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Kathi1984

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2023

Unglaublich berührend

Vom Ende der Nacht
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Ein weiteres Jahreshighlight hat für mich Claire Daverley verfasst!
In Vom Ende der Nacht erzählt Daverley eine bezaubernde Liebesgeschichte, die mich auch nach dem Beenden der Lektüre noch nicht ganz ...

Ein weiteres Jahreshighlight hat für mich Claire Daverley verfasst!
In Vom Ende der Nacht erzählt Daverley eine bezaubernde Liebesgeschichte, die mich auch nach dem Beenden der Lektüre noch nicht ganz losgelassen hat.

Will und Rosie begegnen sich als Jugendliche und sofort ist die magische Anziehung zwischen den beiden spürbar. Rosie stammt aus gutem Hause und möchte einen sehr guten Schulabschluss hinlegen. Will hat eine turbulente Kindheit hinter sich und kann sich nicht mit guten schulischen Leistungen rühmen, sondern tut eher alles dafür, in den Augen von Rosies Eltern kein guter Umgang zu sein. Gerade, als sie entgegen aller Widrigkeiten zueinander gefunden haben, geschieht ein schreckliches Unglück. Die Welt von Rosie und Will bricht mit einem Mal zusammen und jeder muss zunächst seinen Weg allein gehen.

Auch wenn sich jeder in seinem Leben einrichtet, andere Partner findet, bringt das Schicksal die beiden immer wieder zusammen. Rosie geht den Weg einer Frau, die sich in ein klassisches Rollenbild fügt, die Erwartungen ihrer Eltern und der Gesellschaft erfüllt. Will bleibt weiter der, der in kein Schema passt, den seine Vergangenheit immer wieder einholt. Er bleibt der Einzelgänger, mit dem niemand wirklich etwas zu tun haben möchte.
Rosie und Will kämpfen umeinander, aber Rosie ist für eine lange Zeit in ihrem Leben nicht bereit, sich gegen die Erwartungen aufzulehnen. Viel zu groß ist ihr Pflichtbewusstsein und ihr Wunsch, immer das Richtige zu tun. An einigen Stellen hätte ich Will gerne geschüttelt und ihn gedrängt, mit Rosie offen zu sprechen, anstatt sich einzuigeln.

Dieses Buch ist unglaublich vereinnahmend, sprachlich so berührend, dass das Herz schmerzt. Claire Daverley erzählt mitreißend und sensibel von den Gefühlen dieser beiden Menschen. Gleichzeitig denkt der Leser unwillkürlich über die verpassten Chancen im Leben nach und man stellt sich die Frage was-wäre-wenn? Für mich ist dieses Buch ein großes Highlight in diesem Jahr und hat mir ausgezeichnete Lesestunden bereitet.

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Veröffentlicht am 06.07.2023

Must-Read für Fans!

Ein mörderisches Paar - Das Versprechen
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Sommerfeldt ist zurück! Nach der Trilogie um Dr. Sommerfeldt kommt die Hauptperson endlich zurück in einem neuen Fall, gemeinsam mit seiner Frauke. Die Geschichte steht den Vorgängerbänden in nichts nach ...

Sommerfeldt ist zurück! Nach der Trilogie um Dr. Sommerfeldt kommt die Hauptperson endlich zurück in einem neuen Fall, gemeinsam mit seiner Frauke. Die Geschichte steht den Vorgängerbänden in nichts nach und alle Fans von Klaus-Peter Wolf kommen hier auf ihre Kosten.

Ein 13jähriger Junge wurde durch eine Überdosis Heroin zu Tode gebracht. Einen Schuldigen gab es, jedoch wurde dieser freigesprochen aufgrund fehlender Beweise. Dr. Bernhard Sommerfeld sieht sich dazu gezwungen, den Jungen zu rächen. Gemeinsam mit Frauke, die wir schon aus anderen Büchern von Klaus-Peter Wolf kennen, macht sich Sommerfeldt auf die Suche.

