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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2023

Tödliche Träume

Die marmornen Träume
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"Die marmornen Träume" von Jean Christoph Grangé ist der erste Thriller, den ich seit Jahren gelesen habe. Mich hat weniger das Cover oder die Story um den Mörder angesprochen, sondern das Thema Traum ...

"Die marmornen Träume" von Jean Christoph Grangé ist der erste Thriller, den ich seit Jahren gelesen habe. Mich hat weniger das Cover oder die Story um den Mörder angesprochen, sondern das Thema Traum und Traumdeuten in diesem Kontext.

Der Thriller spielt zur Nazizeit in Berlin. Das Buch fängt direkt interessant an, in der Praxis von Simon Kraus, dem Psychoanalytiker. Erst im weiteren Verlauf lernt man auch die anderen Haupt-Charaktere, die Psychiaterin Minna von Hassel, und den SS-Offizier Franz Beewen. Die Charaktere haben mir alle sehr gut gefallen. Keiner von ihnen scheint ein klassischer Held, mit offensichtlich dunklen Seiten. Und doch werden sie das im Laufe der Geschichte, auf eine gewisse Art und Weise. Denn die Mordfälle lassen keinen von ihnen los, bis sie die ganze Wahrheit über die Hintergründe der Taten erfahren.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen. Ab und an war es für mich zugegebenermaßen nah an „zu viel“. Zu grausam. Nichts für sensible Personen. Abgesehen davon war es für mich zeitweise etwas langatmig.

Würde ich das Buch empfehlen? Ja! Denn im Laufe der Geschichte gibt es viele unerwartete Wendungen und das Ende – da kommt man einfach nicht von selbst drauf! :)

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Veröffentlicht am 15.08.2022

Realistisch, gefühlvoll, schön und traurig zugleich

Jahre mit Martha
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Das Cover passt gut zum Inhalt, ist unauffällig und doch ansprechend.
Die Umsetzung des Themas finde ich äußerst gelungen! Es ist unglaublich realistisch. Mit dem Thema Migrationshintergrund ...

Das Cover passt gut zum Inhalt, ist unauffällig und doch ansprechend.
Die Umsetzung des Themas finde ich äußerst gelungen! Es ist unglaublich realistisch. Mit dem Thema Migrationshintergrund kenne ich mich gut aus. Die Gefühle, Erfahrungen und Gedanken von Željko könnten ganz genau so in der Wirklichkeit stattgefunden haben. Das ist einer der Gründe, wieso mir dieses Buch so gut gefällt.
Auch der Schreibstil gefällt mir, unaufgeregt, mit einem Hauch Poesie. Und das ist an dieser Stelle auch ein Punkt, der mich ab und an etwas irritiert hat. Ich kann mir bei einigen Szenen des jungen Željko (15 Jahre) nicht vorstellen, dass er gewisse Vorgänge schon in den jungen Jahren so intensiv romantisch erlebt hat, während die kindliche Seite teilweise noch sehr stark hervortritt. Und im Rückblick scheint es mir eine extrem genaue Erinnerung – vielleicht aber auch durch die rosa Brille der Erinnerung und eben nicht realitätsgetreu? Das passt für mich aber mit den anderen Szenen nicht immer so überein und hat mich ab und an etwas aus dem Lesefluss gerissen.
Bis auf diesen Kritikpunkt gefallen mir auch die Figuren sehr gut. Nicht alle Handlungen sind für mich logisch nachvollziehbar – wie eben auch im echten Leben. Eine schöne Lektüre, die ich weiterempfehle!

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Paris zwischen Poesie und Alltag

Die Suche nach Zuhause
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Marie Luise Ritter erzählt offen von ihrem Leben in Paris und verbindet das mit der Frage, wo man sich Zuhause fühlt.

Gerade ihre poetischen Beobachtungen mochte ich sehr: die Art, wie sie Stimmungen ...

Marie Luise Ritter erzählt offen von ihrem Leben in Paris und verbindet das mit der Frage, wo man sich Zuhause fühlt.

Gerade ihre poetischen Beobachtungen mochte ich sehr: die Art, wie sie Stimmungen einfängt, wie sie durch die Stadt streift und kleine Momente wichtig macht.

