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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.12.2024

Eher ein Jugendbuch

Das kleine Café der zweiten Chancen
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Himari, ein junges Mädchen, war bis zu einem Unfall ein Wunderkind am Klavier. Bisher zu Höchstleistungen angetrieben von ihrer lieblosen Mutter, kann sie dieser nichts mehr Recht machen. Nach einer merkwürdigen ...

Himari, ein junges Mädchen, war bis zu einem Unfall ein Wunderkind am Klavier. Bisher zu Höchstleistungen angetrieben von ihrer lieblosen Mutter, kann sie dieser nichts mehr Recht machen. Nach einer merkwürdigen Begegnung mit einer alten Frau landet sie im kleinen Café der zweiten Chancen.
Wer hat es sich nicht schon einmal gewünscht, ein Erlebnis, das man bereut oder eine Entscheidung, die man vielleicht vorschnell getroffen hat, rückgängig machen zu können? Genau das ist an diesem fast schon magischen Ort möglich und hat mich neugierig gemacht.
Dies ist mein erstes Buch einer japanischen Autorin und der Schreibstil war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, da er so schnörkellos und klar war, dafür aber mit durch seine auf mich sehr entschleunigend wirkende Erzählweise punkten konnte. Im Café selbst herrschte eine ganz besondere heimelige Wohlfühlatmosphäre und die, wenn auch nur kurzen, Rückblenden in die Vergangenheit der Gäste haben zum Nachdenken angeregt.
Leider haben sich im Laufe der Handlung aber Himaris Alltagssorgen mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt und ich hatte zunehmend den Eindruck, ein Jugendbuch zu lesen. Der Roman hat sicherlich einige magische Momente, aber im Großen und Ganzen hatte ich etwas völlig anderes erwartet.

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Veröffentlicht am 29.09.2024

Überleben um jeden Preis

Und später für immer
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Der Funker Johann desertiert kurz vor Ende des 2. Weltkrieges mit einigen seiner Kameraden und findet Unterschlupf auf dem Hof seiner Tante. Er hat nur noch ein Ziel: zu überleben, um Frau und das vielleicht ...

Der Funker Johann desertiert kurz vor Ende des 2. Weltkrieges mit einigen seiner Kameraden und findet Unterschlupf auf dem Hof seiner Tante. Er hat nur noch ein Ziel: zu überleben, um Frau und das vielleicht schon geborene Kind in die Arme schließen zu können.
Der Autor Volker Jarck versteht es, die Angst Johanns vor einer Entdeckung spürbar werden zu lassen. Jedes Geräusch lässt ihn förmlich erstarren. Der immer gleich monotone Tagesablauf verändert sich etwas, als die Nachbarstochter Frieda ihn entdeckt und beide sich zaghaft annähern. Bis zum Schluss war es mir nicht klar, was hierbei stärker ausgeprägt war – Johanns Panik, verraten zu werden oder sein grundlos schlechtes Gewissen seiner Frau gegenüber.
Der Autor schreibt ziemlich nüchtern und eher sachlich. Die recht kurzen Kapitel haben mich eher an Johanns knappe Tagebucheinträge erinnert.
Eingestreut sind immer wieder Rückblicke in das Leben als Soldat und auch in die Zeit des Kennenlernens seiner späteren Frau. Gerade hierüber hatte ich auch aufgrund des schön gestalteten Covers mehr erwartet, vor allem mehr Gefühl.
Das Ende hat mir überhaupt nicht gefallen, es war mir zu abrupt und zu offen.

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Veröffentlicht am 21.12.2023

Etwas weniger Themen hätten der Geschichte gut getan

Die Buchbinderin von Oxford
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Die Zwillingsschwestern Peggy und Maude leben seit dem Tod ihrer Mutter allein auf einem Hausboot in einem Oxforder Arbeiterviertel. Beide arbeiten als Buchbinderinnen. Während Maude, die etwas entwicklungsverzögert ...

Die Zwillingsschwestern Peggy und Maude leben seit dem Tod ihrer Mutter allein auf einem Hausboot in einem Oxforder Arbeiterviertel. Beide arbeiten als Buchbinderinnen. Während Maude, die etwas entwicklungsverzögert zu sein scheint, im Falzen der Papierseiten ihre Bestimmung gefunden hat, wünscht sich Peggy schon seit Jahren mehr – viel mehr, denn sie möchte die Bücher nicht nur lesen sondern auch studieren.
Andererseits fühlt sie sich Maude gegenüber in der Verantwortung, hat aber Probleme Hilfe bei der Unterstützung der Schwester anzunehmen und verhält sich mitunter auch recht eifersüchtig. Dieser Wesenszug macht Peggy nicht gerade sympathisch.
Neben dieser etwas schwierigen Beziehung der Schwestern nehmen die aufkeimenden Frauenrechte einen großen Platz ein sowie die Grippe-Epidemie und der erste Weltkrieg mit Flüchtlingen, Toten und Verwundeten. Und auch für eine zarte Liebesgeschichte findet sich noch Platz.
Ich habe mich doch schwer getan, einen Zugang zum Buch zu finden. Obwohl mich Bücher über Bücher immer ansprechen und die Schilderungen des Buchbinderhandwerks sehr interessant waren habe ich mich oft dabei erwischt, gedanklich abzuschweifen. Die breite Themenvielfalt war mir dann doch zu viel des Guten und hat einige unnötige Längen mit sich gebracht.
Die Handlung an sich plätscherte eher ruhig vor sich hin, und Peggy war mir fast bis zum Schluss ein Rätsel. Mein persönliches Highlight waren die Briefe von Tilda, deren Kriegsschilderungen schon sehr realitätsnah und beklemmend waren.
Das Cover gefällt mir sehr gut in der Farbgestaltung; einzig die seitlichen Ranken haben mir eine Leichtigkeit vorgegaukelt, die in der Geschichte nicht zu finden war.

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Veröffentlicht am 19.08.2023

Leider nur Durchschnitt

Kommissar Jennerwein darf nicht sterben
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Eigentlich hätte mir beim Anblick des Covers schon klar sein müssen, dass sich dieser Band von seinen Vorgängern unterscheiden wird. Aber die Vorfreude auf ein „Wiederlesen“ mit Kommissar Jennerwein und ...

Eigentlich hätte mir beim Anblick des Covers schon klar sein müssen, dass sich dieser Band von seinen Vorgängern unterscheiden wird. Aber die Vorfreude auf ein „Wiederlesen“ mit Kommissar Jennerwein und seinem Team war dann doch zu groß.
Jennerwein soll sich in einem Wellness-Hotel eine Auszeit gönnen und findet tatsächlich so langsam Gefallen an den abwechslungsreichen Anwendungen. Allerdings ist das nicht von langer Dauer, denn ein sehr anhänglicher Asiat möchte ihm einen Ermittlungsauftrag erteilen: er soll das Verschwinden eines Mitarbeiters in einem Großkonzern für KI aufklären.
Doch damit nicht genug – parallel dazu haben Ganoven einen Profikiller engagiert, der Jennerwein ins Jenseits befördern soll.
Da ich etliche der Vorbände gelesen habe habe ich mich auf einen weiteren witzigen, manchmal etwas überzogenen, aber durchaus amüsanten Krimi gefreut. Leider waren diese Art der Lesemomente eher rar gesät, denn im Vordergrund der Handlung stand die Künstliche Intelligenz und das zum Teil über einen seeeeehr langen Teil des Buches.
Leider nur Durchschnitt.

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Veröffentlicht am 15.08.2023

Nett für zwischendurch

Das Glück der Geschichtensammlerin
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Im Mittelpunkt steht Janice, eine perfekte Raumpflegerin mit viel Empathie. Sie sammelt Geschichten ihrer Auftraggeber, denn auch das Zuhören liegt ihr. Im ersten Drittel des Buches stehen jede Menge kleinerer ...

Im Mittelpunkt steht Janice, eine perfekte Raumpflegerin mit viel Empathie. Sie sammelt Geschichten ihrer Auftraggeber, denn auch das Zuhören liegt ihr. Im ersten Drittel des Buches stehen jede Menge kleinerer Episoden im Vordergrund. Diese werden aber nach und nach durch Janices Geschichte in den Hintergrund gedrängt. Es braucht eine ganze Zeit bis sie bereit ist sich zu öffnen und ihre eigene Geschichte preiszugeben.
Bei diesem Buch haben mich sowohl Titel als auch Cover und Klappentext geködert und ich habe mich auf einen lockeren und unterhaltsamen Roman gefreut. Der Schreibstil der Autorin Sally Page ist eher gemächlich und unaufgeregt und die Handlung dümpelt über eine längere Zeit recht ruhig vor sich hin. Obwohl sich die Kapitel gut haben lesen lassen ist der Funke bei mir trotzdem nicht übergesprungen.
Was mir allerdings sehr gut gefallen hat ist die Entwicklung, die Janice im Laufe des Romans durchlebt; ihren Mut zu Veränderung und Neubeginn.
„Das Glück der Geschichtensammlerin“ hat zwar nicht meine Erwartungen erfüllt, mir aber trotzdem einige schöne Lesestunden beschert.

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