Profilbild von Franci

Franci

Lesejury Star
offline

Franci ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Franci über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2023

Gelungener Auftakt.

Spiele um Segen und Verdammnis
0

Einst auserkoren, um als Assassine der »Boten des Lichts« zu töten, lebt Aveny, seit die „Organisation“ ausgelöscht wurde, auf der Burg von Lord Thain – als Einzige, die übrig blieb.
Fünf Jahre später ...

Einst auserkoren, um als Assassine der »Boten des Lichts« zu töten, lebt Aveny, seit die „Organisation“ ausgelöscht wurde, auf der Burg von Lord Thain – als Einzige, die übrig blieb.
Fünf Jahre später tauchen Zeichen auf, die davon zeugen, dass die Boten noch existieren — und mit ihnen auch alle Gräuel. Als ausgebildete, präzise Kriegerin soll sich die junge Frau nun als vermeintliche Wächterin bei den Ehrenspielen einschleusen, um Hinweise zu suchen …

Bereit für einen starken High Fantasy Auftakt?
Dann solltet ihr sofort mit „Spiele um Segen und Verdammnis“ loslegen …

Neben der Protagonistin, die trotz allem, was sie einst getan hat, trotz dessen, wozu sie erzogen wurde, sympathisch und sensibel ist, lernen wir eine Vielzahl weiterer Charaktere kennen – vor allem die anderen vier Teilnehmer der Seenlande: Shadia, Daron, Kento und Xiliranus. Auch die Hexe Odilla verfolgt, gemeinsam mit Kaelan Walsh, Spuren, dieser will jedoch zusätzlich zu der Frage, ob der mörderische Orden erneut aktiv wurde, den Hintergründen seiner eigenen Veränderung nachgehen.

Viele Eindrücke und Informationen, ein komplexes Worldbuilding und frische Gegebenheiten warten, Fragen, die nicht alle beantwortet werden, Gefühle und ein Hauch Romantik. Stilistisch liest sich das Geschehen bildhaft und detailreich. Es war leicht, sich in die Charaktere und deren verschiedene Probleme zu versetzen. Vor allem die Verletzlichkeit, die in den Hauptfiguren schlummert, war bewegend – steht diese Seite doch im starken Kontrast zu den gnadenlosen KämpferInnen.
Jana Ulmer baute ihre Story langsam auf, dennoch passiert so vieles. Diese Geschichte ist anspruchsvoll und durchdacht, lässt Raum für eigene Vermutungen, Vorstellungen und eine Fortsetzung. Eine Vielzahl sensibler Themen – angefangen von Vorurteilen und der Angst vor dem, was man ist – werden bearbeitet, Mythologie, Welt und Wesen waren faszinierend, die Luxeri und Tristi fand ich genauso interessant, wie die Machenschaften der »Boten des Lichts« und die Entwicklungen samt Offenbarungen während der Spiele.
Schwang anfangs noch Distanz und Argwohn im Miteinander der Teilnehmer mit, verdichtete sich die Dynamik merklich, je intensiver sich das Kennenlernen gestaltete. Jedoch ließen sich etliche Involvierte schwer oder gar nicht durchschauen, Misstrauen waberte durch die oft bedrückenden Atmosphäre, überraschende Ereignisse und actionreichen Szenen trugen zu Spannung und Abwechslung bei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.07.2023

Außergewöhnlich und kreativ.

Acusticon
0

„Acusticon“ ist der erste Steampunk-Roman von Andreas Hagemann, in dem sich der Autor eine mechanische Stadt erdachte, die auf realistischen Problemen, Machtgier und Unterdrückung aufgebaut wurde.

Da ...

„Acusticon“ ist der erste Steampunk-Roman von Andreas Hagemann, in dem sich der Autor eine mechanische Stadt erdachte, die auf realistischen Problemen, Machtgier und Unterdrückung aufgebaut wurde.

Da ich inhaltlich nicht vorweg greifen möchte, verweise ich auf den Klappentext.

Stilistisch fand ich das Gelesene im Gesamten sehr einfach und wenig abwechslungsreich, dennoch war die Ausdrucksweise dem Setting angemessen. Andreas hielt sich nicht mit detailreichen Schilderungen einzelner Szenen zurück, dies empfand ich zwar teilweise als anstrengend, jedoch überzeugt seine Geschichte durch Kreativität und eine einnehmende, erdrückende, manches Mal triste Atmosphäre – passend zu Smog und Dreck, Armut und Unzufriedenheit. Attribute, die die unteren Schichten seit Jahrzehnten ertragen.
Deutlich zu erkennen ist neben der Fantasie auch die Recherche, die in das Geschehen, welches auf technischen Feinheiten und Rätseln basiert, einfließt.

Layers City, die Besonderheiten und Steampunk Elemente wurden liebevoll und vorstellbar ausgearbeitet, temporeiche sowie informative Szenen, Fragen und Antworten geschickt platziert. Charakterlich gab es, abgesehen des etwas ungeschickten und unsicheren, dafür bodenständigen und taffen Protagonisten, einige wichtige Figuren, die sowohl Sympathie als auch Misstrauen hervorrufen. Klar zu erwähnen ist hier die Frauenpower, ohne die Rufus niemals seinen Fund entschlüsselt, zu einer kompletten Änderung der Verhältnisse beigetragen hätte. Großer Pluspunkt.

In die Gesellschaftsschichten dieser Stadt zu finden, die Hierarchie samt den Fehlern zu entschlüsseln, war leicht, haben wir es doch mit einem typischen System zu tun, in dessen Obigen lediglich eigennützige Intentionen verfolgen. Der wirkliche Böse war schnell ausgemacht und doch überrascht der Autor mit einigen Wendungen, ungeahnten Zusammenschlüssen und Verknüpfungen.
Gefehlt haben mir letztendlich Hintergründe über die Entstehung von Layers City selbst – wieso waren die Menschen vor all den Jahren gezwungen, solch Konstrukt zu schaffen?

Humor und Hoffnung, Tatendrang und selbstloses Engagement, der Wunsch, etwas zu bewegen, zu verändern zeichnen diesen Roman ebenso aus, wie die Ungerechtigkeiten und Unterschiede einer Gesellschaft.
Durch und durch originell: wichtige, stets aktuelle Themen und Probleme inmitten einer mechanischen Welt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2023

Überraschende Entwicklung...

Die Nacht des Mondbogens
0

„Die Nacht des Mondbogens“ ist ein kleiner und kurzer Roman über die Trauer, den Verlust, aber auch über die Magie der Hoffnung.

Als Irène in einer der besonderen Mondnächte einem Raben, Jacques Schroeder, ...

„Die Nacht des Mondbogens“ ist ein kleiner und kurzer Roman über die Trauer, den Verlust, aber auch über die Magie der Hoffnung.

Als Irène in einer der besonderen Mondnächte einem Raben, Jacques Schroeder, begegnet, ändert sich für sie alles — denn dieser trägt ein Schmuckstück bei sich, in dem die tierliebe Dame erst Artefakte aus einer fernen, und dann Hinweise zu ihrer eigenen Vergangenheit findet. Um den Mysterien des zutraulichen Vogels auf den Grund zu gehen, nimmt die pensionierte Geschichtslehrerin nicht nur das verärgerte Maunzen ihrer Katze Bavette in Kauf, sondern so einige ungemütliche Stunden des nervenaufreibenden Wartens im Freien.
Eine euphorische, geheimnisvolle Reise vom Frankreich der '60er Jahre zurück an die Front des Ersten Weltkrieges beginnt, und diese drängt Erinnerungen und Sehnsüchte an die Oberfläche, fordert, nicht zu vergessen — niemanden. Auch nicht die zurück gelassenen, nie erwähnten Soldaten schrecklicher Zeiten …

Joachim Sohn führt uns in einem einfachen, melancholischen und ruhigen Stil durch die Handlung, Irènes gegenwärtige Situation ist bewegend und ihre Veränderung, die Aufregung und Hoffnung, hervorgelockt durch diesen wundersamen Raben, spürbar. Ein überraschender Perspektiv- und Zeitwechsel nimmt uns mit zu Frederic — das Szenario, was wir vorfinden, wirkt, untermalt durch eine bedrückende, düstere Atmosphäre, erschreckend authentisch.
Der Verlauf ist weder von Dialogen noch Action durchtränkt, bringt jedoch zum Nachdenken, spricht von dem Glauben an Liebe und Magie, ruft uns die Vergangenheit ins Gedächtnis und ermahnt uns, sich an diese genauso zu erinnern, wie an all jene, die ungesehen, unerwähnt gingen.

Begleitet wird Irènes und Frederics Geschichte von Holger Muchs Illustrationen, die sehr passend gewählt sind und die Stimmung des Romans widerspiegeln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.06.2023

Blutig und detailreich - like it.

Der Follower (Tom-Bachmann-Serie 3)
0

Im neusten Fall von Tom Bachmann sind es verschwundene Influencerinnen, die den Fallanalytiker und sein Team wach halten.

Erzählt wird die gegenwärtige Situation nicht nur aus der Sicht der Ermittler ...

Im neusten Fall von Tom Bachmann sind es verschwundene Influencerinnen, die den Fallanalytiker und sein Team wach halten.

Erzählt wird die gegenwärtige Situation nicht nur aus der Sicht der Ermittler und der Opfer, sondern auch aus jener des Täters – und hier hält sich der Autor nicht mit lebendigen Schilderungen zurück. Im Verlauf tauchen einige Verdächtige auf, doch kaum Spuren, so war es selbst für Tom fast unmöglich, vorauszuahnen, was und wer hinter den blutigen, perfiden Morden und der grausamen Inszenierung der Frauen steckt. Umso mehr Zeit vergeht, umso stärker steigt der Druck auf das BKA, umso mehr treibt Meyer das Tempo der Handlung an, denn der unbekannte Täter agiert immer emotionaler und ist sich zu sicher …

Neben der Haupthandlung nimmt Toms Vergangenheit viel Raum ein, doch nicht nur durch schockierende Rückblenden: diese tritt nun auch leibhaftig auf – seine ehemaligen Leidensgenossen, die wohl begnadetsten Killer der Gegenwart, vereint in einer Stadt … Hinzu gesellen sich ausführlich recherchierte, realistische Täterprofile sowie Fall relevante Erklärungen über Psychopathie und Nekrophilie. Diese theoretischen Abschnitte wirkten auf mich häufig zu gewollt. Chris Meyers Stil ist sehr einfach, direkt und verständlich, die Charaktere waren gut gezeichnet und die schonungslose, detaillierte Ausführung von blutigen, grausamen Szenen fand ich faszinierend. Der Fall war in seiner Gesamtheit fesselnd, lediglich die Aufklärung, eingeleitet durch Zufall und Eingebung, wirkte abrupt und konstruiert.
Nichtsdestotrotz hält „Der Follower“ interessante Hintergründe, schockierende Neigungen und Blut bereit. Auch dem Strang, in denen Bachmanns frühere Kameraden eine wichtige Rolle spielen, folgte ich aufmerksam – lösen diese doch die Frage aus, ob in diesem „Berufsfeld“ eine "richtige" moralische Einstellung existiert und wie man selbst diese Taten einordnen würde …

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.05.2023

Spannender und bewegender Plott – dem ein erneutes Korrektorat nicht schaden würde.

Overkill
0

„No-name girl“ ist Band zwei der Thriller-Serie "Overkill" in dem die Polizeihauptkommissarin Mo Celta und ihr Kollege Nico Braun in München ermitteln. Jedoch kann die Reihe unabhängig gelesen werden.

Im ...

„No-name girl“ ist Band zwei der Thriller-Serie "Overkill" in dem die Polizeihauptkommissarin Mo Celta und ihr Kollege Nico Braun in München ermitteln. Jedoch kann die Reihe unabhängig gelesen werden.

Im Gegensatz zum ersten Teil bekommen wir während diesem Fall Einblicke in die Ermittlungen und die Ermittelnden selbst. Hinzu bilden die Perspektiven der Vermissten, der obdachlosen Peggy und jene ihres „glücklichen“ Funds, ein scheinbar autistischer, weltfremder Teenager, die Basis. Was in München vor sich geht und womit es die Kripo zu tun hat, wird im Klappentext deutlich.

In „No-name girl“ beschäftigen sich Eva-Maria Silber und Astrid Korten mit einem Thema, das nahe geht: verschwundene Kinder. Eine grausame Vorstellung, die jedoch für eine unglaubliche Anzahl von Menschen traurige Realität ist. Untermauert wurde das hier erläuterte Gräuel durch aufwendige Recherche, Hintergrundwissen und Ereignisse, die auf Tatsachen basieren. Und das gibt diesem Thriller eine Authentizität, die für Gänsehaut und anhaltende Beklemmung sorgt.
Der aktuelle Fall geht Mo Celta nicht ausschließlich aus offensichtlichen Gründen nahe, sondern auch aus persönlichen. Vor vielen Jahren verschwand ihre Schwester. Spurlos. Bei jedem entdeckten Skelettteil ringen die Hoffnung, endlich eine Erklärung für den Verbleib von Elisa in Händen zu halten, und die Angst, dass eines der Gebeine zu ihr gehört, miteinander … doch die engagierte Polizistin muss den Fokus bewahren, Schmerz und Erinnerungen verdrängen: für ein verschwundenes Mädchen läuft die Zeit ab …
Durch die verschiedenen Handlungsstränge und die kurzen Kapitel werden Interesse und Neugier konstant aufrechterhalten, Vorahnungen entfacht und Fragen aufgeworfen. Die Informationen, die wir durch Peggy und ihre neueste Begleitung erhalten, sind ebenso interessant wie schockierend und auch Gretas Situation lässt aufrichtiges Mitgefühl entstehen, während die Abscheu und der Hass auf den organisierten und durchaus intelligenten Täter stetig steigen. Was auf diesen Seiten geschieht, ist grausam und perfide.
Astrid und Eva-Maria haben sich einem Plott bedient, der trotz Vorhersehbarkeit ausreichend Raum für überraschende Twists und Spannung lässt. Die letzten Kapitel sind temporeich, dazu ausgelegt, mitzufiebern. Stilistisch empfand ich diesen Thriller als sehr einfach und detailreich, was dem Verständnis zugutekommt, die Autorinnen hielten eine gewisse Distanz aufrecht, während die Dialoge salopp formuliert waren. Durch die Kombination aus der aktuellen Situation, sprich den Vermisstenfällen und Knochenfunden, den verstörenden Hintergründen und nüchternem Verhalten des Teenagers und den Flashbacks von Mo Celta wurde ein abwechslungsreicher Verlauf konzipiert.

Unangenehm aufgefallen sind mir jedoch die vielen Fehler im Text.

„No-name girl“: bewegend, echt und erschütternd.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere