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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2023

Wunderbarer Wahnsinn

Blue Skies
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"Blue Skies" von T. C. Boyle war für mich schon fast verpflichtend zu lesen, da ich den Autor sehr verehre und seinen Schreibstil und unnachahmlichen Humor dabei sehr mag.
Dieser Roman lebt wieder von ...

"Blue Skies" von T. C. Boyle war für mich schon fast verpflichtend zu lesen, da ich den Autor sehr verehre und seinen Schreibstil und unnachahmlichen Humor dabei sehr mag.
Dieser Roman lebt wieder von der scharfen Beobachtungsgabe des Autors und seinem Talent den Leser mitzunehmen. Hier geht es in eine sehr unangenehme Zukunft, die so bildhaft erzählt wird, dass ich nicht nur einmal zum Fenster geschaut habe. Wir haben eine amerikanische Familie, vielleicht nicht unbedingt die typische, aber jeder von ihnen hat so seine eigenen Probleme, die er hegt und pflegt.
Die Tochter will Influencerin werden und kauft sich wegen besserer Fotos eine Python, der Sohn ist Entomologe und gerät heftig mit einer Zecke aneinander. Die Mutter züchtet Insekten, um ihre Ernährung darauf umzustellen und ganz nebenbei erleben wir hier eine Klimaveränderung mit, die lebensfeindliche Verhältnisse schafft.
In Florida steigt das Wasser und es hört nicht auf zu regnen, alles schimmelt und verfault. Dagegen wüten in Kalifornien Feuer und es wird immer heißer, niemand weiß, ob es jemals wieder regnen wird. Es setzt ein Insektensterben ein, dass nicht ohne Folgen bleibt.
Das Buch ist spannend erzählt und hat so manche Überraschung für den Leser, allzu zart besaitet sollte man da nicht sein. Boyle erzählt alles mit seinem bitterbösem schwarzen Humor und manche Ideen werden hier für mich erst hinterher als so genial gesehen, wie sie erdacht wurden.
Eine Dystopie, die überspitzt ist und trotz viel Witz und Humor, todernst und zum nachdenken anregen sollte.

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Veröffentlicht am 01.05.2023

Ausgeliefert in Narkose

Die Herzchirurgin
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"Die Herzchirurgin" von Jack Jordan ist ein Thriller mit einer Idee, die so richtig gruselig klingt.
Anna Jones ist eine berühmte Herzchirurgin und als sie eines Tages von der Arbeit kommt, wird ihr Leben ...

"Die Herzchirurgin" von Jack Jordan ist ein Thriller mit einer Idee, die so richtig gruselig klingt.
Anna Jones ist eine berühmte Herzchirurgin und als sie eines Tages von der Arbeit kommt, wird ihr Leben auf den Kopf gestellt. Ihr kleiner Sohn entführt, die Nachbarin ermordet und ein bestimmter Patient soll seine OP nicht überleben. Ein furchtbares Dilemma, in dem sie da steckt und ich denke, auch als Nicht-Mutter absolut nachfühlbar.
Ein anderer Erzählstrang ist Schwester Margot, die Anna schon in unzähligen OPs assistiert hat. Sie ist verzweifelt, hat Schulden und sieht keinen anderen Ausweg als stehlen, lügen und betrügen. Ein Gewissen kann sie sich nicht mehr leisten.
Der dritte Erzählstrang nimmt uns mit der Ermittlerin Rachel Conaty mit, die ahnt, dass hinter der Geschichte etwas ganz anderes steckt. Sie hat selber ein Kind verloren und will alles tun, um sowas zu verhindern.
Die Geschichte ist von Beginn an spannend und der häufige Perspektivwechsel bringt auch viel Tempo rein. Man ist ständig am umdenken und versucht das nächste vorauszusehen. Das ist nicht leicht, denn alle drei Frauen sind keine einfachen Persönlichkeiten.
Beim Lesen bleibt man distanziert, ich habe mich mit keiner der Frauen identifizieren können, ja, ich fand sie nicht sympathisch. Die Geschichte selbst hat mich mitgenommen und war gut erzählt.
Zum Ende gab es noch einige Wendungen, die so nicht vorauszusehen waren und etwas haarsträubend waren.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Guter erster Überblick

Dein Bewusstsein heilt fast alles
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"Dein Bewusstsein heilt fast alles: Entdecke die Heilkraft des Herzens mit der 4-in1-Meditation" von Dr.Ingo Rudolf ist ein Ratgeber zur Stärkung des Bewusstseins und der Kräfte zur Selbstheilung.
Das ...

"Dein Bewusstsein heilt fast alles: Entdecke die Heilkraft des Herzens mit der 4-in1-Meditation" von Dr.Ingo Rudolf ist ein Ratgeber zur Stärkung des Bewusstseins und der Kräfte zur Selbstheilung.
Das Buch hat eine sehr schöne Aufteilung in kleine Kapitel, so dass man sich langsam und bewusst damit beschäftigen kann. Unterstützt werden die Aussagen durch kleine und anschauliche Illustrationen, die den Text angenehm auflockern.
Das Buch fasst sehr vielfältige Themen auf, die jedem, der sich schon etwas mit sich selber beschäftigt hat, ein Begriff sind. Auch werden einige sehr treffende Zitate mit eingearbeitet, denn das Thema zieht sich weit durch die Menschheitsgeschichte.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen und vor allem auch zu verstehen, es wird nie zu wissenschaftlich. Es gibt umfangreiche praktische Übungen, die man selbst gleich erproben kann, um sich von der Wirksamkeit zu überzeugen. Leider bleibt alles noch ein wenig oberflächlich, hier ist zu viel enthalten, um in die Tiefe zu gehen.
Hier gibt es einen wunderbaren ersten Einblick in das Thema, ausreichend, um zu entscheiden, ob man sich weiter und umfassender mit einem bestimmten Aspekt beschäftigen möchte. Mir persönlich hate es sehr gut gefallen und ich werde dieses Buch sicher noch so einige Male zur Hand nehmen.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Zauberhaft und kurz

Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
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"Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" von Satoshi Yagisawa ist eine sehr ruhige Erzählung mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Takako gerät von einem Tag auf den anderen ihr Leben aus den Fugen. Ihr ...

"Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" von Satoshi Yagisawa ist eine sehr ruhige Erzählung mit einer ganz besonderen Atmosphäre.
Takako gerät von einem Tag auf den anderen ihr Leben aus den Fugen. Ihr Freund eröffnet ihr zu heiraten, eine andere und da sie in der selben Firma arbeiten, kann sie da auch nicht hingehen. Ein lange nicht mehr gesehener Onkel bietet ihr an, bei ihm Unterschlupf zu finden und auch Arbeit.
Und so findet sie sich in einem kleinen Antiquariat in Jimbōchō, dem Bücherviertel Tokios wieder.
Mit den Büchern verbindet sie nichts, sie liest nicht, sie will sich nur verkriechen und schlafen. Ganz langsam knüpft sie wieder ans Leben an, spricht mit Kunden, mag ihren Onkel wieder und vor allen Dingen, sie entdeckt die Bücher.
Mit ihrem steigenden Interesse an den Büchern und Geschichten, findet sie sich auch selber wider. Das alles wird hier ganz zart und behutsam erzählt.
Mir gefällt sehr gut, hier die japanische Kultur wieder ein Stück weit näher kennen lernen zu dürfen, auf eine sehr schöne Art und Weise. Die Charaktere, mit denen wir hier zu tun bekommen, werden trotz der Kürze gut gezeichnet und prägen sich ein.
Für mich hätte dieser Roman gerne ein paar Seiten mehr haben dürfen und damit noch einige der angerissenen Themen vertiefen.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Burschenschaft zu Heidelberg

Wahnspiel
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"Wahnspiel" von Kilian Eisfeld is ein Krimi, der im Laufe der Handlung mit so einigen Wendungen überraschte,
Lukas Schneider hat gemordet und der Film davon ging ins Internet. Für seinen Mord ist er im ...

"Wahnspiel" von Kilian Eisfeld is ein Krimi, der im Laufe der Handlung mit so einigen Wendungen überraschte,
Lukas Schneider hat gemordet und der Film davon ging ins Internet. Für seinen Mord ist er im Gefängnis, nur wer hat den Film davon gedreht? Jetzt wird der Mörder entlassen, vorzeitig und natürlich sind da so einige nicht begeistert davon. Nachdem er komplett von der Bildfläche verschwunden ist, wird eine menschliche Hand gefunden. Die Ermittlungen gehen in viele Richtungen.
Mit Alex Schwerdt und Sofija Marković werden hier zwei Ermittler eingeführt, die polarisieren. Sie sind nicht perfekt, auch nicht unbedingt sympathisch, schaffen es aber eine Bindung aufzubauen, zum Leser und die Spannung in einer Nebenhandlung aufrecht zu erhalten.
Das Buch beginnt sehr spannend, diese Spannung bleibt nicht durchweg erhalten, aber im Hintergrund werden hier so viele Fäden verknüpft und Charaktere gezeichnet, dass man immer tiefer in diese Kreise mit einbezogen wird. Unmerklich erweitern sich die Ermittlungen in neue Kreise und Ebenen. Die Geschichte hat Tiefe und die Ermittlungsarbeit fühlt sich echt an, ermitteln ist nicht immer spannend.
Ich mochte hier die ganze Atmosphäre sehr und auch die vielen verschrobenen Charaktere, bei denen wirklich nie Verwechslungsgefahr bestand.
Eine Reihe, von der ich gerne mehr lesen würde.

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