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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.07.2023

Ein Buch zum Träumen

Lighthouse Bookshop
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Ich liebe kleine Dörfer, alte Gemäuer und ich liebe Bücher, so war es keine Frage, dass ich mich in dem Leuchtturm zuhause fühlte. Die Autorin Sharon Gosling brachte mich in ihrem ›Lighthouse Bookshop‹ ...

Ich liebe kleine Dörfer, alte Gemäuer und ich liebe Bücher, so war es keine Frage, dass ich mich in dem Leuchtturm zuhause fühlte. Die Autorin Sharon Gosling brachte mich in ihrem ›Lighthouse Bookshop‹ zum Träumen. Der Leuchtturm steht mitten auf dem Festland, nahe einem kleinen Dorf in Schottland. In den dicken Mauern findet sich nicht nur ein Antiquariat, nein hier treffen sich Menschen auch auf einen Kaffee und Shortbread oder auch zum Schachspielen.

Die Autorn Sharon Gosling schreibt sehr gut lesbar, in einem warmen und unaufgeregten Stil. Die gut gezeichneten Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen. Im Leuchtturm treffen sich die unterschiedlichsten Charaktere. Rachel hat hier einen Neuanfang gefunden. Ihr Chef Cullen ist ein Arbeitgeber, wie man ihn sich wünscht. Toby, ein ehemaliger Kriegsreporter, findet im Turm die Ruhe zum Schreiben. Und auch Gilly, eine junge Ausreißerin passt hier gut mit rein.

Als Cullen plötzlich verstirbt, ist die kleine Dorfgemeinschaft gefordert zusammenzuhalten, um ihr Idyll zu erhalten. Und dass der Leuchtturm auch noch ein Geheimnis birgt kommt als Überraschung hinzu.

Ein wunderbar leichter Sommerroman, zum Entspannen, Dahinschmelzen und Träumen.

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Veröffentlicht am 06.07.2023

Familienkonstellationen

Das Licht unserer Tage
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Die Autorin Clarrise Sabard hatte ich bisher noch nicht gekannt. Sie wurde, laut Verlagsinfo, 1984 geboren. Nach einem Schlaganfall beschloss sie, endlich das zu tun, was schon immer ihr Traum war: Schreiben. ...


Die Autorin Clarrise Sabard hatte ich bisher noch nicht gekannt. Sie wurde, laut Verlagsinfo, 1984 geboren. Nach einem Schlaganfall beschloss sie, endlich das zu tun, was schon immer ihr Traum war: Schreiben. Ihr erster Roman, Les Lettres de Rose, gewann den Prix du Livre Romantique 2016 und wurde zum Bestseller. Das Licht unserer Tage ist ihr zweites Buch.

Julia hat ihren Job verloren und nun ist auch noch ihre Mutter gestorben. Der letzte Wunsch der Mutter war, dass sie in Touraine reist uns sich mit ihrem Vater versöhnt.

Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen. Sie pflegt einen unaufgeregten und ruhigen Stil, der dennoch Spannung erzeugt. Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Der erste Strang spielt in der Gegenwart und erzählt von Julia. Im zweiten Strang erfahren wir von ihrer Vorfahrin Eugenie, die mit 18 Jahren, von ihrem Vater nach Paris verbannt wurde. Eugenie hatte nach den damaligen Moralvorstellungen einen unverzeihlichen Fehltritt begangen und ihre Familie in Schande gebracht. Bei der Familie ihrer Tante erwartete Eugenie bitterste Armut. Sie lebten in einem Elendsviertel von Paris, in der sogenannten ‚Zone‘.

Die Geschichte punktet mit ihren gut gezeichneten Protagonisten, selbst die Nebenfiguren kommen sehr authentisch rüber. Besonders Eugenie mochte ich sehr. In welchem Zusammenhang der Prolog zur Geschichte stellt sich erst später heraus.

Mich hat der Roman gut unterhalten.

Fazit: Empfohlen für alle, die spannende Familiengeschichten lieben.

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Veröffentlicht am 22.06.2023

Mikas Tochter

Mika im echten Leben
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In Mikas Leben läuft es nicht rund. Ihre letzte Beziehung endete unschön und gerade ist sie auch noch aus ihrem Job geflogen. Und auch das Verhältnis zu ihren Eltern ist alles andere als gut, insbesondere ...



In Mikas Leben läuft es nicht rund. Ihre letzte Beziehung endete unschön und gerade ist sie auch noch aus ihrem Job geflogen. Und auch das Verhältnis zu ihren Eltern ist alles andere als gut, insbesondere zu ihrer Mutter fehlt ihr der Draht. Mika lebt zur Untermiete bei ihrer Freundin Hana in einem heruntergekommen kleinen Häuschen. Mikas finanzielle Situation ist mehr als angespannt und jetzt erreicht sie ein Anruf ihrer Tochter Penny, die sie vor sechzehn Jahren zu Adoption freigeben musste, die Kontakt zu ihr aufnehmen möchte. Penny kündigt ihren Besuch an. So sehr sich Mika auf Penny freut, so sieht sie sich doch gezwungen auf der Schnell ein perfektes Leben für sich erfinden. Kann das gut gehen?

Die Autorin Emiko Jean lebt in Washington State und ist eine vom unabhängigen Buchhandel in den USA als Indie Next Pick ausgezeichnete Jugendbuchautorin. Ihr Roman, der das Leben von Mika Suzuki erzählt hat mich berührt.

Die Protagonistin ist authentisch gezeichnet Ich konnte ihre Gefühle gut nachempfinden. Ich habe mit ihr gelacht und geweint. Mir wurde stellenweise traurig ums Herz. Besonders das Verhältnis zu ihrer Mutter empfand ich als sehr schmerzhaft. Haromi ist eine sehr harte Frau. Schmunzeln musste ich, als ihre Mutter Mika mit einem jungen Mann aus ihrer Gemeinde verkuppeln will, der sich als stockschwul herausstellt. Ich mochte auch Hana, Mika Freundin seit Kindertagen, die für mich eine echte Freundin ist, wie sie jedes Mädchen haben sollte. Über Mikas Vater erfahren wir erst im letzten Drittel des Buches. Penny, ihre Tochter ist ein tolles Mädchen. Und ihr Adoptivvater Thomas ist ein Vater, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Der Schreibstil ist flüssig. Ein bisschen hat es mir in der Handlung das Überraschungsmoment gefehlt Vieles war einfach schon vorhersehbar.

Fazit: Ein gut lesbarer Schmöker, der berührt und zu Herzen geht.

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Veröffentlicht am 06.06.2023

Der zweite Bad-Gastein-Krimi

Sturzwasser
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‚Sturzwasser‘ der zweite Teil der Regionalkrimi-Reihe rund um die Leiterin der Bad Gasteiner Stadtbibliothek Carolin Halbach verspricht nicht nur Spannung, sondern auch viel Lokalkolorit. Aber keine Sorge, ...


‚Sturzwasser‘ der zweite Teil der Regionalkrimi-Reihe rund um die Leiterin der Bad Gasteiner Stadtbibliothek Carolin Halbach verspricht nicht nur Spannung, sondern auch viel Lokalkolorit. Aber keine Sorge, der Band lässt ich unabhängig vom ersten Band gut lesen und verstehen.

Auf einer Wanderung macht Carolin auf einer Alm eine grausige Entdeckung: Ein toter Russe dümpelt in einem Bottich in dem normalerweise nur Erfrischungsgetränke zur Kühlung schwimmen. Es handelt sich um einen Investor für ein neues Berghotel. Und schon steckt Carolin erneut mitten im Geschehen und kann es nicht lassen, eigene Ermittlungen anzustellen.

Es gibt viele actionreiche Wendungen, Carolins Fahrrad wird gestohlen, in der Bücherei stößt Carolin auf Krümel oder einen leergetrunkenen Saftkarton, die sie irritieren. Dann gibt es einen Einbruch in den Fahrradshop, in dem Carolin erst kürzlich ihr Fahrrad erstanden hat. Außerdem scheint im Bauamt nicht alles mit rechten Dingen zuzugehen. Man darf also gespannt sein, wohin uns die Ermittlungen führen.

Ich habe den Roman genossen. Der Schreibstil ist leicht und flüssig. Die Protagonisten sind sympathisch und kommen authentisch rüber.

Fazit: Krimivergnügen mit viel Lokalkolorit, perfekt für entspannende Urlaubstage

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Veröffentlicht am 22.05.2023

Die Härte des Lebens

So weit der Fluss uns trägt
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Auf dieses Buch hatte ich mich gefreut. Warum? Ich hatte mir genauso viel Lesevergnügen versprochen wie bei Delia Owens ‚Der Gesang der Flusskrebse‘. Denn Cover und Klappentext klingen verheißungsvoll. ...

Auf dieses Buch hatte ich mich gefreut. Warum? Ich hatte mir genauso viel Lesevergnügen versprochen wie bei Delia Owens ‚Der Gesang der Flusskrebse‘. Denn Cover und Klappentext klingen verheißungsvoll. Ob Shelley Reads Debütroman ’So weit der Fluss uns trägt‘ meinen Erwartungen entsprechen konnte, erfahrt ihr hier.

Die 17-jährige Victoria Nash lebt auf einer Pfirsich Farm nahe dem kleinen Städtchen Iola am Fuße der mächtigen Berge Colorados im Tal des Gunnison Rivers. Sie ist schon sehr früh gezwungen Verantwortung für ihre Familie zu übernehmen, denn die Mutter verstarb als sie noch ein kleines Mädchen war. Neben dem Vater und dem Bruder hat sie auch noch für einen Onkel, der versehrt aus dem Krieg zurückkehrte und auf den Rollstuhl angewiesen ist, zu sorgen. Zeitlich befinden wir uns im Jahre 1948.

Eines Tages begegnet ihr auf der Straße ein fremder junger Mann, der ihr Herz stolpern lässt. Es ist der Indianerjunge Wilson Moon. Er ist so anders. ‚Er erlebte die Zeit nicht so wie die anderen Menschen. Er hatte es nie eilig, er empfand die Schweigepause nicht als peinlich. Er blickte nur selten in die Zukunft, und in die Vergangenheit noch weniger.‘ Die Einheimischen verachten den Fremden wegen seiner indigenen Herkunft. Sie jagen ihn aus dem Ort. Wil versteckt sich im Wald. Viktoria trifft sich heimlich mit ihm in seiner Hütte in den Bergen. Dann wird Wil brutal ermordet. Viktorias Bruder ist tief in die Geschichte verstrickt. Und Viktoria stellt bald fest, dass sie schwanger ist. Nachdem ihre Schwangerschaft nicht länger zu verbergen ist, flieht auch sie in die Berge und bringt ihr Kind ganz alleine in der Hütte, in der sie sich mit Will getroffen hatte, zur Welt.

Der Schreibstil der Autorin sehr bildhaft und poetisch. Der Leser erlebt die Geschehnisse hautnah. Die Atmosphäre in Viktorias Familie ist seltsam düster. Es ist eine sonderbare Schwere spürbar. Die Natur erlebt der Leser zum Teil als atemberaubend, zum Teil aber auch als bedrohlich. Die Protagonistin ist authentisch beschrieben. Viktorias Kraft und Überlebenswillen kommen glaubhaft rüber. Auch die Boshaftigkeit, besonders die ihres Bruders, ist von der Autorin gut skizziert. Stellenweise rutschte der Text in die Langatmigkeit ab, da musste man dann Geduld aufbringen.

Ein bemerkenswerter Satz: Das Außergewöhnliche lauert immer unter dem Gewöhnlichen.

Fazit: Ein wunderbares Debüt, jedoch nicht ganz so gut wie mein Favorit ‚Der Gesang der Flusskrebse‘.

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