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Veröffentlicht am 30.09.2017

Eine sehr ruhige Geschichte, dessen Erzählstil nicht immer meins war

Lieber Daddy-Long-Legs
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Inhalt:
Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, ...

Inhalt:
Fast 18 Jahre hat Judy Abbott im Waisenhaus gelebt. Wegen ihrer literarischen Begabung wird sie nun von einem geheimnisvollen Wohltäter aufs College geschickt. Der Mann möchte namenlos bleiben, Judy soll ihm aber jeden Monat einen Brief über ihre Fortschritte schreiben. Voller Begeisterung stürzt sich Judy in dieses unbekannte Leben. Mehr als einmal im Monat schreibt sie „Mr Smith“, denn sie hat ja sonst niemanden auf der Welt, mit dem sie ihre Erlebnisse teilen kann. Briefe voller Witz, über Hüte und Literatur, über neue Freundschaften und immer öfter auch über den sympathischen Jervis Pendleton.

Meinung:
Fast ihr ganzes Leben hat die junge Judy Abbott in einem Waisenhaus verbracht. Eines Tages jedoch ermöglicht ihr einer der Treuhänder des Waisenhauses an ein Collage zu gehen. Die einzigen Forderungen die der Mann für all seine Unkosten stellt sind, dass er zum einen anonym bleiben möchte und das Judy ihm jeden Monat einen Brief über ihr Leben am Collage schreibt. Judy fängt an „Daddy Long Legs“, wie sie ihren mysteriösen Gönner mittlerweile nennt, immer öfter Briefe zu schreiben, da sie keine Familie mehr hat und doch jemanden braucht, dem sie von ihren Erlebnissen erzählen kann.

Bereits zu Beginn der Geschichte wurde ich überrascht, als ich erfuhr, dass die Geschichte bereits 1912 geschrieben wurde. Dies hat für mich die Sicht auf die Dinge durchaus verändert. Da der Roman ebenfalls zu dieser Zeit spielt, habe ich manche Situationen natürlich anders bewertet. Gut gefallen hat mir, dass die Übersetzerin den Sprachstil von 1912 dem heutigen Sprachstil größtenteils angepasst hat. Dadurch entstand ein guter Lesefluss. Aufgrund der Tagebucheinträge als gewählter Erzählstil, liest man sich zudem schnell durch das Buch, da die einzelnen Tagebucheinträge oftmals kurz gehalten sind.
Mir war zwar durchaus bewusst, dass das Buch Tagebucheinträge enthält, dennoch hätte ich nicht unbedingt damit gerechnet, dass das komplette Buch ausschließlich auf Tagebucheinträgen basiert. Ich hätte mir gewünscht, dass wir auch außerhalb der Tagebücher mehr über die Charaktere erfahren. So kam es streckenweise vor, dass ich mich durch den Alltag von Judy ein wenig gelangweilt fühlte. Zwar hat Judy eine äußerst angenehme und teilweise lustige Art über Dinge zu berichten, dennoch hätte ich mir ab und an ein wenig mehr Abwechslung gewünscht. Zudem wirkt die Geschichte durch die gewählte Erzählform etwas einseitig.

Judy hat harte Zeiten im Waisenhaus hinter sich und versucht daher immer mit einem Lächeln an neue Dinge heranzugehen. Natürlich durchlebt Judy nicht nur schöne Momente auf dem Collage. So ist es nicht verwunderlich, dass sie neben vielen Hochs auch so einige Tiefs durchlebt. Trotz diesem Hintergrund war mir Judy teilweise zu zickig. Ich konnte nicht immer nachvollziehen, warum sie nun wieder eine ihrer „Phasen“ hat. Daher konnte ich manchmal nur den Kopf über sie schütteln. Denn Judy ist nun mal kein Teenager mehr, sondern entwickelt sich während der Geschichte zu einer jungen Frau weiter.
Interessant fand ich es hierbei, dass die zu Anfang so naive und weltfremde Judy zu einer mutigen und starken Frau heranwächst. Man merkt der Autorin an, wie viel Herzblut sie hierbei auf die Entwicklung ihrer Protagonistin gelegt hat.
Die restlichen Charaktere kommen leider nicht wirklich zum Zug. Zwar erzählt Judy über ihre Freundinnen und Mister Jervis Pendleton, dennoch konnte ich mir bis kurz vor Schluss kein Bild zu Mister Pendleton vorstellen.

