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Viola

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2023

Wem kann ich trauen?

Would You Trust Me?
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Da ich bereits den ersten Teil der Little Secrets-Reihe, "Would you miss me?" gelesen und sehr gemocht habe, war ich natürlich neugierig auf den nächsten Band. Damals war da im Buch schon eine kurze Inhaltsangabe ...

Da ich bereits den ersten Teil der Little Secrets-Reihe, "Would you miss me?" gelesen und sehr gemocht habe, war ich natürlich neugierig auf den nächsten Band. Damals war da im Buch schon eine kurze Inhaltsangabe für "Would you trust me?" und hat mich sehr interessiert. Inhaltlich haben die beiden Bücher nichts miteinander zu tun, nur dass es eben um Jugendliche und mehr oder weniger kleine Geheimnisse geht. Voller Begeisterung lese ich Krimis und Thriller und immer wieder auch gerne Jugendbücher, die in diesen Bereich gehen.

Auch dieses Buch hat mich wieder ziemlich berührt und mitgenommen in die komplizierte Welt der Jugendlichen, die oft so anders ist als die von uns Erwachsenen und doch auch so gleicht. Alia ist ein wütender Teenager, der einfach nicht mehr spricht, wenn sie keine Lust hat. Sie denkt dann natürlich ganz viel und erfahren wir als Leser zum Glück auch. Daher ist es für uns leichter zu verstehen, wie sie tickt und was sie fühlt, als für ihre Umgebung, die es nicht immer leicht mit ihr hat und umgekehrt natürlich auch.

Sie ist ganz neu an der Schule und bekommt direkt Drohzettel mit fiesen Nachrichten. Gleichzeitig lernt sie ein paar Jugendliche kennen, die nett zu sein scheinen und sich für sie auch interessieren. Und dann ist da auch noch der wütenden Stiefbruder, in dessen Zimmer sie gezogen ist. Schreibt er die gemeinen Zettel und warum zersticht er ihren Fahrradreifen? Viele, viele Frage und Probleme, der die junge Alia kaum Herrin werden kann - zumal sie sich auch mit ihren Eltern verkracht hat. Wem kann sie wirklich trauen? Wer schreibt die gemeinen Zettel und vor allem warum?

Bis zum Schluss ist das Buch richtig spannend, nicht nur für Jugendliche. Ich fand es wirklich packend und der rote Faden zog sich bis zum Ende durch. Ich mag es, wenn keine Fragen offen bleiben und alles geklärt ist, so wie hier. Auch das ziemlich versöhnliche Ende des Buchs hat mir gut gefallen!

Veröffentlicht am 24.04.2023

Nordic Noir at its best

In eigenen Händen
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Seit ich als Teenie einen "Wallander" gelesen habe, bin ich den skandinavischen Autoren regelrecht verfallen. Zum Glück gibt es da ja auch einige und ich freue mich immer wieder, wenn ich weitere entdecken ...

Seit ich als Teenie einen "Wallander" gelesen habe, bin ich den skandinavischen Autoren regelrecht verfallen. Zum Glück gibt es da ja auch einige und ich freue mich immer wieder, wenn ich weitere entdecken darf - so wie jetzt Cecilia Sahlström. Ich kannte das erste Buch leider nicht, aber das ist kein Problem, denn darauf wird so gelungen ein Rückblick gegeben, dass man sich das Wichtigste denken kann. Zwar mag ich es lieber, Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, aber hier bin ich Quereinsteiger und es ging gut.

Die Geschichte um den ermordeten Tobias ist sehr vielschichtig und interessant. Ich fand es sehr gut gelungen, wie die verschiedenen Perspektive und Möglichkeiten vorgestellt werden und auch immer weiter miteinander verflochten werden. So war es bis zum Ende spannend und man fragte sich immer wieder, was nun wirklich passiert ist, wie Samira mit ins Geschehen spielt und warum die Tat begangen wurde. Ich mag es, wenn man als Leser bis zum Schluss miträtseln kann und das Ganze dann doch noch so herrlich logisch aufgelöst wird. Hier wird erst sehr spät klar, wer der Mörder ist und warum und das mochte ich sehr. Auf dieses Lösung wäre ich nicht gekommen und dennoch passt es für mich sehr gut.

Besonders gut gefallen hat mir die düstere Atmosphäre und zugleich das flapsige Auftreten der Protagonisten - so wie es im Norden wohl auch ist. Das fand ich sehr authentisch und hat mir Lust auf mehr von dieser Autorin gemacht. Gut fand ich auch die Beschreibungen der Umgebung und der Gefühle, so ist man als Leser tief drin im Geschehen. Alles in allem ein wunderbares Beispiel für Nordic Noir! Gerne mehr davon!

Veröffentlicht am 21.04.2023

Spannende Einblicke in die deutsche Geschichte

Tödlicher Schlaf
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Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich das Setting so interessant fand. Ein Bakteriologe zu der Zeit, die unrühliche Geschichte der deutschen Kolonien und dann auch noch ein Freund, der an der ...

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil ich das Setting so interessant fand. Ein Bakteriologe zu der Zeit, die unrühliche Geschichte der deutschen Kolonien und dann auch noch ein Freund, der an der tödlichen Schlafkrankheit leidet, dessen Tage gezählt sind und der trotzdem ermordet wird. Das verspricht nicht nur viel Spannung und gute Unterhaltung, sondern bietet es auch. Ich war wirklich begeistert.

