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Veröffentlicht am 08.10.2023

Vorweihnachtlicher Roman für Zwischendurch

Lovelight Farms – Lichterglanz
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Darum geht es:
Um die Lovelight Farm sieht es finanziell ziemlich schlecht aus, zudem hat es jemand auf die Farm abgesehen und erschwert Estelle damit das Leben.
Zum Glück hat sie sich, wenn auch angetrunken, ...

Darum geht es:
Um die Lovelight Farm sieht es finanziell ziemlich schlecht aus, zudem hat es jemand auf die Farm abgesehen und erschwert Estelle damit das Leben.
Zum Glück hat sie sich, wenn auch angetrunken, für einen Wettbewerb bei der Influencerin Evelyn angemeldet, bei dem sie sogar in die engere Auswahl kam. Nur gibt es ein Problem, sie hat angegeben, dass sie die Lovelight Farm zusammen mit ihrem Freund Luka betreibt - doch hat sie keinen Freund und Luka ist ihr bester Freund, für den ihr Herz vllt etwas zu viel schlägt, als es für Freunde normal ist.

Meine Meinung:
Lovelight Farms - Lichterglanz von B.K.Borison verzaubert auf den ersten Blick mit einem wunderschönen Cover mit der weihnachtlich-kuscheligen Illustration unserer beider Protagonisten, welche sich aneinander schmiegen, mit zwei bezaubernden Details die in der Geschichte immer wieder eine kleine Rolle spielen - Tannenduftbäume und Kaffeebecher.

Der Beginn des Buches ist sehr stark, wir lernen sofort unsere Protagonistin Stella (Estelle) kennen, welche einen positiven Eindruck hinterlies. Ich empfand sie als eine junge Geschäftsfrau und Besitzerin der Lovelight Farm, welche manchmal unbeholfen wirkt aber das Herz am rechten Fleck zu haben scheint. Luka - ihr bester Freund, wie auch Beckett und Layla- ihre Angestellten, werden uns auch sofort bekannt gemacht. Insgesamt sind alle sehr angenehme tolle Charaktere und das zieht sich auch so durch das Buch. Nur Stellas Charakter ließ für mich immer mehr nach, ich kann allerdings leider nicht sagen ob es der Übersetzung geschuldet ist. Leider so sehr, dass ich in den letzten Kapiteln ihre Handlungen absolut nicht mehr nachvollziehen konnte.

Auch wenn sich die Geschichte zwischen Stella und Luka anfangs sehr schnell entwickelte, hatte ich mit der Zeit oft das Gefühl, dass sich nichts mehr tut - in der Beziehung, wie auch die Geschichte drumherum.
Leider hat der Klappentext meiner Meinung nach auch etwas falsche Anforderungen an das Buch geweckt, denn mir kam auch der ganze Wettbewerb zu kurz.

Positiv war für mich, dass wir nicht sofort in die Weihnachtszeit geschmissen wurden, alles beginnt ca 2 Monate vorher und man hat damit einen gemütlichen Übergang, wodurch die Geschichte nicht so abgehetzt wirkt.
Auch das Setting war wunderschön, hätte für mich allerdings einen größeren Raum einnehmen können.

Mein Fazit:
Für mich eher ein Roman für Zwischendurch in der Vorweihnachtszeit, denn das richtige Weihnachtsgefühl kommt erst recht spät auf und dann auch, für mich, sehr spärlich.
Großer Pluspunkt sind für mich Luka und die liebenswerten Nebencharaktere, wie auch das Setting, welches man allerdings gerne noch hätte etwas ausarbeiten können.
Leider reicht das nicht für mich aus um ein Highlight zu werden, für die schnell fallende Spannungskurve, Stellas nicht nachvollziehbare Handlungen, die manchmal sehr zähen und auch leider unlogischen Szenen kann ich leider nur 3 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 03.08.2023

Fehlende Tiefe der Protagonisten

Kein Horizont zu weit (Tales of Sylt, Band 1)
1

Darum geht es:
Raf und Leni kennen sich seit Kindheitstagen, doch vor 5 Jahren kamen der Vater und der Bruder von Raf bei einem Feuer im Familienhotel ums Leben. Nach seinem Verlust verlässt er Sylt und ...

