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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2023

Finsterste, gnadenlose, niemals endende Nacht

Straffers Nacht
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Das Buch zeigt die fiktiven Gedanken eines ehemaligen SS-Manns nach dem Krieg. Er war einst ein hohes Tier, arbeitet jetzt als Nachtwächter, doch die Vergangenheit beherrscht seine Gedanken. Reue hat er ...

Das Buch zeigt die fiktiven Gedanken eines ehemaligen SS-Manns nach dem Krieg. Er war einst ein hohes Tier, arbeitet jetzt als Nachtwächter, doch die Vergangenheit beherrscht seine Gedanken. Reue hat er keine. Hinzu kommt sein kalter, scharfer Blick auf die Gesellschaft der sechziger, für die er viel Verachtung übe hat.
Erst als er einen neuen Kollegen bekommt, der Jude ist und unbequeme Fragen stellt, gerät Straffer in die Defensive.

Ich war zunächst skeptisch, ob diese Gedankenwelt eines solchen Mannes authentisch sein kann, aber mit der Zeit entfaltet sich die Dichte und düstere Atmosphäre mehr und mehr.

Das Buch funktioniert, weil Wolfgang Wissler die literarischen Qualitäten hat und seinen Roman geschickt entwickelt.
Es ist ein ungemütliches Buch, da man dicht bei dieser Hauptfigur ist. Es ist aber auch eins, dass man deswegen nicht so schnell vergisst.

Veröffentlicht am 16.08.2023

Finsterste, gnadenlose, niemals endende Nacht

Straffers Nacht
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Das Buch zeigt die fiktiven Gedanken eines ehemaligen SS-Manns nach dem Krieg. Er war einst ein hohes Tier, arbeitet jetzt als Nachtwächter, doch die Vergangenheit beherrscht seine Gedanken. Reue hat er ...

Das Buch zeigt die fiktiven Gedanken eines ehemaligen SS-Manns nach dem Krieg. Er war einst ein hohes Tier, arbeitet jetzt als Nachtwächter, doch die Vergangenheit beherrscht seine Gedanken. Reue hat er keine. Hinzu kommt sein kalter, scharfer Blick auf die Gesellschaft der sechziger, für die er viel Verachtung übe hat.
Erst als er einen neuen Kollegen bekommt, der Jude ist und unbequeme Fragten stellt, gerät Straffer in die Defensive.

Ich war zunächst skeptisch, ob diese Gedankenwelt eines solchen Mannes authentisch sein kann, aber mit der Zeit entfaltet sich die Dichte und düstere Atmosphäre mehr und mehr.

Das Buch funktioniert, weil Wolfgang Wissler die literarischen Qualitäten hat und seinen Roman geschickt entwickelt.
Es ist ein ungemütliches Buch, da man dicht bei dieser Hauptfigur ist. Es ist aber auch eins, dass man deswegen nicht so schnell vergisst.

Veröffentlicht am 15.08.2023

autoskopische Erzählungen

Sprechen lernen
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Hilary Mantel gehörte sicherlich zu den bedeutenden Autorinnen der letzten 20 Jahre. Dieses Buch zeigt ihre Erzählungen über ihre Kindheit und Jugend in England der fünfziger und sechziger Jahre. Die ...



Hilary Mantel gehörte sicherlich zu den bedeutenden Autorinnen der letzten 20 Jahre. Dieses Buch zeigt ihre Erzählungen über ihre Kindheit und Jugend in England der fünfziger und sechziger Jahre. Die Geschichten zeigen ein Mädchen in verschiedenen Altersabschnitten, mal Kind, mal schon fast erwachsen. Öfters geht es auch um die Mutter, nur im Hintergrund um Väter und Stiefväter.
Am besten haben mir die ersten beiden Geschichten gefallen, aber auch Hoch in den dritten Stock, n der das 18jährige Mädchen zusammen mit ihrer Mutter in einem Kaufhaus arbeitet. Auch die Titelgeschichte hat etwas!

Mich haben die unaufdringlichen Geschichten sehr angesprochen.
Sehr lesenswert!

Veröffentlicht am 05.08.2023

Die Geschichte der Eltern

Natürlich kann man hier nicht leben
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Natürlich kann man hier nicht leben ist ein ziemlich guter Debütroman, der eine gewisse Zeit in der Türkei zeigt.
Die 16jährige Nilay ist in Deutschland als Kind türkischer Flüchtlinge geboren. Es drängt ...

Natürlich kann man hier nicht leben ist ein ziemlich guter Debütroman, der eine gewisse Zeit in der Türkei zeigt.
Die 16jährige Nilay ist in Deutschland als Kind türkischer Flüchtlinge geboren. Es drängt sie danach, in die Türkei zu gehen. Das bildet geschickt die Klammer dazu, die Geschichte der Eltern zu erzählen. Selim und Hüyal erleben die Zeit der Militärdiktatur in der Türkei ab 1980. Man gewinnt durch diese gut und realistisch entworfenen Figuren ein Bild davon, unter welchen Bedingungen normale Menschen damals lebten, bedroht durch die Repressalien der Rechten.
Die Handlung zieht sich durch die Jahre 1980 bis 1993. Dann gehen Selim und Hüyal aus Sicherheit nach Deutschland. Das ist zunächst auch nicht einfach.
Man kann die Figuren und ihr Emotionen verstehen. Die Autorin hat die Zeit gut recherchiert und nachempfunden. Das ist die Stärke des Buches. Es ist zu hoffen, dass Özge Inan noch weitere Romane schreiben wird, denn dieser ist ihr gut gelungen.

Veröffentlicht am 02.08.2023

Der Grenzbereich

Die Erinnerungsfotografen
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Der Fotograf Hirasaka empfängt in seinem Atelier gerade Verstorbene in einem Zwischenbereich hin zur Ewigkeit. Er ist ihr Wegbegleiter und zeigt ihnen Fotos, die ihr Leben dokumentieren. Für jeden Tag ...

Der Fotograf Hirasaka empfängt in seinem Atelier gerade Verstorbene in einem Zwischenbereich hin zur Ewigkeit. Er ist ihr Wegbegleiter und zeigt ihnen Fotos, die ihr Leben dokumentieren. Für jeden Tag des Lebens eine Aufnahme.

Noch einmal anhand eines Fotos einem besonderen Moment im Leben zu zeigen.
Mit dieser Methode kann SanKa Hiragi verschiedene Geschichten erzählen und sie durch diesen Rahmen zusammenhalten.

Die erste Episode dreht sich um Hatsue, die Kindergärtnerin und Erzieherin war. Eine Aufgabe, der sie mit Leidenschaft nachging. Für mich der stärkste Abschnitt. Aber auch die nächsten Kapitel haben einiges zu bieten.
Der nächste Gast ist ein eigenes Kaliber, ein gewalttätiger Yakuza.
Mitsuro, ein Mädchen als letzter Gast schließt das Buch mit einer Überraschung ab.

Die Übersetzung aus dem Japanischen von Yukiko Luginbühl und Sabine Mangold kommt mir gelungen vor, da sich der Text gut und flüssig lesen lässt. Wirklich ein Lesevergnügen.
Ein lesenswertes Buch!