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Veröffentlicht am 07.08.2023

Zu viel drum rum

Tachyon
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Die junge Tsai Yini lebt mit ihrem Bruder auf dem Erdmond und arbeitet dort im Großen Archiv als Chronistin für Tachyonen-Kommunikation. Bei der Arbeit an einen solchen Übertragung glaubt sie Ähnlichkeiten ...

Die junge Tsai Yini lebt mit ihrem Bruder auf dem Erdmond und arbeitet dort im Großen Archiv als Chronistin für Tachyonen-Kommunikation. Bei der Arbeit an einen solchen Übertragung glaubt sie Ähnlichkeiten zwischen sich und einer Forscherin zu erkennen, die Frau sieht ihr nicht nur unglaublich ähnlich, sie hat auch noch den gleichen Nachnamen. Yini beginnt nachzuforschen und stößt dabei auf Berichte, die von intelligentem Leben auf einem weit entfernten Planeten sprechen.

Ich hatte mal wieder Lust auf ein Weltraumabenteuer und die Story versprach spannend zu werden. War sie dann in ihren Grundzügen auch. Der Leser verfolgt im groben drei Handlungsstränge, oder besser Zeitlinien. Da ist zum einen die "Gegenwart" als Yini die eingegangenen Übertragungen bearbeitet und ihre Nachforschungen beginnt, dann die Ereignisse, um die es in der Übertragung geht und die früher passiert sind und zum dritten die Ereignisse vor und während der Entdeckung der Lebensformen, die wiederum vor den Ereignissen aus der Übertragung spielen.

Die genauen zeitlichen Abläufe sind leider etwas verwirrend, hier kommen die titelgebenden Tachyonen ins Spiel, denn die ermöglichen die Kommunikation. Der Autor bemüht sich redlich das beschriebene Prinzip zu erklären und ich habe mich redlich bemüht seine Erklärungen zu verstehen, letztlich habe ich kapituliert. Die Grundzüge glaube ich verstanden zu haben, die Details bleiben mir fremd und wenn ich ehrlich bin muss ich das auch gar nicht bis ins Detail wissen. Gerade bei Sci-Fi bleibt es natürlich nicht aus, dass es technisch wird. Da werden schon mal physikalische Gesetze ausgehebelt, um das Reisen zwischen den Planeten zu ermöglichen, da wird gebeamt, mit Warpgeschwindigkeit geflogen, oder es gibt Laserkanonen. Alles Dinge die man so, oder so ähnlich kennt und auch nicht unbedingt hinterfragt, wenn man nicht gerade Astrophysik als Hobby hat.

Neben den technischen Finessen hat der Autor sich auch bei seinen Lebensformen sehr ins Zeug gelegt, das Genre ist aber auch perfekt geeignet, um hier aus dem Vollen zu schöpfen. Für mich als sehr visuellen Leser war das dann aber auch einfach irgendwann zuviel. Wenn die katzenartigen Lebensformen dann da noch ein Detail hinzubekommen haben und da noch eins, konnte ich die ganzen Informationen irgendwann gar nicht mehr in das Bild einbauen, das ich mir von der Figur gemacht hatte. So was kann im Film, wenn sich die Verantwortlichen für die Special Effekts richtig austoben, total spektakulär aussehen, ist in geschriebener Form aber manchmal einfach nur andtrengend und überfordernd.

Die Grundstory des Buches ist eigentlich genau meins. Die Menschheit ist gezwungen ihren Lebensraum ins All zu verlagern, es gibt schon bald politische Probleme, die in kriegerischen Auseinandersetzungen enden, wissenschaftliche Entdeckungen werden nicht zum Wohl der Menschheit eingesetzt, sondern um Waffen aus ihnen zu entwickeln und völlig unbeteiligte Personen müssen plötzlich die Welt retten. Ein Konzept, das schon vielfach gut funktioniert hat, das man als Autor eben nur etwas neu interpretieren muss und genau hier liegt für mich der Schwachpunkt der Story. Mit seiner Interpretation hat der Autor es einfach übertrieben, er hat zu viel gewollt, zu viel in die Geschichte reingepackt, die technischen Details seine überbordende fremde Flora und Fauna, von Allem ist genug für mehrer Geschichten vorhanden.

Der Autor sagt zum Abschluß selber, dass er im Vorfeld nie weiß in welche Richtung seine Geschichten sich entwickeln. Diese hier ist wohl ein bisschen über das Ziel hinausgeschossen und obwohl ich Yini, Monte und Co durchaus liebgewonnen habe, weiß ich nicht, ob ich sie auch in Teil zwei bei ihrer Mission zu Rettung der Menschheit begleiten möchte. Schade eigentlich.

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Vorurteile und Rache

Rot. Blut. Tot.
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Eine brutal zugerichtete Leiche wird gefunden und die Ermittler der Kopenhagener Mordkommission vermuten schnell eine rituelle Tat, wurde das Opfer doch speziell arrangiert. Im Zuge der Ermittlungen wird ...

Eine brutal zugerichtete Leiche wird gefunden und die Ermittler der Kopenhagener Mordkommission vermuten schnell eine rituelle Tat, wurde das Opfer doch speziell arrangiert. Im Zuge der Ermittlungen wird auch die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen zum Fall hinzugezogen, diese zweifelt aber gerade an ihren eigenen Fähigkeiten.

Das Buch ist das Zweite der Autorin rund um das Team aus Kopenhagen. Ich kannte den Vorgänger nicht und habe da jetzt auch nichts vermisst, die Geschichte ist gut eigenständig zu lesen. Die Figur von Marit mit ihren speziellen Fähigkeiten zumm Erkennen von Personen ist sehr interessant, ihre Selbstzweifel machen sie als Figur glaubwürdig und greifbar. Der Begriff, mit dem ihre Tätigkeit, oder auch ihr Talent (je nachdem wie man es nennen möchte) beschrieben wird, war mir so noch nicht bekannt und hat mich im ersten Moment etwas verwirrt. Was sie tut und wie sie damit Menschen und natürlich der Polizei hilft ist sehr gut beschrieben.

Der Hintergrund der Geschichte und die beteiligten Figuren sind an sich ziemlich interessant und spannend. Neben Marit ist natürlich besonders "Der Wolf" zu nennen, ein verurteilter Mörder, der nach 30jähriger Haftstrafe wieder in seinem Heimatort auftaucht und für Unruhe sorgt. Auch spannend ist, wie die Autorin die nordische Mythologie in ihren Kriminalfall einbaut. Sie liefert so die perfekte Erklärung für die Handlungsweise ihres Mörders.

Alles in Allem hat das Buch so viele Aspekte, die ein guter Thriller für mich haben sollte. Trotzdem konnte die Autorin mich nicht wirklich packen. Oberflächlich betrachtet ist ihre Aufklärung durchaus schlüssig und in einigen Punkten hat man als Leser auch eine Ahnung in diese Richtung, aber irgendwie ist es mir letztlich nicht ganz rund, der Spannungsbogen manchmal unnötig in die Länge gezogen. Die interessanten Figuren und die Einblicke in die menschlich Psyche können das dann für mich leider nicht ausgleichen.

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Hinter der Kleinstadtfassade

Das Ende von Eden
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Als Patrick Noon mitten in der Nacht, nicht ganz nüchtern einen Hund anfährt glaubt er dessen Besitzer in der Nähe gesehen zu haben. Die Person reagiert nicht auf Patricks Rufe und auch als der Hund auf ...