An anderen Punkten verliert die Erzählung jedoch an Tempo. Vor allem die ausführlichen Passagen zur Wohnungssuche lenken den Blick von der eigentlichen Frage weg.

Dort stehen Abläufe im Vordergrund, die zwar nachvollziehbar sind, aber für wenig Tiefe sorgen. So entsteht ein deutlicher Wechsel zwischen dichten, nachdenklichen Szenen und Kapiteln, die eher wie Alltagsprotokolle wirken und das Thema etwas verwässern.

Am überzeugendsten ist das Buch immer dann, wenn die Autorin bei ihren Gefühlen und Beobachtungen bleibt – dort findet es seinen stärksten Ton.

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Veröffentlicht am 15.04.2024

Ängste entmystifiziert

Stark gegen Ängste
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Das Sachbuch „Stark gegen Ängste“ von Andreas Hillert bietet einen recht tiefen Einblick in das Thema Angst. Der Autor, ein erfahrener Psychotherapeut, legt den Schwerpunkt auf die Erklärung von Ängsten. ...

Das Sachbuch „Stark gegen Ängste“ von Andreas Hillert bietet einen recht tiefen Einblick in das Thema Angst. Der Autor, ein erfahrener Psychotherapeut, legt den Schwerpunkt auf die Erklärung von Ängsten. Er geht dabei ins Detail und beschreibt die wissenschaftlichen Grundlagen ausführlich. So ausführlich wie es auf rund 170 Seiten möglich ist.
Der praktische Teil des Buches, der Strategien zur Angstbewältigung vorstellt, fällt im Vergleich dazu kleiner aus.

Die Leserinnen finden Fragebögen und Diagramme, um das Thema für sich zu reflektieren. Trotz der guten Absicht des Autors und der klaren Struktur des Buches, bleibt die Frage offen, ob es Leserinnen mit Ängsten und Phobien tatsächlich helfen kann.

Ich muss gestehen, ich hatte mir mehr erhofft vom Strategie-Teil. Gefühlt ist es nichts Halbes und nichts Ganzes. Viel Theorie, aber dann noch recht wenig für das komplexe Thema und wenig Strategie.

Insgesamt ist das Buch eher für diejenigen geeignet, die sich grundlegend mit dem Thema Angst auseinandersetzen möchten, und weniger für diejenigen, die nach Lösungen für sich selbst suchen. Der Titel verspricht meiner Meinung nach zu viel.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Interessante Idee

Zeiten der Langeweile
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Das Buchcover von „Zeiten der Langeweile“ gefällt mir sehr gut. Schlicht und passend zur Geschichte. Die Protagonistin Mila, Anfang 30, entscheidet sich, ihre digitale Existenz restlos zu löschen.

Viele ...

Das Buchcover von „Zeiten der Langeweile“ gefällt mir sehr gut. Schlicht und passend zur Geschichte. Die Protagonistin Mila, Anfang 30, entscheidet sich, ihre digitale Existenz restlos zu löschen.

Viele haben sich bestimmt schon mit der Frage beschäftigt, ob sie nicht zu viel Zeit online verbringen und ob so ein „Digital Detox“ oder zumindest eine kürzere Screen-Time nicht erfüllender wären. Wer dieses Selbstexperiment gewagt hat, stellt oft schnell fest: Es ist doch mehr Zeit, als gedacht. Was mache ich jetzt damit? Zumindest ging es mir so ;) Das hat das Buch für mich zu Beginn so interessant gemacht. Ich hatte gehofft, etwas für mich mitnehmen zu können.

Die Umsetzung dieser Geschichte ist nicht schlecht. Der Roman bietet Einblicke in Milas Wandlung, die Ich-Perspektive gibt Einblicke in ihre Gedankenwelt und der Schreibstil ist angenehm und leicht verständlich.

Die Geschichte entwickelt sich allerdings anders als gedacht, immer mehr driftet die Protagonistin in das andere Extrem ab. Und geht mir dabei verloren.

Insgesamt ist „Zeiten der Langeweile“ eine interessante Lektüre mit einer vielversprechenden Idee, die für mich aber zu sehr von der Realität der meisten abweicht und am Ende nicht das ist, was ich gerne gelesen hätte.

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