In seinem zweiten Roman um die beiden Freunde Martin und Carl-Jakob, die als Polizist und Bakteriologe arbeiten, bietet Autor Christoph Elbern ein buntes Potpourri an Themen und Infos. Man erfährt quasi nebenbei richtig viel über das deutsche Reich, die damalige Medizin und die Kolonien. Ich fand das wirklich sehr spannend. Gleichzeitig fand ich aber auch den aktuellen Kriminalfall sehr interessant - auch im Hinblick auf die Frauenrechte, die Unruhen und die gesellschaftlichen Vorstellungen. Dass zum Beispiel ein reicher Kaffeeimporteur mehr Rechte hat als ein Mädchen, das in seiner Fabrik arbeitet. Leider ist das ja in weiten Teilen unserer Welt immer noch so.

Ich mag es, wenn Bücher nicht nur spannend sind, sondern auch noch Wissen vermitteln. Wenn es dann noch so gut recherchiert ist, wie hier, ist es einfach perfekt. Zum Glück habe ich Teil 1 noch nicht gelesen, was ich kurzfristig nachholen werden - wenn ich die Andeutungen richtig verstanden habe, wäre es besser gewesen, die Reihenfolge beim Lesen einzuhalten, aber auch so werde ich sicherlich noch viel Spaß haben. Und dann hoffe ich, dass die Reihe weitergeht und Martin und CJ uns noch länger erhalten bleiben!

Veröffentlicht am 04.04.2023

Mit Herzblut

Winzerblut
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Da ich bereits die ganze Krimireihe von Uwe Ittensohn von Anfang gelesen habe, war ich natürlich sehr neugierig wie es weitergeht mit Andre, Irina, Achill und Bertling. Nachdem bereits im letzten Band ...

Da ich bereits die ganze Krimireihe von Uwe Ittensohn von Anfang gelesen habe, war ich natürlich sehr neugierig wie es weitergeht mit Andre, Irina, Achill und Bertling. Nachdem bereits im letzten Band Irina sehr im Mittelpunkt stand, ist es dieses Mal Verena Bertling zusammen mit André. Das hat mir sehr gut gefallen. So sind die Blickwinkel nochmal ganz andere und die ganze Geschichte bekommt eine neue Dynamik.

Der Titel ist Programm und so gibt es viel Wein, Blut und vor allem Herzblut in diesem Regionalkrimi, der dieses Mal ein bisschen wegführt von Speyer hin zur Weinstraße. Auch das hat mir sehr gut gefallen. Sehr interessant fand ich das Thema Wein, das hier sehr ausführlich behandelt wird. Man merkt deutlich, dass der Autor nicht nur ein Faible für die heimischen Weine hat, sondern – wie auch sein Protagonist André Sartorius – eine Ausbildung zum Kultur- und Weinbotschafter gemacht hat. Sein umfangreiches Wissen über den ganz besonderen Traubensaft bildet die Grundlage für diesen Krimi. Wer Wein mag und sich auch für Hintergründe interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten. Ich mochte es, tief in die Materie einzutauchen und noch einiges über Wein, den Anbau und die Verarbeitung der Trauben zu erfahren, was ich nicht wusste.

Meiner Meinung nach wird die Krimihandlung durch diese geschickt integrierten Wissenspäckchen umso interessanter und spannender. Die Auflösung am Ende des Buchs war rund und gelungen, auch wenn ich gegen Ende hin dann schon einen Verdacht hatte. Gerade zum Schluss wird es richtig rasant, auch weil sich die verschiedenen Handlungsstränge immer weiter miteinander verbinden.

Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der wieder ein gelungenes Treffen mit dem „Speyerer Kleeblatt“ bietet, und Lust auf weitere Geschichten aus der Feder bzw. Tastatur von Uwe Ittensohn macht.

Veröffentlicht am 04.04.2023

Wandern und Wein - wunderbar!

Weinbar. Essbar. Wanderbar
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Da ich bereits alle Krimis von Autor Uwe Ittensohn kannte, musste ich natürlich auch seinen Vinothekenführer lesen. Ich war sehr gespannt darauf und voller Erwartungen und wurde nicht enttäuscht. Ein tolles ...

Da ich bereits alle Krimis von Autor Uwe Ittensohn kannte, musste ich natürlich auch seinen Vinothekenführer lesen. Ich war sehr gespannt darauf und voller Erwartungen und wurde nicht enttäuscht. Ein tolles vielseitiges (auch im Sinne von sehr vielen Seiten und Tipps) Werk, dem man schon auf den ersten Blick ansieht, mit wieviel Mühe und Liebe es gestaltet wurde. Der bekennende Pfälzer und Weinliebhaber gibt hier wunderbare Ausflugstipps. Alle Wanderungen hat er selbst getestet und gut beschrieben. Es macht schon Spaß, einfach nur durch die Seiten zu blättern und sich inspirierend zu lassen. Noch mehr Freude aber macht das Nachschlagewerk, wenn man sich für eine ganz besondere Wanderung entscheiden möchte, die in einer der wunderbaren Vinotheken endet. Sowohl die Wanderungen, als auch die Vinotheken werden eingehend beschrieben, ihre Vorzüge und Besonderheiten anschaulich dargestellt. Die Qual der Wahl!

Neben den Vinotheken und Wanderungen werden natürlich immer auch die Betreiber(familien) vorgestellt, deren Geschichte und die des Weinguts. Zusätzlich hat Uwe Ittensohn immer auch einen Tipp, welchen Wein des jeweiligen Weingutes er ganz besonders gut findet. Die Beschreibungen lassen jeden Weinliebhaber Vorfreude empfinden – wohl dem, der das Buch bei einem schönen Glas Wein bestaunt!