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Veröffentlicht am 11.05.2023

Familiengeschichte mit komplexen Figuren und einer spannenden Suche nach der Wahrheit - sehr atmosphärisch durch einnehmende Naturbeschreibungen in der schwülwarmen Hitze Floridas..

Tochter des Marschlands
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Loni Mae Murrow lebt in Washington, D.C., wo sie für das Smithonian Institute als Naturkünstlerin arbeitet. Als ihr Bruder Phil sie bittet, sie bei der Pflege ihrer dement werdenden Mutter zu unterstützen, ...

Loni Mae Murrow lebt in Washington, D.C., wo sie für das Smithonian Institute als Naturkünstlerin arbeitet. Als ihr Bruder Phil sie bittet, sie bei der Pflege ihrer dement werdenden Mutter zu unterstützen, die sich das Handgelenk gebrochen hat, bricht Loni widerwillig nach Florida in die Kleinstadt ihrer Heimat im Marschland auf. Bei ihrer Ankunft findet sie einen kurzen Brief einer Henrietta an ihre Mutter Ruth, die ihr etwas über den Tod ihres Ehemannes Boyd offenbaren möchte. Dieser ist unter ungeklärten Umständen in den Sümpfen ums Leben gekommen. Der Tod wurde als Unfall deklariert, um die Versorgung der Familie zu garantieren, hinter vorgehaltener Hand wird von einem Selbstmord gesprochen, was Loni ihrem Vater nie hatte verzeihen können.
Während Loni ihre Mutter regelmäßig im Pflegeheim besucht und nach wie vor unter deren Gefühlskälte leidet, flieht sie immer wieder in die Sümpfe, leiht sich ein Kanu und zeichnet die einheimischen Vögel. Dabei wird sie in die Vergangenheit versetzt, erinnert sich an Ausflüge mit ihrem Vater, der sie liebevoll die "Marschkönigin" nannte und möchte herausfinden, was es mit seinem Tod auf sich hatte. Ihre Suche nach der Wahrheit wird allerdings offensichtlich sabotiert. Subtile Drohungen und ernsthafte Übergriffe zeigen ihr, dass sie auf der richtigen Spur ist, sie sich mit ihrer Suche allerdings selbst in Gefahr bringt.

"Tochter des Marschlands" erzählt die schwierige Familiengeschichte aus der Ich-Perspektive von Loni, die nur allzu gerne ihre Heimat verlassen hatte und den Kontakt nach Hause zu ihrer Mutter und ihrem verheirateten jüngeren Bruder auf das Mindeste reduziert. Von ihrer verbitterten Mutter, die inzwischen geistig verwirrt ist und in einem Pflegeheim lebt, fühlte sie sich Zeit ihres Lebens ungeliebt. Ihr Vater, zu dem sie ein enges Verhältnis hatte und mit dem sie die Liebe zur Natur teilte, starb in den Sümpfen als Loni zwölf Jahre alt war.

Nach einem anfänglich etwas behäbigen Beginn wird die Geschichte nicht nur aufgrund der ungeklärten Todesumstände von Boyd Murrow sondern auch aufgrund Lonis Entwicklung spannender und dichter. Loni ist ein Charakter mit Ecken und Kanten, der sich lieber verschließt, in die Natur oder zum Zeichnen zurückzieht, statt sich mit Menschen abzugeben und Gefühle zuzulassen. In ihrer Heimat gilt sie als Yankee und tritt selbst alles andere als vorurteilsfrei auf. Durch den Aufenthalt, den sie aufgrund ihrer zähen Nachforschungen immer wieder verlängern muss, wird sie selbst offener und lässt sich eines Besseren belehren. Konflikte mit ihrer Mutter oder ihrer besten Freundin bleiben dabei nicht aus, aber die Meinung in Bezug auf ihre provinziell abgetane Schwägerin ändert sich und auch in dem Kanuverleiher entdeckt sie weit mehr als gedacht.

