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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2023

Starke Freunde

Der Wunderling
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Auch eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Der Schreibstil ist packend und ich war sofort verzaubert. Alles beginnt in Miss Carbunkles Heim für widerspenstige und missratene Geschöpfe. Genau wie Arthur ...

Auch eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Der Schreibstil ist packend und ich war sofort verzaubert. Alles beginnt in Miss Carbunkles Heim für widerspenstige und missratene Geschöpfe. Genau wie Arthur landet auch Trixie, ein kleiner Vogel, in diesem düsteren Heim. Es ist der Ort, an dem sich die beiden zum ersten Mal treffen. Bald darauf schmieden sie einen Plan, um endgültig von dort zu verschwinden und den dunklen Machenschaften von Miss Carbunkle ein Ende zu setzen...
Ein Geschichte, die sehr berührt, wenn man hört, unter welchen Umständen die Waisen dort leben müssen. Es spielt im 19. bis 20. Jahrhundert und vermittelt auch genau diese Atmosphäre: einerseits hell und fröhlich und andererseits dunkel und grausam. Alles in allem ein sehr lohnens- und lesenswertes Buch, was es verdient hat, nicht nur tief vergraben in einem Bücherregal zu verstauben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.08.2023

Isla - Meine Kindheitsheldin

Foxcraft – Die Magie der Füchse
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Ich muss dazu sagen, dass meine Beziehung zu dieser Buchreihe nicht von Anfang an unter guten Sternen stand, da ich aus Versehen zuerst den zweiten Band gelesen habe. Nachdem ich dann jedoch noch einmal ...

Ich muss dazu sagen, dass meine Beziehung zu dieser Buchreihe nicht von Anfang an unter guten Sternen stand, da ich aus Versehen zuerst den zweiten Band gelesen habe. Nachdem ich dann jedoch noch einmal von vorne mit Band 1 begonnen habe, wurden die Hintergründe klarer und ich war von der Story total gefesselt. Besonders gefallen haben mir außerdem die Karten auf den ersten Doppelseiten. Teilweise habe ich sie stundenlang betrachtet und mir ausgemalt, wie es wohl wäre, in Islas Welt zu leben. Von Beginn ab war sie meine Heldin und natürlich habe ich auch ihren Bruder sofort ins Herz geschlossen. Für Siffrin musste ich erst eine gewisse Empathie entwickeln, aber letzten Endes gehörte er genauso zur Familie wie alle anderen. Es ist meine allerliebste Buchreihe, die ich als Kind gelesen habe. Ich war so begeistert davon, dass ich alle Bücher gleich dreimal hintereinander lesen musste. Die Cover sind zudem wirklich wunderschön gestaltet und spiegeln wunderbar die Stimmung dieser magischen Welt wider, auch ihre dunkle Seite. Ich kann mich nur ganz sehr bei der Autorin Inbali Iserles bedanken, die mir eines der besten Leseerlebnisse in meiner Kindheit beschert hat. Ich spreche mit dieser Rezension für alle drei Bände. Eine zauberhafte Handlung, die ich mein Leben lang nicht wieder vergessen werde.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Tiefgreifend, brutal und voll tödlicher Liebe

The Book Eaters
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Wie weit darf Liebe gehen?
Für Devon, eine Buchesserin, ist das keine Frage. Für ihren Sohn Cai würde sie alles geben - und zwar bedingungslos. Doch dabei gibt es einen großen Haken: Im Gegensatz zu ihr ...

Wie weit darf Liebe gehen?
Für Devon, eine Buchesserin, ist das keine Frage. Für ihren Sohn Cai würde sie alles geben - und zwar bedingungslos. Doch dabei gibt es einen großen Haken: Im Gegensatz zu ihr ist Cai ein Gedankenesser und um zu überleben, ist er gezwungen, die Seelen lebendiger Menschen essen...
Ausgestoßen von ihrem eigenen Clan versteckt sich Devon auf der Suche nach einer Lösung, um ihren Sohn zu schützen und folgt schon bald einer heißen Spur...

