Profilbild von reading_lea

reading_lea

Lesejury Profi
offline

reading_lea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit reading_lea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2024

Eine außergewöhnliche Romance mit paranormalen Elementen

The Peace That Is You
0

Fiona und Nikolai. Zwei gebrochene Menschen. Zwei Menschen auf der Flucht. Zwei Menschen, die in Angst leben. Zwei Menschen, die das Gefühl haben einsam zu sein. Zwei Menschen, die einander mehr geben, ...

Fiona und Nikolai. Zwei gebrochene Menschen. Zwei Menschen auf der Flucht. Zwei Menschen, die in Angst leben. Zwei Menschen, die das Gefühl haben einsam zu sein. Zwei Menschen, die einander mehr geben, als ihnen vielleicht bewusst ist. Und zwei Menschen, bei denen die Vergangenheit alles zerstören kann.

Mit dem Titel „The Peace that is you“ kann man auf eine Geschichte hoffen, wo der Friede in einer anderen Person gefunden wird. Bezogen auf die Handlungen hätte der Titel nicht besser gewählt werden können. Das Cover stellt eine Verbindung zu dem ersten Band da, welche auch in manchen Szenen aufgegriffen wird. Dennoch hätte ich anhand des Covers eine weniger vom Schmerz düstere Geschichte erwartet. Verglichen mit vorherigen Werken der Autorin dürfte es aber nicht überraschen.

Wie man es von Emma Scott kennt wird man mit dem Schreibstil direkt in die Geschichte aufgenommen. Es lässt sich super flüssig lesen und durch den lebendigen Schreibstil werden die Emotionen sehr greifbar transportiert. Von Beginn an wird etwas Paranormales beschrieben, was je nach Situation ein Fluch oder Segen sein könnte. Es bleibt eine Ungewissheit, die gleichzeitig die Neugierde befeuert und so einen Sog entfacht.

Eine Besonderheit war für mich der Prolog, der direkt an Band eins zurückerinnert und dessen Epilog zu sein scheint. Dadurch wird man direkt in die passende Stimmung versetzt und erwartet schon eine außergewöhnliche Romance mit paranormalen Elementen. Ich finde es immer sehr schön, wenn die Protagonisten aus den vorherigen Bänden aufgefasst werden, auch wenn sie wie hier nichts direkt mit den Protagonisten zu tun zu haben.

Es ist eine Geschichte voller Schmerz und bedingungsloser Liebe. Man wird direkt mit Schmerz in die Geschichte aufgenommen. Es ist die Geschichte zweier gebrochenen Menschen, die ab dem ersten Treffen eine innere, unerklärliche Verbundenheit spüren. Diese Verbundenheit ist total greifbar beschrieben. Als hätten sich zwei gefunden, die nicht gewusst haben, dass sie sich gesucht haben. Gleichzeitig verspürt man eine ständige Angst, dass einen die Verbundenheit durch die nahende Vergangenheit aus den Händen gleitet.

Nikolai, kurz Nik, erlebt dabei eine unfassbare Entwicklung. Er hat in seinem Leben bisher fast nur Ablehnung erfahren und ist seitdem vor seinen Gefühlen auf der Flucht. Seine Gabe ist dabei mehr hinderlich als hilfreich. Er ist auf der Suche nach sich selbst und nach Linderung, die er nirgends zu finden scheint. Bis er auf Fiona trifft. Bis er an einem Ort verweilt, bei dem er sich eingestehen muss, dass er ihn braucht. Aber um diesen Ort zu behalten wird er ehrlich sein müssen.

„Manchmal muss man das Leben reinlassen. Platz schaffen für das Glück, wenn es auftaucht“

Fiona durchlebt durch die überraschendsten Ereignisse ebenfalls eine tolle Entwicklung. Man lernt sie als eine unsichere Frau auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit kennen. Mit einem Traum der ihre Erlösung sein soll, aber auch immer wieder unerreichbar scheint. Doch eigentlich ist sie eine starke Frau, die auch für sich selbst einstehen kann. Kann Nik ihr beim Erreichen ihres Traums helfen?

