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Veröffentlicht am 18.05.2023

Die gute alte Zeit

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Anna Zech hat ihren ersten Tag in der Münchner Gerichtsmedizin, als sie schon bei einer Obduktion assistieren soll. Die Tote war früher eine umstrittene Schauspielerin und es ist unklar, ob sie Selbstmord ...

Anna Zech hat ihren ersten Tag in der Münchner Gerichtsmedizin, als sie schon bei einer Obduktion assistieren soll. Die Tote war früher eine umstrittene Schauspielerin und es ist unklar, ob sie Selbstmord begangen hat, oder ob es doch Mord war.

Fritz von Weynand ist ein Adeliger, der sich seine freie Zeit als Klatschreporter vertreibt. Als er von dem Todesfall hört macht er sich als sein Alter Ego Fritz Nachtwey an Anna heran um sie nach Informationen auszuhorchen. Er verschafft ihr eine Wohnung, doch Anna kommt schnell hinter seine Absichten. Die beiden raufen sich zusammen und gemeinsam finden sie heraus, was tatsächlich zum Tod der Schauspielerin geführt hat.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Die beiden ermitteln nicht im eigenen Sinne, die Handlung streckt sich auch auf 2 Jahre, in denen der Tod immer wieder in Vergessenheit gerät. Aber der Autorin gelingt es, das Alltagsleben in München so gut darzustellen, dass keine Langeweile aufkommt. Anna ist sehr wissbegierig und Fritz findet in ihr eine Gesprächspartnerin, mit der auch über politische Themen diskutieren kann. So erfahren wir in diesen Diskussionen viel über die Politik in Bayern kurz vor dem ersten Weltkrieg, rund um Prinzregent Luitpolds Tod und dem Beginn des ersten Weltkriegs.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band, der wohl im Juli erscheint. Hier wird es dann um den ersten Weltkrieg gehen, mit dessen Beginn Band eins endet.

Von mir auf jeden Fall eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.05.2023

super spannend zu lesen

Die Töchter der Ärztin
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Henny und Antonia Thomasius, die Töchter von Ricarda Thomasius, haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Während Henny ihre onkologische Praxis in Berlin aufbaut und sich um ihre Tochter Vicky ...

Henny und Antonia Thomasius, die Töchter von Ricarda Thomasius, haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Während Henny ihre onkologische Praxis in Berlin aufbaut und sich um ihre Tochter Vicky kümmert, zieht es Toni nach Afrika, dorthin, wo sie geboren wurde. Dort will sie als Ärztin arbeiten, wie es ihre Mutter schon getan hat. Auch in der Liebe sind die beiden recht unterschiedlich. Während Toni noch danach sucht, hat Henny ihre gefunden und wieder verloren. Doch manchmal bieten sich auch zweite Chancen.

Helene Sommerfeld hat mich auch mit diesem Buch wieder begeistert. Ich kannte zuvor ja nur die Reihe um die Polizeiärztin Magda Fuchs und habe die Geschichte um Ricarda Thomasius noch nicht gelesen. Was aber für das Verständnis dieses Buches auch nicht nötig war. Die verwandtschaftlichen Verhältnisse und die wichtigen Ereignisse in der Vergangenheit werden gut mit eingeflochten, so dass ich nicht das Gefühl hatte etwas wichtiges nicht zu wissen.

Die Geschichte wechselt immer zwischen Toni und Henny hin und her. Dadurch wird die Spannung hoch gehalten, denn beide Handlungsteile waren gleichweg spannend. Ich habe sowohl mit Henny wie auch mit Toni mit gefiebert. Durch die anschauliche Sprache fiel es mir auch leicht, mir gerade die Landschaften in Afrika vorzustellen. Der Autorin gelingt es die unterschiedlichen Lebensarten in Deutschland und Afrika gut einzufangen. Wie unterschiedlich diese Orte doch waren. Gerade die Teile, die in Afrika spielen wirken nicht unbedingt wie aus den wilden Zwanzigern, für die gerade Berlin ja so bekannt war. Es treten auch einige bekannte Namen der damaligen Zeit auf, Henny trifft auf Richard Tauber und Fritz Lang, Toni lernt in Afrika Tanja Blixen kennen. Das macht das ganze noch lebendiger.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich mochte das Buch nur ungern aus der Hand legen, da es sich einfach super flüssig lesen lies und ich doch unbedingt wissen wollte, was passiert. Daher kann ich diesen Roman nur empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.05.2023

