind“, die Geschichten „Unter Menschen“, „Im Wald“ und „Im Fluss“ von Monika Loerchner und „Die Erdbeersahnemorde“ von Leveret Pale. Aber auch die übrigen Geschichten haben ihren ganz eigenen Reiz und bieten durchgehend einen sehr hohen Unterhaltungswert. So konnte mich diese Anthologie auch durchaus neugierig auf die weiteren Werke aus der Feder der beiden Autoren machen.

Wer auf spannende und abwechslungsreiche Geschichten aus der breiten Palette des phantastischen Genres steht, sollte in dieser Anthologie auf jeden Fall den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

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Veröffentlicht am 08.03.2023

Hochprozentige Kurzgeschichten, die garantiert keine Kopfschmerzen verursachen

The ‰-Files
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In dieser Anthologie bieten 11 Autorinnen und Autoren hochprozentige Geschichten rund um das Thema Alkohol, die auch garantiert keine Kopfschmerzen oder andere üble Nachwirkungen erzeugen. Gänsehaut vom ...

In dieser Anthologie bieten 11 Autorinnen und Autoren hochprozentige Geschichten rund um das Thema Alkohol, die auch garantiert keine Kopfschmerzen oder andere üble Nachwirkungen erzeugen. Gänsehaut vom Gruseln und Bauchschmerzen vom Lachen sind allerdings nicht so ganz auszuschließen.

Die einzelnen Beiträge sind sehr abwechslungsreich und nähern sich dem Grundthema mit unterschiedlichen Stilmitteln. So finden sich hier Geschichten, die entweder dem Horror-, Mystery- oder Fantasy-Genre zuzuordnen sind, oftmals handelt es sich aber auch um einen Mix aus diesen Genres. Dabei geht es zuweilen schon recht heftig zur Sache, auch an Blut wird nicht unbedingt gespart. Die Geschichten zeichnen sich aber auch durch Humor, der zuweilen auch ziemlich schwarz ausfällt, und böse Schlusspointen aus.

Wie immer kann in einer solchen Sammlung nicht jeder Beitrag den persönlichen Lesegeschmack zu 100 Prozent treffen. Meine persönlichen Favoriten sind hier die Geschichten „Drunken Dragon Tattoo“ von Hanna Nolden, „Prager Absinth“ von Tina Skupin, „Dinner for Six“ von Mark G. Rummel und die ziemlich abgedrehte Superhelden-Story „Die letzte Schlacht der Alkohelden“ von Jörg Fuchs Alameda, die der Anthologie einen krönenden Abschluss beschert. Aber auch die übrigen Geschichten haben ihren ganz eigenen Reiz und bieten durchgehend einen sehr hohen Unterhaltungswert.

Wer auf spannende und abwechslungsreiche Geschichten steht und dem Thema Alkohol durchaus etwas abgewinnen kann, sollte in dieser Anthologie auf jeden Fall den einen oder anderen Beitrag ganz nach seinem Geschmack finden.

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