Profilbild von Jazz

Jazz

Lesejury Star
offline

Jazz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jazz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.08.2023

Distanziert

Mattanza
0

Das Thema ist absolut innovativ. Einen Roman über den Thunfischfang auf einer fiktiven Insel in Italien habe ich bis dato nicht in die Hände bekommen. Daher hat mich das Thema sehr interessiert, wie sich ...

Das Thema ist absolut innovativ. Einen Roman über den Thunfischfang auf einer fiktiven Insel in Italien habe ich bis dato nicht in die Hände bekommen. Daher hat mich das Thema sehr interessiert, wie sich zum ersten Mal eine Frau in einer Reihe von Männern in einem männerdominierenden Beruf als Oberhaupt schlagen können wird.

Allerdings entwickelte sich der Roman recht schnell in eine politische Richtung. Es ging nicht um Nora und ihren Durchsetzungswillen, sondern vielmehr um die Ethik des Fischfangs, boomenden Tourismus und schließlich die Flüchtlingskrise. Eine Wendung, die ich nicht kommen haben sehe und daher etwas enttäuscht zurückbleibe.

Wer sich allerdings für einen solchen Roman interessiert, dem kann ich das Buch empfehlen. Stilistisch ist er allerdings sehr distanziert geschrieben. Darauf muss man sich einlassen können. Zudem gibt es extrem viele Charaktere, die ich mir nicht alle merken konnte. Eine Charakterliste im Anhang wäre hier hilfreich gewesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.08.2023

Ruhiger Liebesroman

Nachts erzähle ich dir alles
0

Ich bin mit hohen Erwartungen an den Roman heran. Dabei freute ich mich insbesondere auf tiefgründige Gespräche und einen langsam aufbauende, keimende Liebesgeschichte. Alles mit großem Vokabular verpackt. ...

Ich bin mit hohen Erwartungen an den Roman heran. Dabei freute ich mich insbesondere auf tiefgründige Gespräche und einen langsam aufbauende, keimende Liebesgeschichte. Alles mit großem Vokabular verpackt.

Allerdings habe ich mich nach dem Anfang recht schnell gelangweilt. Weder hat es in meinen Augen zwischen den beiden Protagonisten wirklich gefunkt, noch entstand die Beziehung zwischen beiden stetig stabil aufbauend. Es wirkte wie ein Roman, bei dem Sex an erster Stelle stehen muss und alles andere zweitrangig ist, auch wenn die expliziten Szenen nicht ausführlich beschrieben werden. Dass die erste Nacht zwischen beiden auch noch am Abend der Beerdigung stattfand, fand ich pietätlos.

Weitere zentrale Themen im Werk sind Bisexualität, Asexualität, Homosexualität, ungeplante Schwangerschaft, aktive Schwangerschaftsabbrüche, katastrophale Familienverhältnisse, -geheimnisse und -zerwürfnisse, woraus Misstrauen entstand, und Tod. Nebenbei rauchen und trinken die Charaktere pausenlos, um den französischen Flair zu untermauern und ziehen sich alle paar Seiten aus, um ausgiebig zu schwimmen.

Stilistisch baut Landsteiner ab und zu französische Phrasen ein, die man allerdings mit Schulfranzösisch verstehen sollte.

Insgesamt war es eine negative Überraschung und daher Enttäuschung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2023

Irritierender Klappentext

Der schönste Irrtum meines Lebens
0

Unter dem Klappentext habe ich mir einen lustigen, humorvollen, leichten Roman vorgestellt. Leider ist dieser aber dabei sehr irreführend. Denn Aly arbeitet noch lange weiter in ihrem eigentlichen Job ...

Unter dem Klappentext habe ich mir einen lustigen, humorvollen, leichten Roman vorgestellt. Leider ist dieser aber dabei sehr irreführend. Denn Aly arbeitet noch lange weiter in ihrem eigentlichen Job und beginnt mit Fixer Upper mehr als Hobby nebenbei. Auch Dylan und Nicki waren mir nicht rund. Oftmals habe ich mich gefragt, warum sie zusammen gekommen sind, so inkompatibel wirkten sie zueinander. Außerdem hätte ich mich über lustige Intrigen und Manipulationen gefreut. Doch bekommen habe ich die ausführliche Erklärung von einer App...

Die Wandlung von Aly, die am Ende endlich zu sich stehen konnte und wirklich mental an Stärke gewann, hat mir außerordentlich gut gefallen.

Nebenbei gibt es noch einen schwulen Charakter, der auch eine zentrale Rolle als bester Freund Alys spielt.

Wer daher einen Roman lesen will, in der eine Appvermarktung und eine Influencerin im Vordergrund stehen, dem kann ich ihn empfehlen. Ein zweites Mal werde ich den Roman aber nicht lesen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.07.2023

Liebesroman für Musikliebhaberinnen

Where have the Stars gone
0

Saga, die ihren Freund auf einer tragischen Rettungsmission verloren hat, weiß ohne ihn nicht mehr weiter, bis eine Freundin ihr rät, im Sommer in den Highlands zu arbeiten und so den Kopf wieder freizukriegen. ...

