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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2023

Atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit

Nebelblau
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„Nebelblau“ von Tove Alsterdal ist der dritte Band einer Trilogie um die schwedische Polizistin Eira Sjödin. So gut die Vorgänger auch waren, der neue Krimi ist noch besser, spannender - Eiras persönlichster ...

„Nebelblau“ von Tove Alsterdal ist der dritte Band einer Trilogie um die schwedische Polizistin Eira Sjödin. So gut die Vorgänger auch waren, der neue Krimi ist noch besser, spannender - Eiras persönlichster Fall. Worum geht es?
Eira ist schwanger und weiß nicht, wer der Vater ist. Ihr Kollege? Ihr Ex-Freund? Sie wird mit einem Cold Case betraut, der wenig Aufregung verspricht: Ein Toter wurde aus dem Ångerman-Fluss geborgen. Die Spuren führen zurück in die 60er-Jahre in Ådalen.
Schnell ist klar, dass der Mann ermordet wurde, mit einem Genickschuss. Eine Hinrichtung? Aber, wer ist er? Irgendwann steht fest, es handelt sich um John Aiello. John war US-Amerikaner und zusammen mit zwei weiteren Soldaten vom Vietnamkrieg desertiert und nach Schweden geflüchtet.
Die Autorin erzählt eine wirklich spannende Geschichte, die auch mit historischen Details und Erläuterungen glänzt. „Nebelblau“ ist ein ruhiger Krimi. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf. Am Ende ist alles stimmig aufgelöst.

Fazit: Fall Nr. 3 für Eira Sjödin. Ich hoffe, die Reihe geht weiter!

Veröffentlicht am 01.07.2023

Was wäre, wenn…

Wasserstoff
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„Wasserstoff“, der neue Thriller von Dieter Aurass, der diesmal in München verortet ist, habe ich mit großer Freude gelesen, wie alle Krimis und Thriller des Autors zuvor. Worum geht es?
Alfons Bubić, ...

„Wasserstoff“, der neue Thriller von Dieter Aurass, der diesmal in München verortet ist, habe ich mit großer Freude gelesen, wie alle Krimis und Thriller des Autors zuvor. Worum geht es?
Alfons Bubić, Ingenieur in der Wasserstoff-Forschung bei BMW und zwei weitere Menschen werden ermordet. Zufall? Kriminalhauptkommissar Wolf Wurmleitner ermittelt - und entdeckt einen Zusammenhang.
Aber auch Clarissa Mendig, Physik-Studentin und Praktikantin an der TU, stellt Nachforschungen über die verschwundenen Forschungsunterlagen an. Eine temporeiche Schnitzeljagd beginnt…
„Wasserstoff“ ist spannend und unterhaltsam. Es handelt sich um eine „Was wäre, wenn“-Geschichte. Ein gelungener Mix aus Fakten und Fiktion.
Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Immer mal wieder sind Kapitel zum Thema Wasserstoff eingestreut und bestens erklärt.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Wolf macht seinem Namen alle Ehre. Er ist schon sehr speziell, aber ich mag ihn. Auch Clarissa und ihre Freunde Engelbert, Josip und Sebastian sind eine sympathische Truppe.
Am Ende ist alles schlüssig aufgelöst. Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Mal etwas Anderes. Ich mag es, wenn ich nicht nur gut unterhalten werde, sondern auch noch etwas lernen kann.

Fazit: Spannend und informativ. Dazu ein aktuelles Thema. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 08.06.2023

Schöne neue Welt

Redemptio
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Die Thriller-Reihe von V.S. Gerling um Nicolas Eichborn und sein Team hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Redemptio“, ein realitätsnaher Thriller, den der Autor unter seinem neuen Pseudonym Volker ...

Die Thriller-Reihe von V.S. Gerling um Nicolas Eichborn und sein Team hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Redemptio“, ein realitätsnaher Thriller, den der Autor unter seinem neuen Pseudonym Volker Gerling geschrieben hat, hat mich begeistert.
Der Autor geht gleich in medias res: Ein LKW gerät auf der Autobahn außer Kontrolle und zermalmt einen alten VW-Käfer. Hat sich womöglich jemand in die Bordelektronik gehackt?
Danach lernen wir Henry Lasker kennen. Er ist sehr vermögend und im Bereich Private Equity tätig. Als solcher beteiligt er sich an einem Startup-Unternehmen, das eine neuartige Software entwickelt hat, die in der Lage ist, Verbrechen vorherzusagen.
Redemptio, lateinisch für Erlösung, ist ein Supercomputer, ein lernendes System, das sich selbständig modifiziert und weiterentwickelt. Ein fataler Fehler. Denn schon bald gerät Redemptio außer Kontrolle, lässt sich nicht mehr abschalten. Selbst Verbündete werden zum Angriffsziel des Computers - und eliminiert.
Können Kommissarin Anabel Plate und ihre Helfer den Kampf Mensch gegen Maschine gewinnen?
„Redemptio“ ist ein Thriller, der Künstliche Intelligenz (KI) thematisiert. Fluch und Segen zugleich. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen. Obendrein besticht der Thriller durch fundiert recherchierte Hintergründe.
Es geht um totale Kontrolle und Überwachung. Ein erschreckend realistisches Szenario, das Volker Gerling sich ausgedacht hat. Was ist Fiktion, was ist Realität? Ein äußerst gelungener Mix aus Thriller, SF und Horror. Das Ende überrascht und schockiert.

Fazit: Ein intelligenter, hochaktueller Thriller. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.

Veröffentlicht am 02.06.2023

Eine spannende Geschichte

Nicht ein Wort zu viel
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„Nicht ein Wort zu viel“, der neue Thriller von Andreas Winkelmann hat mich begeistert. Ein heftiger Einstieg: Buchbloggerin Faja Bartels traut ihren Augen nicht, als sie ihren Kollegen Claas vor sich ...

„Nicht ein Wort zu viel“, der neue Thriller von Andreas Winkelmann hat mich begeistert. Ein heftiger Einstieg: Buchbloggerin Faja Bartels traut ihren Augen nicht, als sie ihren Kollegen Claas vor sich auf dem Bildschirm sieht: geknebelt, gefesselt in Frischhaltefolie und in Todesangst.
«Erzähl mir eine spannende Geschichte. Sie darf fünf Wörter haben. Sonst muss dein Freund sterben. » Fajas Antwort überzeugt den Täter nicht. Kommissar Simon Schierling ermittelt.
In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Zielfahnder Jaroslav «Jaro» Schrader kennen. Ein Mann mit einer Stimme im Kopf. Nach einem missglückten Zugriff wird er der Kripo zugeteilt und soll den verschwundenen Thorsten Fleischer suchen.
Als sich die Wege der beiden Polizisten kreuzen, wird es richtig spannend. Jede Menge Verdächtige und falsche Fährten. Wie ist Faja ins Visier des Täters gelangt? Zu guter Letzt, was hat Autor David Sanford und sein neues Werk „Dunkelheit, mein Freund“ mit all dem zu tun?
„Nicht ein Wort zu viel“ ist ein typischer Winkelmann: Es geht um Gefahren, die im Internet, in den sozialen Netzwerken, auf Instagram lauern. Alles in diesem Fall dreht sich um Unterhaltungsliteratur, Krimis und Thriller. Spannend, keine Frage. Ein kluges Buch, mit einem Plot, der nicht vorhersehbar, aber dennoch glaubwürdig ist.
„Nicht ein Wort zu viel“ ist eine Fünf-Wort-Geschichte, die zeigt, wie Liebe, Freundschaft, aber auch Eitelkeiten, Neid, Hass und Wut das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen. Last but not least, wer Hemingway und Simon & Garfunkel mag, der ist hier genau richtig.

Fazit: Für mich das beste Buch, das ich bisher von Andreas Winkelmann gelesen habe. Hammer!

Veröffentlicht am 31.05.2023

Brandaktuell und superspannend

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Seit „Der Patriot“ bin ich ein großer Fan von Pascal Engman. Auch „Sommersonnenwende“, das er zusammen mit Johannes Selåker geschrieben hat, hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer schwedischen ...

Seit „Der Patriot“ bin ich ein großer Fan von Pascal Engman. Auch „Sommersonnenwende“, das er zusammen mit Johannes Selåker geschrieben hat, hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer schwedischen Krimireihe.
Der Prolog führt uns zurück in das Jahr 1993 nach Bosnien-Herzegowina. Wir lernen Tomas Wolf kennen. Eigentlich ist er Kommissar in Stockholm.
Ein Jahr später, Tomas ist zurück in Schweden und hat eine Panikattacke. Mitten auf einer Kreuzung lässt er sein Auto stehen.
In einem anderen Handlungsstrang lernen wir die Journalistin Vera Berg kennen. Sie will einen neuen Job in Stockholm antreten.
Sommer 1994: eine Mordserie erschüttert Schweden. Tomas ermittelt. Aber auch Vera stellt Nachforschungen an. Als in Falun ein Amoklauf passiert und es weitere Tote gibt, kreuzen sich die Wege von Tomas und Vera.
Die haben es einfach drauf, die Schweden. Spannung gepaart mit Politik und Gesellschaftskritik. Ein klassischer Whodunnit. Viele Verdächtige, aber kein Motiv. Geht es um Ausländerhass? Denn die Opfer sind Frauen. Und alle waren dunkelhaarig.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Beide Protagonisten haben ihr Päckchen zu tragen. Tomas war früher ein Neonazi, seine Brüder sind es noch heute. Vera hat Schulden bei ihrem kriminellen Ex und gewissermaßen seinen kleinen Sohn entführt.
Eine spannende, wunderbar nostalgische Zeitreise zurück in die 90er Jahre. (Fast) ohne Handys. Dafür wird umso mehr geraucht. 1994, Fußball-WM in den USA, dritter Platz für Schweden. Aber auch das Jahr, in dem die Ostsee-Fähre Estonia auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm sank.
Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger. Und so bin ich sehr gespannt, wie es mit Tomas und Vera weitergeht.

Fazit: Der erste Fall für Tomas Wolf und Vera Berg. Schwedisch. Schnell. Spånnend.