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Veröffentlicht am 16.04.2023

Die eigenen Wurzeln

Rote Sirenen
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"Rote Sirenen" von Victoria Belim ist die Geschichte einer ukrainischen Familie. Victoria lebt in Belgien, kann und will ihre Herkunft aber nicht vergessen.
Gerade, als es in der Ukraine zu Auseinandersetzungen ...

"Rote Sirenen" von Victoria Belim ist die Geschichte einer ukrainischen Familie. Victoria lebt in Belgien, kann und will ihre Herkunft aber nicht vergessen.
Gerade, als es in der Ukraine zu Auseinandersetzungen kommt, Krieg und Unruhen herrschen, kehrt sie zurück. Zurück in den Obstgarten ihrer Großmutter, zurück um sich auf Spurensuche zu begeben.
Gerade Nikodim, ihr Urgroßvater, interessiert sie, aber gerade über ihn will Valentina, die Großmutter, nicht sprechen. Aber Victoria gibt nicht auf und sucht in Archiven, befragt Zeitzeugen und langsam zeichnet sich hier eine Geschichte ab.
Es wird hier sehr viel über das Land und seine Bewohner erzählt und auch über die besondere Beziehung zu Russland, ich fand das alles sehr interessant. Nicht nur wegen der momentanen Lage in diesem schönen Land. Man beginnt zu begreifen, warum die Bewohner teils auf dieser, teils auf der anderen Seite stehen, friedlich leben wollen sie aber alle.
Das Buch hat seine Längen, es ist interessant, aber nicht spannend erzählt. Teilweise musste ich mich zwingen, weiter in der Geschichte zu verbleiben, weil mich gerade etwas anderes interessierte, als hier weiter vertieft wurde.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, die Sprecherin passte mit ihrer Stimme sehr gut zum nüchternen Schreibstil.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Das Ziel im Auge behalten

Lincoln Highway
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"Lincoln Highway" von Amor Towles habe ich als Hörbuch gehört. Es wurde sehr gut und passend gelesen von Uve Teschner, Julian Greis, Lisa Hrdina.
Emmet wird 1954 aus dem Gefängnis entlassen, er will nur ...

"Lincoln Highway" von Amor Towles habe ich als Hörbuch gehört. Es wurde sehr gut und passend gelesen von Uve Teschner, Julian Greis, Lisa Hrdina.
Emmet wird 1954 aus dem Gefängnis entlassen, er will nur eines, schnell nach Hause zu seinem kleinen Bruder Billy. Da ihr Vater tot ist, wollen die beiden gemeinsam die vor Jahren verschwundene Mutter suchen. Als Anhaltspunkt für ihren Aufenthalt haben die beiden nur eine alte Postkarte.
Der gelbe 48 Studebaker steht bereit, da kommen Duchess und Woolly, die sich unerlaubt selbst aus dem Gefängnis entfernt haben. Diese beiden wollen mitfahren, allerdings haben sie ein eigenes Ziel.
Emmet ist sehr gutmütig und vertaruensselig und lässt sich überzeugen einen Umweg zu fahren. Die Jungen verlieren sich unterwegs, geraten in wirklich abenteuerliche Situationen, lernen die unterschiedlichsten Menschen kennen und finden sich zwischendurch auch immer wieder.
es wird zu einem waschechten Roadmovie, mit viel Humor und auch Herzensgüte. Nicht alle Situationen sind glaubhaft, manches driftet schon ins Groteske ab, nicht immer kann ich Verständnis oder auch Mitgefühl für ihr Verhalten aufbringen, aber langweilig war es nie.
Das Buch hatte einige Längen, aber manchen Umweg hat es auch gebraucht, um die Tragik zu verstehen, in der die 4 Jungen sich wirklich befinden. Ein sehr gutes Buch, perfekt eingesprochen.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Heute fahre ich bis zur nächsten Ecke, da gibt es Eis

Der Schokoriegel-Effekt
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"Der Schokoriegel-Effekt: mit einfachen Mitteln große Ziele erreichen" von Jonas Deichmann mit Unterstützung von Dr. Alexander Doujak bietet Rat und Inspirationen für ein erfülltes, erfolgreiches Leben ...

"Der Schokoriegel-Effekt: mit einfachen Mitteln große Ziele erreichen" von Jonas Deichmann mit Unterstützung von Dr. Alexander Doujak bietet Rat und Inspirationen für ein erfülltes, erfolgreiches Leben – beim Sport, im Alltag und im Business.
Der Autor, Jonas Deichmann, ist dafür bekannt, immer wieder Höchstleistungen, vor allem sportliche, zu erbringen. Ich lese sehr gerne solche Bücher über die Abenteuer in der heutigen Zeit. Sehr gerne vom Sportler selbst geschrieben und mit Fotos bereichert.
In diesem Buch geht es jetzt hauptsächlich um die Selbstmotivation, denn die Höchstleistung spielt sich im eigenen Kopf ab. Das wird hier in den einzelnen Kapiteln mithilfe von Impulsfragen gelöst.
Mir gefällt auch sehr gut die Art und Weise, wie der Autor aus seinem Leben und seinen Abenteuern erzählt, genauso möchte ich das lesen. Dafür fallen die Erklärungen mit der Motivation manchmal auch etwas kurz aus. Für Neueinsteiger super, man kann mit dem Buch richtig arbeiten, sich was erarbeiten.
Wer da schon etwas tiefer in der Materie steckt, wird hier enttäuscht zurück bleiben.
Insgesamt ist das Buch gut und übersichtlich gegliedert, bietet Anleitung und Anregung zum selbst handeln und man kann das Buch gleich nutzen, um seine eigenen Erfolge zu dokumentieren.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Perfekt bis auf das letzte Drittel

Going Zero
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"Going Zero" von Anthony McCarten hat mich von Beginn an so gefesselt, dass ich ihn fast am Stück weggelesen habe. Einmal begonnen, kann man ihn kaum noch aus der Hand legen.
Um die CIA zu bedingungsloser ...

