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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.06.2023

sehr klischeehaft

Northern Star (Rosenborg-Saga, Band 1)
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Ich hab irgendwie bei diesem Buch eine ganz andere Vorstellung davon gehabt, worum es gehen könnte. Erwartet habe ich eine vielschichtige Familiensaga, gespickt mit Geheimnissen und Enthüllungen. Bekommen ...

Ich hab irgendwie bei diesem Buch eine ganz andere Vorstellung davon gehabt, worum es gehen könnte. Erwartet habe ich eine vielschichtige Familiensaga, gespickt mit Geheimnissen und Enthüllungen. Bekommen hab ich aber eher einen seichten Liebesroman, der stark an die Groschenromane mit dem halbnackten Mann auf dem Cover erinnert.

Zum Inhalt: Hotelerbe Nikolaj Bjerregaard gehört zu den begehrtesten Junggesellen Dänemarks und lässt nichts anbrennen. An einer echten Beziehung nicht interessiert, bis er auf PR-Beraterin Emma trifft. Die soll ihm helfen seine Hotelkette nach Deutschland zu expandieren und Nikolaj ist sofort hingerissen. Doch Emma verfolgt ihre ganz eigenen Ziele.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Das Buch ist gut vertont und die Lesestimme, sowie das Lesetempo sehr angenehm.

Mein größter Kritikpunkt ist, wie unnatürlich schnell alles ging. Die beiden lernen sich kennen und landen durch einen merkwürdigen Zufall direkt im Bett- Auftakt seichter Erotikroman, der wenig Raum für sonstige Handlungen gelassen hat. Auch dieses unrealistische sofortige Umschwenken der Figuren von gegenseitiger Abneigung zu "könnte der Mann/die Frau fürs Leben sein" finde ich immer wenig authentisch. Des öfteren habe ich beim Hören den Kopf geschüttelt und dachte "och nö".

Auch Nikolais selbstgefälliges Schwadronieren zu Anfang des Anfang des Buches hat mich direkt abgeschreckt. Dass ihm Emma trotz all ihrer Prinzipien sehenden Auges in die Arme rennt, erschien mir total lächerlich. Auch die Story rund um Gitte wirkte auf mich sehr vorhersehbar und irgendwie künstlich hochgepuscht.

Ich bin nicht direkt enttäuscht vom Buch, hatte mir aber einfach eine grundlegend andere Geschichte vorgestellt und sehe mich im Nachhinein einfach nicht als Teil der Zielgruppe der Geschichte.

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Veröffentlicht am 10.05.2023

Wenn eine Mutter zur Mörderin wird

Mutterliebe
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Ein tragischer Mordfall, scheinbar ohne Motiv. Was bringt eine Mutter dazu, die eigenen Kinder töten zu wollen?
Was nach einem psychologisch spannenden Fall, war aber in meinen Augen noch nicht ganz rund ...

Ein tragischer Mordfall, scheinbar ohne Motiv. Was bringt eine Mutter dazu, die eigenen Kinder töten zu wollen?
Was nach einem psychologisch spannenden Fall, war aber in meinen Augen noch nicht ganz rund und über weitere Strecken eher die „Kiki Holland“-Show.

Zum Inhalt: eine Mutter fährt mit ihren Kindern in den Wad. Auf einer kleinen Lichtung verabreicht sie den beiden ein Beruhigungsmittel, bevor sie beginnt die Kinder zu erwürgen. Was treibt eine Mutter dazu, die eigenen Kinder zu ermorden? Gerichtsreporterin Kiki Holland geht der Sache auf die Spur.

Der Hauptplot befasst sich mit Journalistin Kiki, die eher zufällig und ungewollt den Auftrag erhält über den Kindsmord zu berichten. Dabei stellt sie fest, dass scheinbar niemand so richtig von der Schuld der Angeklagten überzeugt ist. Aber wieso eigentlich? Kiki verlässt sich hier intuitiv auf ihr Bauchgefühl und beginnt auf eigene Faust zu graben. Dabei finde ich, dass ihre Art auf Biegen und Brechen an neue Erkenntnisse zu kommen total übertrieben ist und sie mir dadurch unsympathisch war. Genau die Art von Journalistin, von der man nicht will, dass sie im eigenen Leben rumschnüffelt.

Der Fall selbst überschlägt sich recht schnell (ohne dass irgendwer anders als Kiki etwas davon merkt) und nimmt eine ganz neue Dimension an. Zusätzlich werden Nebencharaktere quasi als Ablenkung eingeführt, die überhaupt nichts mit dem Fortgang der Handlung zu tun haben. Zwischendurch habe ich mich immer wieder gefragt, worum es hier eigentlich geht und wer nun im eigentlichen Sinne schuldig ist, denn unschuldig scheint in dieser Geschichte niemand zu sein, es hat nur nicht direkt mit dem Fall zu tun, der eh total in den Hintergrund rutscht. So richtige Spannung ist dadurch bei mir leider nicht aufgekommen.

