Profilbild von kiranight2016

kiranight2016

Lesejury Star
offline

kiranight2016 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit kiranight2016 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.03.2024

Wunderschöne Sprache - schweres Thema

Zitronen
0

„Zitronen“ von Valerie Fritsch ist ein Meisterwerk der Prosa, welches in knapper Form eine tiefgründige Geschichte erzählt, die der Titel in keiner Weise vermittelt.
Es handelt von der Kindheit des kleinen ...

„Zitronen“ von Valerie Fritsch ist ein Meisterwerk der Prosa, welches in knapper Form eine tiefgründige Geschichte erzählt, die der Titel in keiner Weise vermittelt.
Es handelt von der Kindheit des kleinen August, der in einem zu Hause aufwächst, wo der Vater ihn schlägt und die Mutter ihn nicht schützt, sondern erst zur Stelle ist, wenn sie ihre Arme ausbreiten kann, um ihn im Nachhinein zu pflegen und zu umsorgen. Noch schlimmer wird seine Situation, als der Vater die Familie ohne ein Wort verlässt und die Mutter nun mit Medikamenten dafür sorgt, dass August ihr hilflos ausgeliefert ist und seine Kindheit ans Bett gefesselt verbringen muss.

In einer sehr poetischen Sprache vermittelt Valerie Fritsch in sehr knappen Worten und doch wortgewaltig ihre Geschichte. Bei all der Trübsinnigkeit, die vermittelt wird, möchte man sich so viele schöne Sätze aufschreiben, die im Kopf hängen bleiben. Dabei sind jedoch die Beschreibungen von Natur und Landschaft viel bildhafter als die der handelnden Personen, die mir allesamt über das ganze Buch hinweg distanziert und fremd geblieben sind. Ich gehe davon aus, dass dies von der Autorin durchaus beabsichtigt ist.
Das Lesen fiel mir aufgrund des teilweise seltsamen Satzbaus schwer und durch die durchweg melancholische Stimmung, welche nur durch ganz kurze glückliche Momente durchbrochen wurde, ist es definitiv keine leichte Lektüre für zwischendurch. Das Thema an sich gibt das auch gar nicht her.
Die Autorin behält ihren roten Faden jedoch die ganze Zeit bei - die Kindheit, Jugend und das Erwachsenenalter von August, seine Psyche und Entwicklung ist nachvollziehbar und authentisch.
Teilweise verliert sich die Autorin jedoch in meinen Augen in Nebengeschichten, die ebenfalls trübsinnig sind und bei mir ein Stück weit Langeweile aufkommen ließen.
Die Zitronen vom Titel und Cover als Leitmotiv finden sich im Buch an vielen Stellen wieder und ziehen sich somit durch die gesamte Geschichte – immer wieder und in unterschiedlichsten Formen und Variationen. Auch die dargestellte Zersplitterung ist passend gewählt; stellt sie doch die Zerrissenheit von August dar. Ich finde Cover und Titel somit recht passend zum Inhalt, auch wenn es vordergründig zunächst überhaupt nicht passend erscheint.
Insgesamt war dieses Buch für mich ein sehr beeindruckendes Werk mit einem intensiven Inhalt. Es war nicht leicht zu lesen, was bei diesem Thema auch nicht zu erwarten war. Die Sprache war nicht unbedingt einfach zu verstehen, aber ich hatte Spaß an der Kunst dieser Autorin und gebe somit insgesamt 4 von 5 Sternen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.08.2023

Auf den Spuren der Vergangenheit

Wie Spuren am See - Die Erbin
0

Mit „Wie Spuren am See – Die Erbin“ habe ich mein erstes Buch von der Autorin Sibylle Baillon gelesen. Es handelt sich um einen Genremix aus romantischemr und kriminalistischem Roman.
Die Fotografin Isabella ...