Im Gegensatz zu der Ostfriesenreihe mit Ann-Kathrin Klaassen steht hier nicht ein Ermitterteam im Vordergrund, sondern der Leser erfährt die Geschichte aus der Sicht der Täter. Wir begleiten Sommerfeldt und seine Frauke dabei, wie sie stets auf der Flucht sind vor der Polizei und wie sich so ein Täterleben gestaltet.

Verschiedene Romane von Klaus-Peter Wolf werden hier ineinander verwoben. So finden sich hier Anspielungen auf Figuren aus der Reihe um Rupert Undercover wieder. Wer die anderen Reihen jedoch nicht kennt, kann hier trotzdem mitlesen.

Das Buch ist nichts für zartbesaitete Menschen, da Sommerfeldt teilweise schon sehr brutal und skrupellos vorgeht. An einigen Stellen sind die Gewaltdarstellungen meiner Meinung nach etwas gewaltverherrlichend. Sommerfeldt ist schon eine ganz spezielle Person. Der leicht schrullig anmutende Charakter von Sommerfeldt sowie die wunderbar bildhafte Erzählweise von Klaus-Peter Wolf lassen das Buch zu einem Sommerhighlight werden.

Für alle Fans von Klaus-Peter Wolf und seinen Büchern ist dieses Exemplar ein absolutes Must-read!

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Veröffentlicht am 05.07.2023

Spannender Folgeband

Akte Nordsee - Der Teufelshof
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Der zweite Band aus der Reihe Akte Nordsee steht dem ersten Band in Sachen Spannung und Lesefreude in nichts nach.
Das Wiedersehen mit der Anwältin Fentje Jacobsen und dem Journalisten Niklas John bereitet ...

Der zweite Band aus der Reihe Akte Nordsee steht dem ersten Band in Sachen Spannung und Lesefreude in nichts nach.
Das Wiedersehen mit der Anwältin Fentje Jacobsen und dem Journalisten Niklas John bereitet viele schöne Lesestunden sowie Rätselspaß für den Leser.

Fentje wird zu einer Hochzeit von einem Jugendfreund eingeladen. Im Anschluss geschieht ein schrecklicher Doppelmord und Fentje sieht sich privat in den Fall involviert. Ihr Jugendfreund steht zunächst unter Mordverdacht und sie übernimmt als Anwältin seine Verteidigung. Im Laufe der Geschichte werden immer mehr menschliche Abgründe sichtbar, die Fentje und ihr Umfeld zunehmend erschüttern. Gemeinsam mit dem Journalisten Niklas John, der ebenfalls privat zu Verdächtigen im Mordfall verstrickt ist, beginnt für Fentje die Ermittlungsarbeit.

Besonders gut gefallen haben mir in diesem Fall erneut die Perspektivwechsel zwischen Fentjes Arbeit als Anwältin und die Schilderungen von ihrem Leben auf dem Hof. Fentje wirkt dadurch bodenständig und lebensnah sowie sehr authentisch. Das glamouröse Leben, wie Niklas es führt, ist ihr fremd. Der Kontrast zwischen diesen beiden Hauptprotagonisten könnte nicht größer sein. Trotzdem oder gerade wegen dieser Gegensätze ist die Spannung zwischen den beiden zu spüren. Hier ist noch Entwicklungspotential für weitere Folgebände! Gerade diese privaten Einstreuungen machen eine Ermittlerreihe am Ende für den Leser aus. Gerne verfolgen wir die Entwicklungen der Ermittler über mehrere Bände hinweg. So wachsen uns Fentje und Niklas mehr und mehr ans Herz.

Die Ermittlungsarbeit hielt einige überraschende Wendungen bereit und bis zuletzt konnte ich nicht sicher sagen, wer nun der Täter war. So soll es in einem gelungenen Kriminalroman sein. Der Schreibstil von Eva Almstädt ist wie in all ihren Büchern fesselnd, mitreißend und spannend. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 20.03.2023

Spannung auf Rügen

Inselmord
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Katharina Peters legt mit „Inselmord“ bereits den 12. Band der Romy-Beccare-Reihe vor. Erneut folgen wir Romy und ihrem Team auf der Insel Rügen bei einem spannenden Fall, der tief in die Abgründe der ...

Katharina Peters legt mit „Inselmord“ bereits den 12. Band der Romy-Beccare-Reihe vor. Erneut folgen wir Romy und ihrem Team auf der Insel Rügen bei einem spannenden Fall, der tief in die Abgründe der Menschen schaut.
Eine junge Frau wird erdrosselt im „Nonnenloch“ aufgefunden. Hier sollen der Sage nach vor langer Zeit abtrünnige Nonnen mit dem Tod bestraft worden sein. Im Laufe der spannenden Ermittlungen wird Romy mit immer schlimmeren menschlichen Abgründen konfrontiert. Bis zum Schluss ist nicht ganz klar, wie alles miteinander zusammenhängt und wer die genauen Täter sind. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

Etwas zu kurz kommen mir in diesem Band die Erzählstränge um Romy und ihren Mann Jan. Hier hätte ich mir mehr private Geschichten rund um die sympathische Ermittlerin gewünscht. Wir begleiten Romy schon eine Weile und sie hätte auch auf privater Ebene noch Entwicklungspotential. Der Schreibstil von Katharina Peters ist zu jeder Zeit spannend und mitreißend, sodass es schwerfällt, das Buch aus der Hand zu legen.

Ich empfehle die Krimis von Katharina Peters allen Krimifans, die es nicht allzu brutal mögen, aber trotzdem tief in einen Fall mit einbezogen werden. Von meiner Seite gibt es für „Inselmord“ eine klare Kauf- und Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 06.03.2023

Eine Frau sucht sich selbst

Wovon wir leben
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Birgit Birnbacher erzählt in ihrem Roman „Wovon wir leben“ von Julia, die nach einem schweren Fehler bei ihrer Arbeit als Krankenschwester von jetzt auf gleich keine Arbeit mehr hat. Als Konsequenz zieht ...

Birgit Birnbacher erzählt in ihrem Roman „Wovon wir leben“ von Julia, die nach einem schweren Fehler bei ihrer Arbeit als Krankenschwester von jetzt auf gleich keine Arbeit mehr hat. Als Konsequenz zieht sich aus der Stadt zurück aufs Dorf in ihre alte Heimat zu ihren Eltern. Dort angekommen, trifft sie auf all das, von dem sie glaubte, dass sie es in der Stadt hinter sich gelassen hat: alte Rollenbilder, festgefahrene Strukturen und die Fragestellung, was man selbst wert ist ohne Arbeit. Sie kämpft mit sich selbst um ihren Platz in der neuen Gesellschaft auf dem Dorf und mit den Gegebenheiten vor Ort. Plötzlich wird ihre Mutter für Julia zum Vorbild, die es geschafft hat, sich aus den gesellschaftlichen Erwartungen frei zu machen und losgelöst von allem ein neues Leben angefangen hat.
Als Julia „den Städter“ Oskar kennenlernt, der ein bedingungsloses Grundeinkommen für einen gewissen Zeitraum bekommen hat und sie die Zeit im Dorf vertreibt, beginnt Julia erneut zu grübeln. Dabei ist sie zu jeder Zeit ein starker weiblicher Charakter, bei dem es Spaß macht, die Entwicklung in der Persönlichkeit zu sehen und zu verfolgen. Julia ist auf der Suche nach ihrer eigenen Zukunft und sie kämpft gemeinsam mit Oskar für einen positiven Blick in diese.
Birgit Birnbacher erzählt leise und ohne Schnörkel, aber wortgewaltig von einer starken Frau, die in der Mitte ihres Lebens noch einmal neu anfangen darf und mit der der Leser zu jeder Zeit mitfühlen kann.

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