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Veröffentlicht am 18.07.2023

Must-read-Reihe!

Nebelblau
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Endlich dreht sich das Krimikarussell um die schwedische Polizistin Eira Sjödin wieder. Seit mit „Sturmrot“ der erste Band der Trilogie erschienen ist, bin ich großer Fan von Tove Alsterdal und ihrer Ermittlerin. ...

Endlich dreht sich das Krimikarussell um die schwedische Polizistin Eira Sjödin wieder. Seit mit „Sturmrot“ der erste Band der Trilogie erschienen ist, bin ich großer Fan von Tove Alsterdal und ihrer Ermittlerin. Und auch dieses Mal hat sich das Warten gelohnt!

Wenn bei einem Tauchgang nahe eines Schiffswracks eine Leiche gefunden wird, geht man vielleicht nicht sofort von einem Mord aus. Dass jemand ein sinkendes Schiff nicht verlassen konnte, ist zumindest nicht unwahrscheinlich. Wenn sich dann aber herausstellt, dass eben diese Leiche mit einem Anker versenkt wurde, um sie für immer aus dem Weg zu schaffen, ruft das Eira Sjödin und ihre KollegInnen auf den Plan. Und wieder einmal werden Ermittlungen in Gang gesetzt, in denen nichts so ist, wie es zu sein scheint.

Alsterdal zeichnet ihre Figuren unglaublich realistisch. Zu allen findet man - so groß oder klein, so sympathisch oder unsympathisch ihre Rolle auch sein mag - direkt einen Zugang. Geschickt knüpft sie in den privaten Handlungssträngen um die Hauptfiguren an die vorherigen Bände an und man ist einfach direkt wieder in der Story, so, als hätte man die Teile nie aus der Hand gelegt.

Tove Alsterdal versteht es einfach, ihre LeserInnen zu fesseln. Ohne große Umschweife steigt sie in die Handlung ein, zeigt einen Weg auf, der letztendlich in eine unerwartete Richtung führt. Nie verliert sie dabei den roten Faden aus den Augen. Geschickt verknüpft sie reale Ereignisse mit fiktionalen Szenen und endet so in einem fulminanten Finale, das zwei Handlungsstränge mit einem Schlag elegant auflöst. Das ist Erzählkunst der Extraklasse!

Mit dem dritten Band ihrer Trilogie gelingt Tove Alsterdal ein brillantes Ende. Dieses Finale lässt theoretisch viel Raum für weitere Stories rund um Eira Sjödin, die mir so sehr ans Herz gewachsen ist. Und gleichzeitig ist „Nebelblau“ tatsächlich einfach der perfekte Abschluss einer der besten Krimireihen, die ich je gelesen habe.

Fazit: Tove Alsterdals Trilogie ist der absolute Wahnsinn. Einziges Manko: Mit „Nebelblau“ ist nun auch der letzte Band der Reihe erschienen. Wer von euch diese Krimireihe noch nicht gelesen hat, sollte das unbedingt und spätestens JETZT nachholen!

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Veröffentlicht am 30.06.2023

Temporeicher Thriller

Engelsgabe (Ewert Grens ermittelt 3)
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"Engelsgabe" ist der dritte Teil um den kurz vor der Rente stehenden Kriminalkommissar Ewert Grens. Dieser ist bereits in den ersten beiden Bänden mit seiner schwierigen Persönlichkeit hier und da angeeckt ...

"Engelsgabe" ist der dritte Teil um den kurz vor der Rente stehenden Kriminalkommissar Ewert Grens. Dieser ist bereits in den ersten beiden Bänden mit seiner schwierigen Persönlichkeit hier und da angeeckt und hat zuletzt eine fatale Entscheidung getroffen. Vielleicht zu schwerwiegend, denn die Vergangenheit holt ihn ein, gerade, als er dachte, er könne nochmal glücklich sein...

Wie bereits im letzten Teil thematisiert der Autor Menschen- und Organhandel. Eines der schlimmsten Themen in Thrillern, da es leider so realistisch ist. Grens und sein Kollege Sundkvist gehen auf eigene Faust einem inoffiziellen Tipp zum Verkauf von Frauen nach und müssen schnell feststellen, dass sie es mit etwas Größerem zu tun haben.

Zitat Pos. 769:
"Sven Sundkvists Hände zitterten. Aus Angst vor einer Zeit, die seine Zeit war und die es Menschen gestattete, andere Menschen als ihr Eigentum zu betrachten."