Neben der Familiengeschichte wird man von der Beschreibung der Natur eingenommen, spürt das feuchtwarme, schwüle Klima und hat das Marschland und die Sümpfe mit der Flora und Fauna bildhaft vor Augen. Lebendig begleitet man Loni auf ihren Kanufahren bei der Beobachtung der Vögel sowie bei ihrer Suche nach der Wahrheit in der Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, Loni auf alte Bekannte trifft und in der Geheimnisse verborgen liegen. 25 Jahre nach Boyds Tod ist die Suche nach der Wahrheit schwierig, insbesondere da es nach wie vor Personen gibt, die kein Interesse daran haben, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

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Veröffentlicht am 04.05.2023

Bittersüße Familiengeschichte mit einer liebenswert unperfekten Hauptfigur - mehr tragisch statt "wunderbar wahnsinnig"

Die unglaubliche Grace Adams
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Grace Adams ist 45 Jahre alt und arbeitet nach einer begonnenen Fernsehkarriere seit der Geburt ihrer Tochter als Übersetzerin und Französischlehrerin. Ihr Ehemann Ben hat sie vor einigen Monaten verlassen ...

Grace Adams ist 45 Jahre alt und arbeitet nach einer begonnenen Fernsehkarriere seit der Geburt ihrer Tochter als Übersetzerin und Französischlehrerin. Ihr Ehemann Ben hat sie vor einigen Monaten verlassen und die Scheidung eingereicht. Ihre 15-jährige Tochter, die sich zunehmend von ihr entfernte und als Teenagerin gegen sie und die Schule rebelliert, ist kürzlich zu ihrem Vater gezogen. Nicht einmal zu ihrem 16. Geburtstag möchte Lotte ihre Mutter sehen, doch diese ist entschlossen dennoch zu erscheinen und sie mit einer überdimensionalen Torte zu überraschen.

Der Roman handelt an nur einem Tag in London, als Grace zu ihrer Tochter und dem von ihr getrennt lebenden Ehemann unterwegs ist. Grace ist nervös, verzweifelt und wütend - auf sich selbst und alles, was sich ihr an diesem Tag in den Weg stellt. Erst steht sie im Stau, dann macht sie sich zu Fuß auf den Weg und die überteuerte handgefertigte Torte ist eine Enttäuschung.
Erst durch Einblicke in die Vergangenheit erfährt man allmählich, was in Grace vor sich geht und was zur Trennung von Ehemann und Tochter geführt hat. Beginnend mit dem Kennenlernen von Ben, Graces preisverdächtigen Talents als Multilinguistin, der Geburt der Tochter und den ersten Jahren als Mutter, wird vier Monate vor Lottes 16. Geburtstag deutlich, wie der Konflikt in der Familie eskalierte.

"Auch Affen fallen mal von Bäumen."

Grace ist eine toughe, talentierte Frau, die ihre Karriere für ihre Mutterrolle aufgegeben hat, was sie zwischenzeitlich bitter bereute. Nun ist sie 45 Jahre alt, macht sich Gedanken um ihre Gesundheit und hat mit den ersten Anzeichen der Menopause zu kämpfen. Ihre rebellierende und sich immer weiter zurückziehende Tochter überfordert sie, ihre Jobs wurden ihr gekündigt. Grace ist an einem absoluten Tiefpunkt angekommen, hat nichts mehr zu verlieren und macht sich auf einen unerwartet beschwerlichen Weg zu Tochter und Ehemann auf. Sie reflektiert ihr Leben und begreift, was sie falsch gemacht hat.

Grace ist eine facettenreiche, authentische Figur, die schon einiges in ihrem Leben durchgemacht hat und die man trotz oder gerade wegen ihrer kleinen Macken und Fehler ins Herz schließt und ihre unkontrollierten Emotionen sehr gut nachempfinden kann. Durch die beiden Erzählstränge in der Vergangenheit, durch die sich Details offenbaren, die Graces Leben nachhaltig erschütterten sowie die Frage, ob sie sich mit ihrer Familie versöhnen kann, ist die Geschichte spannend aufgebaut.

"Die unglaubliche Grace Adams" wird als "wunderbar wahnsinnig" angekündigt und so hatte ich mir eine turbulente und amüsante Geschichte mit einer ganz besonderen, liebenswert verrückten Protagonistin erwartet. Der Roman ist allerdings mehr tragikomisch und hat trotz manch unterhaltsamer Aggressionsschübe von Grace vor allem ernste Inhalte wie Ängste und die Folgen des Älterwerdens, die Rolle als Frau zwischen Kind, Ehemann und Beruf, die Entfremdung in der Familie, Tod, Trauer und sexuellen Missbrauchs zum Thema.