Das Stilelement der Rückblenden aus Sicht verschiedener Charaktere offenbart eigentlich auch nicht wirklich neue Erkenntnisse, insgesamt ist die Geschichte ab der Hälfte sehr vorhersehbar. Was mich gestört hat, ist neben Kikis rabiater Alleingang-Masche, wie unglaubwürdig manche Szenen erscheinen. Und am Ende gönnt sich das Buch noch einen richtig groben Logikfehler, wo in kurzen Sätzen hintereinander das Schicksal einer der Figuren völlig verschieden geschildert wird.

Insgesamt hat mich das Buch nicht überzeugt und wirkte einfach nicht so richtig rund. Spannungstechnisch ließ es leider auch zu wünschen übrig, sodass ich nur zwei Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Rivals to Lovers and Second Chances- oder viel Lärm um nichts

The Love Test – Versuch’s noch mal mit Liebe
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Ich fand Cover und Klappentext wirklich total ansprechend und habe auch das angeteaserte Thema rund um mittelalterliche Literatur sofort geliebt. Entsprechend groß war meine Neugier und vielleicht auch ...

Ich fand Cover und Klappentext wirklich total ansprechend und habe auch das angeteaserte Thema rund um mittelalterliche Literatur sofort geliebt. Entsprechend groß war meine Neugier und vielleicht auch meine Erwartung an das Buch. Leider bin ich sowohl mit den Protagonisten, als auch der Lovestory überhaupt nicht warm geworden und fand einige der Szenen auch einfach unglaubwürdig.

Zum Inhalt: Allison hat es geschafft in das Promotionsprogramm ihrer Träume an der Claymore aufgenommen zu werden. Ein Mentorenprogramm bei ihrer favorisierten Professorin würde ihrer akademischen Laufbahn das Krönchen aufsetzen. Doch da hat sie den Plan ohne ihren Ex Colin gemacht, der plötzlich auftaucht und sich auf die selbe Stelle bewirbt.

Second Chances ist ja eher nicht so mein Ding, einfach weil ich häufig die Beweggründe nicht schlüssig finde. Hier war es wieder ähnlich: Kommunikationsprobleme sind sehr bezeichnend für Allisons und Colins Beziehung, sie ist oft abwehrend oder flüchtet vor konfrontativen Gesprächen und er kann nicht auf den Punkt bringen, worum es ihm geht. Die Rivalität zwischen den beiden und der akademische Wettkampf sind, obwohl ich es irgendwann sehr anstrengend fand, das einzige an Gefühlen, was ich ihnen wirklich abgekauft habe, die angeblichen Funken zwischen den beiden sind nicht bis zu mir durchgedrungen.

Generell fand ich die beiden Protagonisten sehr unsympathisch. Allison hat eine sehr hohe Meinung von sich und ihrer Intelligenz, was dazu führt, dass sie lieber lügt als sich Schwächen einzugestehen. Und Colin- ach keine Ahnung, dadurch dass man ihn nur durch Allisons verklärte Sicht wahrnimmt war er mir schon unsympathisch als er immer wieder "Colin Benjamin" genannt wurde. Seine Art mit dem Druck an der Uni und dem Konkurrenzkampf umzugehen hat mir überhaupt gar nicht gefallen und auch hier wieder: größtes Problem ist, dass er nie den Mund aufkriegt bzw. Allison ihn auch gar nicht zu Wort kommen lässt.

Lichtblicke in Buch waren die Diskussionen über verschiedene Textpassagen mittelalterlicher englischer Literatur und die sehr reflektierte Problembewältigung mittels gedanklichem Durchspielen von Worst Case Szenarien. Beides leidet aber unter der recht schwachen Rahmenhandlung. Immer wieder durchlebt der Leser Rückblicke in Allisons und Colins Vergangenheit, dabei sollten beide eigentlich lieber damit abschließen und nach vorn blicken.

Mich hat die Story leider einfach nicht abgeholt. Wer aber Second Chances mag und wen fast schon kindliches Gekabbel nicht stört, der mag hier sicherlich seine Freude dran haben, ich tue mich aber schwer, das Buch zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Moderner Klassiker

Skandal & Vorurteil
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„Stolz und Vorurteil“ ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, weshalb ich sehr neugierig auf diese moderne Adaption des Klassikers war, die nun Georgiana Darcy in den Vordergrund stellt. Leider hat ...

„Stolz und Vorurteil“ ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, weshalb ich sehr neugierig auf diese moderne Adaption des Klassikers war, die nun Georgiana Darcy in den Vordergrund stellt. Leider hat mich das Buch nicht in seinen Bann schlagen können. Stattdessen hatte ich das Gefühl mich beim Lesen mit Georgie gemeinsam im Kreis zu drehen.

Zum Inhalt: nach einem Drogenskandal im letzten Schuljahr ist Georgiana zurück an der Privatschule Pemberley. Nur knapp konnte sie einem Schulverweis entkommen und wird seitdem von allen geschnitten. Doch in diesem Schuljahr soll sich der ihr Schicksal ändern, dann sie will die perfekte Darcy werden. Doch bei ihrem schlauen Plan hatte sie nicht mit Wickhams Rückkehr gerechnet.

Ich fand es toll wie viele der Originalcharaktere vorkommen und dass einige Szenarien in Anlehnung an Jane Austens Werk gestaltet waren. Das schuf einen gewissen Wiedererkennungswert obwohl das Setting ein völlig anderes ist. Besonders Charlie Bingley war einfach fabelhaft hinreißend und hat sofort wieder mein Herz erobert. Dadurch kamen mit seine Gastauftritte viel zu wenig vor.

Mit Georgie hingegen bin ich überhaupt nicht warm geworden. Sie hat klassische Reiche-Mädchen-Problemen. Viel in der Dramatik der Handlung wirkt reichlich überspitzt und künstlich aufgeblasen. Georgie ist sehr Ich-fokussiert und dreht sich mit ihren Problemen häufig emotional im Kreis, statt sie rational anzugehen.

Was mich irgendwann sehr gestört hat ist, wie viel auf die fiktive Serie Sage Hall verwiesen wird. Die Fan Fiction und Handlung der Serie nahm gefühlt mehr Raum ein als Georgies eigenes Liebesleben, das sehr eindimensional blieb, obwohl es genug Entwicklungspotenzial bot. Mehr Fokus hätte der Haupthandlung in meinen Augen gut getan.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Die Affektiertheit einer Generation in drei Abschnitten

Freizeit
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„Freizeit“ hat fast schon ein puristisches Cover dafür, dass es ein so großer Begriff ist, der viel Raum für Gestaltungsmöglichkeiten lässt. Dass keine davon gewählt wurde, spiegelt gut den Inhalt des ...

„Freizeit“ hat fast schon ein puristisches Cover dafür, dass es ein so großer Begriff ist, der viel Raum für Gestaltungsmöglichkeiten lässt. Dass keine davon gewählt wurde, spiegelt gut den Inhalt des Buches wider: viel Raum, viele Möglichkeiten, stattdessen wählt man Leere. Es geht um alles und gleichzeitig um nichts, die scheinbare Langeweile und Affektiertheit einer Generation, der alle Türen offenstehen und die sich nicht dazu hinreißen lassen kann, eine davon zu wählen.

Zum Inhalt: Franziska führt ein gutes Leben, trotz Studienabbruch schafft es die junge Frau durch Schreiben von Werbeslogans, Songtexten und Kurzromanen ein gutes Einkommen zu erzielen. Nach zwei Jahren in Paris inklusive amouröser Verstrickungen kehrt die junge Frau nach Deutschland zurück. Nur, um ihren Freundeskreis verändert vorzufinden und sich selbst als Außenseiter.

Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, wodurch man gut ins Buch und durch die Seiten kommt. Franziska reflektiert ihr Leben, ihre Freundschaften und Liebschaften der vergangenen Jahre. Sie versucht anzukommen, heimzukommen, bleibt aber relativ ruhelos und getrieben. Die Zeit hat sie und ihre Freunde verändert, Interessen verschoben und den Fokus verrückt, weg von Party und Exzess, hin zu bewusster Ernährung und ländlichem Leben. Gemeinsam und allein wird sich erinnert, an vergangene Nächte, Rauschzustände, das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Alleinsein. Bis hin zu der Erkenntnis, dass selbst Freundschaft wohl nicht immer für die Ewigkeit ist.

Ich fand es sehr schwer mit Franziska warm zu werden, sie ist mir einfach von Grund auf unsympathisch mit ihrem Luxusproblem, des sich „nicht entscheiden wollen“-Könnens. Franziska will ihre alten Freunde behalten, kommt aber nicht mit deren Lebensstil und neuen Bekanntschaften klar. Sie will nicht allein sein, aber für eine Beziehung, die tiefer geht, scheint sie nicht bereit. Sie will zu Hause sein, aber es treibt sie weg von ihrer Heimat. Zwischendurch bekommt der Leser Passagen aus Franziskas Roman vorgesetzt, den sie über ihre Freunde schreibt, was ich irgendwie fantasielos fand.

Der Ansatz war eigentlich nicht schlecht gewählt, trotzdem habe ich das Gefühl die Handlung bleibt eher oberflächlich und erreicht nie die Tiefe die vielleicht vorgesehen und absolut möglich gewesen wäre. Franziska bleibt distanziert, nicht nur zu ihren Freunden, sondern auch zum Leser. Ich hab einfach keine Verbindung finden können und das obwohl ich selbst ungefähr in Franziskas Alter bin und der Generation der Ruhelosen mit den unbegrenzten Möglichkeiten angehöre.

Leider nur zwei Sterne von mir.

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