Sunyi Dean ist mit "The Book Eaters" ein absoluter Hit gelungen. Die Story packt ab der ersten Seite und hat mich auch bis zum letzten Kapitel nicht wieder losgelassen.
Ein, aus meiner Sicht, rundum sehr gut umgesetztes Buch mit einer ordentlichen Portion Tiefgang, die ich beim Lesen des Klappentextes so gar nicht erwartet hätte.
Es werden u. a. die Ungerechtigkeit patriarchaler Strukturen, arrangierte Ehen und die Objektifizierung der Frau thematisiert, denn in der Welt der Book Eaters geht es um das reine Überleben ihrer Erblinie.
Mitten in diese Zeit voller Sorgen und Unterdrückung wird Devon, die Protagonistin, hineingeboren, die der/die Lesende in zwei parallel geführten Zeitsträngen durch das Buch begleitet.
Bereits in ihrer Kindheit, die zunächst fröhlich und unbeschwert scheint, wird bereits deutlich, dass die Buchesser in einem anderen System leben, als es "normale" Menschen heutzutage tun würden.
Sofort kommt die düstere Stimmung einer Dark-Fantasy-Geschichte auf, die ich schon anhand des wunderschönen Covers und dem Klappentext vermutet habe.
Gut gefallen hat mir besonders, dass aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, was das Lesen noch abwechslungsreicher für mich gemacht hat.
Grundsätzlich war ich auch sehr angetan von Sunyi Deans Schreibstil, der sehr packend war und gleichzeitig das Setting der Story sehr gut umgesetzt hat. Ich habe ihn als sehr bildlich und anschaulich empfunden.
Damit komme ich aber auch zu einem kleinen Kritikpunkt, denn die Autorin schildert bestimmte, sehr gewaltsame Szenen äußerst detailliert, was sicherlich nicht für jede/n etwas ist. Ich habe mich nicht daran gestört, für andere könnte es aber durchaus belastend sein; insbesondere weil es teils um Mord geht, aber auch um den Verlust von Kindern, die gewaltsam von ihrer Mutter getrennt werden. Deswegen hätte ich mir vorab eine Triggerwarnung zu den betreffenden Themen gewünscht, damit niemand völlig von den Inhalten "überrumpelt" wird.
Ansonsten bin ich von dem Buch aber über alle Maßen begeistert. Es gibt viel Backroundstory zu den einzelnen Charakteren und auch die Verhältnisse, unter welchen die Bucheresser leben, werden sehr genau beleuchtet. So bleibt ihre Welt für mich nicht nur ein "verschwommener Fleck" vor meinem inneren Auge, sondern bekommt klare Konturen. Gleiches gilt für die Protagonistin und weitere Charaktere, die alle sehr individuell und einzigartig wirken, weil jede/r von ihnen seine ganz eigene Geschichte hat.
Interessant fand ich auch die Tatsache, dass man als Lesende/r gar nicht allzu sehr mit Devon sympathisiert, weil einige ihrer moralischen Grundsätze für den Außenstehenden fragwürdig und nicht vertretbar erscheinen. Das ist nichts negatives, schließlich können nicht immer alle Figuren durch und durch gut sein, aber es ist definitiv mal ein etwas anderer Ansatz, als ich ihn aus vielen Büchern kenne.
Die Story baut sich mit jeder Seite größer und bedrohlicher auf, sodass die Spannung mit jedem Kapitel steigt. Immer wieder kommen neue Plot Twists ins Spiel und als Leser*in wird man von Mal zu Mal wieder überrascht - es wird ganz sicher nicht langweilig.
Neben der Haupthandlung fließen auch noch weitere Themen mit ein, ohne zu präsent zu sein. Dazu gehören z. B. sehr loyale Freundschaften, aber auch queere Themen. Das hat mich ganz besonders gefreut, weil es vorher nicht noch einmal explizit im Klappentext angekündigt wurde, sondern ganz selbstverständlich mit im Buch integriert war.
Die gesamte Handlung hat mir sehr gut gefallen, weil sich eben nicht nur auf den einen "Hauptstrang" fokussiert wurde, sondern mit den vielen, kleinen Nebenhandlungen auch den Charakteren die Möglichkeit gegeben wurde, sich weiterzuentwickeln, was ich bei Devon auch deutlich gesehen habe. Die Autorin schafft dadurch außerdem auch einige schöne Momente, die zum Lächeln bringen, obwohl das Setting der Story ja eigentlich doch sehr düster ist.
Das Cover passt sich perfekt ein und überträgt den "Vibe" der Geschichte auf ihren Inhalt. Wirklich hübsch anzusehen und mit einem tollen Farbschnitt. Letztlich ist es eben zu Beginn doch auch immer wieder die Umschlaggestaltung, von der ich mich gerne in den Bann ziehen lasse und was soll ich sagen? In diesem Fall hat es ja sehr gut funktioniert! :)

Mit diesem Buch bekommt man eine sehr tiefgründige Geschichte geliefert, die vor allem mit dem Thema "Mutterliebe" arbeitet und besonders präsent die Rolle der Frau in einer Gesellschaft aufgreift, wie wir sie heute nicht mehr kennen, sondern nur noch aus den vergangenen Jahrhunderten.
An Brutalität und Spannung mangelt es in diesem Fantasy-Setting auch nicht; alles in allem also ein "Komplettpaket" aus Gefühlen, Action und Fantasy.
Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 31.07.2025

Eine rasanter Wettkampf mit der Zeit vollgepackt mit Wissen

Der Da Vinci Code
1

Während einer Dienstreise in Paris wird der Symbolforscher Robert Langdon zu einem rätselhaften Mordfall im Louvre gerufen - der Museumsdirektor wurde ermordet! Und hinterlassen hat er nur einige seltsame ...

Während einer Dienstreise in Paris wird der Symbolforscher Robert Langdon zu einem rätselhaften Mordfall im Louvre gerufen - der Museumsdirektor wurde ermordet! Und hinterlassen hat er nur einige seltsame Symbole.
Gemeinsam mit Symbolforscherin Sophie Neveu macht Langdon sich auf die Suche diese zu entschlüsseln, gerät dabei jedoch selbst in den Fokus der Ermittlungen. Und auch das Rätsel zu lösen erweist sich als komplizierter und verstrickter als zunächst erwartet. Bald schon finden sich die beiden in einem Wettlauf mit der Zeit - und einem mysteriösen Gegenspieler, der um jeden Preis vor ihnen hinter das Geheimnis des Museumsdirektors gelangen will...

Von der ersten Seite an bin ich in das Buch abgetaucht - Dan Brown hat mit dem "Da Vinci Code" bei mir genau ins Schwarze getroffen - packend und mit einem scheinbar endlos anhaltenden Spannungsbogen.
Gleich zu Anfang war es mitreißend, sodass es mir oft schwer gefallen ist, das Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Der Schreibstil des Autors hat mich wirklich außergewöhnlich stark angesprochen, besonders aufgrund seiner Variabilität. Die Story sprüht regelrecht vor kontrastreichen Übergängen; war das eine Kapitel unfassbar blutig und brutal, wirkte das nächste nüchtern und sachlich neutral, wodurch ein tolles Wechselspiel der Perspektiven entstand, das sowohl aus Sicht unterschiedlicher Charaktere erzählt wurde, zeitgleich aber auch einen teils auktorial erzählenden Stil mit in die Handlung hat einfließen lassen.
Mein persönlicher Eindruck war ein sehr schillerndes und bildhaftes Leseerlebnis, was der Sprachgewandtheit des Autors zu verdanken ist, der mit Schlichtheit gespielt und mit seinen Worten dem Buchinhalt Farbe und Leben eingehaucht hat.
Dies zeigt sich auch in den beiden Protagonisten - Sophie Neveu und Robert Langdon, die im Buch sofort die Sympathie des Lesenden für sich gewinnen, ohne zu "glatt" und zu perfekt zu wirken. Als Duo haben sie das Buch sehr bereichert und ich habe sehr gerne die Konversation und den Umgang der beiden miteinander verfolgt - man könnte sagen, sie haben für ein angenehmes "Leseklima" gesorgt. Die Dialoge hatten einen sehr natürlichen Fluss, der nie gestelzt gewirkt und sich zudem sehr gut in das Gesamtwerk eingepasst hat.

Langweilig konnte es mit diesem Buch gar nicht werden. Durch die kurzen Kapitel, die u. a. auch Rückblenden und Einblicke in Sophies Leben gegeben haben, ist es mir sehr leicht gefallen, weiterzulesen, weil die kürzeren Abschnitte sehr motivierend auf mich gewirkt haben.
Und neben der Kapitellänge hat auch das gesamte Handlungskonstrukt kaum Zeit für ein Aufatmen gelassen; es war eine überaus rasante und turbulente Reise für das Protagonisten-Duo, versehen mit zahlreichen Twists und Überraschungsmomenten, wo ich zunächst dachte, dass mich so bald in dem Buch nichts mehr überraschen würde. Und doch ist es Dan Brown wieder und wieder gelungen, mich zu verblüffen.
Gleichzeitig hat er es geschafft, spannende Fakten über Kunst einzuflechten, die nicht nur für die Handlung relevant waren, sondern auch darüber hinausgingen. Das fand ich sehr schön - Allgemeinbildung verbunden mit einem Thriller. Auf den ersten Blick möglicherweise eine absurde Kombination, beim Lesen aber ohne Frage absolut genial!
Unerwähnt darf bei all dem Lob auch nicht das Cover und die Umschlaggestaltung bleiben, die mich überhaupt erst über dieses großartige Buch haben stolpern lassen. Sie versprühen eine mystische, rätselhafte, vielleicht auch leicht bedrohliche Atmosphäre mit dem Louvre im Zentrum der Vorderseite. Passend dazu ist auch der Farbschnitt, dessen Symbol(e) im Verlauf der Geschichte zum Tragen kommen. Insgesamt einfach wunderschön anzusehen und ein absoluter Blickfang im Bücherregal :)
Auf der Innenseite des Umschlags sind außerdem Bilder berühmter Gemälde und Orte zu sehen, die für die Story relevant werden. Das hat mir sehr geholfen, mir die Umgebung, in der sich das Geschehen abspielt, vorzustellen.

Eine der wenigen Sachen, wo ich mir eventuell noch etwas weitere Ausführungen bzw. Erklärungen gewünscht hätte, war das ein oder andere Rätsel, wo die Lösung aus meiner Sicht doch recht knapp geschildert war.
Auch hätte ich mich gefreut, neben Sophie Neveu ein bisschen mehr zum Hintergrund von Robert Langdon zu erfahren. Mir ist schon klar, dass der Fokus gerade gegen Ende des Buches dann nicht mehr allzu sehr auf ihm lag und es nur eine persönliche Präferenz ist, aber um ihn charakterlich für mich besser verorten zu können, hat mir da ein kleines bisschen etwas von seiner Persönlichkeit gefehlt. Gerade seine Beziehungen zu einigen anderen Charakteren und wie er sie kennengelernt hat, hätte ich durchaus als lesenswert empfunden.
Das sind aber nur geringfügige Aspekte, die das Buch als solches so gut wie gar nicht "abwerten" und vermutlich auch eine subjektive Wahrnehmung von meiner Seite darstellen.
Als Gesamtfazit lässt sich sagen, dass es sich um ein sehr lohnenswertes Buch handelt, das ohne Unterbrechungen einen unfassbar langen Spannungsbogen aufrechterhält und gleichzeitig noch nützliches Wissen vermittelt, ohne "dröge" oder gar schleppend in seinen Ausführungen zu werden. Abgerundet durch ein Ende mit Spiel für eigene Gedanken ist Dan Brown ein wahres ´Meisterwerk´ gelungen - sprachlich gerade für Jugendliche definitiv empfehlenswert!

(Wichtig: Ich beziehe mich hierbei ausschließlich auf die YA-Ausgabe; im Vergleich mit der Originalausgabe kann ich keine Aussage treffen.)

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Veröffentlicht am 09.03.2024

Streben wir alle nicht nur nach dem Einen?

Die Halbwertszeit von Glück
1

Drei Zeiten, drei Schicksale, drei Frauen - und alle sind wie auf wundersame Weise miteinander verbunden. Jede von ihnen sucht nach dem Etwas, das sich Glück nennt, doch ist Glück wirklich etwas Greifbares?

"Die ...

Drei Zeiten, drei Schicksale, drei Frauen - und alle sind wie auf wundersame Weise miteinander verbunden. Jede von ihnen sucht nach dem Etwas, das sich Glück nennt, doch ist Glück wirklich etwas Greifbares?

"Die Halbwertszeit von Glück" gibt Einblicke in das Leben dreier Protagonistinnen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Während Holly 2003 in Los Angeles von einer Karriere als Schriftstellerin träumt, scheint Mylène 2019 in Paris bereits alles zu besitzen, was sie sich nur wünschen kann. Ganz anders wiederum Johanna, die ihr Dasein 1987 an der Grenze zur BRD fristet.
Doch schon bald wird das Leben der drei Frauen durch einschlägige Erlebnisse unterschiedlichster Art völlig auf den Kopf gestellt und jede von ihnen begibt sich erneut auf die Suche nach dem Glück.

