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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.06.2023

Neue Wege gehen

Der Freiheit entgegen (Die Gutsherrin-Saga 3)
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Auf den dritten Teil der „Gutsherrin-Saga“ habe ich schon lange gewartet. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die inzwischen 18-jährige Clara, die genau weiß, was sie will: Fotografin werden. Einer der begehrten ...

Auf den dritten Teil der „Gutsherrin-Saga“ habe ich schon lange gewartet. Im Mittelpunkt steht dieses Mal die inzwischen 18-jährige Clara, die genau weiß, was sie will: Fotografin werden. Einer der begehrten Plätze an der Fotoakademie ist ihr sicher.
Die Unruhen der jungen Erwachsenen in Schwabing machen sie nachdenklich, und die erste große Liebe lenkt Clara vom Studium ab, so dass sie ihre Ausbildung abbrechen muss. Als ihre beste Freundin Sanni München verlassen will beschließen die beiden jungen Frauen, gemeinsam nach Hamburg zu gehen. Werden ihre großen Träume sich dort verwirklichen lassen?
Auch in diesem Band ist es der Autorin Theresia Graw wieder sehr gut gelungen, die fiktiven Charaktere mit realen Personen der turbulenten 60-er Jahre zu verknüpfen. So ergibt sich eine lebendige und sehr unterhaltsame Handlung mit Höhen und Tiefen, durch die ich Clara und ihre Freundinnen sehr gerne begleitet habe. Der Zeitgeist ist wunderbar eingefangen worden und es war schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

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Veröffentlicht am 21.05.2023

Atmosphärischer Roman voller Musik

Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie
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Bei diesem Buch hat mich das Cover geködert, da die Gestaltung mal ganz anders war. Dazu der schöne Titel und die Autorin, die ich bereits von der „Fräulein Gold-Reihe“ kenne.
Die Geschichte des Dresden-Epos ...

Bei diesem Buch hat mich das Cover geködert, da die Gestaltung mal ganz anders war. Dazu der schöne Titel und die Autorin, die ich bereits von der „Fräulein Gold-Reihe“ kenne.
Die Geschichte des Dresden-Epos der Autorin Anne Stern spielt 1841 in und um die Semper-oper und dreht sich um die sehr musikalische Familie Spielmann. Elise Spielmann, die älteste Tochter, ist sehr talentiert und möchte Geigerin werden – zur damaligen Zeit undenkbar. Außerdem hat ihr Vater sie bereits einem seiner Freunde zur Ehe versprochen, der ihm eine Anstellung im Orchester der Semperoper ermöglichen wird.
Aber Elise lernt durch einen Zufall in der Oper einen Malergesellen kennen und die beiden verlieben sich – eine eigentlich unmögliche Verbindung. Elise muss eine schwere Herzensentscheidung treffen: entweder für den Mann oder für die Musik.
Die Autorin gibt nicht nur einen sehr realistischen Einblick in die damaligen Lebensumstände aller gesellschaftlichen Schichten, sondern auch hinter die Kulissen der Semperoper. Dramen gab es nämlich nicht nur auf sondern auch hinter der Bühne. Obwohl mich die Atmosphäre in und um die Semperoper von Anfang an fasziniert hat zieht sich der mittlere Teil doch etwas in die Länge. Zum Ende des 1. Bandes nimmt das Geschehen dann wieder Fahrt auf und lässt mich aufgrund des doch sehr abrupten Endes dann aber doch etwas unzufrieden zurück. Ein Grund mehr, den Folgeband zu lesen, denn ich möchte Elise gerne noch ein Stück auf ihrem weiteren Weg begleiten.

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Veröffentlicht am 01.04.2023

Macht Lust auf eine Fortsetzung

Die Hausboot-Detektei – Tödlicher Grund
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„Die Hausboot-Detektei – Tödlicher Genuss“ ist der Titel einer neuen Reihe der Autorin Amy Achterop. Es ist schon eine ganz besondere Gruppe, die Arie, ein ehemaliger Polizist, hier auf seinem Hausboot ...

„Die Hausboot-Detektei – Tödlicher Genuss“ ist der Titel einer neuen Reihe der Autorin Amy Achterop. Es ist schon eine ganz besondere Gruppe, die Arie, ein ehemaliger Polizist, hier auf seinem Hausboot Lakshmi zusammengewürfelt hat. Jede/r der sympathischen Charaktere besticht durch eine Eigenart und alle zusammen ergänzen sich hervorragend.
Der Krimianteil rutscht aufgrund der umfangreichen Vorstellung der Protagonist*innen dabei leicht in den Hintergrund, was mich aber nicht wirklich gestört hat. Die Amateurdetektive haben mich die ganze Zeit über bestens unterhalten. Zunächst einmal waren alle vollauf damit beschäftigt, ihren Platz in der Gruppe zu finden, was teilweise zu sehr amüsanten Wortgefechten geführt hat. Auch die Hausbootregeln sprechen da für sich. Und die Haustiere „Hund“ und vor allem „Frau Gunilla“, ein zahmes Eichhörnchen, haben ein bisschen Leben in den doch zunächst eher zu entspannt dahindümpelnden Detekteialltag gebracht.
Ermitteln darf die schräge Truppe dann in der Welt der Sterne-Küche. Es braucht ein bisschen, bis sich Spannung aufbaut, aber die liebenswerten Spürnasen machen das aufgrund ihrer manchmal doch sehr fragwürdigen Methoden mehr als wett.
Ein gelungener Auftakt, der Lust auf eine Fortsetzung macht.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Das Leben ist Veränderung