"Going Zero" von Anthony McCarten hat mich von Beginn an so gefesselt, dass ich ihn fast am Stück weggelesen habe. Einmal begonnen, kann man ihn kaum noch aus der Hand legen.
Um die CIA zu bedingungsloser Zusammenarbeit mit ihm zu bewegen, ruft Silicon-Valley-Wunderkind Cy Baxter zu einem Wettbewerb auf. 10 ausgewählte Kandidaten sollen einem neuen Überwachungsprojekt seiner Firma für 30 Tage entgehen und wer das schafft, dem winken 3 Millionen Dollar. Das ist eine sehr spannende Vorgabe, da man ja selber weiß, we schwer es ist, keinerlei Datenspuren zu hinterlassen. Und hinter diesen 10 Personen ist dann ja rund um die Uhr ein ganzes.perfekt ausgebildetes Team auf den Fersen, mit der neueseten Soft- und Hardware.
Die einzelnen Kandidaten werden eingeführt, das hätte für mich gerne noch ausführlicher sein dürfen, der Fokus liegt hier eindeutig und fast ausschließlich auf der Bibliothekarin Kaitlyn Day. Schade um das Potential, denn es wurden ja jeweils 5 Spezialisten und 5 Normalbürger ausgewählt.
Abwechselnd zu kurzen Kapiteln von den Kandidaten gibt es welche von den Verfolgern und auch dem Firmenchef Cy Baxter, der auch noch ein ganz eigenes Ziel verfolgt. Damit ist er aber nicht der einzigste, denn auch Kaitlyn verfolgt ganz eigene Pläne.
Sehr spannend ist diese Verfolgungsjagd gemacht, wenn vorgestellt wird, welche Methoden die einzelnen Kandidaten nutzen und was sie, letztendlich, verraten hat. Kaitlyns Tricks hätte ich auch gerne noch intensiver mitverfolgt, die werden erst später etwas aufgeklärt.
Ganz erschreckend wird hier herausgestellt, welche Methoden zur Überwachung und Verfolgung es schon gibt, die meisten sind uns alltäglich bekannt und was da noch denkbar wäre. Das macht auch Angst, wenn man nicht paranoid ist.
Das Buch hat von Anfang an viel Tempo, schon durch die kurzen, schnell wechselnden Perspektiven und dem Countdown mit der Zeit.
Im letzten Drittel des Buches gibt es nochmal eine komplette Wendung des Inhalts zu einem anderen Thema, die ich so überhaupt nicht gebraucht hätte und die mir so auch nicht gefiel, in diesem Zusammenhang. Das konnte mir das Lesevergnügen, welches ich bis dahin hatte, aber auch nicht mehr zerstören.
Wenn das Buch bei der begonnenen Thematik geblieben wäre, wäre es fast der perfekte Thriller gewesen.

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Plötzlich alleinstehend mit Kind

Räume des Lichts
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"Räume des Lichts" von Yuko Tsushima ist schon 1979 erstmalig erschienen und ein wirklich zeitloser Klassiker.
Ich lese sehr gerne Bücher aus dem asiatischen Sprachraum, vor allen Dingen, wenn sie so gut ...

"Räume des Lichts" von Yuko Tsushima ist schon 1979 erstmalig erschienen und ein wirklich zeitloser Klassiker.
Ich lese sehr gerne Bücher aus dem asiatischen Sprachraum, vor allen Dingen, wenn sie so gut übersetzt wurden, wie dieses hier.
Das Buch wird aus der Sicht einer jungen Frau erzählt, ihren Namen erfahren wir nicht, die alleine mit ihrer dreijährigen Töchter in eine neue Wohnung einzieht. Ihr Mann hat sie verlassen, zu ihrer Mutter will sie nicht wieder ziehen und diese Wohnung kann sie sich leisten.
Sie betritt zum ersten Mal die Räume auf dem Dach und in der Wohnung ist nichts, außer Licht, viel Licht. Die Protagonistin versucht sich mit ihrer Tochter wieder ein Leben aufzubauen, doch das scheint für eine alleinerziehende Mutter in dieser Kultur sehr schwierig zu sein.
Sie scheitert manchmal schon an den einfachsten Aufgaben, beispielsweise eine kleine Feier zum Geburtstag der Tochter zu organisieren. Hier wird sehr offen über ihre Emotionen und Träume gesprochen, hart und ungeschönt. Manchmal ist das schwer zu ertragen, fühlt man sich fast wie ein Voyeur.
Dabei kommt immer wieder die Meisterschaft der Autorin zum Vorschein, die es schafft Alltäglichkeiten in Literatur zu verwandeln und uns miterleben zu lassen.
Die Protagonistin leidet, sie hat es schwer, sie bräuchte Hilfe, aber man empfindet beim lesen keine Sympathie für sie, kommt ihr nicht nahe. Viele ihrer Handlungen kann ich auch nicht nachempfinden, was auch nicht an der anderen Kultur liegt. Diese Beschreibungen des Alltags und der Gepflogenheiten dort sind übrigens sehr gut und spannend eingebaut.
Eine zentrale Rolle spielt in all dem Licht hier auch der Tod, er ist unterschwellig immer greifbar, das Wechselbad der Gefühle gut spürbar. Dass man als Mutter nicht automatisch nur Liebe und Fürsorge empfindet, wird genauso gut dargestellt, wie die Rolle der Frau in der Gesellschaft.

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