Louise Pelt gelingt es dabei auf ganz erstaunliche Weise, die Geschichten von Johanna, Holly und Mylène miteinander in Verbindung zu bringen, ohne den Leser dabei den Überblick verlieren zu lassen.
Ihr Schreibstil ist wahrhaft herausragend und sehr bildlich, was die Vorstellungskraft des Lesenden fördert.
Ganz besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir die sehr angenehme Kapitellänge, die wirklich genau nach meinem Geschmack war. Nicht zu kurz und nicht zu lang. Dazu waren auch die Übergänge zum nachfolgenden Kapitel fließend, sodass mir das "Springen" zwischen den verschiedenen Zeiten, Orten und Handlungen nicht sonderlich schwer gefallen ist.
Auch die Charaktere konnten mich definitiv für sich gewinnen. Durchweg sympathisch und sehr nahbar. Das ist etwas, worauf ich sehr viel Wert lege. Mir müssen die Protagonisten einerseits imponieren, andererseits muss ich ihr Handeln auch in irgendeiner Form noch nachvollziehen können. Das war hier auf jeden Fall gegeben, aber trotzdem lagen natürlich nicht von Anfang an alle Gefühle offen da.
Besonders bei Johanna konnte man über das gesamte Buch eine Weiterentwicklung ihres Charakters erkennen, wodurch sich ihre ganze Persönlichkeit erst Stück für Stück offenbarte und so einen tollen Menschen zum Vorschein brachte.
Allerdings hätte ich mir bei ihr vielleicht noch ein klein wenig mehr Backroundstory zu ihrer Vergangenheit gewünscht. Da hätte man für meinen Geschmack noch etwas kommen können, aber das ist sicherlich Ansichtssache.
Holly und Mylène empfand ich jeweils auf ihre Art und Weise passend zur Geschichte, wenn ich mir doch auch gewünscht hätte, dass ihre Gefühlsausbrüche an der ein oder anderen Stelle für mich noch nachvollziehbarer gewesen wären.
Insgesamt ist die Ausarbeitung der drei Protagonistinnen jedoch sehr gut gelungen und jede von ihnen hat etwas ganz Individuelles und macht sie dadurch unverwechselbar.

Die Handlung gestaltet sich durch die kontrastreichen Orte, an denen das Geschehen jeweils spielt, als sehr abwechslungsreich und die Autorin weiß die verschiedenen Emotionen der Figuren in den einzelnen Szenen gut einzusetzen.
Es gibt außerdem zahlreiche Plot Twists und an den Kapitelenden auch den ein oder anderen Cliffhänger, der den Leser natürlich zum Weiterlesen anregt.
Allerdings ist die Handlung an vielen Stellen doch recht vorhersehbar, was nicht hätte sein müssen. Auch die Zusammenhänge zwischen den Charakteren werden schon vor Auflösung derer ersichtlich, was nicht zwingend von Vorteil ist, da für mich gerade der Reiz darin liegt, mit einer völlig unerwarteten Wendung überrascht zu werden. In dieser Hinsicht wäre etwas weniger Transparenz toll gewesen, trotzdem bin ich mit der Handlung zufrieden.

Insgesamt hat mich das Buch sehr angesprochen, wenn es auch an einigen Stellen noch ausgefeilter hätte sein können. Der Umschlag war natürlich auch sehr ausschlaggebend für die Wahl des Buches. Mit seinen bunten, lebensfrohen Farben weckt er den Eindruck eines spannenden, modernen Romans, dessen Inhalt dem Cover durchaus gerecht wird.
Wer sich für "Die Halbwertszeit von Glück" entscheidet, darf sich auf eine abwechslungsreiche und emotionale Geschichte freuen, die auch ein wenig geschichtlichen Hintergrund und tiefe Einblicke in das Leben ganz unterschiedlicher Menschen bietet. Diese Geschichte zeigt sehr deutlich, wie individuell Glück für jeden Einzelnen von uns ist.
Insgesamt für mich kein Roman für "mal eben zwischendurch", sondern eher für ein nachdenkliches, angeregtes Lesen.

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