Mit „Wie Spuren am See – Die Erbin“ habe ich mein erstes Buch von der Autorin Sibylle Baillon gelesen. Es handelt sich um einen Genremix aus romantischemr und kriminalistischem Roman.
Die Fotografin Isabella lebt zusammen mit ihrem langjährigen Freund Bernd in Frankfurt. Doch als sie unvermittelt von einer ihr Unbekannten eine Villa am Bodensee erbt, zieht es sie in das schöne Lindau, um der Sache auf den Grund zu gehen und sich ihr Erbe persönlich anzuschauen.
Vor Ort lernt sie den sehr netten ehemaligen Nachbarn der Verstorbenen Chris kennen und die Funken beginnen zu sprühen.
Doch was ist mit ihrem zurückgelassenen Partner Bernd und was wird Isabella über die geheimnisvolle Vergangenheit der Erblasserin Ada herausfinden?
Mithilfe von Chris macht sie sich auf die Spuren der Vergangenheit und nicht alles ist wie es scheint.
Der Schreibstil der Autorin war für mich am Anfang noch etwas gewöhnungsbedürftig, sodass ich etwas schwerfällig in die Geschichte gestartet bin.
Der Mix aus Liebesgeschichte und Krimi war für mich zu Beginn noch unausgegoren.
Im Laufe des Geschehens habe ich mich jedoch immer mehr in die Geschichte hineinziehen lassen und fand den atmosphärischen Schreibstil sehr angenehm.
Da es zum Ende hin immer spannender wurde und die Auflösung einige Überraschungsmomente für mich bereit hielt, konnte mich die Story durchaus überzeugen.
Isabella ist eine angenehme Hauptperson und auch Chris mit seiner sehr hilfsbereiten humorvollen Art hat mir gut gefallen. Jedoch haben mich beide nicht wirklich für sich eingenommen und auch die Liebesgeschichte an sich hat mich nicht fesseln können.
Die Recherche der Vergangenheit von Ada war da schon viel interessanter und hatte in meinen Augen noch Ausbaupotential.

Für mich war dieses Buch eine kurzweilige Lektüre, die ich gern gelesen habe. Da es sich um den Auftakt einer Trilogie handelt, bin ich auf die weiteren Bände gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.06.2023

Ein guter Reihenauftakt mit Ausbaupotential

Black Bird Academy - Töte die Dunkelheit
0

Da meine Tochter schon einige Bücher von Stella Tack gelesen hat und diese mittlerweile eine ihrer Lieblingsautorinnen geworden ist, kam ich nicht umhin, nun auch endlich mal eins ihrer Werke in die Hände ...

