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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2023

Dramatisch, fies, spannend

One of the Girls
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Lexi ist überglücklich. Sie wird bald ihre große Liebe Ed heiraten und freut sich auf den von ihrer Freundin Bella organisierten Junggesellinenabschied auf einer griechischen Insel. Alles scheint perfekt, ...

Lexi ist überglücklich. Sie wird bald ihre große Liebe Ed heiraten und freut sich auf den von ihrer Freundin Bella organisierten Junggesellinenabschied auf einer griechischen Insel. Alles scheint perfekt, doch nach und nach werden Geheimnisse unter den Mädels gelüftet, die besser verborgen geblieben wären…

Die Story wird abwechselnd aus Sicht der sechs Mädels erzählt. Diese sind nicht nur ganz schön unterschiedlich, sie beherrschen es auch alle, zunächst ihr Gesicht zu bewahren, bevor ihnen zum Ende hin keine Wahl mehr bleibt und ihre Masken fallen. Der Autorin ist es dabei prima gelungen, jeder Protagonistin die passende Tiefe zu verleihen. Ich fand alle Mädels auf ihre Art einzigartig, interessant und geheimnisvoll.

Spannungsmäßig nimmt das Buch leider erst ab der Hälfte an Fahrt auf. Davor ist man tatsächlich nur damit beschäftigt, alle sechs Protagonistinnen kennenzulernen. Doch als es dann richtig losgeht, gibt es für den Leser auch kein Halten mehr. Schlag auf Schlag werden Geheimnisse gelüftet, die ich nicht mal hätte erahnen können. Personen, die sich eigentlich nahestehen, streiten sich und geben Dinge zu, dir mir das Blut in den Adern gefrieren ließen. Die Ereignisse überschlagen sich regelrecht, und Clarke zerrt den neugierigen Leser mit ihrem packenden und bildhaften Schreibstil durch die Handlung. Dabei achtet sie präzise darauf, die Atmosphäre genau aufzugreifen und zu übermitteln. Hervorragend!

Der Schlussteil ist ziemlich nervenaufreibend und spannungsreich. Clarke holt hier nochmal alles raus und präsentiert dem Leser ein Ende, das sich gewaschen hat. Für mich ein gelungener Abschluss eines abenteuerreichen Buches.

Fazit: Ein gelungener Thriller, der mir mal wieder gezeigt hat, dass man niemandem außer sich selbst vertrauen sollte. Dramatisch, fies, spannend.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Dramatisch, spannend, atmosphärisch

Dinge, die wir brennen sahen
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Bereits der Titel hat mich angesprochen. Und vor allem das englische Original ist nach der Lektüre sehr viel greifbarer und auch sinniger. Denn in der Kleinstadt Durton, umgangssprachlich Dirt Town genannt, ...

Bereits der Titel hat mich angesprochen. Und vor allem das englische Original ist nach der Lektüre sehr viel greifbarer und auch sinniger. Denn in der Kleinstadt Durton, umgangssprachlich Dirt Town genannt, versteckt sich genau das: viel Schmutz. Häusliche Gewalt, Missbrauch, ungeahnte Beziehungen sind nur ein Bruchteil dessen, was im Laufe der Ermittlungen um das Verschwinden von Esther ans Tageslicht kommt.

Besonders gut haben mir die unterschiedlichen Erzählweisen gefallen. Auch wenn ich anfangs nicht genau wusste, was die Kapitel aus der Sicht „wir“ zu bedeuten haben und wohin Scrivenor mich damit führen wollte, hat sich am Ende auch das in das Gesamtbild eingefügt. Diese Kapitel waren in einer ganz eigenen, gleichzeitig passenden Sprache geschrieben und hatten ganz viel Herz.

Generell versteht die Autorin es, die Geschehnisse spannend darzustellen und einen Hammer nach dem anderen folgen zu lassen. Ich fand keine Stelle langatmig. Im Gegenteil, die Spannung war klug austariert. Gab es eine Stelle, die ins Belanglose abzukippen drohte, kam knapp vorher ein meist unerwarteter Twist. Gleichzeitig entstand eine bedrückende Atmosphäre, der die Schwere etwas durch den gefühlvollen Schreibstil genommen wurde.