Natürlich ist dem Leser sehr schnell klar, wer sich hinter Daddy Long Legs verbirgt. Dies trübt den Lesespaß jedoch in keinster Weise, da der Fokus von Judy nicht darauf liegt auf Teufel komm raus zu erfahren, wer sich hinter dem mysteriösen Mann verbirgt.
Untermalt werden die Tagebucheinträge ab und an von kleinen (und vor allen Dingen lustigen) Zeichnungen von Judy.

Fazit:
Wer die Königskinder Bücher kennt weiß, dass sie immer etwas ganz besonderes sind. So ist auch „Lieber Daddy Long Legs“ keine Ausnahme. Gerade durch die Tagebucheinträge bekommt dieses Buch einen ganz besonderen Touch. Auch der Hintergrund, dass das Buch 1912 geschrieben wurde, ist ein wichtiger Faktor. Dennoch hat dieses Buch nicht so wirklich meinen Geschmack getroffen. Es ist auf keinen Fall schlecht, dennoch war es mir größtenteils zu ruhig und die Tagebucheinträge von Judy konnten mich nur teilweise packen.
Sehr gute 3 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 24.09.2017

Hinkt hinter Band 1 deutlich her - gefühlt ein typischer Mittelband.

Im leuchtenden Sturm
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Inhalt:
Die Schlacht gegen die Titanen ist geschlagen! Josie hat ihren Erzfeind Hyperion besiegt, aber der Krieg der Götter ist noch nicht vorbei. Um auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein, braucht ...

Inhalt:
Die Schlacht gegen die Titanen ist geschlagen! Josie hat ihren Erzfeind Hyperion besiegt, aber der Krieg der Götter ist noch nicht vorbei. Um auf den nächsten Angriff vorbereitet zu sein, braucht Josie dringend Verbündete. Doch bevor sie sich auf die Suche nach den anderen Halbgöttern machen kann, muss sie ihre Kräfte unter Kontrolle bringen – so wie ihre komplizierten Gefühle für Seth. Immer heftiger fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Das Problem: Ihre Nähe scheint auch die dunkle Seite des attraktiven Kriegers zu verstärken ...

Meinung:
Nach dem Sieg gegen Hyperion bleibt Josie und Seth wenig Zeit um sich auszuruhen. Das finden der restlichen Halbgötter hat nun oberste Priorität im Kampf gegen die Titanen. Doch durch Josies Nähe tritt die dunkle Seite von Seth wieder zum Vorschein und sorgt für Ärger. Damit nicht genug, werden die Auseinandersetzungen zwischen Rein- und Halbblütern immer brutaler und enden sogar mit ersten Toten.

Nachdem mir Band 1 gut gefallen hat, ich aber noch Luft nach oben gesehen habe, war ich furchtbar gespannt auf diesen zweiten Band. Leider musste ich feststellen, dass es sich hier um einen typischen Mittelband handelt. Der Verlauf der Geschichte stagniert über gut 2/3 des Buches. Erst gegen Ende hin bewegt sich die Geschichte gefühlt von der Stelle. Dann jedoch wird es mega packend und unterhaltsam. Ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin deutlich eher aufs Gas gedrückt hätte, da die vorherigen Passagen doch recht zäh waren.
Dies liegt vor allen Dingen an der Liebesgeschichte. Nun wo Josie und Seth ein Paar sind, dreht sich über die Hälfte des Buches nur um die Beiden und ihre Beziehung zueinander. Auch die erotischen Passagen kommen nicht zu kurz. Und es wird mehr als deutlich, dass das körperliche Verlangen und die daraus resultierende Anziehungskraft sehr im Fokus steht. Besonders gestört hat mich jedoch, dass Seth anfängt mit seinem „ich habe dich nicht verdient“ und „ich bin ein schlechter Mensch“ Gerede. Mehr als einmal brachte er mich damit zur Weißglut. Das dadurch entstandene Hin und Her hat meine Nerven doch arg strapaziert.

Leider fehlte mir auch etwas die Charaktertiefe. In meinen Augen bleiben die Charaktere leider recht blass und unscheinbar. Richtig gut gefallen hat es mir aber, dass nun auch die Protagonisten aus der Vorgängerreihe ihren großen Auftritt haben. Beide mochte ich sehr gerne. Interessant hierbei war, dass sie Seths dunkle Seite bereits kennengelernt haben und ihn daher anders einschätzen als Josie dies tut.
Im letzten Drittel tauchte dann mein neuer Lieblingscharakter auf. Zwar ist er recht eingenommen von sich und treibt die anderen damit in den Wahnsinn, aber gerade diese sehr humorvollen Dialoge konnten mich dafür sehr gut unterhalten und begeistern.

Etwas irritiert darüber war ich, dass manche Charaktere sich untereinander gesiezt haben, obwohl sie ungefähr gleichalt (gleichjung) waren. Immer wieder riss mich dies aus dem Lesefluss heraus. Dies ist natürlich weniger ein Problem was die Autorin betrifft, sondern was an der Übersetzung liegt.

Das Ende ist wie oben erwähnt sehr packend und endlich kam ein wenig Action auf. Zudem macht es furchtbar neugierig darauf, wie sich die Dinge im letzten Band der Trilogie entwickeln werden.

Fazit:
Für mich kommt „Im leuchtenden Sturm“ nicht über den typischen Mittelband Status hinaus. Die Liebesgeschichte nimmt einen großen Part in dieser Fantasygeschichte ein, die Story stagniert ein wenig und die Charaktere blieben farblos. Zugute halten möchte ich jedoch, dass neue interessante Charaktere eingebaut werden und das Ende absolut zu unterhalten weiß.
Knappe 3 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 24.08.2017

Ein schwerer Einstieg in das Buch und zu viele verwirrende Namen

Die Legende von Shikanoko – Herrscher der acht Inseln
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Inhalt:
Shikanoko ist eigentlich nur der Sohn eines einfachen Vasallen. Doch als er von einem Magier eine übernatürliche Maske vermacht bekommt, wird aus ihm das Kind des Hirsches, und er verfügt fortan ...

Inhalt:
Shikanoko ist eigentlich nur der Sohn eines einfachen Vasallen. Doch als er von einem Magier eine übernatürliche Maske vermacht bekommt, wird aus ihm das Kind des Hirsches, und er verfügt fortan über magische Fähigkeiten und besonderes Kampfgeschick. Als der alte Kaiser stirbt, gerät Shikanoko in die Fänge des Fürstabts, der alles daransetzt, die höchste Macht im Land – den Lotusthron – an sich zu reißen. Shikanoko muss fliehen und entkommt dabei mehr als einmal nur knapp dem Tod. Doch er muss unbedingt Aki finden, die Herbstprinzessin, die er liebt, und die ein großes Geheimnis verbirgt. Denn in ihrer Obhut befindet sich niemand anderes als der rechtmäßige Nachfolger für den legendären Lotusthron.

Meinung:
Shikanokos Leben ändert sich nach dem Tod seines Vaters komplett. Sein Onkel wünscht ihm den Tod und bei seiner Flucht trifft er auf einen Magier, der ihm eine magische Hirschmaske vermacht. Denn Shikanoko ist das Kind des Hirsches und verfügt fortan über magische Kräfte. Doch Shikanoko muss erst nach und nach lernen wie er mit der neugewonnen Kraft umzugehen hat. Währendessen wird das Land von Krieg und Verrat überzogen.

Der Einstieg in dieses Buch ist mir wahnsinnig schwer gefallen. Ich hatte große Probleme mit den vielen japanischen Namen, Orten und Gegenständen. Zwar gibt es am Anfang des Buches ein Glossar, welches sehr viele Personen aufzählt und erklärt um wen es sich dabei handelt, dennoch war mir dies nur teilweise eine Hilfe. Denn dieses Glossar verrät auch Punkte die erst im späteren Verlauf der Geschichte passieren, was einen teilweise doch sehr spoilert. Dies fand ich nicht gut gelöst, da ich dadurch nur noch selten zum Glossar geblättert habe.

Wie bereits erwähnt, waren für mich die vielen japanischen Namen ein Problem. Aber auch die eigentliche Geschichte kommt erst nur langsam in Fahrt. Man lernt im Laufe der Geschichte wahnsinnig viele Personen kennen und weiß nicht, ob man diese sich nun einprägen soll oder ob sie doch nur Randfiguren bleiben. Dennoch kann ich nicht abstreiten, dass gerade gegen Ende des Buches die Geschichte sehr packend wird.

Shikanoko ist ein Charakter der nicht fehlerlos ist. Er tut Dinge die er im späteren Verlauf bereut. Ich fand es genial, dass er kein "Superheld" ist, sondern sich auch von menschlichen Gefühlen verleiten lässt. Zudem durchläuft er eine interessante Entwicklung.
Eine weitere wichtige Persönlichkeit ist die Herbstprinzessin Aki, die schon früh Verantwortung für den "verborgenen Kaiser" Yoshi übernehmen muss, welcher noch ein kleiner Junge ist. Mich hat ihr Schicksal sehr berührt.
Fürst Kiyoyori ist ebenfalls ein Charakter der einige Fehler aufzuweisen hat und dennoch versucht seinem Herzen zu folgen. Trotzdem wird er an der ein oder anderen Stelle geblendet und lässt sich verleiten.
Allgemein hat mir gut gefallen, dass fast alle Charaktere des Buches ordentlich Ecken und Kanten haben und auch einmal falsche Entscheidungen treffen oder nur auf ihr eigenes Wohl aus sind.

Die Geschichte wird aus der Sicht von verschiedenen Personen erzählt. So ist der Leser immer dabei, wenn etwas spannendes passiert oder die nächste Intrige gesponnen wird. Dadurch viel es mir jedoch auch schwer den Überblick über all die verschiedenen Persönlichkeiten zu behalten.
Das Ende macht dann aber definitiv neugierig darauf was noch alles in Band 2 passieren wird.

Fazit:
Die vielen verschiedenen japanischen Namen und ein Glossar welches man nur bedingt benutzen konnte, trübten meinen Lesespaß ungemein. Ich brauchte sehr lange um in der Geschichte anzukommen. Dann jedoch wurde ich mit einer interessanten Welt, facettenreichen Charakteren und einem gut durchdachten Plot belohnt.
3 von 5 Hörnchen.

Veröffentlicht am 21.08.2017

Idee toll - Umsetzung so lala

Amrita
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Inhalt:
Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. ...

Inhalt:
Dein Schicksal ist ein Buch, das du selbst schreibst! Das Leben von Amrita, 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, ändert sich auf einen Schlag, als der Despot Sikander Shalingar erobert. Gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala gelingt Amrita die Flucht und beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um das Schicksal der Welt zu ändern und schließlich zurück in die Vergangenheit zu reisen: an den Punkt, wo das Unheil begann. Doch was, wenn der einzige Weg, ihren Vater und ihr Land zu retten, bedeutet, dass Amrita sich selbst und ihre große Liebe opfern muss?

Meinung:
Amritas Leben als Prinzessin und zukünftige Herrscherin des Königreichs Shalingar ist bisher sehr behütet verlaufen. Dies ändert sich jedoch als der grausame Dispot Sikander, der ein ehemaliger Freund von Amritas Vater ist, in Shalingar einfällt. Sikander, der durch seinen Kriegszug bereits viele Länder eingenommen hat, hat es nun auf das kleine, beschauliche Shalingar abgesehen. Denn hier gibt es eine sagenumwobene Droge, die besondere Kräfte hervorruft.

Der Beginn der Geschichte ist relativ ruhig und gemächlich, gut 100 Seiten gehen ins Land, bevor die Geschichte endlich Fahrt aufnimmt. Daher machte ich mir ein wenig Gedanken wie die Autorin auf gut 330 Seiten eine überzeugende und schlüssige Geschichte hinbekommen möchte. Ich kann jetzt sagen, Frau Khorana hat es - mit Abstrichen - geschafft.
Den Charme dieses Buches macht für mich vor allen Dingen der bezaubernde Schreibstil der Autorin aus. Aditi Khorana schafft es magische Orte vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Wie gerne hätte ich selbt mit Amrita diese Reise durch eine wunderschöne Welt in Angriff genommen.

Amrita ist sehr wohlbehütet aufgewachsen und das merkt man ihr (leider) des Öfteren auch an. Stellenweise war sie mir zu naiv und weltfremd. Dennoch geht Amrita im Verlauf des Buches ihren eigenen Weg und entwickelt sich weiter. Daher wurde sie mir von Seite zu Seite immer sympathischer.
Auf ihrem Weg trifft sie auf die junge Thala, die eine grausame Vergangenheit durchlebt hat. Thala war die taffe und starke Person die ich mir an Amritas Seite gewünscht habe. In den Augenblicken in denen Amrita schwächelt ist Thala zur Stelle und stützt sie. Die Beziehung der beiden hat mir außerordentlich gut gefallen.
Da die Geschichte zu Beginn lange Zeit am Hof von Amritas Palast stattfindet, lernen wir auch Amritas Bezugspersonen aus ihrer Kindheit kennen, vor allen Dingen ihren besten Freund Arjun mochte ich sehr.