Spannung ist von Anfang an da, und die persönlichen Geschichten der Protagonisten sind traurig, berührend, aber auch teils voller Kampfgeist. Erneut bekommt Grens Hilfe von alten Bekannten und gemeinsam versuchen sie, die Menschenhändler zu überführen. Auch wenn Grens ein sehr eigenwilliger Charakter ist, bringt er einige Sympathien mit und hat Freunde, auf die er sich verlassen kann.

Das Buch konnte mit diesem heftigen Thema und einer fesselnden Story absolut überzeugen. Doch wie im wirklichen Leben gibt es hier kein Happy End. Der Showdown ist dramatisch und geht einem wirklich ans Herz.

Fazit: Ein überaus temporeicher Thriller mit einer ausgeklügelten Story, dessen Ende einen betreten zurücklässt.

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Veröffentlicht am 21.06.2023

Eine nervenaufreibende Reihe

Finsternebel
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Seit „Kuckuckskinder“ aus der Reihe um Erica Falck erschienen ist, bin ich ein großer Fan von Camilla Läckberg. Ich habe alle Bände hintereinander in Nullkommanix gelesen, so gefesselt war ich von den ...

Seit „Kuckuckskinder“ aus der Reihe um Erica Falck erschienen ist, bin ich ein großer Fan von Camilla Läckberg. Ich habe alle Bände hintereinander in Nullkommanix gelesen, so gefesselt war ich von den Büchern.

Jetzt hat die Autorin Fjällbacka zusammen mit Henrik Fexeus eine Trilogie am Start, die echt der Hammer ist. Schon der erste Teil „Schwarzlicht“ hat mich schlichtweg vom Hocker gehauen, aber „Finsternebel“ war einfach brilliant. Zwar waren manche Stellen etwas langatmig geschrieben, aber das Tat der Spannung keinen Abbruch und ich bin nur so durch die Seiten geflogen.

Die kleine Ermittlungseinheit um Mina Dabiri ist mir schon im ersten Teil ans Herz gewachsen. Mina ist etwas schrullig und leidet unter einem Hygienezwang, aber hat ein gutes Herz. Auch in diesem Fall spielt der Mentalist Vincent Walter eine große Rolle. Er hat einen leichten „Knall“, was ihn unheimlich sympathisch macht. Da beide ziemlich verschroben sind, verstehen sie sich super und arbeiten gerne zusammen. Die Harmonie zwischen ihnen gefiel mir gut und hat den Plot etwas aufgelockert.

Sie bekommen es plötzlich mit einer Kindesentführung zu tun und erkennen eine Ähnlichkeit zu einem Fall, der vor einem Jahr geschah. Dort wurde das Kind nach drei Tagen tot aufgefunden. Wird es jetzt wieder so sein? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt und das Team gerät schnell an seine Grenzen.
Das Ende hat einen fiesen Cliffhanger, der extrem neugierig auf den nächsten Teil macht.

Fazit: Für mich ist „Finsternebel“ ein rundum gelungenes Highlight! Der Kriminalroman war so facettenreich, dass ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt habe. Bei der Story an sich musste ich etwas schlucken; wer Kinder hat, wird mich da sicher verstehen. Tolles Buch!

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Veröffentlicht am 17.06.2023

Inhaltlich wie optisch ein Highlight

Scurry 1
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Wenn ihr einen Tag lang ein Tier sein könntet, welches wärt ihr gern?

Ein Delfin? Löwe? Vielleicht ein Weißkopfseeadler mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Metern, der durch die Lüfte gleitet und ...

Wenn ihr einen Tag lang ein Tier sein könntet, welches wärt ihr gern?

Ein Delfin? Löwe? Vielleicht ein Weißkopfseeadler mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Metern, der durch die Lüfte gleitet und Jagd auf kleine Säugetiere macht? Dann müsstet ihr die niedlichen Mäuse fressen, die wir in diesem Buch kennenlernen. Och nööö!

Die kleinen Racker haben es eh schon nicht leicht. Um den grausamen Winter zu überleben, suchen sie Schutz in einem verlassenen Haus, das sich als richtiges Drecksloch entpuppt. Doch die Nahrung ist knapp, die Verzweiflung groß - und so nisten sie sich dort ein und wagen sich nur hinaus in die Welt, um Futter für sich und ihre Liebsten zu finden. Kein einfaches Unterfangen, wenn an jeder Ecke die verschiedensten Gefahren lauern...

Zitat Seite 11:
"Aber irgendwas muss doch hier sein. Es ist das letzte Haus in der Gegend."
"Tja, mach dir nicht allzu große Hoffnungen."

Ich habe die (todgeweihte) Mäusekolonie rund um Wix und seinen Rattenfreund Umf sofort in mein dunkles Herz geschlossen. Vor allem die beiden besitzen ihren eigenen besonderen Charme und eine Charaktertiefe, die ich bei einer 88-Seiten-Lektüre (exklusive Galerie) nicht erwartet habe.

Die postapokalyptische Story, in der die Menschen verschwunden sind, bietet allerlei für das Leserherz: Wir haben dramatische, traurige, witzige, actionreiche und spannende Szenen, in denen wir die Nager auf ihrer Plündertour begleiten und mit ihnen das eine oder andere Abenteuer (üb)erleben. Smiths Handlung ist kompakt und ständig in Bewegung.

Wie für einen Comic typisch, beschränken sich die Textpassagen auf das Nötigste und sind die perfekten Begleiter für das erfrischende, knallige Artwork mit satten Farben. Auch die einzelnen Stilmittel wie Schattenspiele oder Betonungen haben mir tierisch gut gefallen. SCURRY ist inhaltlich wie optisch ein rundum gelungenes Highlight. Der fiese Cliffhanger am Ende macht Bock auf den zweiten Teil.

PS: Die Seiten riechen göttlich! Müsst ihr unbedingt dran schnuppern.

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Veröffentlicht am 14.06.2023

Knallhart, düster, authentisch

Nicht ein Wort zu viel
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Es muss der pure Horror sein, eine Nachricht am Handy zu öffnen und seinen Bekannten mit Folie an einen Stuhl gefesselt und geknebelt vorzufinden. Genau das ist der Buchbloggerin Faja passiert. Sie kann ...

Es muss der pure Horror sein, eine Nachricht am Handy zu öffnen und seinen Bekannten mit Folie an einen Stuhl gefesselt und geknebelt vorzufinden. Genau das ist der Buchbloggerin Faja passiert. Sie kann sein Leben nur retten, wenn sie eine Geschichte mit fünf Wörtern erzählt. Für Faja der Beginn eines Albtraums, der leider mit dieser einen Aufgabe nicht beendet ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn nach und nach verschwinden im Umfeld von Faja weitere Menschen. Was für einen kranken Plan verfolgt der Täter? Und warum wird ausgerechnet Faja damit konfrontiert? Die Antwort darauf könnte schlimmer nicht sein…

Faja ist Buchbloggerin mit Herz. Zusammen mit ein paar Instagram-Bekannten ist sie als „Die Bücherjunkies“ auf Social Media unterwegs, um andere Buchliebhaber mit Rezensionen und Buchtipps zu versorgen. Für mich eine perfekte Basis, in dieses Buch zu starten, denn die Bücherwelt ist auch mein Zuhause. Ich habe mich in so vielem wiedererkannt und die Handlung dadurch noch intensiver erlebt. Aber es gibt natürlich auch Schattenseiten, wie uns Winkelmann hier auf dramatische Art und Weise aufzeigt.

„Na ja … ich weiß ja nicht, wie Sie das sehen, aber wir glauben, dass er mit seinen Rezensionen Hass auf sich gezogen hat. Vielleicht hat sich jemand an ihm rächen wollen, dessen Buch er schlecht beurteilt hat.“ (Zitat S. 130)

Winkelmann gelingt es meisterhaft, die Spannung kontinuierlich zu steigern und den Leser in den dunklen Abgrund zu lotsen. Die Charaktere, insbesondere Faja, sind glaubwürdig und vielschichtig gezeichnet und der Leser kann sich gut in ihre Ängste und Hoffnungen hineinversetzen. Mit seinem flüssigen Schreibstil und einer geschickten Balance zwischen Action und psychologischer Spannung schafft es Winkelmann, eine beklemmende Stimmung aufzubauen und den Leser bis zum Schluss an die Handlung zu fesseln und im Dunkeln tappen zu lassen.

Fazit: Ein packender Thriller, der nichts für schwache Nerven, aber für Fans des Genres empfehlenswert ist. Action, Spannung und eine ausgeklügelte Story machen dieses Buch zu einem echten Pageturner. Bitte mehr davon!

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