Dadurch, dass die Bewohner der Stadt zu Wort kommen und ihre Sicht der Ereignisse schildern, gewinnt der Roman viel an Authentizität. Ebenso fiel es mir leicht, mich mit den verschiedenen Personen zu identifizieren und ihnen Glauben zu schenken. Besonders die Blickwinkel der Kinder sind zwar durch die ans Alter angepasste Sprache erfrischend zu lesen, gleichzeitig wird jedoch klar, dass zwischen den Empfindungen der Erwachsenen und denen der Kinder Welten liegen können. Hier kommt die schwere Tragweite der Ereignisse deutlich hervor.

Fazit: Das erste Vierteljahr ist um, und mein bisheriges Highlight ist definitiv dieses Buch. Für alle, die keinen großen Thrill brauchen, sondern auch atmosphärische Spannungsromane mögen, genau die richtige Lektüre!

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Abgründig, brisant, hochspannend

Die Zentrale
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Nachdem Laura im ersten Teil dieser Reihe die korrupten Machenschaften der BWG Bank Berlin aufgedeckt hat, wird sie nun nach Frankfurt in die Zentrale versetzt. Was zunächst nach einer dicken Beförderung ...

Nachdem Laura im ersten Teil dieser Reihe die korrupten Machenschaften der BWG Bank Berlin aufgedeckt hat, wird sie nun nach Frankfurt in die Zentrale versetzt. Was zunächst nach einer dicken Beförderung klingt, entpuppt sich schon bald als grausamer Albtraum für Laura. So wird sie über Nacht nicht nur öffentlich an den Pranger gestellt, sondern auch noch des Mordes beschuldigt. Und als Laura denkt, schlimmer geht es nicht mehr, muss sie sich plötzlich auch noch um ihren Mann Timo sorgen…

Die Handlung lebt von den aufeinander folgenden Geschehnissen, die dem Leser den Atem stocken lassen. Ein Ereignis jagt hier das nächste, und gerade wenn man meint, mal Zeit zum Durchatmen zu haben, kommt es wieder knüppeldick. Es mag durchaus an den angenehm langen Kapiteln liegen, die fließend ineinander übergehen. Aber auch Etzolds fesselnder Schreibstil packt den Leser und zieht ihn immer tiefer in den schockierenden Finanzstrudel der BWG Bank.

Laura ist eine ausgezeichnete Protagonistin, die mir schon im ersten Teil imponiert hat. In diesem Werk hat Etzold sie noch gewiefter und mutiger dargestellt. Eine Anpassung, die mir äußerst gefallen und meine Neugier immens gesteigert hat.

Der Schlussteil war eine große Überraschung, denn hier geht es wirklich Schlag auf Schlag. Ich dachte, es wäre schon zu Ende, da kam Etzold nochmal mit einer fetten Überraschung um die Ecke. Ein grandioses und auch offenes Ende lässt mich schon jetzt auf die Fortsetzung freuen.

Fazit: Ein abgründiger Thriller, der den Leser tief hinter die Kulissen der großen Banken blicken lässt. Hochspannend, brisant und absolut in der Zeit. Top!

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Coole Coming of Age Fantasy-Story im 80's-Style

Der Geisterbaum
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Ehrlicherweise war ich ja sehr skeptisch, als ich Henrys neuestes Meisterwerk zum ersten Mal in den Händen hielt. Nachdem mich „Die Legende von Sleepy Hollow“ bei aller Faszination am Ende doch eher enttäuscht ...

Ehrlicherweise war ich ja sehr skeptisch, als ich Henrys neuestes Meisterwerk zum ersten Mal in den Händen hielt. Nachdem mich „Die Legende von Sleepy Hollow“ bei aller Faszination am Ende doch eher enttäuscht hat, war ich hin- und hergerissen. Aber die Neugier hat gesiegt. Zum Glück, sage ich euch!

Christina Henrys Konzept ist es ja, Märchen und Legenden aufzugreifen und diesen einen knallbunten neuen Gruselanstrich zu verpassen. So weit, so gut. Erstmals ist mir die Geschichte aber total unbekannt. Und ich habe auch nicht herausgefunden, welche Legende den Grundstein gelegt haben könnte. Also, wer von euch hat eine Idee oder kennt die Story?

Ich liebe die Art, wie Henry ihre Figuren entwickelt. Und so ist es wohl auch unumgänglich gewesen, dass ich die vollkommen unperfekte fünfzehnjährige Lauren und ihren kleinen Bruder David direkt ins Herz geschlossen habe. Wie auch schon in ihren vorherigen Storys, schafft es die Autorin, alle anderen Akteure so zu zeichnen, dass man eigentlich bis zum Schluss nicht wirklich weiß, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört.

Henry nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Hartgesottenen unter uns werden bei der Lektüre wahrscheinlich hier und da schmunzeln. Nichtsdestotrotz ist es eine super spannende Story. Und für alle anderen gibt es schon einige Gruselmomente und brutale Schilderungen, die nicht ohne sind.

Auch sprachlich hat Christina Henry mich auf der ersten Seite abgeholt. Sie versteht es einfach, Handlungen im richtigen Tempo so voran zu treiben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Auch wenn ich mir die Auflösung schlussendlich doch etwas opulenter und weniger schlicht gewünscht hätte, konnte mich „Der Geisterbaum“ absolut überzeugen.

Fazit: „Der Geisterbaum“ ist eine coole Coming of Age Fantasy-Story im 80s-Style, die nicht nur Christina Henry Fans gefallen wird. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.03.2023

Wahnsinnig berührend

SORRY. Ich habe es nur für dich getan
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Robyn ist Journalistin und liebt ihre Arbeit, obwohl ihr Engagement leider nur wenig gewürdigt wird. Die Arbeit ist für sie auch eine Art Flucht, denn Robyn hat gerade eine unschöne Trennung aus einer ...

Robyn ist Journalistin und liebt ihre Arbeit, obwohl ihr Engagement leider nur wenig gewürdigt wird. Die Arbeit ist für sie auch eine Art Flucht, denn Robyn hat gerade eine unschöne Trennung aus einer toxischen und gewalttätigen Beziehung hinter sich. So ist sie mehr als überrascht, als plötzlich die Polizei in der Redaktion auftaucht und Robyn über das Verschwinden ihres Ex-Freundes Julian informiert. Wie oft hatte sie sich genau das gewünscht? Und doch fragt sie sich, wo Julian steckt und was mit ihm passiert ist. Als ihr bester Freund Cooper dann als Tatverdächtiger festgenommen wird, beginnt für Robyn die reinste Tortur. Um die Unschuld ihres besten Freundes zu beweisen, muss sie sich den schrecklichen Monaten mit Julian erneut stellen und verliert damit langsam den Verstand…

Puh, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie ich in Worte fassen soll, was ich da gelesen habe. So viel vorweg: Die Handlung hat mir einiges abverlangt und ich bin froh, dass ich nicht Robyn war und nicht mir all das widerfahren ist. Besonders hervorheben möchte ich, dass die Autorin mit Robyn einen Charakter geschaffen hat, der einfach nur zu bewundern ist. Eine unglaublich starke und mutige Frau, die niemals aufgibt und mir gezeigt hat, dass wir Frauen uns nicht unterdrücken lassen sollten. Ob die Autorin wohl deshalb den Weltfrauentag als Veröffentlichung für das Buch ausgesucht hat?

Die Autorin lässt die Geschichte bewusst nur aus Robyns Sicht erzählen. Alles andere würde auch gar keinen Sinn ergeben. Dabei erleben wir einmal die aktuellen Geschehnisse und blicken kapitelweise mit Robyn zurück auf ihre Beziehung mit Julian. Was einst liebevoll begann, endete für Robyn in einem Albtraum – einem Martyrium, dem sie glücklicherweise entkommen ist.

Der Schreibstil von Iosivoni ist fesselnd, düster und unglaublich bedrückend. Die Autorin wählt ihre Worte zwar vorsichtig, verleiht ihnen aber aufgrund der geschaffenen Atmosphäre einen ängstlichen und bedrohlichen Ausdruck. Mir stockte hin und wieder der Atem bei der Vorstellung, wie vielen Frauen es tatsächlich so ergehen mag. Frauen, die sich in ihrer Beziehung hilflos ausgeliefert fühlen und denen der Mut fehlt, einen Schlussstrich zu ziehen. Für all diejenigen hat die Autorin mit ihrem Werk eine eindeutige Botschaft in die Welt geschickt.

Fazit: Ein gelungener Roman über Gefühle, Vertrauen und dunkle Abgründe, der mich wahnsinnig berührt und nachdenklich zurückgelassen hat. Hat mich von der ersten Seite an überzeugt. Lesen!

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