Die Geschichte vermittelt einen wie wichtig vertrauen und Akzeptanz ist und zeigt einem gleichzeitig, wie Menschen leiden denen man dieses nicht aufbringt. Sie zeigt wie schmerzhaft Hoffnung sein kann und was es alles braucht um mutig und stark zu sein. Gleichzeitig erzählt sie die Folgen einer Naivität, bei denen man nur hoffen kann, dass es einen nicht auch so trifft.
Das alles lässt einen sein eigenes Leben reflektieren. Man denkt an seine eigenen Träume und Hoffnungen und Momente, in denen man stark oder eben schwach war. Man erkennt wie wichtig es ist sich manchmal auf Veränderungen einzulassen und das auch schwierige Wege etwas Gutes mit sich bringen können. Dadurch war das Lesen für mich ein sehr emotionales Erlebnis.

Trotz all dem geraden genannten gibt es einen Punkt der mich gar nicht überzeugen konnte. Leider war dies der entscheidende Plot Twist. Er wurde auf jeden Fall sehr passend eingesetzt und hat mich vollkommen überrascht. Dadurch konnte er auch viel Spannung mitbringen. Allerdings war er sehr oberflächlich und hat mich primär nur an den Twist aus dem ersten Band erinnert. Ich konnte zunächst die Handlungen nicht so wirklich mit den Protagonisten vereinbaren und fand sie dadurch auch an den Haaren herbeigezogen. Für mich persönlich kamen da einige Ungereimtheiten auf. Allerdings bin ich auf juristischem Gebiet nicht ausreichend informiert um zu beurteilen, ob meine Vermutungen stimmen. Dennoch wurde dadurch das Leseerlebnis an dieser Stelle geschmälert.
Zusätzlich hatte ich das Gefühl das der Sinn hinter dem Plot Twist lediglich das Schaffen von Raum für die Nebenprotagonisten war. Auch der Umgang mit dessen Folgen waren für mich nicht nachvollziehbar. Auch hier gab es mir zu viele Ähnlichkeiten mit dem ersten Band.

Trotz oder vor allem wegen all meiner genannten Punkte war es für mich ein tolles Leseerlebnis von einer außergewöhnlichen Romance mir paranormalen Elementen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 08.11.2023

Toller Abschluss!

Where the Fireflies Dance
0

Nelles Familie gehört das Chalet Resort am Lake Louis in Kanada. Seit dem schrecklichen Autounfall ihres Bruders Luke findet sie sich in einer bedrückenden Atmosphäre ihrer einst so zusammenhaltenden Familie ...

Nelles Familie gehört das Chalet Resort am Lake Louis in Kanada. Seit dem schrecklichen Autounfall ihres Bruders Luke findet sie sich in einer bedrückenden Atmosphäre ihrer einst so zusammenhaltenden Familie wieder. Noch dazu plagen sie schreckliche Angstzustände. Sie fühlt sich für das Schicksal ihres Bruders verantwortlich. Als dieser aus dem Krankenhaus nach Hause kommt und das Chalet auch noch einen unverschämt gutaussehenden, neuen Hausmeister namens Caleb bekommt, scheint alles wieder besser zu werden. Doch Caleb ist nicht der, den er zu sein scheint und aus einem ganz anderen Grund da.

Der zweite Band der Dilogie knüpft direkt an Band eins an. Man erfährt die Hintergründe über Lukes Abwesenheit in dem ersten Band und was es mit der Fassade von Nell auf sich hat. Das Setting ist nach wie vor atemberaubend. Allerding bekommt es hier weniger Aufmerksamkeit, was der Geschichte aber keinen Abbruch tut.

Nell hat sehr mit dem Schicksal ihres Bruders zu kämpfen. Sie gibt sich selbst die Schuld, dass er einen Unfall hatte und kann sich nicht damit abfinden, dass er im Rollstuhl sitzen muss. Seit er wieder zu Hause ist stellt sie sich selbst hinten an und versucht Luke das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Deshalb gönnt sie sich selbst auch kein Glück, auch nicht, als sie den geheimnisvollen Caleb näher kennenlernt. Doch Luke zeigt ihr, dass sie ihr Handeln überdenken muss. Wird sie ihr neues Schicksal annehmen?

Caleb hat ebenfalls mit einer sehr schwierigen Vergangenheit zu kämpfen. Durch mehrere, aneinanderhängende Situation landet er ungewollt als Hausmeister in dem Chalet von Nells Eltern. Um seine wahren Beweggründe nicht zu zeigen verschließt er sich und weicht immer wieder Fragen aus. Er verkörpert das „Harte Schale, weicher Kern“ Klischee. Doch wie lange kann er seinen Schein wahren ohne sich in Widersprüche zu verstricken?

