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Veröffentlicht am 05.11.2023

gute Thematisierung von Essstörungen

GUY'S GIRL
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"Guy's Girl" von Emma Noyes ist ein beeindruckender Roman, der die Themen Essstörungen und zwischenmenschliche Beziehungen, sowohl auf freundschaftlicher Ebene als auch in romantischer Hinsicht, auf packende ...

"Guy's Girl" von Emma Noyes ist ein beeindruckender Roman, der die Themen Essstörungen und zwischenmenschliche Beziehungen, sowohl auf freundschaftlicher Ebene als auch in romantischer Hinsicht, auf packende Weise behandelt. Ich gebe diesem Roman vier Sterne, da er aufgrund seiner Tiefe und emotionalen Intensität wirklich fesselnd ist.

Die Geschichte von Ginny, einer jungen Frau, die in einer Männer-WG lebt und sich als "Guy's Girl" sieht, fand ich äußerst interessant. Ihr Umgang mit Männern und ihre Fähigkeit, sich in ihrer unkonventionellen Umgebung wohlzufühlen, machen sie zu einer faszinierenden Hauptfigur. Die Tatsache, dass sie mit einer Essstörung kämpft und ihre persönliche Entwicklung im Zentrum der Handlung steht, verleiht dem Buch eine aufrichtige Authentizität.

Die Autorin Emma Noyes bringt ihre eigenen Erfahrungen in die Geschichte ein, was dazu beiträgt, dass die Darstellung der Essstörung und die damit verbundenen Herausforderungen sehr realistisch und einfühlsam sind. Es ist ein Buch, das einen nachdenklich stimmt und zum Nachdenken über dieses ernsthafte Thema anregt. Bulimie und Anorexie werden hier thematisiert.

Besonders berührt hat mich die Episode in Ungarn, in der Ginny von Adrians Familie liebevoll aufgenommen und unterstützt wird. Diese Szenen zeigen die Bedeutung von Familie und zwischenmenschlichen Beziehungen in der Bewältigung persönlicher Probleme.

Adrian als Charakter war zu Beginn eher unnahbar, aber im Verlauf der Geschichte konnte man eine Entwicklung bei ihm erkennen, die ihm mehr Tiefe und Menschlichkeit verlieh.

Alles in allem ist "Guy's Girl" ein bemerkenswertes Buch, das wichtige Themen behandelt und von der persönlichen Erfahrung der Autorin profitiert. Ich empfehle es Lesern, die sich für Geschichten über persönliche Entwicklung, Essstörungen und zwischenmenschliche Beziehungen interessieren.

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Veröffentlicht am 15.10.2023

interessanter Schreibstil

Diamantnächte
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"Diamantnächte" von Hilde Rod-Larsen ist ein Buch, das mich auf verschiedene Weisen beeindruckt hat, weshalb ich ihm vier Sterne verleihe. Zunächst möchte ich betonen, wie wunderschön das Cover des Romans ...

"Diamantnächte" von Hilde Rod-Larsen ist ein Buch, das mich auf verschiedene Weisen beeindruckt hat, weshalb ich ihm vier Sterne verleihe. Zunächst möchte ich betonen, wie wunderschön das Cover des Romans gestaltet ist. Es zieht den Leser sofort in seinen Bann und macht neugierig auf den Inhalt. Ein großes Lob an den Ullstein-Verlag für diese gelungene Gestaltung!

Die park x Reihe des Ullstein-Verlags hat mich bereits in der Vergangenheit mit ihren Titeln begeistert, und dieser Roman bildet da keine Ausnahme. Es ist toll zu sehen, wie der Verlag eine neue Untersparte geschaffen hat, die so ansprechende Geschichten hervorbringt.

Der Roman bietet einen interessanten Einblick in das Leben einer Mutter, die sich in einer Welt voller Verantwortungen und Pflichten wiederfindet. Sie sehnt sich danach, auch einmal an sich selbst zu denken. Dieses Thema wurde von Hilde Rod-Larsen meiner Meinung nach hervorragend umgesetzt.