Da meine Tochter schon einige Bücher von Stella Tack gelesen hat und diese mittlerweile eine ihrer Lieblingsautorinnen geworden ist, kam ich nicht umhin, nun auch endlich mal eins ihrer Werke in die Hände zu nehmen und mich selber von dieser mir noch unbekannten Autorin zu überzeugen.
Mit „Black Bird Academy – Töte die Dunkelheit“ ist Teil 1 einer neuen Trilogie erschienen, welche sich um Exorzisten, Dämonen und finstere Mächte dreht.
Leaf Young ist eine 24-jährige Kellnerin in Manhattan und lebt ein relativ normales Leben. Doch eines Tages lässt sie sich auf den falschen Typen ein und landet unvermittelt im Kerker der Black Bird Academy. Ein Dämon hat von ihr Besitz ergriffen, doch anders als normal, hat Leaf diesen Dämonenangriff nicht nur überlebt, sondern ist auch in der Lage, den Dämon in sich unter Kontrolle zu behalten.
Der sehr attraktive Exorzist Falco nimmt sich der jungen Frau an und unterbreitet ihr im Namen der Academy das Angebot, sich selber zur Exorzistin ausbilden zu lassen und damit ihre Freiheit zurück zu erlangen.
Doch keiner ahnt zu diesem Zeitpunkt, dass Leaf den Dämon in sich nicht nur unter Kontrolle hat, sondern mit diesem auch kommunizieren kann.
Der Schreibstil von Stella Tack hat mir sofort gefallen und ist aufgrund der sehr jugendlichen lockeren Sprache sehr gut verständlich. An manchen Stellen war es mir etwas zu ruppig, aber im Gesamtbild hat die gewählte Sprache zu den Charakteren gepasst.
Leaf ist eine sehr interessante Hauptperson. Allerdings wurde mir nicht nur einmal zu viel betont, dass sie Kellnerin in Manhattan ist und kein Dämon. Erst war ich von dieser ständigen Wiederholung irritiert, dann leicht genervt bis ich zum Schluss schon fast lachen musste, als dieser Umstand zum x-ten Mal betont wurde.
Der Exorzist Falco ist sehr geheimnisvoll, ein eher undurchsichtiger Charakter, der jedoch im Laufe des Romans auch andere Facetten von sich zeigt und für die Folgebände sicher noch viel Potential entfalten kann.
Auch der Dämon Lore ist nicht nur eindimensional dargestellt, sondern hat beim Lesen tatsächlich mein Herz gewonnen und ich bin gespannt, was ich noch von ihm lesen werde.
Ganz besonders gefallen haben mir aber auch die Nebencharaktere Crain und Zero, die mit Humor und einer Prise Ignoranz sehr viel Leichtigkeit in die Story gebracht haben.
Ich muss zugeben, dass ich bei diesem Buch eine Weile gebraucht habe, um zu entscheiden, ob es mir gefällt oder nicht.
Die langen Erklärungen über Dämonen und ihre Klassifizierungen trugen für mich nicht zum Lesefluss bei. Jedoch kann man diese Passagen auch einfach überspringen.
Die Atmosphäre der Black Bird Academy und die ganze beschriebene Welt hat mich jedoch überzeugt und lässt noch viel erhoffen.

Aufgrund einiger überraschender Momente und der Spannung, die sich zum Ende stetig aufgebaut hat und natürlich mit einem fiesen Cliffhanger endet, hat mich die Geschichte letztlich für sich eingenommen und ich freue mich schon auf die weiteren Teile über die Black Bird Academy.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.05.2023

Spannender Thriller

Die Schrift
0

Mit „Die Schrift“ erscheint bereits Band 5 aus der Arne-Stiller-Thriller-Reihe von Elias Haller. Alle Teile sind dabei vollkommen unabhängig voneinander lesbar, sodass auch ich als Neueinsteiger dem Team ...

Mit „Die Schrift“ erscheint bereits Band 5 aus der Arne-Stiller-Thriller-Reihe von Elias Haller. Alle Teile sind dabei vollkommen unabhängig voneinander lesbar, sodass auch ich als Neueinsteiger dem Team um Arne Stiller gut folgen konnte.

Lena Karasek ist Prostituierte und wird Opfer eines Psychopathen. Dieser hat es nicht auf sexuelle Gewalt abgesehen, sondern ist auf ganz andere Art und Weise an der Entstellung ihres Körpers interessiert. Als die Dresdner Polizei den Vermisstenfall endlich ernst nimmt, taucht Lena verstümmelt wieder auf und ein rätselhaftes Tattoo, welches der Täter auf ihrem Rücken hinterlassen hat, gibt der Polizei weitere Spuren.
Der Kryptologe Arne Stiller versucht die komplizierten Hinweise schnellstmöglich zu entschlüsseln. Die Zeit rennt, denn die nächste Prostituierte wird bereits vermisst.

Dieser Thriller ist von Beginn an voller Spannung und Action. Ich konnte das Buch bis zum Schluss kaum aus der Hand legen.

Die Arbeit von Arne Stiller, die rätselhaften Chiffren und die Herangehensweise bei der Lösung solcher Schriften haben mich fasziniert.
Auch die privaten Verwicklungen der Kriminalbeamten wurden perfekt in den Fall integriert und haben dazu beigetragen, dass man als Leser die ganze Zeit miträtseln kann.