Darum geht es:
Raf und Leni kennen sich seit Kindheitstagen, doch vor 5 Jahren kamen der Vater und der Bruder von Raf bei einem Feuer im Familienhotel ums Leben. Nach seinem Verlust verlässt er Sylt und schließt Leni aus seinem Leben aus. Doch nach 5 Jahren taucht er in der Werft, in der Leni ihre Ausbildung macht, denn es steht ein Projekt für die Wiedereröffnung des Hotels an.

Meine Meinung:
"Kein Horizont zu weit", der Auftakt der Tales of Sylt-Reihe von Alexandra Flint, hat ein wunderschönes, schlichtes Cover, welches einem Meer und Strand verspricht.

Leider muss ich sagen, dass ich mir echt viel Hoffnung gemacht habe, denn Meer, Strand, Segeln und eine Werft, genau mein Ding.
Bereits schon am Anfang fiel es mir schwer richtig in die Geschichte rein zu kommen, die Protagonisten hatten, für mich, gefühlt irgendwie keine Ecken, keine Kanten, ich habe keine richtige Persönlichkeit gespürt. Die Szenen wirkten oft sehr zäh, gefühlt ist nichts passiert. Die meiste Zeit ging es um die Beziehung der Freundinnen. Ich finde starke Freundschaften in Büchern super, doch irgendwie nahm es für mich Überhand. Auch musste über die Hälfte des Buches vergehen, bis Leni und Raf erstmal wirklich miteinander kommunizieren. Selbst als sie sich wieder näher gekommen sind, habe ich einfach keine Funken, Vertrautheit, Sehnsucht oder irgendeine Tiefe gespürt. Am interessantesten waren für mich tatsächlich die Rückblenden von Raf, leider gab es davon aber nur sehr wenige, kurze und auch nur am Anfang des Buches.

Fazit:
Leider hat mir die Tiefe gefehlt, in den Charakteren und eine Seele in der Geschichte.
Auch die Beschreibungen des Settings hat mich nicht abgeholt, mir persönlich wirkte es zu oberflächlich.
Super schade, doch ist bei mir der Funke leider nicht übergesprungen, dennoch werde ich dem zweiten Teil eine Chance geben, lesen und schauen ob der Funkte vllt da rüber springt.
Schade, dass die großen Gefühle für mich ausblieben.

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Veröffentlicht am 25.05.2023

Sehr Sprachgewandt - wenig fesselnde Fantasy

Babel
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Darum geht es:
Nachdem Robin seine Heimat Kanton verlässt und verschiedene Sprachen gelehrt bekommt, folgt darauf sein Studium in Oxford. Doch lernt er mit der Zeit, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. ...

Darum geht es:
Nachdem Robin seine Heimat Kanton verlässt und verschiedene Sprachen gelehrt bekommt, folgt darauf sein Studium in Oxford. Doch lernt er mit der Zeit, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Er begreift mit der Zeit welche Machenschaften und Intrigen hinter dem Silber, Babel und dem Imperium stecken.

Meine Meinung:
Vorab großes Lob an die New-York-Times Bestsellerautorin, Rebecca F. Kuang, für die Recherche und den literarisch-poetischen Schreibstil, welches der in den sozialen Medien groß gehypte Roman "Babel" mit sich bringt.

Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet, die Kombination aus den düsteren schwarz und grau Tönen und der goldenen Veredelung sind ein Traum. Ich kann es kaum erwarten bis mein Printexemplar mich erreichen wird und ich mir auch die Karte mit dem Turm nochmal im Buch selbst anschauen kann.

Da Babel eine historische Fiktion ist, finden wir viele ernsthafte Themen, welche man heute zum Glück als sehr kritisch, unmoralisch und falsch ansieht aber nicht vergessen werden dürfen und auch heute noch große Rollen einnehmen und Probleme unserer Gesellschaft widerspiegeln. Nicht umsonst gibt es in diesem Buch eine Triggerwarnung für den darin vorkommenden Rassismus. Immer wieder werden Robin und seine Freunde täglich mit Rassismus und Frauenfeindlichkeiten konfrontiert. Allerdings gibt es eine Szene, welche häusliche Gewalt im Kindsalter beinhaltet, hierfür hätte ich mir auch gerne noch eine Triggerwarnung gewünscht, für mich ist das ebenso ein sehr sensibles, triggerndes Thema.
Der Schreibstil der Autorin ist hier sehr sprachgewandt und poetisch, allerdings wirkt er auch sehr distanziert, erreicht mich emotional leider gar nicht, es liest sich mehr wie ein Bericht als ein emotional aufwühlender Roman. Durch den, für mich, doch recht trockenen Schreibstil und doch recht fehlenden Spannungsbogen, wirken einige Szenen sehr zäh, welches mir manchmal auf Dauer die Lesefreude nahm.
Die ganze Geschichte um die Silberbarren mit den Sprachkombinationen hatte viel Potenzial, allerdings gab es so viele Situationen, welche einem immer wieder neue Fragen aufwarfen, welche ungeklärt blieben. Manche Dinge waren mir auch absolut nicht schlüssig, wie zB die Handlungen der Protagonisten, welche die schlausten Köpfe, die Oxford zu bieten hat, sind und absolut unbedacht und unlogisch handelten. Besonders enttäuscht hat mich allerdings das doch recht offene und doch fast plumpe, rasche Ende.

Mein Fazit:
Leider kann ich den ganzen Hype und die Vergleiche mit Harry Potter absolut nicht nachvollziehen. Ich empfinde, dass vorallem der magische Teil sehr untergeht, der Fokus liegt mehr im Historischen als auf der Fiktion. Was an sich nicht falsch ist, nur bin ich persönlich, durch die ganzen Harry Potter Vergleiche, mit einer ganz anderen Erwartung an das Buch heran gegangen. Einige Szenen waren für mich auch sehr irrelevant und zäh, dass ich das Gefühl hatte, man hätte das ganze Buch um gut 100-200 Seiten kürzen können aber das ist alles nur mein persönliches Empfinden. Ich finde, es wurde sehr viel Potenzial verstrichen, man hätte so viel mehr daraus machen können und leider wurden falsche Erwartungen geschürt. Rein aus dem literarischen und sprachwissenschaftlichen Aspekt ein Highlight, als Fan von großen Gefühlen und Fantasy ist es, denke ich, eher weniger etwas. Zumindest wenn man mit den genannten Erwartungen dran geht, welche meist durch die sozialen Netzwerke vermittelt wurden.

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Veröffentlicht am 09.09.2024

Ausschweifend, wirr und zahme "Schurken"

Long Live Evil
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Darum geht es:
Rae ist todkrank, als sie die Möglichkeit erhält gesund zu werden, indem sie im Körper der ihr am charakterlich ähnlichsten Figur ihres Lieblingsbuches zu erwachen und dort auf die Suche ...

Darum geht es:
Rae ist todkrank, als sie die Möglichkeit erhält gesund zu werden, indem sie im Körper der ihr am charakterlich ähnlichsten Figur ihres Lieblingsbuches zu erwachen und dort auf die Suche nach der Blume des Lebens und Tod zu gehen. In ihrem Lieblingsbuch steht sie nun vor ihrem Helden - für den sie allerdings die Schurkin seiner Geschichte ist.

Meine Meinung:
Sarah Rees Brennan sticht in "Long Live Evil" sehr durch einen extrem ausschweifenden, wirren Schreibstil, welches das Leseerlebnis sehr erschwert und man so schnell das Gefühl hat, dass man in der Geschichte nicht voran und die Autorin nicht auf den Punkt kommt.
Besonders anstrengend empfand ich die unzählig vielen Namen die für die Charaktere genommen wurden, sodass fast jede Person gerne mal 3 Namen verpasst bekommen hat. Da richtig den Durchblick zu bekommen und zu behalten hat gedauert.
Dann haben wir ja unsere Protagonistin Rae, welche eigentlich die Hauptprotagonistin ist, um die es sich dreht. Allerdings gerät sie, trotz ihres sehr spannenden und interessanten Charakters, immer wieder in den Hintergrund, oft haben Nebencharaktere, welche die Hauptstory gefühlt nicht voran bringen, sehr viel Raum eingenommen.
Auch wird immer wieder erwähnt, dass sie Schurken und böse sind, was sie aber einfach wirklich nicht sind. Eher hat man das Gefühl die Schurken sind die Guten und die Helden die Bösen.

Das Beste an der Geschichte war für mich tatsächlich Raes Charakter, ihre Spitzen, ihr Humor und ihre Schlagfertigkeit - nur hat sie halt einfach viel zu wenig Raum bekommen.

Mein Fazit:
Zum Ende wurde die Geschichte besser und nahm ein wenig mehr Fahrt auf, allerdings konnte es für mich die Schwächen nicht wettmachen. Leider nicht das Highlight welches ich erwartet habe, die Idee ist wirklich fantastisch, ist aber in der Umsetzung für mich nicht so geglückt.

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