Fine und die Zeit der Veränderung
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Im 4. und leider letzten Teil über die Künstlerfamilie Dehmel steht Fine, Heinrich und Ullas Tochter, im Mittelpunkt des Geschehens. Das Leben der Familie spielt sich wieder im Berlin im Zeitraum 1926 ...

Im 4. und leider letzten Teil über die Künstlerfamilie Dehmel steht Fine, Heinrich und Ullas Tochter, im Mittelpunkt des Geschehens. Das Leben der Familie spielt sich wieder im Berlin im Zeitraum 1926 – 1935 ab und ist zwischenzeitlich um zwei weitere kleine Mädchen angewachsen.
Im ersten Drittel geht es noch vorrangig um Ulla, die verbissen versucht, Haushalt, Kinder und ihren Beruf irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Heinrich ist ihr dabei keine große Hilfe, denn er schreibt an seiner Doktorarbeit und forscht nebenher in den eigenen vier Wänden. Beide sind sehr verbissen, wenn es die Verwirklichung der eigenen Wünsche und Träume angeht. In der Ehe kriselt es zunehmends und es kommt zur Trennung. Wie bei vielen anderen Familien auch wird das Geld knapp, und die Kinder gehen oft hungrig durch den Tag. Fine muss sich als „die Große“ schon in jungen Jahren um ihre kleinen Geschwister kümmern und zeigt dabei schon eine erstaunliche Reife und Stärke. Ulla beginnt, sich politisch zu engagieren und so wird Fine schon recht früh mit politischen Themen konfrontiert.
Als die Wirtschaftskrise sich zuspitzt werden die 3 Schwestern auf Druck der Familie bei einer befreundeten Familie in Thüringen untergebracht.
Weder Ulla noch die Kinder sind zunächst von der Situation angetan, aber es gibt keine andere Alternative. Fine erkennt, wenn auch zunächst widerstrebend, dass das neue Leben trotz Regeln auch durchaus seine Vorzüge hat, denn hier kann auch sie einmal die Verantwortung für ihre Schwestern abgeben und selbst Kind sein.
Es war wieder schön, am Leben der Familie Dehmel teilzuhaben – trotz aller Höhe und Tiefen. Ulrike Renk hat ein Händchen dafür, reale Vorkommnisse mit Fiktion zu einem fesselnden Roman zu verknüpfen und dabei die Charaktere so lebensecht wirken zu lassen.
Auch wenn ich Fine sehr gerne noch ein Stück ihres weiteren Lebensweges begleitet hätte, kann ich die Entscheidung der Autorin verstehen, das Ende offen zu lassen.

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Veröffentlicht am 12.03.2023

Kleine Auszeit am Meer

Das Meer und ich
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Die Bücher von Tessa Randau sind immer eine Augenweide. Die Farbgestaltung des Covers passt perfekt zum Titel „Das Meer und ich“, die Goldschrift sieht sehr edel aus, und die liebevollen Illustrationen ...

Die Bücher von Tessa Randau sind immer eine Augenweide. Die Farbgestaltung des Covers passt perfekt zum Titel „Das Meer und ich“, die Goldschrift sieht sehr edel aus, und die liebevollen Illustrationen finden sich auch im Innenteil wieder.
Im Mittelpunkt steht eine Mittvierzigerin, die mit sich und ihren Lebensumständen hadert und tief in der eigenen Unzufriedenheit feststeckt. Die mit einer Freundin geplante Auszeit am Meer verbringt sie allein mit sich selbst.
Die Geschichte ist nicht neu, denn die dort geschilderten kleinen oder auch größeren Probleme im Lauf eines Lebens werden sicher viele Frauen so oder ähnlich auch schon erlebt haben. Auch ich gehöre dazu und wenn ich auch nicht immer einer Meinung mit der Protagonistin war, so habe ich doch einige Denkanstöße mitnehmen können. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und manchmal braucht es einfach nur einen Schubs von außerhalb, um die eigene Komfortzone zu verlassen, um eine andere Sicht auf die Dinge zulassen zu können. Die 6 Wegweiser am Ende des Buches sind dabei auch sehr hilfreich.
Eine gelungene kleine Auszeit für die Seele.

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