Profilbild von schaetzelein83

schaetzelein83

Lesejury Profi
offline

schaetzelein83 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit schaetzelein83 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.06.2023

Wendungsreicher und komplexer Justizkrimi mit Suchtpotential

Liar
0

Mitten in der Nacht erhält Rechtsanwalt Eddie Flynn einen Anruf von Leonard Howell – dessen Tochter Caroline wurde entführt und Eddie soll ihm helfen, sie zu finden und ihn vor Gericht vertreten, da er ...

Mitten in der Nacht erhält Rechtsanwalt Eddie Flynn einen Anruf von Leonard Howell – dessen Tochter Caroline wurde entführt und Eddie soll ihm helfen, sie zu finden und ihn vor Gericht vertreten, da er Eddie aufgrund zurückliegender privater Ereignisse für mehr als geeignet für den Job hält. Doch es gibt keine Lösegeldforderung, kann er die verschwundene Tochter so wirklich rechtzeitig finden?

Beim Cover des Buchs hat sich der Verlag wieder an die übliche rot-schwarze Optik der Neuauflagen der Steve Cavanagh Bücher gehalten, was mir persönlich super gefällt, da man das Buch auch ohne große Kenntnisse von Erscheinungsterminen im Regal entdecken und direkt zuordnen kann. Das Buch punktet außerdem wieder durch den tollen Schreibstil, die gute Übersetzung und die knackig kurzen Kapitel über wenige Seiten, die einen so durch das Buch fliegen lassen, dadurch hatte ich es trotz der knapp über 500 Seiten in 3 Tagen gelesen. Es gibt hier zwar keinen Perspektivenwechsel, weshalb man lange nichts über Täter und Zustand des Opfers sagen kann, dies mindert die Spannung aber keineswegs, und man erfährt kapitelweise etwas aus der Vergangenheit einer Person, die man zunächst nicht zuordnen kann. Wer die Bücher um Eddie Flynn kennt, weiß, dass es auch einen erheblichen Anteil an Gerichtsszenen und Verhandlungstagen gibt, dennoch fördern sie oft unglaubliches zutage, weshalb auch diese Szenen niemals langweilig werden.
Die Zusammenarbeit mit seinem Freund Harry Ford und der FBI-Agentin Harper steckt in „Liar“ noch in den Kinderschuhen, wird aber schon gut angedeutet und in den Folgebüchern dann weiter ausgebaut.

Die Story war insgesamt sehr vielschichtig und die Zusammenhänge zunächst unklar, was zum Miträtseln und dem Aufstellen eigener Theorien einlädt (die natürlich letztendlich falsch waren), dennoch schafft es Steve Cavanagh nach und nach Klarheit reinzubringen und die Verwirrung aufzulösen.
Das Ende war ganz gut aufgelöst, eine Kleinigkeit hat mich etwas gestört und wurde für mich nicht ausreichend beleuchtet, dennoch hat es mich nicht unzufrieden zurückgelassen.

Es handelt sich hierbei um Teil 3 der Eddie Flynn-Reihe, aber man kann (wie ich) auch mittendrin einsteigen, sie unabhängig voneinander lesen und hat dennoch nicht das Gefühl, dass einem nötiges Vorwissen fehlt. Frühere Fälle werden allerdings kurz angeschnitten, weshalb man, wenn man alle Bücher lesen will, in der richtigen Reihenfolge anfangen sollte, um nicht unnötig gespoilert zu werden. Tolle Lesezeit, ich freu mich auf die weiteren Teile!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.06.2023

Schöner Auftakt mit religiösem Touch

Love Always Hopes
0

Juna möchte später unbedingt Hotelmanagerin werden und so bewirbt sie sich für ein Praktikum in einem Luxushotel am Brombachsee, mit zugegeben etwas unlauteren Mitteln. Dort angekommen bemerkt sie einen ...

Juna möchte später unbedingt Hotelmanagerin werden und so bewirbt sie sich für ein Praktikum in einem Luxushotel am Brombachsee, mit zugegeben etwas unlauteren Mitteln. Dort angekommen bemerkt sie einen zweiten Praktikanten, der ihr unähnlicher nicht sein könnte: Leo Lichtenberg, Hotelerbe, Sohn der Eigentümerin und mit wenig Ambitionen dieses Praktikum erfolgreich zu absolvieren. Als zwischen ihnen ein kleiner Wettbewerb ausgerufen wird, müssen die beiden tagtäglich konkurrieren und merken, dass sie doch nicht so verschieden sind, wie bisher gedacht. Ob sie es schaffen können erfolgreich zusammen zu arbeiten?

Der Klappentext zum Auftakt der „Lichtenberg“ Reihe verspricht einen romantischen New Adult Roman – und den bekommt man auch, wenn auch ohne große Überraschungen. Der Schreibstil ist wunderbar leicht und die kurzen Kapitel mit dem Perspektivenwechsel zwischen Juna und Leo lockern die Geschichte fühlbar auf. Aber auch wenn man manche Situationen aus beiden Blickwinkeln betrachten konnte und die Protagonisten so etwas besser kennenlernt, konnte ich trotz Sympathie keine wirkliche Bindung zu ihnen aufbauen und die Liebesgeschichte ging mir leider nicht bis ins Herz.
Eine Besonderheit dieses Romans ist in jedem Fall der religiöse Touch, den das Buch bekommen hat, dadurch dass Juna und ihre Familie, aber auch Leo christlich verwurzelt sind und ihr Vertrauen auf und ihre Bindng zu Gott auch in Gedankengängen oder den Gesprächen immer wieder thematisiert wird. Ich werde das selbstverständlich nicht bewerten, finde es jedoch so außergewöhnlich, dass ich denke, dass dieser Aspekt in der Rezension unbedingt erwähnt gehört.
Das Setting am Brombachsee ist etwas ganz Besonderes und kam mir bisher so noch nie unter. Ich freue mich daher, dass auch die anderen beiden Bände der Reihe an besonderen Seen und in mir vielleicht noch unbekannten Gegenden spielen werden. Wer sich an den religiösen Aspekten und dem damit einhergehenden fehlenden Spice nicht stört, für den ist dieses Debüt eine wunderbare Reise ins fränkische Seenland.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.06.2023

Aufwühlende Geschichte während der innerdeutschen Teilung

Weil ich an uns glaubte
0

Lena steht vor einer wichtigen Entscheidung: soll sie ihren langjährigen Freund Max heiraten oder ist sie doch noch nicht bereit dafür? Mitten in ihre Gedankengänge platzt plötzlich die Offenbarung ihrer ...

Lena steht vor einer wichtigen Entscheidung: soll sie ihren langjährigen Freund Max heiraten oder ist sie doch noch nicht bereit dafür? Mitten in ihre Gedankengänge platzt plötzlich die Offenbarung ihrer Mutter, dass entgegen ihren langjährigen Aussagen, ihre Großmutter Marlies noch lebt und sich gerade in der Nähe aufhält. Bei einem ersten Treffen erzählt Marlies Lena ein aufwühlende Geschichte während der innerdeutschen Teilung, die alles Bisherige in ein anderes Licht rückt. Wird diese Erzählung ihr helfen, eine richtige Entscheidung für ihr eigenes Leben zu treffen?

Das Cover ist farblich eher unauffällig und der Titel verrät wenig von der eigentlichen Geschichte. Der Klappentext macht aber neugierig und so bin ich voller Vorfreude in diese Geschichte eingetaucht. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig zu lesen, die mit dem kapitelweisen Perspektivenwechsel einhergehenden Wechsel der Zeitebenen lockert die Story auf und man möchte immer weiterlesen, weil beide Erzählstränge gleichermaßen interessant gestaltet sind.

Über die Handlung möchte ich gar nicht zu viel verraten, aber die Protagonisten sind mir in beiden Erzählsträngen ziemlich schnell ans Herz gewachsen und ich habe zeitweise wirklich mitgelitten. Leider war mir das Ende etwas zu schnell erzählt und abgehandelt, hier hätte ich mir noch einige Seiten gewünscht, die das „Leben danach“ deutlicher beleuchtet hätten.
Dennoch eine wirklich schöne Geschichte einer begabten Autorin, und sicherlich nicht das letzte Buch von Heike Fröhling für mich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2023

Wenn ein Erbe dein ganzes Leben auf den Kopf stellt

Every Little Secret
0

Juliette Penn lebt ein bescheidenes, aber glückliches Leben in New York. Sie wohnt mit ihren besten Freundinnen in einer WG und studiert Grafikdesign. Bis sie eines Tages einen Anruf vom Nachlassverwalter ...

Juliette Penn lebt ein bescheidenes, aber glückliches Leben in New York. Sie wohnt mit ihren besten Freundinnen in einer WG und studiert Grafikdesign. Bis sie eines Tages einen Anruf vom Nachlassverwalter ihrer verstorbenen, leiblichen Mutter erhält, die sie nie kennengelernt hat, und ihr Leben damit von einem Tag auf den anderen auf den Kopf gestellt wird. Denn das Millionenerbe ist an eine Bedingung geknüpft und Caleb, der Stiefsohn ihrer Mutter, macht es ihr damit natürlich auch nicht gerade leicht. Wird sie den Deal eingehen oder auf das Erbe verzichten?

Das Buch hat mich durch das Cover direkt angesprochen und der Klappentext macht neugierig. Zugegeben: hätte ich gewusst, dass diese Dilogie von einem einzigen Pärchen handelt und man daher gezwungen ist beide Bände zu lesen, hätte ich vielleicht gar nicht danach gegriffen. Aber so sei es jetzt und ihr bekommt unabhängig von meiner persönlichen Meinung hinsichtlich Mehrteiler eine subjektive, aber dennoch hoffentlich nachvollziehbare Rezension.

Es war mein erstes Buch von Kim Nina Ocker und der Schreibstil an sich hat es mir nicht schwer gemacht reinzufinden, dennoch fand ich es anfänglich wirklich sehr ausschweifend erzählt, bis es auf den Punkt kam und Juliette war mir durch ihre impulsive Art auch nicht gleich sympathisch. Caleb hingegen, der ja eher das Bad Boy Image aufgedrückt bekam, fand ich toll und konnte seine Reaktion manchmal besser nachvollziehen als die von Julie. Dennoch sind mir im Laufe der Geschichte beide wirklich ans Herz gewachsen, und auch das zarte Pflänzchen der Annäherung zwischen den beiden ist schön gemacht. Sie spielen miteinander, sie sind sich nicht zu schade auch mal zu kontern und daraus ergibt sich oft ein witziger Schlagabtausch, der der Geschichte sehr gut tut. Ab etwa der Hälfte bin ich daher nur noch so durch die Seiten geflogen und auch wenn der Cliffhanger am Ende etwas aufgezwungen und überdramatisch wirkt, damit man Band 2 auch liest (denn sonst kommt das Buch ohne Cliffhanger und mit wenig Drama aus, daher wirkt es hier etwas fehl am Platz), ist bis zu dem Zeitpunkt noch gar nichts aufgeklärt, und man muss – Cliffhanger hin oder her – zu Band 2 greifen, um der Auflösung näher zu kommen.

Trotz kleiner Startschwierigkeiten hat mir Band 1 doch ganz gut gefallen und ich vergebe 4 Sterne für eine solide NA-Romance.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.04.2023

Leichte Sommerlektüre auf einer tollen Insel

Azurblau für zwei
0

Isa trennt sich aufgrund eines unerfüllten Kinderwunschs von ihrem Freund und schafft es auch ein Jahr danach kaum wieder Fuß zu fassen in ihrer gewohnten Umgebung. Da kommt ihr die Stellenanzeige für ...

Isa trennt sich aufgrund eines unerfüllten Kinderwunschs von ihrem Freund und schafft es auch ein Jahr danach kaum wieder Fuß zu fassen in ihrer gewohnten Umgebung. Da kommt ihr die Stellenanzeige für Recherchearbeiten einen Sommer auf Capri zu verbringen gerade recht, und sie wagt das Experiment, nicht ahnend was sie dabei über sich selbst und das Leben an sich herausfinden wird.

Das Cover ist sommerlich, der Titel auffällig groß und der Klappentext interessant gestaltet, was direkt Lust auf das Buch macht. Erwartet habe ich eine locker-leichte Urlaubslektüre und die habe ich auch bekommen, allerdings on top noch die Lebensgeschichte einer interessanten Persönlichkeit in Form der Autorin Mitzi Hauptmann.
Die Kapitel sind schön kurz und man ist superschnell in der Geschichte drin. Trotz fehlendem Perspektivenwechsels lernt man neben Isa auch Mitzi gut kennen und ich finde, sie spielt irgendwann die eigentliche Hauptrolle in dem Buch, zumal Isa sich mit ihrem Verhalten zum späteren Zeitpunkt der Geschichte manchmal wirklich keine Sympathiepunkte bei mir verdient hat. Zu viel möchte ich aber darüber nicht verraten, jeder darf und muss sich ein eigenes Bild machen. Die darin verborgene Liebesgeschichte kommt recht spät, aber mich hat das überhaupt nicht gestört, denn es gab so viel anderes, vielleicht sogar interessanteres zu entdecken und kennenzulernen.
Das Setting auf Capri fand ich herrlich erfrischend und ich konnte mir die Insel wirklich gut vorstellen. Auch die Bewohner dort wurden so liebenswürdig dargestellt, dass ich mit ihnen gerne mal einen Abend verbringen würde.

Abgesehen von dem oft fragwürdigen Verhalten von Isa hatte ich eine schöne Zeit auf Capri und angenehme Lesestunden und vergebe daher 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere