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Nilchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.09.2023

Verkanntes Juwel!

Zeit der Schuld
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Wie konnte dieses Buch in den Neuerscheinungen untergehen? Was ein tolles Buch, dass in keine Schublade passt, es steht Roman drauf, ist aber auch spannend, denn der Auftakt ist kriminell! Im Mittelpunkt ...

Wie konnte dieses Buch in den Neuerscheinungen untergehen? Was ein tolles Buch, dass in keine Schublade passt, es steht Roman drauf, ist aber auch spannend, denn der Auftakt ist kriminell! Im Mittelpunkt stehen die drei Protagonisten Sunny Wadia, der Leibeigene Ajay und Sunnys Freundin Neda, die sich das barbarische Verhalten ihres Freundes nicht gutheißen kann. Sunny, der unerschöpflich Reiche Erbe eines indischen Imperiums rast in der Nacht mit seinem Mercedes über Menschen, die keine Bleibe haben und unter der Brücke hausen. Viele Tode und wer wird als Schuldiger deklariert? Sein Bediensteter Ajay. Schon hier schlägt die indischstämmige Autorin Deepti Kapoor die erste Brücke zwischen ganz unten und ganz oben. Sie zeigt uns die krasse Verteilung des Geldes über die Schichten und Kasten hinweg. Wie erbarmungslos die Oberschicht das Fußvolk behandelt. Die Autorin zeigt Missstände auf und verarbeitet spannend ihre Erfahrungen als Journalistin. Der Roman mit seinen gut 700 Seiten bezieht sich auf die Zeit von ca 1990 bis 2008.
Das Buch wurde sehr gut aus dem Englischen ins Deutsche übertrage von Astrid Finke. Für Geografie-Liebhaber ist vorne auch eine kleine Karte abgedruckt um die Orte des Romans besser einordnen zu können.
Ich kann es euch nur sehr ans Herz legen, wer sich für Indien und die sozialen Verhältnisse dort interessiert macht mit diesem Roman einen guten Fang!

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Veröffentlicht am 16.09.2023

Kreativ, wild und super gut!

Indigo Wild – Gib dem Monster keine Schokolade
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Ein wirklich kreativ gutes Kinderbuch. Super geeignet für Klasse Leseanfänger ab der 2. Klasse (wenn es schon ein bißchen besser flutscht), denn es gibt mächtig viele Bilder im Buch, der Zeilenabstand ...

Ein wirklich kreativ gutes Kinderbuch. Super geeignet für Klasse Leseanfänger ab der 2. Klasse (wenn es schon ein bißchen besser flutscht), denn es gibt mächtig viele Bilder im Buch, der Zeilenabstand ist schön groß und daher fliegen die Seiten nur so und die Kinder merken schnell: Es geht voran. Davon mal abgesehen, ist die Geschichte auch niedlich wie die Eltern der Geschwister ihnen immer wieder neue Monster nach Hause schicken. Passt ja, wenn die Eltern Monsterforscher sind! Herrlich kreativen Ideen hat die Autorin Pippa Curnick, wenn da Monster wie das Schnurrnix auftaucht. Nun kommt wieder mal ein Karton, aber leider büxt das Ungeheuer aus und die beiden, Indigo (11jähriges Mädchen) und Quick (ihr kleiner Bruder), müssen so allerlei Chaos beseitigen. Nicht zu vergerssen ist die tolle Übersetzung von Karolin Viseneber. Die Illustrationen stammen von der Autorin selbst.

Einer meiner Kinderbuchfavoriten aus dem Jahr 2023!

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Veröffentlicht am 25.08.2023

Ohne Koffer nach Frankreich

Paradise Garden
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Kürzlich wurde “Paradiese Garden” für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Nicht der Grund warum ich es lesen wollte, aber hilft es zu priorisieren. Mich hat von Seite 1 sofort der Schreibstil von Elena ...

Kürzlich wurde “Paradiese Garden” für den Deutschen Buchpreis 2023 nominiert. Nicht der Grund warum ich es lesen wollte, aber hilft es zu priorisieren. Mich hat von Seite 1 sofort der Schreibstil von Elena Fischer fasziniert.

“Manchmal war diese Sehnsucht wie ein Mückenstich an einer Stelle meines Körpers, wo ich zum Kratzen nicht hinkam.”

Sie schreibt poetisch und treffend und ein starkes Unbehagen macht sich beim Lesen breit. Zumindest bei mir, wenn ihre Armut und ihre doch prekären Verhältnisse deutlich werden, aber alltäglich sind. Alleine dafür muss man diesen Roman lesen. Die Autorin findet treffende Beschreibungen, wenn Worte aus dem Mund purzeln wie reife Äpfel von einem Baum. Wirklich überzeugend.

Wir lauschen Billie, die mit 14 Jahren ihre ungarische Mutter Marika verliert und mit uns ihren Sommer Revue passieren lässt bevor die Realität ihr alles nimmt was sie hat.

“Da, wo wir wohnten, hatten die meisten Leute das Wort ›gewinnen‹ längst aus ihrem Wortschatz gestrichen.”

Billie wächst mit ihrer Alleinerziehenden Mutter in einem unschönen Hochhaus irgendwo in Deutschland auf. Wenig bis kein Geld. Das Umfeld ähnlich situiert, aber wohlgesonnen.

Elena Fischer hat ein extrem gutes Debüt geschrieben, den ich allen ans Herzen legen kann. Und ich bin gespannt ob sie es auf die Short Liste schafft! Ich zumindest drücke die Daumen.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Verbrannte Erde

Ewig Sommer
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Abgedroschen, aber hier passt es: Ein Klimawandelroman kombiniert
mit der Frage nach dem eigenen Lebensmodel fern ab jeglicher Standards.

Iris, die Protagonistin, unterhält ein Hotel im erdachten Bad ...

Abgedroschen, aber hier passt es: Ein Klimawandelroman kombiniert
mit der Frage nach dem eigenen Lebensmodel fern ab jeglicher Standards.

Iris, die Protagonistin, unterhält ein Hotel im erdachten Bad Heim. Einst ein idyllischer Kurort nun mitten in einer Brandregion, die Jahr für Jahr, immer länger andauern und das Leben extrem einschränken. Selbst im Oktober noch knapp 40 Grad. Von Feriengästen keine Spur mehr.
Aber plötzlich stehen da Mutter und Kind in der Tür und nehme ein Zimmer.
Im Laufe des Romans nähert sich Hotelbesitzerin und Mutter an.
Der ganzen Roman in dem viel Gerungen wird, mit den eigenen Vergangenheiten, mit der Natur, mit Verantwortungen. Hinzu kommen die Interaktionen miteinander.

„Das Leben, Iris, ist ein Büfett. Jeder wählt sich aus, wie er's meint.«“ S 189

Franziska Gänseler hat mit „Ewig Sommer“ ein sprachlich starken Roman geschrieben. Es liegt fortwährend ein Knistern in der Luft, eine Spannung, die in jedem Satz mitschwingt.
Die Hitze spürte ich förmlich auf der Haut, den Ruß in der Lunge und die Beklemmung am Leib.
Mir hat der ewige Sommer sehr gut gefallen und ich bin gespannt was die Autorin als nächstes vorlegt.

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Veröffentlicht am 01.08.2023

Spannende Drachensuche – ein Fantasyabenteuer für die Grundschule

Das magische Fundbüro
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Meine Nichte heißt Finja, da muss natürlich jedes Buch her wo eine Finja vorkommt! So auch hier im „Magischen Fundbüro“ von Maike Stein. Die 10jährige Finja ist die Protagonistin in diesem sehr magischen ...

Meine Nichte heißt Finja, da muss natürlich jedes Buch her wo eine Finja vorkommt! So auch hier im „Magischen Fundbüro“ von Maike Stein. Die 10jährige Finja ist die Protagonistin in diesem sehr magischen Kinderbuch. Es startet mit Unmut und dem Beginn der Sommerferien und einem Geheimnis, dass alle in ihrer Familie kennen und nur sie wurde zuletzt eingeweiht. Denn die Familie umgibt Magie und sie haben ein Portal in eine andere Welt in dem Antiquariat der Eltern. Finja ist fassungslos und fasziniert zugleich, hier muss man dem Kinderbuch ein großes Lob aussprechen wie Figuren modelliert sind von der Autorin Maike Stein, wie Gefühle und Auseinandersetzungen dargestellt werden. Überhaupt ist es sprachlich eine feine Lektüre. Finja begibt sich nun mit ihrer Freundin Svea und deren Bruder Gil durch das Portal in die Hohe Halle und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.
Das Buch ist geeignet in der Grundschule zu entdecken. Da die Schrift sehr klein ist, ist es kein Erstleserbuch, sondern wirklich eine Geschichte bei der man bereits gut lesen können sollte. Aber es gibt ja auch noch das großartige Vorlesen und hierfür eignet sich diese Geschichte auch besonders gut, eine Entdeckung mit jemanden zusammen, vor allem weil es einen familiären Kontext hat eignet es sich als gemeinsame Lektüre mit den Eltern, Großeltern.
Zum Glück wird es eine Fortsetzung geben mit dem fantastisch fliegendem Fundbüro!

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