Kommen wir zu einem weiteren großen Minuspunkt: die Geschichte ist dermaßen vorhersehbar, dass ich bei jeder "Überraschung" nur noch ein müdes Lächeln aufbringen konnte. Hier hätte die Autorin sich einen großen Gefallen getan, wenn sie einige Dinge mehr verschlüsselt hätte. Einzig das Ende hätte ich so nicht unbedingt erwartet.

Apropos Ende, so wirklich weiß ich noch nicht was ich von diesem halten soll. Es ist zwar stimmig, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich die Botschaft dahinter so passend finde.
Auch die "Liebesgeschichte" konnte bei mir zu keiner Zeit große Gefühle erzeugen. Dies liegt in meinen Augen aber auch daran, dass die komplette Geschichte in wie gesagt 330 Seiten abgehandelt wird. Somit müssen einige Themen zwangsläufig auf der Strecke bleiben. Ich hätte mir daher mehr Seiten gewünscht.

Vorsicht Spoiler
Etwas fragwürdig fand ich die große Liebe zwischen Arjun und Amrita die von einen auf den anderen Tag entstand und die dann genauso schnell wieder verpufft ist.
Auch das Amrita jahrelang vorenthalten wird wer ihre Mutter ist, war für mich nicht nachvollziehbar.
Und das ihr die Fluchtwege in ihrem eigenen Palast vorenthalten werden, ist schon eine Frechheit. Es ist ja auch nicht so, dass das Auftauchen von Sikander ganz plötzlich kam. Daher wäre es schon sinnvoll zu wissen wie man am schnellsten flüchten kann.
Spoiler Ende

Zudem möchte ich noch erwähnen, dass der Klappentext in meinen Augen viel zu viel verrät. Also lieber nicht lesen.

Fazit:
Ich bin mir sicher "Amrita - Am Ende beginnt der Anfang" wird seine Fans finden. Ich gehöre leider nicht dazu. Eine an Vorhersehbarkeit kaum zu übertreffende Geschichte, eine Protagonisten die manches Mal ein wenig mehr Mumm gebraucht hätte und ein Ende was mich zweifelnd zurücklässt. Gut gefallen haben mir die Nebencharaktere sowie der bezaubernde Schreibstil und die magischen Orte. Am Ende bekommt das Buch sehr, sehr gute 3 von 5 Hörnchen von mir.

Veröffentlicht am 31.07.2017

Luft nach oben, dennoch keine schlechte Geschichte

Auf ewig dein
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Inhalt:
Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie ist nach vielen bestandenen Abenteuern zu Zeitreiseprofis gereift. Grund genug, um eine eigene Zeitreiseschule in Venedig ...

Inhalt:
Anna und Sebastiano sind zurück! Das Traumpaar der Zeitenzauber-Trilogie ist nach vielen bestandenen Abenteuern zu Zeitreiseprofis gereift. Grund genug, um eine eigene Zeitreiseschule in Venedig zu gründen. Dem Ort, wo die Liebe und die Reisen durch die Zeit ihren Anfang fanden.
Ihre ersten beiden Novizen sind die verführerische Fatima, ein Haremsmädchen aus dem 13. Jahrhundert, und der draufgängerische Ole, Sohn eines Wikingerhäuptlings. Die erste gemeinsame Mission zum Hofe Heinrichs des Achten gerät aber zum Debakel. Anna und Sebastiano haben alle Hände voll zu tun, ihre Zöglinge zu bändigen, als ein unerwarteter Besucher aus der Zukunft auftaucht und einen grausamen Tribut von Anna fordert: »Opfere deine große Liebe, damit die Zukunft fortbestehen kann!«

Meinung:
Anna und Sebastiano haben zusammen mit José eine Zeitreiseakademie in Venedig gegründet. Hier werden Schüler aus den verschiedenen Epochen und Zeiten in der Kunst des Zeitreisens unterwiesen. Ihre ersten beiden Schüler sind der Wikinger Ole und das Haremsmädchen Fatima. Doch lange Zeit zum anlernen bleibt den Freunden nicht, denn am Hof von Heinrich dem Achten bahnt sich eine Katastrophe an, die nur von den Zeitreisenden aufgehalten werden kann.

Die Zeitenzauber Reihe mochte ich damals sehr gerne und daher war meine Freude riesig als ich erfuhr, dass die Reihe ein Spin-Off erhält. Gut gefallen hat mir hierbei, dass Anna und Sebastiano zwar wieder mit von der Partie sind, der Fokus der Geschichte jedoch dieses Mal auch auf die Akademie und deren Schüler gelegt wird.
Schon nach kurzer Zeit war ich wieder in der Geschichte, dies liegt an den gut eingebrachten Rückblenden und den Erklärungen zum Thema Zeitreise. Da ich die Vorgängerbände allerdings kenne, hätte für mich die Erläuterung bezüglich dem Zeitreisemodus deutlich kürzer ausfallen können. Gefühlt werden die verschiedenen Themen mindestens 2-3 Mal neu erläutert. Dies störte mich dann ab einem gewissen Zeitpunkt.

Die Idee mit der Akademie und den Schülern geht in diesem Buch voll auf. Ich kam hier absolut auf meine Kosten und wurde sehr gut unterhalten. Zudem schafft es Eva Völler spielerisch Wissen über die früheren Zeiten auf interessante und knappe Art einzubauen. Man kommt sich hierbei nicht vor als wäre man in der Schule, sondern viel mehr als würde man nach und nach Informationen zur früheren Zeit erhalten.
Die Spannungskurve kommt allerdings etwas langsam in Fahrt. Zu Beginn tröpfelt die Geschichte ein wenig vor sich hin. Dann jedoch wird sie immer interessanter. Leider waren mir einige Dinge zu vorhersehbar und ich hätte mir gerne einen Aha-Moment gewünscht.

Anna ist schon wie in der Zeitenzauber-Reihe eine Person die man einfach gern haben muss. Durch ihre offene, herzliche und teilweise etwas naive Art erobert sie nicht nur Sebastianos Herz. Ich muss jedoch gestehen, dass sie mich in ein oder zwei Situationen aufgrund ihrer Naivität doch etwas zum verzweifeln gebracht hat.
Sebastiano ist der perfekte Held und Gentleman und würde für Anna einfach alles tun. Dies ist auf der einen Seite sehr romantisch, auf der anderen Seite erfährt er dadurch quasi eine Art Heldenanbetung durch Anna. Auch war mir die Liebesgeschichte der beiden an manchen stellen zu schnulzig und kitschig.
Ole ist ein Wikinger aus frühen Zeiten, der gerne alles mit seinen Waffen klärt. Er ist eher der Hau-drauf-Typ und denkt meist erst später nach. Dadurch sorgt er für lustige Situationen.
Fatima ist ein hübsches Mädchen aus dem Orient, was sich ihren Platz im Harem damals hart erkämpfen musste. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Fatima nicht auf den Mund gefallen ist. Gerade mit Ole liefert sie sich einige hitzige Wortgefechte.
Beide neuen Schüler lockern die Geschichte ungemein auf und geben ihr einen ganz neuen Reiz. Auch ein dritter Schüler taucht bald in diesem Buch auf, den ich ebenfalls sehr gerne mochte.

Ab einem gewissen Punkt im Buch nimmt die Geschichte eine Entwicklung die nicht unbedingt zu erwarten ist. Ich könnte mir vorstellen, dass manch einem diese Entwicklung nicht schmecken könnte. Mir hat sie aber absolut gefallen. Und der hier neu dazukommende Charakter wurde zu meinem Liebling im Buch.

Das Ende an sich ist abgeschlossen, macht mich aber schon sehr neugierig darauf was in Band 2 passieren wird.

Fazit:
Dieser erste Band der neuen Reihe von Eva Völler kann in meinen Augen durch die interessante Geschichte und die neuen Charaktere punkten (die ich wirklich alle sehr gerne mochte). Etwas störend empfand ich jedoch die ellenlangen Wiederholungen zum Thema Zeitreise und die Liebesgeschichte zwischen Anna und Sebastiano, die teilweise arg kitschig ist.
Das Buch bekommt von mir 3 von 5 Hörnchen.
Hier ist auf jeden Fall noch Luft nach oben und ich bin mir fast schon sicher, dass Band 2 besser werden wird.

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