Durch den Wechsel der Perspektive und Rückblenden in die Vergangenheit des Täters wird auch dessen Motiv und Denkweise deutlich.

Das einzig störende am gesamten Thriller war für mich die seltsame persönliche Religion, der Arne Stiller scheinbar anhängt. Immer wieder gibt dieser Zitate und schlaue Weisheiten von sich, die mir persönlich im Buch nicht gefehlt hätten.

Fazit:
Ein wirklich gelungener Thriller, bei dem es Spaß macht mitzuverfolgen, wie sich die einzelnen Puzzleteile langsam ineinanderfügen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2023

Der Turm der Liebe

Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe
0

Wer kennt ihn nicht? Den Eiffelturm – Turm der Liebe und bekanntestes Wahrzeichen der Stadt Paris?
Im historischen Roman „Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe“ widmet sich Sophie Villard der Entstehungsgeschichte ...

Wer kennt ihn nicht? Den Eiffelturm – Turm der Liebe und bekanntestes Wahrzeichen der Stadt Paris?
Im historischen Roman „Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe“ widmet sich Sophie Villard der Entstehungsgeschichte dieses atemberaubenden Kunstwerks und der Familie Eiffel, vor allem der mutigen Tochter Claire, die als Privatsekretärin ihres Vaters eine wesentliche Rolle beim Bau des Turmes inne hatte.
Während der Turm pünktlich zur Eröffnung der Weltausstellung am 06. Mai 1889 fertiggestellt werden soll, kämpft die Familie Eiffel nicht nur mit den Widersachern, die sich gegen das Stahlungetüm im Herzen ihrer Stadt formieren, sondern auch mit den zahlreichen technischen Fragen, die es rund um den Turm zu erörtern und zu lösen gibt.
Unter all dem Stress leidet die Ehe von Claire und ihrem Ehemann Adolphe erheblich. Doch wird es die junge Familie schaffen, auch nach der Fertigstellung des Turmes noch als Ganzes zusammenzustehen? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Der Autorin gelingt im vorliegenden Roman ein sehr guter Mix aus interessanten Fakten rund um den Eiffelturm verwoben mit Fiktion, die der Geschichte den nötigen Schwung gibt.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildlich und flüssig, sodass ich bereits ab der ersten Seite in der Geschichte rund um den Bau, die Fortschritte, die immer wieder auftretenden Probleme und auch die Familiengeschichte der Eiffels gefangen war.

Claire als Hauptprotagonistin war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine sehr starke mutige Frau, die sich entgegen damaliger Konventionen sowohl in ihrer Rolle als Mutter als auch als Privatsekretärin ihres Vaters gut in ihre Rolle findet. Ihre Gedanken und Gefühle kann man als Leser sehr gut nachempfinden. Auch ihre Sorgen und Ängste rund um den Bau des riesigen Stahlkolosses sind sehr authentisch.
Leider kippte dies ein klein wenig im letzten Abschnitt des Buches ins Dramatische, was in meinen Augen nicht ganz zum Charakter von Claire passte.

Auch alle anderen Personen im Buch sind sehr lebensnah und authentisch beschrieben. Es war für mich sehr spannend, wie viele historische Persönlichkeiten zu dieser Zeit gelebt haben, die wir heute noch als Berühmtheiten kennen – u.a. Jules Vernes oder Thomas Edison.
Im Laufe der Lektüre habe ich so manches mal im Internet recherchiert und mich zu einigen Themen belesen.

Obwohl man aus heutiger Sicht natürlich weiß, dass die Familie Eiffel mit ihrem Projekt damals Erfolg hatte, fand ich das Ende des Buches sehr gelungen und auch die Erläuterungen im Nachwort haben mir sehr gut gefallen.

Fazit:
Für mich war dieser Roman ein sehr interessantes Buch und ich habe es gern gelesen. Nun freue ich mich umso mehr auf meine Reise nach Paris im Sommer und werde den Eiffelturm noch einmal mit ganz anderen Augen betrachten!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere