Profilbild von Lilofee

Lilofee

Lesejury Star
offline

Lilofee ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lilofee über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2023

Ein wunderschöner, packender historischer Roman

Eifelfrauen: Das Haus der Füchsin
0

Inhalt:

Trier 1920

Die Fabrikantentochter Johanna feiert ihre Volljährigkeit in der Villa ihrer Eltern.

Mitten in der Feier wird ihr die Nachricht einer Erbschaft

überbracht. Sie erbt einen Bauernhof ...

Inhalt:

Trier 1920

Die Fabrikantentochter Johanna feiert ihre Volljährigkeit in der Villa ihrer Eltern.

Mitten in der Feier wird ihr die Nachricht einer Erbschaft

überbracht. Sie erbt einen Bauernhof in einem kleinen Eifeldorf.

Von ihrer Tante Lisbeth, die sie nie richtig kennengelernt hat.

Als sie den Hof in Augenschein nimmt, ist sie überwältigt.

Sie beschließt, das Erbe anzunehmen und zieht gegen den Willen

ihrer Eltern in das kleine Dorf. Sie fühlt sich in den verwunschenen

Wäldern sehr wohl und entwickelt ein Gespür für die dort lebenden

Tiere. Das Haus der Füchsin wird ihre Heimat, trotz der schweren Arbeit

gelingt es ihr, ein selbstständiges Leben zu führen. Doch wer war Lisbeth

wirklich. Warum macht ihre Familie ein Geheimnis daraus?

Meinung:

Ein Roman, der einen gleich vom ersten Satz an tief in die Geschichte zieht.

Ein nicht gerade einfaches Leben in den 1920/1930er Jahre. In der wunderschönen Eifellandschaft um Trier. Die Beschreibungen von der Natur und ihrer Tierkinder sind sehr eindrucksvoll und lassen den Leser mit dem Kopf mitreisen.

Das liegt an dem wunderbaren Schreibstil der Autorin. Mitreißend, spannend, teilweise mystisch erzählt und vor allem sehr genau recherchiert.

Das Landleben in einer schweren Zeit mit viel körperlicher Arbeit, Weltwirtschaftskrise und aufkommenden Nationalsozialismus.

Die Figuren bringen einen enormen Nuancenreichtum in die Handlung und

sorgen dadurch für viel Farbe und Abwechslung.

Sie alle haben ihre guten oder schlechten Eigenschaften.

Und genau diese Fehler und Macken lassen sie so natürlich und echt wirken.

Man lebt und leidet mit den Charakteren. Sie sprühen vor Leben, sodass man das Gefühl hat, sie wahrhaft zu kennen und die Geschichte gemeinsam mit ihnen zu erleben.

Fazit:

Ich lese seit Jahren die Bücher von Brigitte Riebe. Von allen ihrer Bücher war ich bisher

begeistert. Auch dieser Roman ist einfach nur schön. Man spürt einen Sog und mag dieses

Buch nicht mehr aus der Hand legen. Will unbedingt wissen, was Johanna und die anderen

noch so alles erleben. Hofft das es noch ewig dauert bis man es aus der Hand legen muss.

Das dann auch nur, weil es beendet wurde. So schöne und fesselnde Lesemomente machen

diesen Roman für mich zu einem absoluten Lesehighlight, der noch lange nachklingen wird!

Ein wunderschöner, packender historischer Roman um eine starke Frau, die sich nicht unterkriegen lässt.

Eine unbedingte Leseempfehlung

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2023

Lebensträume

Morgenluft
0

Leicht und locker geschrieben, mit vielen ernsten Tönen begleiten wir
die kleine Gruppe von Kolonisten in ihrer Sorge bald die Gärten
räumen zu müssen. Wir erfahren viel über ihre Lebenssituationen,
über ...

