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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.08.2023

Verhütungsgerechtigkeit

Überfällig
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Nenne drei Verhütungsmethoden für Frauen: Antibabypille, Spirale, Verhütungsring, Diaphragma. Nenne drei Verhütungsmethoden für Männer: Kondom. Tja – und dann? Verhütung ist noch immer überwiegend Frauensache. ...

Nenne drei Verhütungsmethoden für Frauen: Antibabypille, Spirale, Verhütungsring, Diaphragma. Nenne drei Verhütungsmethoden für Männer: Kondom. Tja – und dann? Verhütung ist noch immer überwiegend Frauensache. Denn die Person, die schwanger werden kann, der ist an der Verhinderung einer Schwangerschaft eben auch besonders gelegen. Ziemlich unfair, und das findet auch Franka Frei in ihrem Buch „Überfällig“, in dem sie für eine fairere Verhütung beider Geschlechter plädiert.
Es könnte auch so einfach sein mit der Verhütung für Männer, die den Körper der Frau mit einer Mehrbelastung an Hormonen entlasten würde. Ein erhöhtes Thromboserisiko, Depressionen, Libidoverlust und Stimmungsschwankungen sind nämlich nur ein Teil der Begleiterscheinungen von mit Hormonen verhütenden Frauen. Längst gibt es nicht nur Ideen, nicht nur Prototypen, sondern funktionierende thermische Verhütungsmöglichkeiten für Männer. Wusstet ihr zum Beispiel, dass die Hoden deshalb außerhalb des Körpers sitzen, weil bereits die innere Körpertemperatur zu warm für Spermien sind? Erhöht man die Temperatur nur um ein paar Grad, werden die Spermien derart unbrauchbar, dass sie gar nicht mehr in der Lage sind eine Eizelle zu befruchten, geschweige denn überhaupt gescheit zu ihr hinzuschwoggern.
Eigentlich ein verdammt gutes Präparat, warum ist das noch nicht auf dem Markt? Diesen Umstand erläutert die Autorin, gibt einen historischen Abriss über die Geschichte der Verhütung und führt interessante Gespräche mit verhütenden Männern.

„Überfällig“ kann ich allen Personen egal welchen Geschlechts nahelegen. Wirklich Boys (Gays vielleicht ausgenommen), ihr solltet ein Interesse daran haben zu wissen, was in unseren Körpern gegenwärtig abgeht und wie ihr euren Anteil daran schultern könnt Schwangerschaften zu verhindern, die auch euch betreffen! Ehrlich gesagt finde ich, dass dieses Buch bereits in der Pubertät gelesen werden sollte. Junge Mädchen bekommen Hormonpräparate verschrieben, weil es „alle so machen“ ohne über die Konsequenzen nachzudenken.

Veröffentlicht am 16.08.2023

Ein Buch zum Wegschmökern!

Frau Komachi empfiehlt ein Buch
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Jeder, der vor Frau Komachis Schreibtisch in der Bücherei steht, bekommt von ihr die Frage gestellt: "Wonach suchen Sie?" Und jeder von ihnen ist auf seine oder ihre Weise suchend - in der Bibliothek als ...

Jeder, der vor Frau Komachis Schreibtisch in der Bücherei steht, bekommt von ihr die Frage gestellt: "Wonach suchen Sie?" Und jeder von ihnen ist auf seine oder ihre Weise suchend - in der Bibliothek als auch im Leben.
Da ist die junge Verkäuferin der Damenbekleidungsabteilung in einem großen Kaufhaus, die mit ihrem Job unzufrieden ist und im Gemeindezentrum eine Lehrveranstaltung besuchen will. Eine Mutter, die ihren Beruf zurückstellen musste, fühlt sich von der Gesellschaft allein gelassen dabei, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Ein Pensionär findet sich in seiner veränderten Lebenssituation nicht zurecht, die Suche nach einem Hobby führt ihn in den Go-Kurs des Gemeindezentrums. Ein junger Mann, der nach seinem Studium keine Arbeit gefunden hat und nun durchs Leben driftet, findet Inspiration in einem biologischen Bildband. Bei der Suche nach passenden Büchern erhalten sie von Frau Komachi passende Vorschläge, doch jedesmal ist da diese eine Empfehlung auf der Liste, die so gar nicht ins Konzept zu passen scheint. Jeder, der sich auf Frau Komachis Empfehlung einlässt, begibt sich anschließend auf die Findung hin zu einem neuen Selbst.

"Frau Komachi empfiehlt ein Buch" lässt sich prima wegschmökern. Die einzelnen Geschichten teilen das Buch in angenehme Abschnitte. Die titelgebende Bibliothekarin ist in ihrem eigenen Buch eine Statistin, viel näher ist man den Suchenden. Jede Person in dem Buch mit ihrer individuellen Lebenssituation bietet ein gewisses Identifikationspotential. Ich hab die Lesezeit mit diesem Buch sehr genossen!

Veröffentlicht am 09.08.2023

Ein Zwergkaninchen, das eine Familie noch enger zusammenbringt

Mischka
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Endlich hat Royas Familie eine permanente Aufenthaltserlaubnis erhalten, jetzt sind sie Niederländer! Zu einer richtigen Familie gehört aber auch ein Haustier, und so findet das weiße fluffige Zwergkaninchen ...

Endlich hat Royas Familie eine permanente Aufenthaltserlaubnis erhalten, jetzt sind sie Niederländer! Zu einer richtigen Familie gehört aber auch ein Haustier, und so findet das weiße fluffige Zwergkaninchen Mischka seinen Weg in die Familie. Jeder liebt Mischka, Royas Eltern, ihr ältester Bruder Bashir, der besonnene Hamayun und Navid, mit dem Roya zusammen in die Grundschule geht. Jeden Tag rennen sie und ihr Bruder gemeinsam nach Hause, denn wer als erstes da ist, darf mit Mischka spielen. Mit Mischka in ihrer Mitte spricht die Familie über ihre Erlebnisse auf der Flucht aus Afghanistan nach Europa, denn Roya war noch so klein, dass sie sich gar nicht an so viel erinnern kann. Erst mit den Erzählungen kommen die Erinnungen wieder.
Doch dann büxt Mischka ausgerechnet an dem Tag aus dem Stall aus, als Roya ihr Referat über Zwergkaninchen vor der Klasse halten soll. Royas Angst um das geliebte Familienmitglied überwältigt sie komplett, doch mit ihren drei großen Brüdern an ihrer Seite, mit der Roya schon mal eine Flucht quer durch Europa gemeistert hat, sollte es doch möglich sein Mischka wiederzufinden - oder nicht?

"Mischka" ist eine wunderbar sensible Annäherung an das Thema Flucht. Die Familienmitglieder um Roya finden in dem flauschigen Zwergkaninchen ein Ventil für die Erfahrungen, denn was man einem Tier ins weiche Fell flüstert, behält es ganz für sich allein.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen!

Veröffentlicht am 07.08.2023

My Roomate is MORE CATS!

My Roommate is a Cat 6
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Der menschenscheue Subaru wird immer besser darin soziale Kontakte zu knüpfen. Nachdem er einen entlaufenen Kater seiner Besitzerin zurückbringt, stellt er fest, dass Katze Haru sehr verändert und irgendwie ...

Der menschenscheue Subaru wird immer besser darin soziale Kontakte zu knüpfen. Nachdem er einen entlaufenen Kater seiner Besitzerin zurückbringt, stellt er fest, dass Katze Haru sehr verändert und irgendwie unruhig ist. Während einer Besprechung bei sich zu Hause finden Subaru und sein Lektor eine Gruppe kleiner Kätzchen unter der Terrasse. Sie wurden wohl von ihrer Mutter verlassen. Subaru bringt die Kleinen zur Tierärztin, bei der er auch anspricht, dass Haru sich derzeit seltsam verhält. Die Tierärztin rät Subaru sich künftig noch etwas mehr um Haru zu kümmern, weil sie sich vernachlässigt fühlen könnte.
Die Geschichte, die seit Band 1 immer abwechselnd aus der Sicht von Subaru und aus der Sicht Harus erzählt, offenbart in Harus Kapitel, dass sie die verlassenen Kätzchen längst wahrgenommen hat und Subaru auf diese aufmerksam zu machen versucht. Haru will unbedingt, dass es den Katzenbabys gut geht, und so kommt es zustande, dass sie und Subaru sich ein wenig missverstehen. Haru erkennt aber, dass Subaru ein gutes Zuhause für die Katzenkinder finden will. Noch nicht alle können an neue Besitzer vermittelt werden, und so entschließt Haru sich eine gute große Schwester für die kleinen Kätzchen zu werden.

Mal wieder eine supersüße Katzengeschichte um das willensstarke Katzenmädchen Haru und den schusseligen Subaru! Einen Punkt Abzug gibts meinerseits aber wegen der unzusammenhängenden Episoden, die nichts mit der eigentlichen linearen zu tun hatten und mir persönlich nicht so zugesagt haben, weil ich einfach viel lieber die eigentliche Geschichte weiterverfolgen wollte. Doch auch trotz dieses ungewollten Intermezzos ist “My Roommate is a Cat” für mich nach wie vor ein Wohlfühlmanga, zu dem ich gerne immer wieder zurückkehre!

Veröffentlicht am 07.08.2023

Ein Buch, das Frauen für ihre Karriere lesen sollten!

Das Arroganz-Prinzip
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Frauen sind von der Venus, Männer sind vom Mars. Und genau so fühlt sich Kommunikation manchmal an – als würden zwei Aliens miteinander sprechen. Gerade im Berufsleben kann das äußerst zäh sein. Peter ...

Frauen sind von der Venus, Männer sind vom Mars. Und genau so fühlt sich Kommunikation manchmal an – als würden zwei Aliens miteinander sprechen. Gerade im Berufsleben kann das äußerst zäh sein. Peter Modler beschäftigt sich in seinen sogenannten “Arroganztrainings” damit, Frauen eine Kommunikationsweise beizubringen, mit der sie sich gegenüber ihren männlichen Kollegen behaupten können. Bald schon sind seine Kurse über Monate im Voraus ausgebucht, so dass dieses Buch entstanden ist.

Als Buchhändlerin hatte ich bisher mehr weibliche als männliche Kollegen, fand das Thema des Buches aber so interessant, dass ich mich damit trotzdem gerne beschäftigen wollte. Männer kommunizieren, so sagt Modler, anders als Frauen. Oft äußern Männer nonverbale Botschaften wie Revierverhalten, wie man in einigen von Modlers im Buch vorgestellten Fallbeispielen nachlesen kann. Da wird dann schon mal der Bürotisch der Vorgesetzten zu einem kleinen Kampfplatz, um die geltenden hierarchischen Gegebenheiten zu verschieben. Den Kommunikationsstil von Männern finden die Frauen, von denen Modler in seinem Buch aus den Kursen berichtet, respektlos und arrogant. Modler versucht zu vermitteln und erklärt, dass diese Art der Kommunikation, nämlich auch mal einen Rempler zu verabreichen und jemandem einen Spruch zu drücken, unter Männern sportlich zum guten Ton gehört und überhaupt nicht persönlich aufgefasst wird.
Modlers Beispiele sind verständlich und einleuchtend, so dass man einen guten Eindruck bekommt, wie man als Frau seine Kommunikation erfolgreich für die Ebenen gestalten kann, in denen nach wie vor eher Männer als Frauen vorkommen.

Auch wenn ich das Wissen dieses Buches sicher nicht unbedingt in meinem Arbeitsalltag anwenden kann, hab ich dennoch einige Kenntnisse daraus gewonnen. Einem Transmann in meinem Umfeld habe ich das Buch auch empfohlen, weil ich mir vorstellen kann, dass es einem als Frau geborenem Mann, dem die männliche Sozialisation fehlt, helfen könnte eine andere Art der Kommunikation zu erlernen.