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Veröffentlicht am 27.06.2023

Eine überraschend ereignislose Geschichte

Last night at the Telegraph Club
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Das Buch spielt mehrheitlich in den 50er Jahren in San Francisco und erzählt die Geschichte von Lily und ihrer Familie, die ursprünglich aus China stammen. Durch ein Schulprojekt lernt sie Kath kennen, ...

Das Buch spielt mehrheitlich in den 50er Jahren in San Francisco und erzählt die Geschichte von Lily und ihrer Familie, die ursprünglich aus China stammen. Durch ein Schulprojekt lernt sie Kath kennen, mit der sie zunächst eine Freundschaft aufbaut und dadurch in eine ganz neue Welt entführt will. Nach und nach muss Lily jedoch feststellen, dass ihre Gefühle wohl doch nicht nur freundschaftlich sind und sie entdeckt plötzlich eine ganz neue Seite an sich...

Obwohl ich die Geschichte unbedingt mögen wollte, konnte ich bedauerlicherweise überhaupt keinen Zugang zu ihr finden. Mir ist auch gerade bei der Zusammenfassung des Inhalts aufgefallen, wie schwer es mir gefallen ist, zu beschreiben, was eigentlich passiert, denn die offizielle Inhaltsangabe fasst eigentlich den kompletten Inhalt komplett zusammen, was kurz gesagt bedeutet, dass nicht mehr passiert, als man in der Inhaltsangabe erfährt.

Ich finde Diversity wichtig und finde es schön, dass wir durch das Buch die chinesische Kultur mit Herausforderungen aus der damaligen Zeit kennenlernen, und auch, dass Lily entdeckt, dass sie homosexuell ist und damit eine weitere Personengruppe repräsentiert, die es verdient, gehört zu werden. Aber der Markt wird inzwischen von queerer Literatur überschwemmt, was mich zum einen zwar freut, aber auch bedeutet, dass die Bücher für mich inzwischen mehr beinhalten müssen, um aus der Masse herauszustechen, als einfach bloss eine queere Liebesgeschichte. (Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für Bücher mit heterosexuellen Charakteren).
Zudem hatte ich den Eindruck, dass die Handlung nicht richtig in die Gänge kommt und ich habe auch ein bisschen den roten Faden vermisst. Es gibt etliche Ereignisse, die angerissen werden, aber dann doch nicht zu Ende erzählt werden und im Nirvana verschwinden, was mich beim Lesen etwas unbefriedigt zurückgelassen hat.
Die Zeitsprünge über das Kennenlernen von Lilys Eltern waren grundsätzlich eine gute Idee, um den Charakteren mehr Tiefe zu geben, aber leider hat es nicht geholfen, dass Lilys eher träger und unspektakulärer Erzählstrang unterbrochen wurde.

Ungefähr bei der Hälfte des Buches habe ich dann auch die Geduld verloren und den Rest des Buches nur noch quergelesen, weil gefühlt nichts passiert ist. Und ich hatte am Ende nicht den Eindruck, dass ich es wirklich wesentliches verpasst hätte.

Fazit:
Schade, bei all den positiven Rezensionen hätte ich eine fesselndere oder zumindest emotionalere Geschichte erwartet. Aber das hier war eigentlich nichts anderes als eine 0815 queere Liebesgeschichte, die im Unterschied zu den restlichen Büchern aus dem YA Genre in den 50er Jahren spielt. Aber das allein reicht bedauerlicherweise für mich nicht aus, um am Ball zu bleiben, weshalb ich für das Buch nur 2 Sterne vergeben kann.

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Veröffentlicht am 04.06.2023

Eine Kopie einige älterer Bücher der Autorin

Liebe oder Eierlikör
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Die Handlung spielt auf der Insel Sylt, auf der der in die Jahre gekommene, schrullige Rentner Ernst Mannsen einem vermeintlichen Betrugsfall auf die Schliche kommt, bei dem es sich um einen "Romance Scam" ...

Die Handlung spielt auf der Insel Sylt, auf der der in die Jahre gekommene, schrullige Rentner Ernst Mannsen einem vermeintlichen Betrugsfall auf die Schliche kommt, bei dem es sich um einen "Romance Scam" handeln soll - ein Begriff, den Ernst wenige Sekunden zuvor erst gelernt hat, als er sich zum selbsternannten Detektiv ernannt hat, um seine Bekannte Hilke von einem Betrüger zu retten. Dabei stellt er sich jedoch eher ungeschickt an, sodass er mehr Chaos, als Erleuchtung in den scheinbaren Kriminalfall bringt und die Leute um ihn herum in den Wahnsinn treibt...

Zugegeben, die Story hört sich ulkig und absurd an - und das war sie auch. Ernst ist zwar ein schusseliger alter Mann, er hat das Herz jedoch am rechten Fleck, sodass man ihn sehr schnell liebgewinnen kann, was das Zuhören angenehm macht.
Nur leider muss ich an dieser Stelle erwähnen, dass ich vor mehr als einem Jahrzehnt bereits die "Urlaub mit Papa"-Bücher der Autorin gelesen habe und komplette Handlung aus "Liebe oder Eierlikör" wie eine vereinfachte, etwas lieblosere und unoriginelle Kopie davon wirkt. Der einzige neue Aspekt ist der Einbezug von Onlinedating anhand der titelgebenden gleichnamigen App "Liebe oder Eierlikör", ansonsten wirkt die Handlung wie abgekupfert, mit dem Unterschied, dass die Charaktere aus der "Urlaub mit Papa" Reihe eine Hintergrundgeschichte und damit etwas mehr Tiefe und Vielschichtigkeit bekommen haben, was mir hier wiederum gefehlt hat.
Schade fand ich auch, dass der ganze "Fall" hier total unnötig und konstruiert gewirkt hat, weil die ganze "Ermittlung" von Ernst vermieden hätte werden können, wenn er Heike einfach auf den ominösen Mann angesprochen und seine Sorge, dass es sich um einen Betrüger handelt, geteilt hätte. Das sagt am Ende sogar Heike selbst, was die ganze Handlung erst recht ab absurdum führt.

Zuletzt bin ich bedauerlicherweise dieses Mal auch nicht ganz mit der Sprecherin warm geworden, denn irgendwie hat sich die Vertonung für mich eher "low budget" mässig angefühlt, sodass ich den Eindruck hatte, dass die Geschichte von einem Laien vorgelesen wurde. Da bin ich von anderen Hörbüchern einfach eine andere Qualität gewohnt.

Fazit:
Alles in allem handelt es sich um eine leichte, kurzweilige Sommerlektüre, die keinem weh tut, aber für mich enttäuschend war, weil es sich einfach wie eine schlechte Kopie der "Urlaub mit Papa" Bücher von derselben Autorin anfühlt, die vor vielen Jahren erschienen sind. Ich kann deshalb leider nur 2 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Bietet kaum Neues auf dem übersättigten YA Fantasy Markt

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Bei diesem Buch handelt es sich um den Reihenauftakt einer Dilogie mit Fantasyelementen, die von westafrikanischer Folklore inspiriert sein soll. Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, die nicht ...

Bei diesem Buch handelt es sich um den Reihenauftakt einer Dilogie mit Fantasyelementen, die von westafrikanischer Folklore inspiriert sein soll. Die Handlung wird aus zwei Perspektiven erzählt, die nicht unterschiedlicher sein könnten: Einmal erleben wir die Geschichte aus Sicht einer Königstochter und einmal aus Sicht eines Bürgers, der aus schwierigen Verhältnissen stammt und auf ein besseres Leben hofft. Die Wege der beiden kreuzen sich bei den Solstasia-Spielen, die im Königreich Sonande durchgeführt werden, nachdem beide Hauptcharaktere kurz zuvor einen Schicksalsschlag durchleben mussten. Während Karina die Spiele durchführt, mit der Absicht, den Gewinner als Menschenopfer zur Wiederbelebung ihrer kürzlich ermordeten Mutter zu verwenden, plant Malik seine Teilnahme einzig allein deshalb, um einen Weg zu finden, Königin Karina zu töten, um so seine Schwester zurückzubekommen. Doch als sich die beiden im Laufe der Spiele näher kennenlernen, müssen sie feststellen, dass es ihnen schwerer fällt, ihren Plan in die Tat umzusetzen, als sie angenommen hätten...

Positiv zu erwähnen ist definitiv, dass ich es wichtig und gut finde, dass in das Buch von einer POC Autorin geschrieben wurde und westafrikanische Kultur in die Geschichte hineingeflossen ist und damit Diversität repräsentiert wird.