Als Patrick Noon mitten in der Nacht, nicht ganz nüchtern einen Hund anfährt glaubt er dessen Besitzer in der Nähe gesehen zu haben. Die Person reagiert nicht auf Patricks Rufe und auch als der Hund auf Patrick losgeht greift sie nicht ein. Als später, ganz in der Nähe dieser nächtlichen Begegnung, die Leiche der jungen Eden gefunden wird beginnt Patrick über die seltsame Begegnung nachzudenken und ist fest überzeugt den Täter gesehen zu haben. Leider ist sein Verhältnis zur Polizei nicht gerade gut und so verwundert es nicht, dass ihm niemand recht Glauben schenkt.

Der Autor präsentiert dem Leser mit Emerson die perfekte amerikanische Kleinstadtidylle. Gutsituierte Familen in ihren schicken Häusern, die Ehemänner erfolgreich im Job, die Ehefrauen Mitglied in diversen Komitees, die Kinder wohlerzogen und mit vorgezeichneten Lebensläufen. Wenn hier etwas passiert, so wie der beschriebene Mord, ist mit Sicherheit keiner dieser Vorzeigejugendlichen dafür verantwortlich. Am ehesten ist das zugezogene Opfer mit seinem Lebenswandel selbst Schuld, oder man schießt sich schnell auf einen für Alle bequemen Verdächtigen ein.

Auch seine Figuren passen perfekt in dieses klischeehafte Bild. Mit ihrer teils sehr oberflächlichen Art machen sie sich beim Leser nicht unbedingt beliebt. Wirklich echt wirken letztlich nur die gescheiterten Existenzen wie Patrick, oder Edens Mutter.

Die Geschichte die der Autor erzählt ist nicht neu und in ähnlicher Art schon in diversen Filmen und Büchern erzählt worden. Im Grunde geht es darum, mit welchen Mitteln eine reiche, weiße Familie versucht ihren Ruf und ihr Ansehen zu schützen. Trotz der Vorhersehbarkeit der Geschehnisse habe ich das Buch relativ flott gelesen, ich wollte halt unbedingt wissen, ob und wie der Täter am Ende überführt wird. Mit dem Ende hat der Autor es dann auch nochmal geschafft mich zu überraschen, obwohl ich im Nachhinein eigentlich mit einem solchen Twist hätte rechnen können. In dem Punkt hab ich mich tatsächlich von den Nebenschauplätzen einlullen lassen.

Das Buch ist für mich fast mehr eine Gesellschaftskritik, als ein Krimi, die hintergründige, unaufgeregte Spannung passt hier gut. Insgesamt ist mir die Geschichte aber letztlich etwas angestaubt und stereotyp.

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Veröffentlicht am 27.06.2023

Interessante Einblicke

Doris Day. Ihr Leben, ihre Filme, ihre Lieder
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Schon in meiner Kindheit habe ich die Filme mit Doris Day geliebt und gern mit meiner Mutter in der naiv humoristischen Traumwelt Hollywoods geschwelgt. Noch heute sehe ich mir gern die Filme an, obwohl ...

Schon in meiner Kindheit habe ich die Filme mit Doris Day geliebt und gern mit meiner Mutter in der naiv humoristischen Traumwelt Hollywoods geschwelgt. Noch heute sehe ich mir gern die Filme an, obwohl sich der Blick darauf doch sehr gewandelt hat. Das die Ikone ein durchaus umfangreicheres filmisches Werk hinterlässt wird in diesem Buch mehr als deutlich.

Ich lese immer mal gern Biographien von Menschen, die ich auf die ein, oder andere Art interessant finde, die ich mag, deren Wirken mich fasziniert und so war ich sehr begeistert dieses Buch zu finden. Leider habe ich nicht geahnt, dass der Untertitel mit - ihre Filme, ihre Lieder - durchaus wörtlich zu nehmen ist. Der Fokus liegt hauptsächlich auf dem filmischen und musikalischen Wirken und wird nur grob mit Lebensereignissen ausgekleidet, meist auch hier in Bezug auf ihre Arbeit. Natürlich habe ich durch diese Ausführungen nochmal ein ganz anderes Bild der umtriebigen Doris bekommen, aber als Mensch bleibt sie mir weitgehend verschlossen.

Während anfangs noch etwas intensiver auf das Leben der Schauspielerin und Sängerin eingegangen wird, wie etwa die Trennung ihrer Eltern, oder das Ende ihrer Tanzambitionen, wird später hauptsächlich ihr filmisches Schaffen beleuchtet. Leider wurde das Lesen für mich hier zunehmend anstrengend, weil der Stil der Beschreibungen eher an eine bloße Aufzählung erinnert und nicht wirklich spannend war. Die kleinen, eingestreuten Anekdoten schaffen es nicht den recht freudlosen Stil aufzulockern.

Obwohl ich letztlich einiges an Informationen und Hintergründen zu den Filmen von Doris Day bekommen habe, hat das Buch mich insgesamt etwas enttäuscht. Ich hatte mir unter Biografie einfach etwas anderes vorgestellt.

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Veröffentlicht am 23.05.2023

Mord im alten Ägypten

Rächende Geister
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Renisenb ist nach dem Tod ihres Mannes wieder ins Haus ihres Vaters gezogen. Hier leben ihre Großmutter, ihre Brüder mit ihren Familien und einige Bediensteten. Der Vater ist ein wichtiger Mann und viel ...

Renisenb ist nach dem Tod ihres Mannes wieder ins Haus ihres Vaters gezogen. Hier leben ihre Großmutter, ihre Brüder mit ihren Familien und einige Bediensteten. Der Vater ist ein wichtiger Mann und viel auf Reisen, als er von einer dieser Reisen mit einer neuen, jungen Ehefrau nach Hause kommt, bringt das sehr viel Unruhe in das sonst eher beschauliche Leben der Familie.

Der Kriminalfall ist eigentlich total typisch für Agatha Christie, andererseits aber auch wieder nicht, denn die Geschichte ist komplett im alten Ägypten angelegt. Das war erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig, nicht nur wegen der Namen. Ich hätte gern gewusst, was die Intention AC's war ihre Geschichte so anzulegen, allerdings fehlt eine Erklärung dazu in meinem Buch. Ich weiß allerdings von anderen Lesern, dass es einige Ausgaben des Buches gibt, in denen ein erklärendes Vorwort zu finden ist. Natürlich kennt man als Fan der Autorin ihren Faible für die Antike, war sie doch mit ihrem zweiten Ehemann viel auf Ausgrabungen unterwegs.

Das Setting der Geschichte mag zwar ungewöhnlich sein, die Handlung und der Ablauf hingegen sind es so gar nicht. Als eifriger Leser kommt einem Vieles durchaus aus anderen Romanen der Autorin bekannt vor. Die Geschichte ist im Grunde so universell, dass man sie so, Eins zu Eins, ins England um 1920 versetzen könnte - ein Landsitz, eine vermögende Familie, ein alles kontrollierender Vater, rivalisierende Söhne und plötzlich eine neue Stiefmutter. Da ist die Katastrophe quasi vorprogrammiert.

Die Figuren werden direkt zu Beginn dem Leser vorgestellt, das Familienkonstrukt beschrieben. Mir hat so ein bisschen das Lokalcholorid gefehlt, wenn ich eine Geschichte aus dem alten Ägypten lese, will ich schon mehr als ein paar komplizierte Namen und einige kurze Angaben zu einem Begräbnisritual. Anders als in den meisten Romanen von AC gibt es keine Ermittlerfigur, allenfalls die Großmutter der Familie kann man so ein bisschen als Pondon zu Miss Marple verstehen. Der Roman ist durchaus unterhaltsam, vielleicht in einigen Aspekten etwas vorhersehbar. Die Mordmethoden durchaus interessant, die Motive letztlich die althergebrachten. Für mich nicht unbedingt einer ihrer Besten.

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