Mit dem Auto auf den Weg nach Kos
Zur Liebe geht`s dort entlangIn diesem Buch begleiten wir Julia, Anfang 30 und Rechtsanwaltsangestellte. Seit Ihre Mutter verstorben ist, besteht ihre Familie nur noch aus ihr und ihrem Vater, mit dem sie ein eher loses Verhältnis ...
In diesem Buch begleiten wir Julia, Anfang 30 und Rechtsanwaltsangestellte. Seit Ihre Mutter verstorben ist, besteht ihre Familie nur noch aus ihr und ihrem Vater, mit dem sie ein eher loses Verhältnis pflegt. Ihr Vater geht jetzt in Rente und ist aktuell in Kos, was Julia durch einen Anruf erfährt, in dem er sie bittet ihr sein Auto ( ein sehr altes Auto ) nach Kos zu bringen.
Als sie ihren Chef um Urlaub dafür bittet, kommt es dazu, dass sie die Reise plötzlich gemeinsam mit Ihrem Chef und dessen Vater antritt.
Der Einstieg in die Geschichte gelingt leicht, auch wenn mir Julia für ihr Alter ein klein wenig verpeilt vorkommt.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen und die Figuren sind facettenreich ausgearbeitet, sodass ich meine Sympathien und Antipathien wunderbar verteilen konnte.
Die Freundin Berti zu Beispiel konnte ich gar nicht ausstehen und auch Herr Börger senior ist mir am Anfang sehr auf die Nerven gegangen.
Deshalb empfand ich gerade seine Entwicklung im Buch als sehr erfreulich.
Die Beschreibungen des Settings sind sehr detailliert, sodass ich mir vieles sehr gut vorstellen konnte und manches Mal am liebsten mit gefahren wäre.
Es gelingt der Autorin auch ernste Themen, wie zum Beispiel der Verlust eines Elterteiles, oder die Trennung der Eltern und wie diese Ereignisse einen Menschen auch noch im Erwachsenenalter beeinflussen kann, behutsam in diese wohlige Geschichte einzuweben.
Leider werden im letzten Drittel des Buches dann noch Konflikte konstruiert, die in meinen Augen unnötig sind, nicht wirklich zum Rest der Geschichte passen und das Wohlfühlambiente des Buches für mich etwas kaputt gemacht haben. Auch wird der Protagonist Thomas, der bis dahin sehr sympathisch und empathisch geschildert wurde, plötzlich als ziemlich dumm und damit stereotyp für Männer, die sich von Frauen einwickeln lassen, dargestellt.
Das passt nicht zu den vorangegangenen Schilderungen und wirkte auf mich ein wenig so, als sollten einfach noch ein paar Seiten gefüllt werden.
Aus diesem Grund nehme ich einen kleinen Abzug in der Bewertung vor.
Zum Glück fügt sich dann gegen Ende doch alles, sodass ich durch das Ende mit dem Lesen und der Geschichte im Ganzen wieder versöhnt war.
Alles in allem hat mich das Buch gut unterhalten.