Leicht und locker geschrieben, mit vielen ernsten Tönen begleiten wir
die kleine Gruppe von Kolonisten in ihrer Sorge bald die Gärten
räumen zu müssen. Wir erfahren viel über ihre Lebenssituationen,
über ihr Glück und über ihre Verzweiflung.
Wie wird es weiter gehen mit ihrem Leben? Jeder ist irgendwie
auf sein kleines Gartenglück angewiesen. Die Pächter wollen vor allem
eines. Zusammenhalten gegen den Investor, der hier einen großen
Wohnriegel errichten möchte. Kann ihnen die Fremde mit ihrem
Insiderwissen helfen?
Durch das Auftauchen von Lu einer Architektin verändern sich alles in ihrem Leben.
Schnell wird klar, wie wichtig sie sein kann.
Wir erfahren, was die Charaktere denken und fühlen.
Diese sind sehr lebensecht, sodass man richtig in die Geschichte
eintauchen kann.
Die Höhen und Tiefen werden hier wunderbar widergespiegelt, mit sehr realen und sympathischen Figuren.
Kleine und große Katastrophen werden bewältigt.
Vergangenes wird aufgearbeitet. Das alles wird so wunderbar wiedergegeben.
Lu schafft es neuen Lebensmut und einen starken Zusammenhalt zu geben.
Man wünscht sich, ein Teil davon zu sein.
Es sind nicht nur die Alltäglichkeiten, die dieses Buch lesenswert machen.
Vor allem geht es um die Frage: Wie wollen wir leben?
Dieser Roman macht Mut und beschert schöne Lesestunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.05.2023

Wunderbarer Regio-Krimi

Traubentod
0

Mitten in der schön Pfalz liegt Elwenfels.
Ein kleines Dorf mit ganz besonderen Bewohnern.
Dieses Mal finden Dreharbeiten für einen Gangsterfilm statt.
Als dann auch noch ein Toter aufgefunden wird,
herrscht ...

Mitten in der schön Pfalz liegt Elwenfels.
Ein kleines Dorf mit ganz besonderen Bewohnern.
Dieses Mal finden Dreharbeiten für einen Gangsterfilm statt.
Als dann auch noch ein Toter aufgefunden wird,
herrscht große Aufregung. Denn der Tote ist ein Handlanger
des Kulekov-Klans. Diese berühmt-berüchtigte Band trachtet Carlos
nach dem Leben. Der hielt sich hier bis jetzt versteckt.
Als dann die richtigen bösen Jungs auf der Bildfläche
erscheinen, kommt es zu dramatischen und sehr humorvollen
Verwicklungen mit den Film-Gangstern.

Von Anfang an ist man mitten drin in diesem schönen
Pfälzischen Elwenfels. Es ist wie ein nach Hause kommen.
Ein kleines Dorf mit wunderbaren, klugen Siedlern.
Die ohne Vorurteile und völlig selbstlos handeln.
Alle Bewohner haben sich gerade wegen ihrer Eigenheiten
einen Weg in mein Herzen gebahnt.
Lebensfroh, bodenständig und vor allem sehr kreativ sorgen
sie für Gerechtigkeit.

Durch ihren authentischen und atmosphärisch mitreißenden Erzählstil
sorgen die Autoren auch dieses Mal für ein originelles und sehr humorvolles Leseerlebnis.
Der Pfälzer Dialekt gibt dem ganzen eine besondere Dynamik.
Alles wird sehr bildhaft in Szene gesetzt.
Die Mischung zwischen Humor und etwas Fantasie/Mystik ist mehr als gelungen.
Auch die Spannung kommt hier nicht zu kurz.
Immer wieder gibt es neue interessante Details und man fiebert mit.
Mein Kopfkino lief wieder auf Hochtouren.

Das Cover ist gewohnt wunderschön und hat einen hohen Wiedererkennungswert.
Die Kapitel sehr liebevoll gestaltet und geben schon kleine Hinweise auf den Inhalt.
Vorne im Buch gibt es eine sehr hübsche gezeichnete Karte von Elwenfels und Umgebung.
Hinten im Buch gibt es ein Glossar.

Ein wunderbares humorvolles Buch mit einem Hauch von Mystik, dass diese Reihe zu etwas Besonderem macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2023

Die Dinge des Lebens

Das Café ohne Namen
0

Wien, im Spätsommer 1966
Robert Simon, Anfang 30, ist Gelegenheitsarbeiter
auf dem Karmeliter Markt.
Zwanzig Jahre liegt das Kriegsende nun zurück und es
hat den Anschein, Wien erwacht langsam aus einem
tiefen ...

Wien, im Spätsommer 1966
Robert Simon, Anfang 30, ist Gelegenheitsarbeiter
auf dem Karmeliter Markt.
Zwanzig Jahre liegt das Kriegsende nun zurück und es
hat den Anschein, Wien erwacht langsam aus einem
tiefen Schlaf.
Überall herrscht Aufbruchstimmung, von der auch Simon
erfasst wird. Er pachtet eine Gastwirtschaft und eröffnet
ein Café. Obwohl die Menschen im Viertel arm sind, kommen
sie gerne und sie bringen ihre eigenen Geschichten mit.
Alle suchen nach Gesellschaft und manchmal auch nach Liebe.

Es gibt eine Fülle mit wundervollen, unvergesslicher Charakteren.
Die Figuren und Ihre Entwicklungen sind sehr lebendig beschrieben.
Die Stimmung wird wunderbar dargestellt und man kann sich sehr gut
in die Geschichte hineinversetzen.
Diese ist nicht besonders aufregend, aber es ist ein Genuss ihren Alltag
zu erleben. Die Charaktere sind bis in die kleinste Rolle sehr überzeugend und ausdrucksstark.
Jeder von ihnen ist ein Erlebnis für sich.
Eine Geschichte über den Neuanfang und auch über das pure Überleben.
Es geht um kleine Leute und Alltags-Schicksale. Um die Kraft des täglichen Daseins.
Das kleine bisschen Glück, das sich jeder so wünscht.
Vor allem aber um den Sinn des Lebens, mit all seiner Härte und Bitterkeit.
Das alles wird mit einer wunderschönen reduzierten Sprache atmosphärisch dicht erzählt,
mit viel Sinn für die Details des Lebens.
Trotz der Schwere blitzt immer wieder die Hoffnung auf.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Eine bewegene Geschichte über Aufbruch und den Wandel des Lebens.
Dieses Buch ist traurig und fröhlich, bitter und süß und einfach nur schön.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.04.2023

Das letzte Gericht

Prost, auf die Feinschmecker
0

Dieses Mal trifft es die Gourmets.
Nach einem gemeinsamen Essen im Kreise seiner
Feinschmecker Freunde bricht der Pensionär Klaus Busch
zusammen. Tot vor der eigenen Haustür. Schnell wird klar, er
wurde ...

Dieses Mal trifft es die Gourmets.
Nach einem gemeinsamen Essen im Kreise seiner
Feinschmecker Freunde bricht der Pensionär Klaus Busch
zusammen. Tot vor der eigenen Haustür. Schnell wird klar, er
wurde vergiftet.
Hauptkommissar Tischler hat einen neuen Fall.
Der ist dieses Mal mit einigen Herausforderungen gewürzt.
Polizeioberrat Schwenk und der Bürgermeister von
Brunngries, Gmeinwieser gehören auch zu der Gruppe.
Sind fest davon überzeugt, dass dadurch ihre Unschuld
bewiesen ist. Tischler lässt aber nicht zu, dass jeder
sein eigenes Süpplein kocht und ermittelt wie gewohnt
in alle Richtungen.

Von Anfang an ist man mitten drin in der Geschichte.
Die Charaktere sind herrlich authentisch.
Lebensfroh, originell und gewitzt.
Bringen einen immer wieder zum Schmunzeln.
Es menschelt auch so schön zwischen den Geschlechtern.
Die bildhaften Beschreibungen lassen den Leser problemlos
in den Krimi eintauchen.
Unterstützt wird dies durch die wunderbare Schreibweise
und ganz viel Lokalkolorit.
Der eigentliche Fall ist schlüssig erzählt, bis zum Ende
spannend, mit immer neuen Wendungen.
Man kann bis zum Ende miträtseln und mitfiebern.
Kurzum, ein richtig guter bayerischer Provinz-Krimi.
Mit ganz viel Humor und Lokalkolorit,
der sich unheimlich gut liest, spannend ist und Spaß macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere