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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.08.2017

Eine Welt in der die Bevölkerung über Leben und Tod entscheiden darf...

Marthas Widerstand
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... und ob das wirklich so gut ist?

Sieben Tage müssen die vermutlichen Täter in einer Show verbringen, wo über ihre höchstwahrscheinliche Schuld diskutiert wird. Welches Motiv haben Sie? Hat derjenige ...

... und ob das wirklich so gut ist?

Sieben Tage müssen die vermutlichen Täter in einer Show verbringen, wo über ihre höchstwahrscheinliche Schuld diskutiert wird. Welches Motiv haben Sie? Hat derjenige wirklich eine Straftat begannen? Und die wichtigste aller Fragen: Wollen wir diese Person sterben sehen!?
Dann senden sie dafür nur eine SMS mit LEBEN oder STERBEN an die 7997!
Es geht so schnell.. und ist so schön einfach.
Auch Martha ist in diese Situation geraten. Aber kann ein so junges Mädchen wirklich Schuld an dem Tod des weltbekannten Jackson Paige sein? Interessiert das die Bevölkerung überhaupt? Oder wollen sie nur ihre spannende Show geliefert bekommen?

Ein äußerst spannendes Szenario, was durchaus auch Realität werden könnte. In diesem Buch merkt man, wie gut Manipulation und Sensationsgier funktioniert und ja, wie primitiv wir Menschen doch eigentlich sind...

Ein Kapitel enthält immer die Sicht eines bestimmten Protagonisten. Man bekommt nach und nach Informationen geliefert, was an diesem besagten Abend, wo Martha Jackson Paige umgebracht haben soll, wirklich geschehen ist. Zusätzlich wird dadurch eine dynamische Spannung hergestellt, die meiner Meinung nach besonders gegen Ende sehr gut gelungen ist. Durch diese durchweg lebhafte Gestaltung ist das Buch somit eine eindeutige Leseempfehlung meinerseits.

Ich warte nun sehnlichst auf den zweiten Teil und bin gespannt, wie die Geschichte nun weitergeht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Originalität
  • Spannung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.07.2017

Lass dich nicht vom Leben stressen

Manchmal musst du einfach leben
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Eines Tages erleidet Maribeth einen Herzinfarkt und schiebt es zunächst auf den Stress. Als Mutter von zwei Zwillingen und einen zeitlich anspruchsvollen Job kann es ja schon mal vorkommen, dass der Körper ...

Eines Tages erleidet Maribeth einen Herzinfarkt und schiebt es zunächst auf den Stress. Als Mutter von zwei Zwillingen und einen zeitlich anspruchsvollen Job kann es ja schon mal vorkommen, dass der Körper ein wenig verrückt spielt. Erst als ihr beim Arzt die Schreckensnachricht übermittelt wird, realisiert sie wie schnell das Leben doch mit so relativ jungen Jahren vorbei sein könnte.

Durch eine Bypassnotoperation kommt Maribeth entkräftet Zuhause an und sieht wie alles aus der Bahn geraten ist.Trotz Jasons Versprechungen (ihrem Ehemann), dass sie sich keine Gedanken machen solle und er sich um alles kümmere, türmt sich das Geschirr in der Küche und die ungeöffnete Post im Flur. Jason hat es sich zusätzlich leicht gemacht und Maribeth's Mutter zur Hilfe rangezogen, was sie natürlich absolut nicht gut findet. Durch diese Faktoren steht Maribeth unter zusätzlichen Stress bis ihr der Geduldsfaden reißt. Sie packt ihre Tasche und geht. Einfach so.

Für mich war das schon eine sehr radikale Entscheidung von ihr und ich wüsste nicht, ob ich das so einfach könnte. Doch in dem Buch sind die vielen nervenaufreibenden Situationen gut beschrieben, sodass man selber keine Mutti sein muss um ihre Gedanken nachvollziehen zu können. Umso schöner war es dann natürlich, als man dann gelesen hat wie Maribeth auf ihrer kleinen Reise aufgeblüht ist und nun auch endlich Zeit hat für Dinge, die sie vorher nicht machen konnte. Man gönnt es ihr richtig und nimmt ihr ihren Entschluss einer Auszeit nicht übel. Besonders gut haben mir die durchaus sympathischen Charaktere gefallen, die nach und nach in Maribeth's Leben treten. Soviel Glück muss man auch erstmal haben. ;)

Was genau noch alles in ihrer kleinen Auszeit passiert, möchte ich jetzt natürlich nicht sagen, aber es ist mit einer schönen Nebenstory verpackt - auch wenn es mir an manchen Stellen ein bisschen zu kitschig war. Aber alles noch im Rahmen.

Ein durchaus lebensbejahendes Buch, wie der Titel schon vermuten lässt und perfekt dafür um selbst einmal nach einem stressigen Tag abzuschalten.

Veröffentlicht am 28.06.2017

Wenn die Vergangenheit einen einholt

Das Mädchen aus Brooklyn
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In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die Schreckliches in der Vergangenheit erlebt hat und es all die Jahre verschwiegen hat. Als sie ihren Mann erklären möchte, was genau sie durchleben musste und ...