Saga, die ihren Freund auf einer tragischen Rettungsmission verloren hat, weiß ohne ihn nicht mehr weiter, bis eine Freundin ihr rät, im Sommer in den Highlands zu arbeiten und so den Kopf wieder freizukriegen. In einem dieser Etappen trifft sie auf Tyler, einem Musiker, der nach Inspiration für sein neues Album sucht.

Stilistisch ist der Roman leicht zu lesen und für Musikliebhaberinnen geeignet.

Inhaltlich gibt es sehr viele Gedichte auf Englisch, die ich überflogen habe, da ich mit Lyrik nicht viel beginnen kann. Außerdem ging es sehr viel um Trauerbewältigung, sodass der verstorbene Freund mit wirklich viel zu viel Platz im Buch einnahm, dafür, dass man als Leserin keine Beziehung zu ihm aufbauen konnte, da er von Anfang an schon tot war. Ansonsten ist es eine idyllische Wanderreise durch Island, sodass ich den Roman gern Frauen empfehle, die selbst schon durch Island gereist sind. Eventuell können sie sich hier alles viel besser vorstellen als ich es konnte. Weiterhin kann ich es Frauen, im Young Adult Alter empfehlen, die in Musik interessiert sind und eventuell selbst wie Saga auch, Musik studieren.

Ansonsten war es mir etwas zu kitschig und auch klischeebeladen mit der Drogenhintergrund. Außerdem lässt Saga etwas im Fluss los, sodass sie die Umwelt verunreinigt und Fische dies eventuell mit Nahrung verwechseln und daran verenden. Das kann ich nicht gutheißen, auch wenn ich die Metapher mit dem Loslassen verstanden habe. Außerdem fand ich es unrealistisch, dass Eine, die noch nie das Land verlassen hat, plötzlich von heute auf morgen ein Flug bucht und den Kontinent verlässt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.06.2023

0815-Liebesroman

Northern Star (Rosenborg-Saga, Band 1)
0

In Northern Star geht es darum, dass Emma es dem Hotelerben Nikolaj heimzahlen will, dass er vor einem Jahr ihre beste Freundin und zugleich Cousine gefeuert hat. Diese hat gleichzeitig aber brisante Informationen ...

In Northern Star geht es darum, dass Emma es dem Hotelerben Nikolaj heimzahlen will, dass er vor einem Jahr ihre beste Freundin und zugleich Cousine gefeuert hat. Diese hat gleichzeitig aber brisante Informationen über die Familie zu vermelden und dafür einiges an Material zusammengetragen, für das nur noch die cherry on top fehlt. Dafür wird nun zufällig Emma von ihrer Agentur erkoren, nach Kopenhagen zu reisen, um mit Niko einen PR-Plan zu erstellen, um ein Hotel in Hamburg zu eröffnen. Dies sieht nun Emma als Wink des Schicksals, um Rache zu nehmen.

Leider gibt sie sich dem Plan aber nicht sehr konsequent hin. Die Handlung wird nicht beharrlich verfolgt. Vielmehr werden interessante Themen angekratzt wie beispielsweise noch ein eventueller, mysteriöser Mord in der Familie, wobei Vieles allerdings nicht aufgelöst wird. Möglicherweise ist man hierfür gezwungen die nächsten Bände zu lesen.

Zudem fand ich manche Szenen etwas unlogisch. Warum sollte eine PR-Agentin Dänen Deutsch beibringen, wenn es dafür Sprachschulen mit ausgebildeten Dozenten gibt? Und wollen die Mitarbeiter in Kopenhagen denn alle wirklich für einen Hoteljob nach Deutschland auswandern? In 6 Wochen fließend Deutsch lernen ist auch utopisch.

Emma wird als die Eine beschrieben, weil sie nicht sofort, sondern am zweiten Tag mit ihm ins Bett springt, wohingegen alle anderen Frauenbekanntschaften von Niko es nie so lange ausgehalten haben... Äh...ja, ich sehe den gravierenden Unterschied.

Ich konnte die Liebe beider auch wenig nachempfinden, da sich beide von Anfang an einfach nur heiß fanden und selbst aber immerhin bemerkten, wie oberflächlich ihre Liebe war, da sie nichts voneinander wussten, weil sie nie über Privates geredet haben.

Auch das aufdringliche, fast schon übergriffige Verhalten Nikos hat mich insbesondere am Anfang gestört, das sich mit der Zeit aber gebessert hat. Da hat man eine Charakterwandlung ins Positive sehen können, wohingegen Emma mir auch am Ende als naives Blondchen daherkam.

Daher hat der Roman wirklich Interessantes am Anfang zu bieten, verfällt dann aber mit der Zeit doch in einen klassischen Liebesroman, den man schon x-mal gelesen hat und daher schnell wieder vergisst. Schade.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere