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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.05.2023

es fehlt charakterliche Tiefe

Happy Place
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Das Cover wirkt fröhlich, frisch und auch der Untertitel „Urlaub mit dem Ex“ verspricht, dass es nicht langweilig werden wird, da sind Probleme schon vorprogrammiert. Der Roman startet dann für mich aber ...

Das Cover wirkt fröhlich, frisch und auch der Untertitel „Urlaub mit dem Ex“ verspricht, dass es nicht langweilig werden wird, da sind Probleme schon vorprogrammiert. Der Roman startet dann für mich aber nicht so leicht und flüssig, wie ich es erwartet hätte, sondern es dauert eine gewisse Zeit bis ich mich an die Charaktere gewöhnt und in die Geschichte hineingekommen bin. Der Urlaub der befreundeten Paare wird einerseits sehr promillereich und gezwungen fröhlich beschrieben, aber so ein richtiges Urlaubsfeeling und entspannte Atmosphäre kommen auch beim Lesen nicht auf. Es wird auch weniger auf das Umfeld eingegangen, es ist kaum Platz oder auch Lust für intensive Gespräche, vielmehr hat Sabrina den gesamten Urlaub minutiös geplant mit einer überraschenden Hochzeit am letzten Urlaubstag. So getaktet und unpersönlich wie Sabrinas Urlaubstimer wird man auch als Leser*in durch die Geschichte geschleust, mir fehlt, dass Probleme angesprochen werden, ernsthafte Gespräche geführt werden und auch, dass Wyn und Harriet endlich klären, warum sie sich überhaupt getrennt haben. Die Charaktere bleiben eher oberflächlich und unnahbar, einzig Cleo zeigt am meisten Empathie und wirkt emotional. Erst im letzten Drittel kommt es zuerst zu Anspannungen und dann zu den ernsthaften Themen, wobei alle Probleme auf den Tisch geknallt werden und dann mit der Schadensbegrenzung und dem Finden von Lösungsmöglichkeiten begonnen wird. Erst ab hier habe ich das Gefühl, dass der Roman auch mein Herz erreicht und eine ernsthafte Auseinandersetzung erfolgt. Der erste Teil war mir persönlich leider zu oberflächlich und blass, zu wenig individuell. Das Ende war zwar nicht überraschend, hat mir dann aber doch gut gefallen.

Veröffentlicht am 16.05.2023

künstlich in die Länge gezogen

Der letzte Sessellift
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Der Titel ist sehr einprägsam und passend zum Inhalt des Romanes und das minimalistische Cover ebenfalls, beide haben mich sofort angesprochen. Der Inhalt ist eine Komposition aus wenigen neuen Inhalten ...

Der Titel ist sehr einprägsam und passend zum Inhalt des Romanes und das minimalistische Cover ebenfalls, beide haben mich sofort angesprochen. Der Inhalt ist eine Komposition aus wenigen neuen Inhalten und vielen Elementen aus Irvings vorigen Büchern, auch die Charaktere haben gleiche bzw. ähnliche Eigenschaften. Kleinwüchsige Menschen, unterschiedlicher Umgang mit Geschlechtsdiversitäten, Ringen, Sportwettkämpfe, Hotel, alles Situationen, Personen und Orte, die so schon bekannt waren. Interessant ist in diesem Roman auf alle Fälle die Interpretation von Familie im weiteren Sinn, denn Adam wächst in einer chaotischen, selbst zusammengewürfelten Gemeinschaft auf und wird von allen in den Mittelpunkt gestellt, das gesamte Leben und alle Charaktere kreisen um Adam.
Gewisse Redewendungen sind sehr gut gelungen und man kann sich die einzelnen Charaktere dadurch auch lebendig vorstellen. Andere wiederum kommen schon in den Vorgänger-Büchern vor und sind somit schon abgenutzt und nicht mehr so spektakulär.
Ob man den Roman auf über 1000 Seiten strecken muss? – Kann man, aber bringt meiner Meinung nach, nicht unbedingt einen Mehrwert, da zahlreiche Situationen unnötig ausgeschmückt werden und auch häufig Wiederholungen vorkommen. Ich glaube, eine kompaktere Version hätte mir besser gefallen.

Veröffentlicht am 10.05.2023

es fehlt an Raffinesse

Spinnennetz
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Der Einstieg in die Geschichte ist recht langwierig, der Aufbau des Spannungsbogens sehr langsam – bis endlich die Mordserie beginnt und auch erste Vermutungen aufgestellt werden. Die Hauptcharaktere Saga ...

Der Einstieg in die Geschichte ist recht langwierig, der Aufbau des Spannungsbogens sehr langsam – bis endlich die Mordserie beginnt und auch erste Vermutungen aufgestellt werden. Die Hauptcharaktere Saga Bauer und Joona Linna sind beide viel ruhiger geworden und in ihren Verhaltens- und Ermittlungsweisen weniger extrem und out of he box wie in den vorigen Teilen. Die Handlungsstränge sind gut eingefädelt und auch sehr gut aufgebaut, die Erklärungsansätze im Nachhinein aber nicht vollkommen schlüssig. Ich hätte mir mehr Raffinesse gewünscht, auch im Bezug auf die/den Täter*in – ohne jetzt näher darauf einzugehen. Im Vergleich zu den vorigen Fällen hat mir der psychologische Tiefpunkt etwas gefehlt und auch die Spannung war leider nicht konstant hoch, so wie ich es mir erwartet hätte. Titel und Cover wiederum finde ich sehr ansprechend und gelungen.

Veröffentlicht am 08.05.2023

gute Geschichte - es scheitert an der Umsetzung

Die Drohung
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Der Roman beginnt spannend, danach kommt leider Stillstand in die Geschichte und einzelne Passagen werden wiederholt und nochmals wiederholt, sodass erst zum Schluss wieder Spannung aufkommt. Ich habe ...

Der Roman beginnt spannend, danach kommt leider Stillstand in die Geschichte und einzelne Passagen werden wiederholt und nochmals wiederholt, sodass erst zum Schluss wieder Spannung aufkommt. Ich habe die Biografie von Astrid und den Umgang mit ihrer Suchterkrankung spannend gefunden, die Ereignisse aus ihrer Vergangenheit waren allerdings etwas wirr und wurden dann erst am Ende klarer. Die involvierten Personen treffen wie zufällig aufeinander und dann überschlagen sich die Ereignisse. Hier hätte es mir besser gefallen, wenn die Spannung besser dosiert gewesen wäre. Die anbahnende neue Liebesbeziehung habe ich den Beiden auch nicht ganz abgenommen, sie wirkt recht emotionslos. Insgesamt finde ich die Idee des Romanes sehr gut und erzählenswert, die Umsetzung könnte besser sein.

Veröffentlicht am 18.04.2023

Ratgeber?- Biografie? - was sollte es werden?

Midlife
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Ich bin etwas zwiegespalten, was ich vom Buch über der Mitte des Lebens halten soll. Auf der einen Seite waren ein paar spannende Ansätze vorhanden, auch Themen, die ich jetzt nicht unbedingt vermutet ...

Ich bin etwas zwiegespalten, was ich vom Buch über der Mitte des Lebens halten soll. Auf der einen Seite waren ein paar spannende Ansätze vorhanden, auch Themen, die ich jetzt nicht unbedingt vermutet hätte, wie z.B. Gedanken über die Altersvorsorge der eigenen Eltern und wie diese zu regeln angedacht ist. Auf der anderen Seite waren viele persönliche Geschichten, die ich zum Teil als Bereicherung gefunden habe, wie etwa die Freundin der Autorin, die an einer unheilbaren Krankheit leidet, aber es waren auch Wiederholungen und viele Klischees wurden bedient, sodass die Sinnhaftigkeit hinter den Themen etwas in den Hintergrund gerückt wurde. Ein paar Studien und statistische Zahlen wurden eingestreut, aber es bleibt an der Oberfläche. Das Buch ist keine ernsthafte Auseinandersetzung, kein Ratgeber, aber auch keine reine biografische Schilderung – es ist irgendetwas in der Mitte, aber was genau? Ich konnte mich leider nicht ganz damit anfreunden.