In diesem Buch geht es um eine junge Frau, die Schreckliches in der Vergangenheit erlebt hat und es all die Jahre verschwiegen hat. Als sie ihren Mann erklären möchte, was genau sie durchleben musste und ihm zunächst ein Bild zeigt, reagiert Raphael vorerst schockiert und verlässt die Wohnung. Als er kurzerhand beschließt zu ihr zurückzukehren, ist Anna jedoch plötzlich verschwunden und die spannende Suche nach der Wahrheit beginnt...

Ich fand dieses Buch einfach nur großartig. Man wird wie Raphael ratlos stehen gelassen und möchte sofort mit ihm zusammen rausfinden, was für eine Geschichte sich hinter diesem Bild verbirgt und wer wirklich hinter dieser Frau steckt. Es wird nie lange um den heißen Brei geredet und die Hinweise/Geschehnisse werden einem förmlich um die Ohren geschmissen, sodass man es einfach nicht beiseite packen konnte.

Was natürlich besonders sympathisch bei dem Leser ankommt: Bei den Protagonisten Raphael handelt es sich um einen Autor. Demnach sind im Laufe des Buches auch sehr schöne Textpassagen mit eingepflegt.

Es handelt es sich hierbei also nicht nur um einen spannenden Krimi, sondern auch um einen berührenden Roman. Die Mischung macht's! :)

Veröffentlicht am 28.11.2018

Von der Leichtigkeit des Seins

Erhebung
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Scott hat folgendes Problem: Er nimmt rapide ab. Aber da sich bei ihm äußerlich nichts ändert, scheint es nur die Zahl auf der Waage zu sein, die sinkt. Und das ist noch nicht alles: Wenn er sich mit Gewichten ...

Scott hat folgendes Problem: Er nimmt rapide ab. Aber da sich bei ihm äußerlich nichts ändert, scheint es nur die Zahl auf der Waage zu sein, die sinkt. Und das ist noch nicht alles: Wenn er sich mit Gewichten auf die Waage stellt, scheint das zusätzliche Gewicht schwerelos zu sein. Ein wirklich seltsames Phänomen, wie auch sein Freund Doktor Bob findet. So ein Fall ist ihm in seiner Laufbahn noch nie begegnet, sodass Scott sich dazu entschließt keine sinnlosen Untersuchungen über sich ergehen zu lassen und sein Leben so normal wie möglich weiterzuführen. Jetzt wo seine letzten Tage gezählt sind und er wesentlich entspannt damit umgeht, bleibt auch nicht mehr viel Platz für Vorurteile und Intoleranz. Es dauert schließlich nicht lange, dass er auf einmal mit seinen lesbischen Nachbarn in Kontakt kommt, was all die Wochen und Monate zuvor nie geklappt hat. Und was er Jahre zuvor nie verstanden hat und jetzt erst merkt, ist, dass Vorurteile sich nur in den seltensten Fällen bewahrheiten.


Für mich persönlich habe ich festgestellt, dass ich einen ausführlicheren King lieber mag, als seine Kurzgeschichten. Ich liebe einfach seine detaillierten Charakterbeschreibungen und sein Auge fürs Detail. Aber nichtsdestotrotz ist dieses Buch mit seiner Dicke von nur 140 Seiten wirklich sehr berührend und aussagekräftig. Es liest sich sehr schnell und ist unfassbar gut geschrieben, aber da sind wir ja von King auch nichts anderes gewöhnt.

Veröffentlicht am 19.10.2018

Wer ist Sofia?

Sofia trägt immer Schwarz
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„Man konnte innehalten, eines betrachten und alle anderen ignorieren. Oder aber man verteilte sie auf dem Boden und dachte sich selbst eine Handlung aus, denn es gab keine Handlung, sondern nur Schönheit ...

„Man konnte innehalten, eines betrachten und alle anderen ignorieren. Oder aber man verteilte sie auf dem Boden und dachte sich selbst eine Handlung aus, denn es gab keine Handlung, sondern nur Schönheit und Zufall.“

Dieses Zitat auf Seite 227 in diesem Buch fasst eigentlich ziemlich gut zusammen, wie die Geschichte aufgebaut ist und was einen erwartet: Nämlich keine richtige Handlung, aber doch eine aussagekräftige Message. Das Buch besteht aus einzelnen Kapiteln, die aus Sicht eines Freundes, Familienmitgliedes oder auch nur eines Bekannten von Sofia geschrieben sind. So bleibt die eigentliche Protagonistin immer auf Distanz. Wir erfahren in diesem Buch also nicht, wer Sofia wirklich ist. Was sind ihre Gedanken und Absichten? Das bleibt alles Interpretationssache.

Man könnte meinen, dass man sich ein genaues Bild von einer Person schaffen kann, wenn man die vielen Erzählungen von den einzelnen Personen in Erfahrung bringt. Doch dem ist nicht so. Sofia hat zu jedem selbstverständlich eine andere Beziehung, demnach sind ihre Gedanken, Absichten und Gefühle niemals wirklich nachvollziehbar.

Da man es normalerweise anders von Büchern gewohnt ist, kann ich mir vorstellen, dass es sich für viele sehr anstrengend gestaltet. Man hat halt keine „handfeste“ Protagonistin. Auch für mich war es stellenweise ein wenig mühsam, dass ich zu Beginn auch noch nicht erahnen konnte, worauf der Autor hinaus möchte. Im Nachhinein betrachtet finde ich aber den Grundgedanken von Paolo sehr schön umgesetzt, sodass ich es nicht bereut habe ein weiteres Werk von ihm gelesen zu haben.