Obgleich ich mir etwas unbeschwertere, positiv verrückte Lesestunden erhofft hatte, hat mich die bittersüße Familiengeschichte um die kämpferische Grace, die aus unterschiedlichen Gründen mit ihrer Rolle als Ehefrau und Mutter hadert, gut unterhalten und wirkte trotz Graces abenteuerlicher Tour durch London authentisch aus dem Leben gegriffen.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Warmherziger Entwicklungsroman über Selbstfindung, Heilung, Familie und Heimat und eine dramatische, leidenschaftliche Liebesgeschichte mit einem lebendigen Setting in ländlicher Umgebung

Am Ende gibt es nur uns
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Als Wren von ihrem Verlobten für eine andere Frau verlassen wird und den Anblick des Paares in der Kleinstadt Bury St. Edmunds nicht mehr erträgt, reist zu ihrem Vater nach Indianapolis, um Abstand zu ...

Als Wren von ihrem Verlobten für eine andere Frau verlassen wird und den Anblick des Paares in der Kleinstadt Bury St. Edmunds nicht mehr erträgt, reist zu ihrem Vater nach Indianapolis, um Abstand zu gewinnen und zu heilen. Dort wird ihr auch wieder bewusst, wie sehr sie sich nach der Liebe ihres Vaters sehnt, der Wren und ihre Mutter verlassen hat, als sie erst sechs Jahre alt war. Wren beneidet ihre sechs Jahre jüngere Stiefschwester und hat stets das Gefühl, nie zu genügen.
Im örtlichen Pub trifft sie auf die Brüder Fredrickson der benachbarten Farmersfamilie und fühlt sich direkt von dem jüngeren Bruder Anders angezogen. Doch Anders ist nicht frei, hängt immer noch an seiner Ehefrau, die er vor über vier Jahren bei einem Unfall verloren hat. Bevor Wren erfahren kann, wie tragisch die Situation wirklich ist und was Anders nach wie vor an Laurie hält, hat sie sich in ihn verliebt und fühlt sich auch zunehmend wohler im Haus ihres Vaters, wo sie ihrer Halbschwester und sogar ihrer Stiefmutter näher gekommen ist.
Als sie sich für ein Leben in den USA entscheidet, stößt sie Anders fort von sich und wieder ist Wren in der Situation, nicht genug zu sein, um geliebt zu werden.

"Am Ende gibt es nur uns" ist der treffende Titel für diese emotionale und in Teilen sehr dramatische Liebesgeschichte.
Wren flüchtet mit gebrochenem Herzen zu ihrem Vater, den sie nur von wenigen Urlaubsaufenthalten kennt, in die USA und lernt dort prompt einen weiteren Mann kennen, der im Begriff ist, ihr das Herz zu brechen.

Die Geschichte ist jedoch mehr als die Liebesgeschichte von Wren und Anders, denn auch die Nebencharaktere haben mit Problemen zu kämpfen und Wren macht eine entscheidende Entwicklung durch, um sich von ihrer Familie angenommen zu fühlen und selbst zu mehr Selbstbewusstsein zu finden.
Umgeben von freier Natur und dem Leben auf einer Farm entwickelt die Geschichte ein heimeliges Gefühl von Heimat, Angekommensein und dem Zusammenhalt einer Familie. Dabei werden die Probleme einer Farm, Existenzängste und die Konflikte zwischen den Generationen anschaulich geschildert. Man ist bei der Ernte und der Entwicklung neuer Ideen dabei, während die Nachkommen der beiden Farmen, Wren, Bailey, Anders und Jonas Freundschaft schließen, gemeinsam Zeit in der Dorfkneipe verbringen oder sich bei ihren Geschäftsideen unterstützen.
Die Liebesgeschichte ist voller Dramatik und Leidenschaft, voller intensiver Gefühle, Sehnsüchten und Begehren. Bis alle Hürden bezwungen werden und es zum erhofften Happy End kommen kann, braucht es Geduld, denn die Figuren haben es wahrlich nicht leicht. Durch Anders' Geheimnis, das im Verlauf der Geschichte offenbart wird, ist das Zögern und Zaudern jedoch nachvollziehbar und wirkt nicht aufgesetzt.
Es ist eine Geschichte über Selbstfindung, Heilung, Familie und Liebe, die warmherzig geschrieben ist und voller sympathischer Charaktere steckt. Obgleich sich die Liebesgeschichte ein wenig zäh entwickelt und durch das Hin und Her von Wiederholungen geprägt ist, hat mir der Roman aufgrund des lebendigen Settings in ruraler Umgebung gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 25.04.2023

Geschichte über die erste Liebe und zweite Chancen mit einer herrlich nostalgischen Sommeratmosphäre

Fünf Sommer mit dir
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Seit ihrem dreizehnten Lebensjahr hat Persephone Fraser die Ferien im Cottage ihrer Eltern in Barry's Bay verbracht, wo sie sich mit den Nachbarsjungen Sam und Charlie Florek angefreundet hat. Insbesondere ...

Seit ihrem dreizehnten Lebensjahr hat Persephone Fraser die Ferien im Cottage ihrer Eltern in Barry's Bay verbracht, wo sie sich mit den Nachbarsjungen Sam und Charlie Florek angefreundet hat. Insbesondere zu dem gleichaltrigen Sam entwickelte sie eine enge Beziehung, aus der im Teenageralter mehr als nur Freundschaft wurde. Doch nach der Schulzeit trennten sich ihre Wege, als beide ihr Studium an anderen Orten aufnahmen und der ehrgeizige Sam sich ganz auf sein Medizinstudium konzentrieren wollte. Zu spät merkt er, wie sehr er Percy mit dem Setzen eigener Prioritäten verletzt hat und auch Percy begeht in ihrem letzten Sommer am See einen folgenreichen Fehler, so dass sich ihre Wege endgültig trennten.
Erst zwölf Jahre später, als Percy von Charlie erfährt, dass deren Mutter Sue gestorben ist, die für Percy in ihrer Kindheit zu einer zweiten Mutter geworden war, kehrt Percy an den kanadischen See zurück. Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Percy und Sam, dass sie immer noch diese innige Beziehung verbindet, obwohl immer noch etwas zwischen ihnen steht, das ungesagt ist und vor allem Percys Gewissen belastet.

"Fünf Sommer mit dir" handelt auf zwei Zeitebenen und erzählt in der Gegenwart von der Rückkehr Percys nach Barry's Bay und dem angstvoll erwarteten Wiedersehen mit ihrer ersten Liebe Sam, während in Rückblenden die fünf gemeinsamen Jahre ihrer Ferienzeit als Kinder und der Sommerliebe an dem kanadischen See geschildert werden.

Der Roman schildert anschaulich die Ferienzeiten am See, die nicht ganz unbeschwerte Kindheit von Sam und Charlie, die ihren Vater früh verloren haben und Percy, die nach einem Streit in der Schule Probleme mit ihren Mitschülerinnen hatte und für die das Cottage eine Zuflucht wurde. Die Annäherung der 13-Jährigen erfolgt zunächst schüchtern, bis sie jede freie Minute mit einander verbringen. Ob gemeinsames Horrorfilme gucken, nackt baden im See oder ehrgeiziger Sport, Percy und Sam teilen alles, so dass Percy nicht nur die Sommer am See verbringt. Mit 16 Jahren entwickeln sie leidenschaftliche Gefühle füreinander, gestehen sich selbst aber nicht ein, eine Paarbeziehung zu führen. Durch die Distanz herrschen Unsicherheiten und auch die Ungewissheit, was nach der Schule sein wird, macht beiden zu schaffen und führt unter dem Druck des Studiums zum Bruch ihrer Beziehung, was beide jedoch schnell bereuen.
Dennoch braucht es zwölf Jahre bis sich Percy und Sam anlässlich des traurigen Ereignisses der Beerdigung von Sue wiedersehen. Im Gegensatz zur zögerlichen Entwicklung ihrer Jugendliebe ist, ist das Wiedersehen intensiv und von leidenschaftlichen Gefühlen geprägt. Ohne überhaupt ein klärendes Gespräch zu führen, lassen sie sich von ihren Gefühlen zueinander treiben und blenden Verletzungen und Probleme aus. Doch noch immer steht ein Geheimnis zwischen ihnen, das Percy belastet und das erst ausgesprochen werden muss, damit ihre Jugendliebe eine zweite Chance haben kann.

Das Buch weckt Sehnsuchtsgefühle an einen sorgenfreien Sommer am See und erzählt die Geschichte einer Freundschaft, die sich über die Jahre zu einer Liebe entwickelt. Doch Percy und Sam sind jung und unerfahren, hängen nostalgisch an ihrer Freundschaft, können jedoch auch ihre Gefühle für einander und die körperliche Anziehungskraft nicht unterdrücken. Missverständnisse, falscher Ehrgeiz und die Angst, ein Studium nicht mit einer Fernbeziehung verbinden zu können, führen zu einem schlagartigen Bruch, den beide verletzt und enttäuscht nicht kitten.

Die Geschichte ist abwechslungsreich und schon aufgrund des Wechsels zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu keinem Zeitpunkt langweilig, auch wenn sich die Geschichte nicht wirklich überraschend entwickelt und auch Percys Geheimnis nicht unbedingt originell ist. Dass Percy und Sam ihre Freundschaft so abrupt beendeten und nie wieder den Versuch unternahmen, sich auszusprechen, ist heftig und nach der gemeinsam verbrachten Zeit kaum nachvollziehbar. Auch das Wiedersehen in Barry's Bay empfand ich nach zwölf Jahren des Kontaktabbruchs etwas sehr forsch, aber aufgrund der tiefen Leidenschaft, die die beiden nach all den Jahren noch verband, nicht ganz abwegig.

Obgleich mir das Buch an mancher Stelle zu ekstatisch war, mochte ich vor allem die Coming-of-Age-Geschichte in der Vergangenheit, über das Erwachsenwerden und die Stimmung an dem Schauplatz am See und bin sehr gerne in die Geschichte über die erste Liebe und zweite Chancen eingetaucht.

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Veröffentlicht am 18.04.2023

Wendungsreicher Roman über eine Frau, die durch eine Katastrophe gezwungen ist, Stärke zu beweisen

Wenn die Nacht in Flammen steht
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Grace Holland ist 23 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern, als nach einer langen Trockenzeit im Sommer 1947 ein verheerendes Feuer an der Küste Maines ausbricht. Während ihr Mann Gene die ...

Grace Holland ist 23 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Kindern, als nach einer langen Trockenzeit im Sommer 1947 ein verheerendes Feuer an der Küste Maines ausbricht. Während ihr Mann Gene die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung unterstützt, rettet sie sich, ihre benachbarte Freundin und ihre Kinder ins Meer, wo sie gerade noch mit dem Leben davon kommen. Das Haus der Hollands ist abgebrannt, ihr Besitz zerstört und Gene wird vermisst. Grace weiß nicht, ob er als Held im Feuer gestorben ist oder ob er die Familie verlassen hat, denn sie war sich seiner Liebe nicht mehr sicher. Grace Kinder sind ihr ein und alles und so schöpft sie neuen Mut, um die Familie durch die schwere Zeit zu bringen und ein neues, selbstbestimmtes Leben zu beginnen, das sich von ihrem von einem Ehemann abhängigen Hausfrauendasein nicht mehr unterscheiden könnte. Als Grace sich wieder erlaubt glücklich zu sein, droht ihr Neubeginn ins Wanken zu geraten.

In dem Roman wird eine fiktive Geschichte um die junge Mutter Grace mit wahren historischen Ereignissen um das Große Feuer von 1947, eine Serie von über 200 Waldbränden, verknüpft. Es ist die Geschichte einer jungen Frau, die früh heiraten musste, in ihrer Ehe nicht glücklich war, sich nicht geliebt fühlte und durch die Katastrophe gezwungen ist, zu handeln und dabei über sich hinauswächst. Für ihre Kinder beweist sie Stärke und kann sich mit Glück und Geschick ein neues Leben aufbauen, in dem ihr vermisster Ehemann schon bald keinen Platz mehr hat.

Die Geschichte ist wendungsreich und unterhaltsam, Glück und Unglück liegen stets nah beieinander. Grace ist eine sympathische Protagonistin mit einer ungestillten Sehnsucht nach Liebe, die man gerne auf ihrem neuen Lebensweg begleitet. Ihr Weg von einer eingeschüchterten Ehefrau zu einer selbstbewussten Alleinerziehenden verläuft jedoch nach der Tragödie, wo sie vor dem Nichts stand, zu geradlinig und von zu vielen glücklichen Zufällen geprägt.
Eine nicht ganz unvorhersehbare Wende sorgt am Ende jedoch noch einmal für Spannung, als Graces Leben erneut auf dem Spiel steht.

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