schöne Auszeit

Sommerfest der Liebe
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Lizzie ist nach London gekommen um dort in einem Kurs auf ihr Leben als perfekte Hausfrau vorbereitet zu werden. Dort lernt sie Alexandra und Meg kennen und die drei werden Freundinnen. Und sie verliebt ...

Lizzie ist nach London gekommen um dort in einem Kurs auf ihr Leben als perfekte Hausfrau vorbereitet zu werden. Dort lernt sie Alexandra und Meg kennen und die drei werden Freundinnen. Und sie verliebt sich, allerdings ist Hugh eigentlich schon vergeben und seine Verlobung steht kurz bevor.

Die Geschichte rund um Lizzie und ihre Freundinnen spielt in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Man merkt hier recht deutlich wie sich die Gesellschaft wandelt. Lizzie möchte ihr Leben genießen und nicht gleich heiraten, während ihre Mutter sie lieber gestern als heute verheiratet sehen möchte. Und auch die Standesdünkel sind damals noch sehr deutlich zu merken. In ihrem Kurs sind viele Adelssprösslinge, die auf Lizzie und Meg herabschauen, weil sie aus bürgerlichem Haus stammen. Und auch die Familie von Hugh ist der Meinung, dass Lizzie ja nur ein Emporkömmling ist. Von daher hat Katie Fforde ihre Geschichte genau in der richtigen Zeit angesiedelt, die Story würde in der heutigen Zeit so nicht mehr funktionieren.

Das Buch war wieder toll zu lesen, ich habe das erste Viertel am Stück verschlungen und auch für den Rest nicht lange gebraucht. Der Autorin gelingt es Bilder im Kopf zu erzeugen und dabei auch eine Wohlfühlstimmung zu verbreiten. Es ist zu schön, wie die drei Freundinnen zusammen leben und sie gemeinsam ihre Probleme lösen. Manch einem wird das Buch sicher zu zuckersüß sein, aber ich freue mich immer wieder ein Buch der Autorin zu lesen, da ihre Geschichten immer eine Auszeit vom Alltag bedeuten. Gute englische Cosy-Literatur eben.

Daher kann ich auch dieses Buch wieder empfehlen und hoffe sehr, dass die Autorin uns noch lange mit weiteren Büchern aus ihrer Feder beschenkt.

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Veröffentlicht am 30.04.2023

zurück im Inselssalon

Goldene Zeiten im Inselsalon
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Endlich geht die Geschichte rund um Frieda Fisser, nun verheiratete Merkur weiter. Ihre Tochter Lissy spielt nun die zweite Hauptrolle in diesem Buch. Doch zuerst begleiten wir Frieda durch die Anfangszeit ...

Endlich geht die Geschichte rund um Frieda Fisser, nun verheiratete Merkur weiter. Ihre Tochter Lissy spielt nun die zweite Hauptrolle in diesem Buch. Doch zuerst begleiten wir Frieda durch die Anfangszeit ihrer Ehe mit Paul, die erstaunlich harmonisch verläuft. Die beiden verstehen sich gut und durch den Ehevertrag kann Frieda sich auch den Wunsch der Teilnahme an Friseurwettbewerben erfüllen, bei denen sie recht erfolgreich ist. Auch Grete und Max finden in ihrer Ehe Glück und nach einigen Anfangsschwierigkeiten ergibt sich eine Möglichkeit auf Norderney bleiben zu können.

Lissy wird langsam erwachsen, sie lernt im Salon, aber eigentlich ist ihr Norderney zu klein, sie hat Fernweh. Nach Berlin soll es gehen, dort will sie etwas erleben. Sie geht zur weiteren Ausbildung dorthin und macht nicht nur einen Abschluss sondern findet auch Freunde und die Liebe. Doch nicht alles ist Gold was glänzt und die goldenen Zwanziger neigen sich dem Ende zu.

Ich habe mich sofort wieder wohlgefühlt in diesem Buch. Man ist sofort wieder mitten in der Geschichte und erinnert sich an das was im Vorgängerband passiert ist. Frieda und Greta sind immer noch fest befreundet und auch Schwierigkeiten bringen sie nicht auseinander. Greta ist Lissy oft eine Freundin, wenn diese mal wieder Probleme mit ihrer Mutter hat. Ich mag diese Art der Geschichte einfach. Es passieren kleinere Dramen, aber man hat nicht das Gefühl, dass andauernd das Unheil über den Protagonisten schwebt. Man erlebt ganz einfach den Alltag mit ihnen. Das empfinde ich als sehr angenehm, das Leben besteht ja nicht nur aus lauter Aufregungen. Die Charaktere sind toll beschrieben und ich habe gerade Frieda, Greta und auch Lissy sehr ins Herz geschlossen. Doch auch Jakomina bekommt wieder ihren Auftritt, auch für sie ändert sich einiges im Leben.

Ich kann auch diesen dritten Band der Reihe wieder empfehlen und freue mich sehr auf Band 4, der Anfang nächsten Jahres erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 21.04.2023

interessant und spannend

Die Bahnhofsmission
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Alice entdeckt durch einen Zufall die Bahnhofsmission am Schlesischen Bahnhof in Berlin. Da ihre Eltern sie weder als Krankenschwester arbeiten lassen wollen, noch ein Medizinstudium erlauben, ergreift ...

Alice entdeckt durch einen Zufall die Bahnhofsmission am Schlesischen Bahnhof in Berlin. Da ihre Eltern sie weder als Krankenschwester arbeiten lassen wollen, noch ein Medizinstudium erlauben, ergreift sie hier die Chance anderen Menschen zu helfen. Dabei trifft sie auf Natalie, die dort ihrem Leben eine neue Wendung gegeben hat. Als jedoch ein Mädchen erst verschwindet und dann schwer verletzt wieder auftaucht, machen sich die Frauen der Bahnhofsmission daran die Hintergründe aufzuklären. Doch dabei stechen sie auch in ein Wespennest und Natalie kommt ihrer Vergangenheit näher als sie es will.

Veronika Rusch nimmt uns mit in ein Berlin vor dem ersten Weltkrieg, geprägt von Ständeunterschieden und teilweise großer Armut. Am Schlesischen Bahnhof treffen die Welten aufeinander und die Bahnhofsmission ist eine Anlaufstelle für all die, die in Berlin gestrandet sind und Hilfe benötigen. Hier bekommt man einen Einblick in die Arbeit der Bahnhofsmission und auch in die Schwierigkeiten, die dort aufgetreten sind. Denn nicht jeder sieht die Arbeit der Frauen dort immer positiv.

Mir hat das Buch gut gefallen. es lies sich flüssig lesen und hat Bilder im Kopf erzeugt. Durch die beiden sehr unterschiedlichen Protagonistinnen Alice und Natalie bekommt man ganz unterschiedliche Einblicke in die Lebenswelten Berlins. Am Ende wird es dann auch noch einmal sehr spannend und dramatisch, da fliegen die Seiten nur so dahin.

Ich kann das Buch also nur empfehlen. es war mein erstes von der Autorin wird aber nicht das letzte bleiben. Nächstes Jahr wird es dann auch noch einen zweiten Band über die Bahnhofsmission geben.

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