Stationen der Menschlichkeit
Südfall1944. Als Einziger kann sich Dave nach dem Abschuss seines Fliegers mit dem Fallschirm retten und landet im nordfriesischen Watt. Eine sehr alte Dame, siebzig oder achtzig, findet ihn zwischen den Prielen ...
1944. Als Einziger kann sich Dave nach dem Abschuss seines Fliegers mit dem Fallschirm retten und landet im nordfriesischen Watt. Eine sehr alte Dame, siebzig oder achtzig, findet ihn zwischen den Prielen und gewährt dem Briten Unterschlupf. Obwohl er hier ausharren könnte bis zum Kriegsende, treibt ihn eine innere Kraft, von Husum der Küste entlang bis nach Dänemark zu fliehen, um von dort weiter nach England zu gelangen.
Von recht unterschiedlichen Personen erzählt Florian Knöppler in dieser ungewöhnlichen Geschichte. Jeder ist ein Kapitel gewidmet, alle begegnen Dave auf seinem Weg in die Heimat. Wie werden sie auf das Aufeinandertreffen reagieren, werden sie ihm helfen, ihn ignorieren oder ihn gar verraten? Etliche einzelne Episoden, die doch wiederum zusammenhängen und mit vielerlei Gedanken und Gefühlen aufwarten, präsentiert Florian Knöppler mit seinem angenehm ruhigen Schreibstil. Manche Figuren geben mehr von sich preis, manche weniger, nicht immer erfährt der Leser, welche Gründe die einzelnen Menschen zu ihrem Tun bewegen, aber auch der Feind ist ein Mensch, das ist wohl die wesentliche Aussage dieses Romans.
Ein Buch über Mut und Aufrichtigkeit, welches berührend anders ist als ein typischer Fluchtroman. Gerne vergebe ich vier Sterne und eine Leseempfehlung!