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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.07.2023

Winkelmann trifft den Nerv der Zeit

Nicht ein Wort zu viel
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Zielfahnder Jaro Schrader wird verdächtigt bei einer Festnahme zu lange gezögert zu haben und dadurch den Tod von einer werdenden Mutter und ihrem ungeborenen Kind in Kauf genommen zu haben. Außerdem soll ...

Zielfahnder Jaro Schrader wird verdächtigt bei einer Festnahme zu lange gezögert zu haben und dadurch den Tod von einer werdenden Mutter und ihrem ungeborenen Kind in Kauf genommen zu haben. Außerdem soll er den Mörder anschließend bei dessen Flucht aus einem Fenster gestossen haben. So wird er vorübergehend versetzt und muss bei einer Polizeipsychologin vorsprechen. Widerwillig fügt er sich und nimmt den Termin bei Aylin wahr. Das Treffen entspricht gar nicht seinen Erwartungen und im weiteren Verlauf bilden die beiden zusammen mit Simon ein ungewöhnliches, sehr gegensätzliches Ermittlungsteam. Jargo, der ungestüme, draufgängerische Typ und der ruhige, besonnene, aber trotzdem gefährliche Simon begegnen sich zufällig, als aus zwei Ermittlungen Spuren zur gleichen Person führen. Einer jungen Frau: Faja Bartels, welche in einem Buchladen beschäftigt ist und viel Kontakte im Internet pflegt. Im Hauptsächlichen dreht sich alles ums Thema Literatur und Bücher. Sie musste den grausamen Mord an einem Mitglied der Instagruppe online mitverfolgen und trägt sich mit Schuldgefühlen rum.
Die Handlung ist gewohnt spannend, in kurzen Kapiteln, oft mit Cliffhangern, der Schreibstil flüssig. Mir erschien es so, als ob Andreas Winkelmann einige autobiographische Punkte aufgefasst hat. Ein Autor mit einem Haus am Wald. Abgelegen und etwas geheimnisvoll. Rezensionen im Internet, verfasst von Laien. Im großen und ganzen erwünscht, doch wohl auch oft nicht nur mit leichter Kritik, sondern mit Beleidigungen, da sie ja anonym geschrieben werden.
Mir hat ebenfalls gut gefallen, dass die Entstehungsgeschichte von Sound of Silence erklärt wurde.
Ein spannendes Buch, welches mir einige Denkanstöße außerhalb der eigentlichen Handlung vermittelt hat.
4,5*

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Veröffentlicht am 03.07.2023

Gelungener Serienauftakt

Refugium
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Da John Ajvide Lindquist meist im Horror Genre vertreten war, hatte ich bisher noch nichts von ihm gelesen. Er war aber wohl als Nachfolgeautor der Millennium Reihe in die engere Auswahl gekommen; leider ...

Da John Ajvide Lindquist meist im Horror Genre vertreten war, hatte ich bisher noch nichts von ihm gelesen. Er war aber wohl als Nachfolgeautor der Millennium Reihe in die engere Auswahl gekommen; leider war sein Thriller dann doch als ungeeignet abgelehnt worden. Was tun mit dieser tollen Geschichte? Diese Begebenheit als Grundlage für eine eigene Trilogie verwenden. Die handelnden Personen jeweils dem anderen Geschlecht zu ordnen und den bereits geschrieben Thriller angleichen? Für mich eine gelungene Lösung.
Julia Malmros, ehemalige Polizistin und mittlerweile erfolgreiche Kriminalautorin wird die Fortsetzung für Millennium (Band 7) angeboten. Zur Unterstützung ihrer rudimentären Computerkenntnisse bekommt sie Hilfe von Kim Ribbing, einem Cracker. Dieser wurde als Junge von seinem Großvater misshandelt und gequält, seine Eltern haben tatenlos zugesehen. Nun verfolgt er im Internet solche Taten und meldet sie anonym den Strafverfolgungsbehörden.
Nachdem Julias Thriller abgelehnt wurde verkriecht sie sich in ihr Sommerhaus in den Schären. Dort bekommt sie eines Abends plötzlich Besuch von Kim. Ihr Wiedersehen wird gestört, als von der Nebeninsel eine große Schießerei zu vernehmen ist. Ein Jugendfreud Olof Helander, seine Frau und vier Gäste wurden niedergemetzelt. Nur die jugendliche Tochter Astrid überlebt traumatisiert.
Als ausgerechnet ihr Exmann Jonny Munther die Ermittlungen aufnimmt, kann sich Julia nicht zurückhalten und sucht, mit Hilfe von Kim, ihre eigenen Wege, um die Täter zu finden.
Mir gefiel die Handlung sehr gut, die Entstehungsgeschichte und die Abwandlung klasse. Der Autor sollte sich vielleicht in den Folgebänden abgewöhnen, die handelnden Personen immer mit vollem Namen zu erwähnen, es wirkte oft störend. Die übermenschlichen Handlungen waren amüsant, rasant zu lesen, sollten aber auch nicht übermäßig werden.
Für mich war es ein gelungener Einstieg in eine neue Thriller Reihe und ich freue mich schon auf Band zwei, welcher nächstes Jahr erscheinen soll. Trotz kleiner Mängel vergebe ich volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.06.2023

Jan de Fries zieht die Verbrechen magisch an

Wasserschlag für Greetsiel
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Der 10. Jan de Fries Krimi, kaum zu glauben! Die Krimireihe gehört ja schon lange zu meinen Lieblingsreihen und hat nur einen Nachteil. Ich muss immer ein Jahr warten, bis es weitergeht.
Uz geht es zwar ...

Der 10. Jan de Fries Krimi, kaum zu glauben! Die Krimireihe gehört ja schon lange zu meinen Lieblingsreihen und hat nur einen Nachteil. Ich muss immer ein Jahr warten, bis es weitergeht.
Uz geht es zwar schon besser, aber die Sirius fahren und Krabbenfangen ist noch nicht möglich. Zum Glück hat Dieter ein Kapitänspatent und springt selbstverständlich ein. Heute wird die erste Ausfahrt gemeinsam gefeiert. Jan und Onno leisten ihm in der Rettungsstation bei Gerda Gesellschaft.
Gerda ist nicht richtig bei der Sache, denn ihr Lieblingsautor sitzt an einem Tisch in ihrer Gaststätte! Und mit ihm ein bekannter Weltumsegler erkennt Onno. Doch dort gibt es Streit, den noch nicht einmal die resolute Wirtin schlichten kann. Sie schmeißt die beiden raus und bittet Jan, doch nach dem Rechten zu sehen. Und schon ist es wieder vorbei mit der Ruhe im beschaulichen Greetsiel.
Jan fischt kurze Zeit später die Leiche des Autors aus dem Hafenbecken und findet den Weltumsegler mit blutigen Händen vor.....
Klare Sache?
Nein, natürlich nicht. Jan wird wieder einmal in Mord und Totschlag verwickelt. Als dann noch Onno verschwindet, wird das Ganze persönlich. Sein 'dicker' Hund Motte unterstützt ihn wo er kann. Hauptsächlich beim Essen
Dirk Trost schildert das Geschehen wieder sehr anschaulich, sodass man manchmal glaubt, Zuschauer in der ersten Reihe zu sein. Der Schreibstil ist flüssig, sodass man das Buch zwischenzeitlich nicht weglegen möchte. Und zum Schluss klärt sich fast alles auf. Ein Cliffhanger bleibt leider.

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Veröffentlicht am 16.05.2023

Hawthorne ermittelt wieder

Wenn Worte töten
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'Wenn Worte töten' ist der dritte Fall bei dem Daniel Hawthorne und Anthony Horowitz zusammenarbeiten. Hawthorne ermittelt und Horowitz berichtet darüber. Aber nicht, ohne selber seine Gedanken zu dem ...

'Wenn Worte töten' ist der dritte Fall bei dem Daniel Hawthorne und Anthony Horowitz zusammenarbeiten. Hawthorne ermittelt und Horowitz berichtet darüber. Aber nicht, ohne selber seine Gedanken zu dem Fall aufzuschreiben und dem Leser zu übermitteln.
Das Buch beginnt damit, dass Hawthorne und Horowitz(in dieser Reihenfolge!) Zu einem Literatur- Festival auf die Kanalinsel Alderney eingeladen werden um ihr gemeinsames Buch vorzustellen: 'Ein perfider Plan'. Tony(Horowitz) der das Buch geschrieben hat, möchte gerne, dass auch Hawthorne mitpromotet. Er selbst schreibt ja bereits am zweiten Buch: 'Mord in Highgate'. Als treue Leserin kenne ich natürlich bereits beide Bände.
Bereits auf der Reise nach Alderney ( vorne ist zum besseren Überblick eine Skizze ins Buch gedruckt worden) lernen die beiden einige andere Teilnehmer des Festivals kennen. Nachdem einige Veranstaltungen mehr oder weniger gelungen stattgefunden haben, findet ein Fest in der Villa des Veranstalters statt.....Dieser wird am nächsten Morgen bestialisch ermordet von seiner Ehefrau aufgefunden.
Hawthorne ermittelt.....
Verdächtige gibt es reichlich, denn er hat sich nicht nur durch sein Unternehmen unbeliebt gemacht, sondern auch dadurch, dass er ein Umspannwerk auf Alderney befürwortet. Dafür müssten einige Kriegsgräber entweiht werden.
Hawthorne geht zielstrebig ans Werk, unterstützt die Ortspolizei und lässt Tony mal wieder dumm dastehen. Bemerkenswert, wie der Autor sich selbst auf die Schippe nimmt.
Mir hat auch dieser Fall gut gefallen, der Schreibstil und die Übersetzung sind flüssig zu lesen, und der englische Humor gibt noch den richtigen Pfiff dazu. Allerdings fand ich die in sich verzwickten anderen Fälle noch lesenswerter. Eine gelungene Krimireihe!

4,5*

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Veröffentlicht am 11.04.2023

Pia und die Leiche am Teich

Ostseenebel
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Ostseenebel ist bereits der 18.Fall von Eva Almstädt, bei der Pia Korittki und ihr Team ermitteln. Leider habe ich die Reihe nur unregelmäßig gelesen, was mich dann aber immer wieder selbst verwundert. ...

Ostseenebel ist bereits der 18.Fall von Eva Almstädt, bei der Pia Korittki und ihr Team ermitteln. Leider habe ich die Reihe nur unregelmäßig gelesen, was mich dann aber immer wieder selbst verwundert. Denn die Fälle sind spannend, das Team sehr sympathisch und es gibt eine ausgewogene Mischung zwischen jeweiligem Kriminalfall und dem Privatleben von Pia und ihrem Sohn Felix. Obwohl ich hier bei der Vorgeschichte grosse Wissenslücken habe, wirkt es nicht störend.
In Stüvensee wird der Bürgermeister tot neben einem Teich gefunden. Das dazugehörige Haus ist gerade vermietet, die Besitzerin hält sich in Italien auf. Die Urlauberin findet die Leiche. Pia und ihr Team werden dazugerufen, was anfängliche Schwierigkeiten mit der Dorfpolizei nach sich zieht. Als dann die Urlauberin verschwindet und kurze Zeit später eine Frauenleiche aufgefunden wird, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Viele Einwohner verhalten sich verdächtig, geben sich Alibis, welche nicht unbedingt halten und misstrauen der Obrigkeit. Der Bürgermeister war äußerst unbeliebt. Wie hat er es geschafft in seinem Amt zu bleiben? Welche Druckmittel hat er angewandt?
Pia geht in gewohnter Manier an die Aufklärung, vernachlässigt ihr Privatleben und begibt sich auch mal wieder in Gefahr. Da es sich um eine fiktive Geschichte handelt, stört es mich eigentlich nicht. Aber dass sie es als Mutter eines kleinen Sohnes tut, finde ich nicht glaubwürdig.
Das Ende hatte ich so nicht erwartet. Die Autorin überrascht mich dann doch wieder einmal!
Ich habe ein paar kurzweilige, spannende Lesestunden mit diesem Buch verbracht und freue mich auf weitere Fälle mit Pia Korittki.

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