Ich persönlich fand es toll, wie mit den Problematiken des Rollstuhls, Panikattacken, der Selbstfindung und Vergebung inklusiv Reue umgegangen wurde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.11.2023

Ein absolutes Wohlfühlbuch!

Where the Hummingbirds Sing
0

Die 20-jährige Lily erfüllt sich einen Traum von vielen jungen Menschen. Ein Jahr in Kanada, in den Rocky Mountains. Dort arbeitet und wohnt sie in einem Chalet. Schnell trifft sie auf den verschlossenen ...

Die 20-jährige Lily erfüllt sich einen Traum von vielen jungen Menschen. Ein Jahr in Kanada, in den Rocky Mountains. Dort arbeitet und wohnt sie in einem Chalet. Schnell trifft sie auf den verschlossenen Ranger Ben. Und schon bald fühlt sie sich als Hobbyfotografin nicht nur zu der atemberaubenden Natur hingezogen. Doch ihre Zeit in Kanada ist begrenzt.

Der Auftakt der Dilogie in dem Lake Louise Chalet begeistert mit einem einzigartigen und spektakulären Setting nahe des Lake Louis in den Rocky Mountains. Dabei wird die Natur so genau beschrieben, dass man sich den Ort bildlich vorstellen kann. Und das Chalet scheint wunderschön zu sein. Der leichte und flüssige Schreibstil von Mareike Allnoch tut sein Übriges, um sich in einer Wohlfühlzeit während des Lesens wiederzufinden.

Die Protagonistin Lily kommt aus der Großstadt Hamburg und ist das Leben in der Natur, aber auch mit den Tieren nicht gewohnt. Sie ist sogar zu Beginn eher unvorsichtig und unterschätzt die Umgebung. Aber sie ist total tierlieb und kann ihr Glück nicht fassen, als begeisterte Hobbyfotografin, in so einer wunderschönen Gegend ein Jahr arbeiten zu können. Sie ist offen und auch für Abenteuer zu haben. Vor allem mit Ben, dem verschlossenen und geheimnisvollen Ranger. Doch wird sie das Jahr genießen können und die richtigen Entscheidungen treffen?

Ben, der Ranger auf dem Chalet, liebt die Natur. Sie ist sein Arbeitsplatz und gleichzeitig sein Zufluchtsort um nachdenken und verarbeiten zu können. Und das nutzt er oft, denn er hatte eine schwierige Vergangenheit. Er steht sich oft selbst im Weg. Innerlich ist er sehr emotional. Äußerlich wirkt er oft hart und kühl. Und dann ist da Lily, die scheinbar ohne Probleme hinter seine Fassade gucken kann und es sich in den Kopf gesetzt hat den wahren Ben kennenzulernen.

Ich persönlich finde es schön, dass das Augenmerk auf die Zeit außerhalb der Arbeit gelegt wurde. So kann man viel mehr das drum herum genießen.

Ein absolutes Wohlfühlbuch! Klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.07.2023

„Wir werden niemals nur Worte sein“

Kein Horizont zu weit (Tales of Sylt, Band 1)
0

Fünf Jahre sind vergangen, seitdem Raffael bei einem Brand nicht nur seinen Vater und Bruder, sondern auch seine Lebensgrundlage verloren hat. Fünf Jahre sind vergangen, seitdem Leni ihn das letzte Mal ...

Fünf Jahre sind vergangen, seitdem Raffael bei einem Brand nicht nur seinen Vater und Bruder, sondern auch seine Lebensgrundlage verloren hat. Fünf Jahre sind vergangen, seitdem Leni ihn das letzte Mal gesehen hat. Und fünf Jahre sind seit dem Moment zwischen Leni und Raffael vergangen, der eigentlich alles zwischen ihnen ändern sollte. Und ausgerechnet jetzt soll Raffael Leni’s nächsten Job überwachen: dem Wideraufbau des Hotels, welches bei besagtem Brand beschädigt wurde.

Alexandra Flint hat einen tollen Schreibstil. Durch diesen lockeren und entspannten Schreibstil konnte man direkt in die Geschichte eintauchen. Vielleicht bin ich da auch etwas voreingenommen, denn die Geschichte von Helena und Raffael spielt auf Sylt, der bekanntesten Nordseeinsel. Ich muss dazu sagen, dass ich schon oft auf Sylt Urlaube oder Tagestrips verbracht habe und dementsprechend einen realen Bezug hatte. Aber vielleicht kann ich auch deswegen sagen, dass Alexandra den Vibe und das Setting wirklich zu 100% getroffen hat.
Ich fand es wirklich toll, dass das Buch viel am Strand oder am, bzw. auf dem Meer gespielt hat. Ich finde allein dadurch, bekommt man entspannte Urlaubvibes und kann sich super in dem Buch verlieren.

Für mich total erfrischend war, dass Helena, kurz Leni, eine Ausbildung zur Schiffsbauerin gemacht hat und die Inhalte dieser auch ein paar Mal thematisiert wurde. Ein Grund ihrer Ausbildungswahl ist neben ihrem Wohnort auch ihre Leidenschaft zum Segeln. Die „Möwe“, ihr Segelboot, hat sie zusammen mit ihrem Vater gebaut. Leni ist mit ihrem Bruder und ihrem Vater auf Sylt aufgewachsen. Sie ist eine lebensfrohe, das Meer und dessen Freiheit liebende, junge Frau. Ihre Freizeit verbringt sie vor allem mit ihren besten Freundinnen.

Raffael, kurz Rafe, ist innerlich ein gebrochener und verzweifelter junger Mann, der auch wenn er es versucht nicht zu zeigen, noch nicht über den Verlust seiner Familie hinweggekommen ist. Nach außen hin wirkt er sehr verschlossen, harsch und kühl. Nur Leni kann durch seine Fassade schauen und entlockt ihm seine romantische Ader. Auch er ist auf Sylt aufgewachsen, und auch wenn er die Insel als Kind liebte, verbindet er vor allem Schmerz und Verlust mit Sylt. Und irgendwie auch mit Leni.

Kann Leni in Rafe die Liebe zu Sylt und zu ihr wieder entfachen und ihm über seinen Verlust hinweghelfen?

Eine romantische Inselgeschichte mit vielen Rückschlägen und ernsten Themen. Eine klare Leseempfehlung von mir. Von mir bekommt es 4/5 Sterne, da es sich meiner Meinung nach an manchen Stellen gezogen hat. Wer es noch nicht gelesen hat sollte es unbedingt nachholen, denn am Ende des Monats erscheint Band 2, der die Geschichte von einer ihrer besten Freundinnen erzählt. Ich freue mich schon sehr!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.06.2023

Mal etwas ganz Anderes

Anatomy
0

Ich habe das Buch geliebt! Ich mag es total gerne Bücher zu lesen, in denen es um Medizin geht.

Das Jahr 1817. Ein junges Mädchen was einen Traum hat. Ein Vorhaben was unmöglich zu seinen scheint. Oder ...

Ich habe das Buch geliebt! Ich mag es total gerne Bücher zu lesen, in denen es um Medizin geht.

Das Jahr 1817. Ein junges Mädchen was einen Traum hat. Ein Vorhaben was unmöglich zu seinen scheint. Oder doch nicht? Der Dozent Dr. Beecham lässt sich auf einen Deal ein. Wenn sie die medizinische Prüfung ohne Unterricht besteht, darf sie studieren. Um zu lernen braucht sie die Hilfe von Jack. Er beschafft ihr Leichen, die sie sezieren kann. Daran fallen ihr immer mehr Besonderheiten auf und sie findet sich in den Geheimnissen und Intrigen der Stadt wieder. Wem kann sie noch vertrauen und was sind das für Gefühle, die sie bei Jack hat?

Ich finde die Geschichte für die Zeit total erfrischend und schön zu lesen. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte ein bisschen mehr Tiefe vertragen hätte. Dennoch kam man schnell an und ließ sich ins Jahre 1817 entführen.
Die Entwicklung von Hazel war schön rauszulesen. Sie ist so eine taffe Frau, die ihren Traum vor Augen hat und diesen verfolgt. Und das mit einem riesen Herz. Sie hat mich schon beeindruckt muss ich sagen.
Jack blieb bis zum Schluss geheimnisvoll.

Ich finde am Ende haben sich die Ereignisse ein bisschen überschlagen und man wurde mit vielen offenen Fragen stehen gelassen. Deswegen freue ich mich sehr auf den zweiten Band, der ja demnächst hoffentlich auch auf Deutsch erscheinen wird.

Wenn ihr solche Bücher mögt ist es eine klare Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere