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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2023

Eine kleine, aber feine Kurzgeschichte

Der Schwimmer
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Die ehemalige Lehrerin Helen Beamish hatte sich ihren Ruhestand so schön vorgestellt. Sie hatte sich ein kleines Haus an der irischen Küste gekauft und wollte friedlich dort leben. Dummerweise hatte sie ...

Die ehemalige Lehrerin Helen Beamish hatte sich ihren Ruhestand so schön vorgestellt. Sie hatte sich ein kleines Haus an der irischen Küste gekauft und wollte friedlich dort leben. Dummerweise hatte sie ihre Schwester Margaret eingeladen, ein paar Wochen bei ihr zu wohnen. Das war vor drei Jahren und Margaret dachte nicht daran, wieder abzureisen. Also mußte Helen mit der stets mies gelaunten Schwester leben. Doch dieses Wochenende war Margaret zu ihrer Tochter gefahren und Helen saß gemütlich in ihrem Garten. Ein Mann kam die Straße entlang und ging zum Strand. Helen beobachtete ihn, wie er ins Meer ging. Danach mußte sie eingeschlafen sein. Als sie wach wurde, lagen die Sachen des Mannes noch immer am Strand, obwohl schon Stunden vergangen waren. Helen schlug Alarm. Die Polizei suchte mit Booten, doch der Schwimmer blieb verschwunden. Der Fall wurde als tragisches Unglück zu den Akten gelegt. Nur Helen glaubt an ein Verbrechen.

"Der Schwimmer" von Graham Norton ist ein sehr kleines Buch mit einer launigen Geschichte. Man kann dieses Buch ganz einfach in einem Stück durchlesen, da die Geschichte erstens sehr interessant ist und zweitens auch sehr kurz. Dieses Büchlein hat mir großen Spaß bereitet, denn die Personen sind teilweise so kauzig, daß richtig originelle Dialoge den Leser zum Schmunzeln bringen. Graham Norton beschreibt sehr ehrlich, daß auch Menschen im Alter noch ihre Sehnsüchte haben können. Dies macht er sehr einfühlsam und achtet darauf, daß die Situationen nicht ins lächerliche gezogen werden. "Der Schwimmer" hat mir sehr gefallen. Ich habe es sehr bedauert, daß die Geschichte so kurz war und hätte von Helen und Margaret gern noch stundenlang weitergegelesen!

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Veröffentlicht am 19.07.2023

Giftmord auf der Hallig

Halliggift (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 3)
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Februar auf der Hallig Midsand. Kommissarin Minke van Hoorn ist noch mit einem verirrten Pottwal beschäftigt, als die Chorleiterin Hanni Krüdener nach dem Kirchenkaffee tot zusammenbricht. Es stellt sich ...

Februar auf der Hallig Midsand. Kommissarin Minke van Hoorn ist noch mit einem verirrten Pottwal beschäftigt, als die Chorleiterin Hanni Krüdener nach dem Kirchenkaffee tot zusammenbricht. Es stellt sich heraus, daß es sich hierbei um einen Giftmord handelt. Minke muß sich mit ihren Ermittlungen beeilen, denn der Mörder hat sein nächstes Opfer schon fest im Blick!

Auch dieser dritte Band rund um Minke van Hoorn hat meinen Nerv getroffen. Greta Henning hat auch hier wieder eine spannende Handlung ohne Blutvergießen geschaffen. Dies erreicht sie schon durch die Einschübe von Tagebucheinträgen, die über den Täter rätseln lassen und zum stetigen weiterlesen animieren. Man erfährt es aber trotzdem erst ganz zum Schluß! Ihr Stil ist einfach begeisternd. Locker, leicht und Spaß bereitend nimmt sie den Leser mit auf die Hallig Midsand und vermittelt auf bildhafte Art das Halligleben. Ein besonderes Highlight ist hier natürlich der Pottwal, der der Geschichte noch einen besonderen Pep verleiht. Ihre Charaktere sind wie gewohnt sympathisch und man freut sich schon richtig darauf, wieder mit ihnen auf der Hallig zu sein.
Wer atmosphärische Regionalkrimis liebt, der ist hier genau richtig!

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Veröffentlicht am 17.07.2023

Highlight

Old Country – Das Böse vergisst nicht
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Harry und seine Frau Sasha ziehen auf eine abgelegene Ranch in Idaho. Ihre einzigen Nachbarn sind Dan und Lucy, die ihnen tatkräftig helfen - und sie warnen. Denn das Tal wird seit jeher von einem bösen ...

Harry und seine Frau Sasha ziehen auf eine abgelegene Ranch in Idaho. Ihre einzigen Nachbarn sind Dan und Lucy, die ihnen tatkräftig helfen - und sie warnen. Denn das Tal wird seit jeher von einem bösen Geist heimgesucht, der je nach Jahreszeit eine andere Gestalt annimmt. Ein entkommen ist unmöglich, lediglich alte Rituale helfen gegen ihn.

Selten habe ich einen so guten Horrorroman wie "Old Country - Das Böse vergisst nicht" von Matt & Harrison Query gelesen. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht von Harry und Sasha erzählt. Dadurch erfährt man von ihren innersten Gedanken und Gefühlen, bekommt ein Gespür dafür, warum sie so und nicht anders handeln, sie wirken lebendig und authentisch. Man steuert mit ihnen zusammen geradewegs auf ein Szenario zu, was man sich eigentlich gar nicht vorstellen kann. So liest man atemlos immer weiter, denn durch die Nähe zu den Charakteren wird die Handlung noch spannender, als sie ohnehin schon ist. Denn dieser Geist hat es in sich. Er wechselt je nach Jshreszeit sein Erscheinungsbild und ist somit kaum zu greifen. Man fragt sich durchgängig, welches Geheimnis hinter ihm steckt. Dabei bedienen sich die Autoren eines unterschwelligen Horrors und kommen ohne Brutalität und Schocker aus. Hier wird es eher atmosphärisch, fast so wie im Stil der guten alten klassischen Horrorfilme. Und genau dies hat mir wahnsinnig gut gefallen!

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Veröffentlicht am 16.07.2023

Noch ein Tick besser als Teil 1

Halligzorn (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 2)
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Sommer auf Midsand. Es könnte so idyllisch sein, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Bei Ausgrabungen wird ein Bernsteinpferd gefunden, welches kurz darauf gestohlen wird. Doch dies ist noch nicht ...

Sommer auf Midsand. Es könnte so idyllisch sein, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Bei Ausgrabungen wird ein Bernsteinpferd gefunden, welches kurz darauf gestohlen wird. Doch dies ist noch nicht alles, womit sich Kommissarin Mieke van Hoorn beschäftigen muß, denn am Abend des Sommerfestes wird die Leiche der siebzehnjährigen Leonie, Tochter eines Bauunternehmers, in der Nordsee gefunden. Minke sieht sich mit einem Geflecht aus Lügen und Zorn konfrontiert, um diesen Fall zu lösen.

Dies ist der zweite Fall für Minke van Hoorn. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, können sie jedoch problemlos unabhängig voneinander gelesen werden. Greta Henning vermittelt hier alles Wissenswerte so geschickt, daß hier niemand Probleme haben wird. Ihr Schreibstil ist dabei herrlich leicht zu lesen und bringt immer wieder kleine Details ans Tageslicht, die für die Lösung des Falles wichtig sind. Was zunächst wie einzelne, nicht zusammen gehörende Teile aussieht, fügt sich zum Schluß zu einem runden Bild zusammen. Dadurch hält sie die Spannung natürlich sehr hoch und man verspürt einen richtigen Lesezwang (im positiven Sinne). Besonders positiv war für mich der wunderbare Lokalkolorit. Das Halligleben und die Landschaft werden hier einfach toll dargestellt. Man bekommt ein Gespür für die Besonderheit des Halliglebens. Man kennt sich, lebt miteinander und hat ein besonderes Verhältnis zur Natur.
Mir hat dieser zweite Teil sogar noch einen kleinen Tick besser gefallen als der erste Teil!

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Veröffentlicht am 14.07.2023

Für alle Ozeanfreunde ein Muß

Ein Leben für den Ozean
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Florian Sturm, freiberuflicher Journalist, und Christian Weigand, leidenschaftlicher Surfer, fanden über Chris Podcast "Helden der Meere" freundschaftlich zusammen und die Idee, aus Geschichten des Pocastes ...

Florian Sturm, freiberuflicher Journalist, und Christian Weigand, leidenschaftlicher Surfer, fanden über Chris Podcast "Helden der Meere" freundschaftlich zusammen und die Idee, aus Geschichten des Pocastes ein Buch zu schreiben, wurde geboren. Es entstand das wunderbare Buch "Ein Leben für den Ozean", in dem 10 Geschichten über Helden der Meere versammelt sind. Schon das Vorwort von Prof. Dr. Antje Boetius hat mich beeindruckt. Auf eingängige und sympathische Art erzählt sie aus ihrem Leben, vermittelt ihre Liebe zu ihrem Beruf und dem Meer. Die Akteure der nachfolgenden Geschichten sind nicht minder beeindruckend. So taucht man mit Karen Hissmann und Jürgen Schauer in ihrem Tauchboot Jago hinab in die Tiefe, spürt die Faszination Tauchboot hautnah und erlebt noch einmal die Aufregung, als der als ausgestorben geltende Quastenflosser entdeckt wurde. Weiter geht es mit dem Forschungstaucher, Meeresbiologen und Unterwasserfotografen Uli Kunz zu Walfriedhöfen, Höhlen in Frankreich und in die Kieler Förde, schwimmt mit André Wissing frei durch die Ozeane, forscht mit Karen Wiltshire vor Helgoland, erfährt von Geisternetzen vor Rügen und was für schöne Dinge daraus nach Bergung entstehen. Weitere Themen sind die Überfischung, hier werden verschiedene Fische im Portrait vorgestellt, erfährt von Seegrasanpflanzungen in der Kieler Förde und den Lahntauchern und ihren Funden. Die Geschichten sind teils als Interviews, teils als Erzählungen geschrieben und haben eines gemeinsam: Die Liebe zum Meer wird überdeutlich. Diese Geschichten sind lehrreich, bereiten Spaß und machen nachdenklich. Zu jeder Geschichte gehören wunderbare Farbfotos, zum Teil einfach wunderschön anzuschauen, zum Teil aufrüttelnd, wie die Bilder der verendeten Tiere in den Geisternetzen. Im letzten Kapitel geht es darum, was für die Ozeane getan werden muß - und was jeder für sich schon im kleinsten Rahmen und ohne Anstrengung tun kann.

Dieses Buch ist für mich eine Perle unter den "Meeresbüchern". Ich kann jedem dringend empfehlen, sich mit diesem Buch ausgiebig zu beschäftigen - es lohnt wirklich!

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