Inhaltlich konnte ich dem Buch aber dann leider kaum etwas abgewinnen. Es gibt inzwischen YA Fantasyromane wie Sand am Meer und "A Song of Wraiths and Ruin" hatte für mich - trotz des westafrikanischen Einflusses - eigentlich kein einziges Element enthalten, dass ich nicht genauso oder in ähnlicher Weise bereits in anderen Büchern aus dem Genre gelesen habe. Allein die Solstasia-Spiele erinnern von der Idee her schon sehr an die Hunger Games, wobei das Turnier hier im Buch vergleichsweise harmlos und unspektakulär daherkommt. Obwohl die Wettbewerbsteilnehmer verschiedene Prüfungen hinter sich bringen mussten, hatten die meisten davon irgendwie Wiedererkennungswert und ich wusste meistens gar nicht, was eigentlich die Aufgabe der Teilnehmer ist.
Auch die Nebenhandlung verläuft äusserst träge und das Erzähltempo war viel zu langsam, als dass bei mir Spannung erzeugt werden konnte. Es war dabei auch nicht unbedingt hilfreich, dass die Perspektive nach jedem Kapitel gewechselt hat und man immer wieder aus den einzelnen Handlungssträngen herausgerissen wurde. Es hat sicher auch nicht geholfen, dass weder Karina, noch Malik als Charaktere wirkliche Sympathieträger:innen waren, sodass es mir eigentlich ziemlich egal war, was mit den beiden passiert.
Beim Showdown am Ende überschlagen sich schliesslich die Ereignisse, was zwar endlich etwas Tempo und Action in die Erzählung gebracht hat, aber dann doch zu viel des Guten wurde. Gefühlt jeder Charakter scheint zu sterben, sich zu opfern und wieder aufzustehen, sodass ich das Ganze nur noch lächerlich gefunden habe und das Buch 30 Minuten vor Ende genervt abgebrochen habe.

Leider kann ich auch zu den beiden Hörbuchsprecher:innen kein positives Wort verlieren, denn ich muss sagen, dass es sich hierbei um das mit Abstand am schlechtesten vertonte Hörbuch handelt, dass ich jemals gehört habe. Beide Sprecher:innen wirken sehr emotions- und lustlos, so als würden sie selbst keinen Bock darauf haben, die Geschichte vorzulesen. Dabei fand ich die Sprecherin noch etwas besser als den Sprecher, denn der hat stellenweise so geklungen, als würde er lallen oder zumindest einige Wörter so undeutlich aussprechen, als würde man Til Schweiger zuhören. Und das ist bei einem Hörbuch echt ein No-Go.

Fazit:
Es ist schön, dass Bücher von POC Autor:innen mehr Beachtung bekommen und hier eine Geschichte erzählt wird, in die westafrikanische Folklore eingeflossen ist. Leider konnte mich das Buch aber inhaltlich überhaupt nicht überzeugen. Die Story wirkte wie bereits x-fach erzählt und das Erzähltempo ist sehr langsam, sodass keine Spannung beim Lesen aufgekommen ist. Auch die Hörbuchversion kann ich dieses Mal nicht empfehlen, denn die beiden Sprecher:innen wirken sehr unmotiviert und emotionslos, was beim Zuhören einfach keinen Spass gemacht hat. 2 von 5 Sternen gibt es immerhin noch für die Repräsentation westafrikanischer Kultur.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Nicht mein Fall

Gallant
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Ich muss als erstes vorausschicken, dass ich Gallant schon einmal auf Englisch gelesen habe und es sich somit um ein Reread handelt. Beim ersten Mal konnte mich die Geschichte jedoch bedauerlicherweise ...

Ich muss als erstes vorausschicken, dass ich Gallant schon einmal auf Englisch gelesen habe und es sich somit um ein Reread handelt. Beim ersten Mal konnte mich die Geschichte jedoch bedauerlicherweise nicht überzeugen und ich dachte, dass es vielleicht an falschen Erwartungen lag. Deshalb wollte ich der Geschichte mit dem deutschen Hörbuch eine zweite Chance geben, da ich dieses Mal ja wusste, was auf mich zukommt. Doch leider hatte ich auch beim zweiten Versuch die gleichen Kritikpunkte und ich hätte wohl einfach auf mein erstes Bauchgefühl hören sollen, dass das Buch einfach nichts für mich ist.

Im Buch wird die Geschichte von Olivia Prior erzählt, die mit knapp zwei Jahren von ihrer Mutter in einem Waisenhaus ausgesetzt wurde und seither dort lebt. Das einzige, was ihr von ihrer Mutter geblieben ist, ist ihr Tagebuch, das Olivia immer wieder durchliest und als Teenager beinahe schon in- und auswendig kennt.
Eines Tages erhält sie einen mysteriösen Brief eines Verwandten, der sie bittet nach Hause - nach Gallant - zu kommen. Dort angekommen erwartet sie aber nicht die herzliche Begrüssung, die sie nach all den Jahren erwartet hätte. Ihre Verwandten zeigen sich verschlossen und geheimnisvoll. Doch das bringt Olivia nicht dazu, wieder zu verschwinden, sondern macht sie nur noch neugieriger, dem Geheimnis von Gallant und dem Verschwinden ihrer Eltern auf die Spur zu kommen...

Der Plot klingt an und für sich eigentlich sehr vielversprechend und bietet gerade durch die mysteriösen Geheimnisse eine Grundlage für eine spannende Erzählung. Ich bin allerdings mit dem langatmigen Schreibstil überhaupt nicht klargekommen. Und das war bei beiden Leseversuchen der Fall. Die Geschichte lebt letztendlich von einem sehr ruhigen Erzählstil mit langsamem Tempo und besticht vor allem durch einen blumigen, beschreibenden Schreibstil, der leider so gar nicht meins war. Ich bin eher Typ Leserin, die durch die Handlung gefesselt und bei der Stange gehalten werden will. Aber Gallant bietet genau das Gegenteil und ist damit eher etwas für Leser:innen, die einen atmosphärischen Erzählstil mit bedeutungsschwangeren Umschreibungen zu schätzen wissen. Und das bin ich bedauerlicherweise nicht.
Diese geheimnisvolle, magische Welt rund um (oder in?) Gallant hätte viel Potenzial gehabt, aber leider blieb die Erzählung letztendlich zu vage, als dass ich richtig in sie hätte eintauchen können. Es ist kein Buch, bei dem am Ende alle offenen Fragen geklärt werden, indem ein grosser "Aha-"Moment auftaucht. Obschon man am Ende etwas mehr über das Verschwinden von Olivias Eltern weiss, blieben mir zu viele Fragen offen und die ganze Handlung hat sich für mich nicht ganz abgeschlossen angefühlt.

Positiv hervorheben möchte ich trotzdem, dass ich ein grosser Fan der Autorin bin und ich bewundere sie dafür, dass sie mit jedem Buch (oder Buchreihe) etwas ganz Neues schaffen will. Keines ihrer Bücher liest sich wie das andere und das rechne ich ihr hoch an. Aber natürlich bedeutet es auch, dass einem nicht jedes ihrer Bücher gleich gut gefallen kann. Und Gallant hat einfach nicht meinen persönlichen Lesegeschmack getroffen.

Zum Schluss noch kurz zur Sprecherin: Ich fand ihre Stimme und Erzählweise sehr angenehm und sehr passend zum Inhalt des Buches. Von ihr würde ich jederzeit weitere Hörbücher hören.

Fazit:
Gallant ist ein Buch, das weniger durch eine spannende Handlung, sondern vielmehr durch einen ruhigen, blumigen Erzählstil mit sehr langsamen Erzähltempo besticht. Leser:innen, denen bedeutungsschwangere Umschreibungen und eine düstere Atmosphäre ausreicht und die (im Gegensatz zu mir) nicht unbedingt einen fesselnden Plot benötigen, kommen hier voll auf ihre Kosten. Mein Cup of Tea war es jedoch nicht. Ich bin viel zu ungeduldig für solche Bücher und brauche Action.

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Veröffentlicht am 27.03.2023

Hatte wohl die falschen Erwartungen...

Auf 25 Wegen um die Welt
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Ich muss vorwegschicken, dass ich von Christine Thürmer vor diesem Buch noch nie etwas gehört habe. Ich habe mich ohne jegliches Vorwissen für das Buch entschieden, weil mich der Titel und die vielen schönen ...

Ich muss vorwegschicken, dass ich von Christine Thürmer vor diesem Buch noch nie etwas gehört habe. Ich habe mich ohne jegliches Vorwissen für das Buch entschieden, weil mich der Titel und die vielen schönen Fotos auf dem Buch angesprochen haben und ich selbst gern wandere.
Aber vielleicht war das ein Fehler, denn dadurch bin ich wohl mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Ich bin nämlich aufgrund des Covers davon ausgegangen, dass ich einen schönen, bebilderten Wanderführer enthalte, der die vielen tollen Wanderungen der Autorin auch optisch näherbringt.
Doch die Ernüchterung hat sich relativ rasch eingestellt, als ich bemerkt habe, dass das Buch (bis auf eine einzige Karte in der Einleitung des Buches, die im ebook Reader noch dazu nicht mal ersichtlich war, weil sie komplett schwarz angezeigt wird) ausschliesslich auf textbasierten Schilderungen der Wanderungen besteht.
Ich wollte mich davon aber natürlich nicht direkt entmutigen lassen und bin trotzdem sehr neugierig in die Schilderungen eingestiegen, in der Hoffnung vielleicht eine Inspiration zu finden für eine Wanderung, die ich davon selbst gern mal durchführen würde.

Thürmer schildert in den nachfolgenden Kapiteln ihre Erfahrungen, die sie mit längeren Wanderungen in unterschiedlichen Ländern auf der Welt gemacht hat, wobei die Mehrheit der geschilderten Wanderungen in Europa zu finden sind. Dabei geht sie jedoch nicht mal so sehr auf die Wanderungen im Detail ein, stattdessen hat sie einzelne Anekdoten von ihren Wanderungen herausgepickt, in denen sie zum Beispiel interessante Begegnungen mit anderen Menschen hatte und mischt diese Anekdoten mit (historischen) Fakten zu einzelnen ausgewählten Orten, die ihr auf der Wanderung begegnet sind. Dabei kann sie natürlich nur auf einige wenige ausgewählte Erlebnisse und Orte eingehen, weil alles andere bei 25 Wanderungen mit hunderten Kilometern den Rahmen sprengen würde.
Dieses Muster zieht sich eigentlich durch alle Kapitel, die ich gelesen habe und es hat leider nicht lange gedauert, bis ich mich dabei ertappt habe, einzelne Abschnitte immer wieder querzulesen oder ganz zu überfliegen. Der Hauptgrund lag vermutlich darin, dass ich die meisten Orte aus den Büchern nicht kenne und mir ganz ohne Bilder und Beschreibungen die Vorstellungskraft gefehlt hat, um mir vorstellen zu können, wie es dort gerade aussieht, wo sich die Autorin befindet. Und jedes Mal die Ortschaften zu googeln, war mir in der Summe auch zu aufwendig. Hier habe ich definitiv die vielen tollen Bilder vermisst, die auf dem Cover abgebildet wären.
Die Erlebnisse aus den jeweiligen Anekdoten mögen für Thürmer interessant gewesen sein, aber sie waren meistens so banal, dass sie mich als aussenstehende Leserin nicht packen konnten.
Leider erfährt man insgesamt von den einzelnen Wanderungen auch wenig, sodass ich mir aufgrund der ausführlichen Schilderungen nicht wirklich ein Bild davon machen konnte, ob die jeweiligen Wanderungen nun etwas für mich wären, oder nicht. Das einzig Hilfreiche für eine solche Einschätzung sind die kurzen kategorialen Angaben zu Beginn des Buches, sowie die zusammenfassenden Tipps am Ende jedes Kapitels. Aber alles dazwischen - und das macht den Hauptteil des Buches aus - fand ich wenig hilfreich.

Ich muss sagen, dass ich insgesamt von dem Buch enttäuscht war, denn ich habe den Eindruck, dass die Erzählungen bei Thürmers Auftritten wunderbar funktionieren, aber rein textbasiert in einem Buch waren sie mir zu uninteressant. Das war dann auch der Grund, weshalb ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen habe.

Fazit:
Ich habe den Eindruck, dass sich das Buch am ehesten noch als Nachschlagewerk eignet, wenn man sich für eine ganz spezifische Wanderung interessiert, die man vielleicht sogar schon selbst gemacht hat. Dann versteht man die einzelnen Anekdoten und die vielen namentlich erwähnten Orte besser. Aber als Buch zur Unterhaltung, das man an einem Stück liest, konnte es mich bedauerlicherweise nicht überzeugen. Das hätte vermutlich besser funktioniert, wenn Bilder enthalten gewesen wären. Aus diesem Grund kann ich nur enttäuschte 2 Sterne vergeben.

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