Besonders beeindruckend fand ich den Wechsel zwischen verschiedenen Perspektiven im Schreibstil. Die Protagonistin verarbeitet ihre Erlebnisse aus der Vergangenheit, indem sie diese immer wieder anders aufschreibt. Dies verleiht der Geschichte eine faszinierende Tiefe und zeigt, wie subjektiv unsere Erinnerungen sein können.

Die Autorin behandelt in "Diamantnächte" wichtige Fragen, wie man von der Außenwelt wahrgenommen werden möchte. Diese Reflexionen regen zum Nachdenken an und machen das Buch zu mehr als nur einer oberflächlichen Geschichte.

Allerdings muss ich auch anmerken, dass der Roman zwar kurzweilig und schnell zu lesen ist, aber dennoch einige Leerstellen aufweist. Diese sind meiner Meinung nach aber bewusst offen gelassen. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte, und ich empfehle "Diamantnächte" allen, die nach einem Buch suchen, das sie zum Nachdenken anregt und gleichzeitig gut unterhält.

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Eine faszinierende Frau

Elizabeth Taylor (Ikonen ihrer Zeit 11)
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Die Romanbiographie "Elizabeth Taylor" von Juliana Weinberg verdient meiner Meinung nach vier Sterne. Das Leben der Schauspielerin hat mich wirklich beeindruckt und inspiriert, einen ihrer Filme, wie "Cleopatra", ...

Die Romanbiographie "Elizabeth Taylor" von Juliana Weinberg verdient meiner Meinung nach vier Sterne. Das Leben der Schauspielerin hat mich wirklich beeindruckt und inspiriert, einen ihrer Filme, wie "Cleopatra", anzusehen. Es ist erstaunlich, wie ich bisher an Elizabeth Taylor vorbeigegangen bin, obwohl ich gerne Filme schaue.

Besonders faszinierend fand ich die Beschreibung ihrer Kindheit, die von ihrer dominanten Mutter geprägt war. Es ist schwer vorstellbar, wie es für ein Kind sein muss, zu unzähligen Castings geschleppt zu werden, obwohl man das eigentlich gar nicht möchte. Dieser Teil der Biographie hat mir eine neue Perspektive auf ihr Leben eröffnet.

Auch ihr Liebesleben hat mich beeindruckt. Elizabeth Taylor hatte mehr Ehemänner als ich erwartet hätte, und es war spannend, mehr darüber zu erfahren. Ihr Leben war zweifellos voller Höhen und Tiefen. Mehr Männer als Evelyn Hugo, das verdient Respekt.

Insgesamt kann ich Romanbiographien von bekannten Frauen wie dieser wärmstens empfehlen. Sie bieten nicht nur Einblicke in das Leben und die Persönlichkeit dieser faszinierenden Frauen, sondern regen auch dazu an, sich näher mit ihrem Werk und ihren Leistungen auseinanderzusetzen. Elizabeth Taylor war zweifellos eine bemerkenswerte Frau, und diese Biographie hat mir geholfen, sie besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 06.09.2023

Eine tolle Vermittlung des Gefühls, bei den Großeltern geborgen zu sein

Sylter Welle
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"Sylter Welle" von Max Richard Leßmann ist ein Buch, das mir eine warme Erinnerung an die Zeit bei meinen eigenen Großeltern beschert hat. Der Autor schafft es, das Gefühl des "Zu-Hause-Seins" bei den ...

"Sylter Welle" von Max Richard Leßmann ist ein Buch, das mir eine warme Erinnerung an die Zeit bei meinen eigenen Großeltern beschert hat. Der Autor schafft es, das Gefühl des "Zu-Hause-Seins" bei den Großeltern auf eine rührende Weise zu vermitteln, was definitiv lobenswert ist.

Der Schreibstil des Autors trägt wesentlich dazu bei, dass man sich beim Lesen des Romans tatsächlich so fühlt, als wäre man bei den Großeltern zu Hause. Die kleinen, liebevollen Details, wie die Abneigung des Protagonisten gegen Würstchen oder Omas merkwürdige Kartoffeln mit schwarzen Stellen sowie die ständig bereitstehenden Apfelringe, verleihen dem Roman eine authentische Note. Oma Lore und Opa Ludwig sind charakterlich so liebevoll beschrieben, dass man sich als Leser wirklich so fühlt, als wäre man zu Besuch bei seinen eigenen Großeltern.

Allerdings muss ich auch sagen, dass der Roman nicht besonders ereignisreich ist. Es ist schön, den Protagonisten auf seiner Reise mit den Großeltern zu begleiten und die alltäglichen Momente zu erleben, aber es passiert nicht besonders viel. In einigen Abschnitten plätschert die Handlung eher vor sich hin, ohne dass sich große Spannung aufbaut.

Dennoch hat "Sylter Welle" seinen eigenen Charme und einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden. Es ist ein Buch, das die Bedeutung von Familie und den Wert der gemeinsamen Zeit mit den Großeltern auf einfühlsame Weise vermittelt. Für alle, die sich nach einer nostalgischen und gemütlichen Lektüre sehnen, ist dieses Buch sicherlich eine gute Wahl. Ich vergebe vier Sterne für die warmen Erinnerungen, die es in mir geweckt hat.

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Veröffentlicht am 26.08.2023

Hinter der Hecke steckt eine Menge Metaphorik, aber wenig Handlung

Hinter der Hecke die Welt
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"Hinter der Hecke die Welt" von Gianna Molinari ist zweifellos ein Buch, das mit seinen Ambitionen und Ideen heraussticht. Doch schon auf den ersten Seiten stolpert man über den Schreibstil, der zwischen ...

"Hinter der Hecke die Welt" von Gianna Molinari ist zweifellos ein Buch, das mit seinen Ambitionen und Ideen heraussticht. Doch schon auf den ersten Seiten stolpert man über den Schreibstil, der zwischen irritierender Abstraktion und stellenweise langatmiger Langeweile schwankt.

Trotz dieser Unannehmlichkeiten muss man jedoch zugestehen, dass der Schreibstil eine gewisse Poesie in sich birgt. Die Beschreibungen der Natur, der Umwelt und der allgemeinen Stimmung sind mitunter sehr bildhaft und verleihen dem Buch eine atmosphärische Tiefe. Es ist, als ob der Leser durch einen verschleierten Schleier blickt und nur Bruchstücke der Realität erkennt – eine interessante, wenn auch manchmal frustrierende Erfahrung.

Die Thematik des Klimawandels, die im Roman behandelt wird, ist zweifellos von großer Bedeutung. Leider ist die Umsetzung dieser Thematik recht merkwürdig. Die beiden Handlungsstränge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, wirken wie unverbundene Fragmente. Auf der einen Seite haben wir ein Forschungsschiff, das sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane befasst, während auf der anderen Seite ein mysteriöses Dorf mit einer Hecke existiert, in dem immer mehr verschwindet. Die Protagonistin Dora, die sich auf dem Schiff befindet und eigentlich aus dem Dorf stammt, ist die Verbindung zwischen diesen beiden Welten, doch als Leser fällt es schwer, eine wirkliche Verbindung zu den Charakteren herzustellen.

Der Roman ist reich an metaphorischen Elementen, die Raum für vielfältige Interpretationen lassen. Das kann einerseits faszinierend sein, da man als Leser dazu angeregt wird, tiefer über die Geschichte nachzudenken. Andererseits kann es auch frustrierend sein, wenn man sich nach konkreten Antworten sehnt, die der Roman nicht immer liefert.

Insgesamt ist "Hinter der Hecke die Welt" ein Buch mit einer interessanten, aber eigenwilligen Herangehensweise. Der irritierende Schreibstil, die fragmentarische Handlung und die schwer fassbaren Charaktere machen es zu einer anspruchsvollen Lektüre. Wer bereit ist, sich auf die poetische Seite des Romans einzulassen und mit den vielschichtigen Metaphern zu jonglieren, mag in diesem Buch eine besondere Tiefe entdecken. "Hinter der Hecke die Welt" ist sicher kein Roman, den man zur Unterhaltung liest, sondern man sollte sich genügend Zeit dafür nehmen.

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