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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.10.2023

Eine faszinierende Frau

Elizabeth Taylor (Ikonen ihrer Zeit 11)
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Die Romanbiographie "Elizabeth Taylor" von Juliana Weinberg verdient meiner Meinung nach vier Sterne. Das Leben der Schauspielerin hat mich wirklich beeindruckt und inspiriert, einen ihrer Filme, wie "Cleopatra", ...

Die Romanbiographie "Elizabeth Taylor" von Juliana Weinberg verdient meiner Meinung nach vier Sterne. Das Leben der Schauspielerin hat mich wirklich beeindruckt und inspiriert, einen ihrer Filme, wie "Cleopatra", anzusehen. Es ist erstaunlich, wie ich bisher an Elizabeth Taylor vorbeigegangen bin, obwohl ich gerne Filme schaue.

Besonders faszinierend fand ich die Beschreibung ihrer Kindheit, die von ihrer dominanten Mutter geprägt war. Es ist schwer vorstellbar, wie es für ein Kind sein muss, zu unzähligen Castings geschleppt zu werden, obwohl man das eigentlich gar nicht möchte. Dieser Teil der Biographie hat mir eine neue Perspektive auf ihr Leben eröffnet.

Auch ihr Liebesleben hat mich beeindruckt. Elizabeth Taylor hatte mehr Ehemänner als ich erwartet hätte, und es war spannend, mehr darüber zu erfahren. Ihr Leben war zweifellos voller Höhen und Tiefen. Mehr Männer als Evelyn Hugo, das verdient Respekt.

Insgesamt kann ich Romanbiographien von bekannten Frauen wie dieser wärmstens empfehlen. Sie bieten nicht nur Einblicke in das Leben und die Persönlichkeit dieser faszinierenden Frauen, sondern regen auch dazu an, sich näher mit ihrem Werk und ihren Leistungen auseinanderzusetzen. Elizabeth Taylor war zweifellos eine bemerkenswerte Frau, und diese Biographie hat mir geholfen, sie besser zu verstehen.

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Veröffentlicht am 06.09.2023

Eine tolle Vermittlung des Gefühls, bei den Großeltern geborgen zu sein

Sylter Welle
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"Sylter Welle" von Max Richard Leßmann ist ein Buch, das mir eine warme Erinnerung an die Zeit bei meinen eigenen Großeltern beschert hat. Der Autor schafft es, das Gefühl des "Zu-Hause-Seins" bei den ...

"Sylter Welle" von Max Richard Leßmann ist ein Buch, das mir eine warme Erinnerung an die Zeit bei meinen eigenen Großeltern beschert hat. Der Autor schafft es, das Gefühl des "Zu-Hause-Seins" bei den Großeltern auf eine rührende Weise zu vermitteln, was definitiv lobenswert ist.

Der Schreibstil des Autors trägt wesentlich dazu bei, dass man sich beim Lesen des Romans tatsächlich so fühlt, als wäre man bei den Großeltern zu Hause. Die kleinen, liebevollen Details, wie die Abneigung des Protagonisten gegen Würstchen oder Omas merkwürdige Kartoffeln mit schwarzen Stellen sowie die ständig bereitstehenden Apfelringe, verleihen dem Roman eine authentische Note. Oma Lore und Opa Ludwig sind charakterlich so liebevoll beschrieben, dass man sich als Leser wirklich so fühlt, als wäre man zu Besuch bei seinen eigenen Großeltern.

Allerdings muss ich auch sagen, dass der Roman nicht besonders ereignisreich ist. Es ist schön, den Protagonisten auf seiner Reise mit den Großeltern zu begleiten und die alltäglichen Momente zu erleben, aber es passiert nicht besonders viel. In einigen Abschnitten plätschert die Handlung eher vor sich hin, ohne dass sich große Spannung aufbaut.

Dennoch hat "Sylter Welle" seinen eigenen Charme und einen besonderen Platz in meinem Herzen gefunden. Es ist ein Buch, das die Bedeutung von Familie und den Wert der gemeinsamen Zeit mit den Großeltern auf einfühlsame Weise vermittelt. Für alle, die sich nach einer nostalgischen und gemütlichen Lektüre sehnen, ist dieses Buch sicherlich eine gute Wahl. Ich vergebe vier Sterne für die warmen Erinnerungen, die es in mir geweckt hat.

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Veröffentlicht am 26.08.2023

Hinter der Hecke steckt eine Menge Metaphorik, aber wenig Handlung

Hinter der Hecke die Welt
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"Hinter der Hecke die Welt" von Gianna Molinari ist zweifellos ein Buch, das mit seinen Ambitionen und Ideen heraussticht. Doch schon auf den ersten Seiten stolpert man über den Schreibstil, der zwischen ...

"Hinter der Hecke die Welt" von Gianna Molinari ist zweifellos ein Buch, das mit seinen Ambitionen und Ideen heraussticht. Doch schon auf den ersten Seiten stolpert man über den Schreibstil, der zwischen irritierender Abstraktion und stellenweise langatmiger Langeweile schwankt.

Trotz dieser Unannehmlichkeiten muss man jedoch zugestehen, dass der Schreibstil eine gewisse Poesie in sich birgt. Die Beschreibungen der Natur, der Umwelt und der allgemeinen Stimmung sind mitunter sehr bildhaft und verleihen dem Buch eine atmosphärische Tiefe. Es ist, als ob der Leser durch einen verschleierten Schleier blickt und nur Bruchstücke der Realität erkennt – eine interessante, wenn auch manchmal frustrierende Erfahrung.

Die Thematik des Klimawandels, die im Roman behandelt wird, ist zweifellos von großer Bedeutung. Leider ist die Umsetzung dieser Thematik recht merkwürdig. Die beiden Handlungsstränge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, wirken wie unverbundene Fragmente. Auf der einen Seite haben wir ein Forschungsschiff, das sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Ozeane befasst, während auf der anderen Seite ein mysteriöses Dorf mit einer Hecke existiert, in dem immer mehr verschwindet. Die Protagonistin Dora, die sich auf dem Schiff befindet und eigentlich aus dem Dorf stammt, ist die Verbindung zwischen diesen beiden Welten, doch als Leser fällt es schwer, eine wirkliche Verbindung zu den Charakteren herzustellen.

Der Roman ist reich an metaphorischen Elementen, die Raum für vielfältige Interpretationen lassen. Das kann einerseits faszinierend sein, da man als Leser dazu angeregt wird, tiefer über die Geschichte nachzudenken. Andererseits kann es auch frustrierend sein, wenn man sich nach konkreten Antworten sehnt, die der Roman nicht immer liefert.

Insgesamt ist "Hinter der Hecke die Welt" ein Buch mit einer interessanten, aber eigenwilligen Herangehensweise. Der irritierende Schreibstil, die fragmentarische Handlung und die schwer fassbaren Charaktere machen es zu einer anspruchsvollen Lektüre. Wer bereit ist, sich auf die poetische Seite des Romans einzulassen und mit den vielschichtigen Metaphern zu jonglieren, mag in diesem Buch eine besondere Tiefe entdecken. "Hinter der Hecke die Welt" ist sicher kein Roman, den man zur Unterhaltung liest, sondern man sollte sich genügend Zeit dafür nehmen.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

Schwierige Thematik humorvoll aufbereitet

Mein schrecklich schönes Leben
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Auch wenn "Mein schrecklich schönes Leben" eigentlich noch nicht erschienen ist, kann ich es schon bewerten, weil das Hörbuch wohl schon deutlich eher veröffentlicht wurde und ich, neugierig wie ich war, ...

Auch wenn "Mein schrecklich schönes Leben" eigentlich noch nicht erschienen ist, kann ich es schon bewerten, weil das Hörbuch wohl schon deutlich eher veröffentlicht wurde und ich, neugierig wie ich war, es bereits gehört habe.

In "Mein schrecklich schönes Leben" von Holly Smale geht es um Cassandra, deren Leben alles andere als perfekt läuft. Ihr Freund verlässt sie und dann verliert sie auch noch ihren Job. Generell ist sie nicht besonders beliebt. Als sie dann herausfindet, dass sie in der Zeit zurückreisen kann und alles einfach nochmal durchlaufen kann, versucht sie, ihren Ex Will zurückzugewinnen. Aber das stellt sich gar nicht mal als so leicht heraus.

Cassandra ist ein Charakter, der einerseits total humorvoll, sarkastisch und tough dargestellt wird, andererseits aber auch so gar nicht versteht, wieso sie bei Menschen nicht besonders gut ankommt. Das führt dazu, dass man sich oft fragt, wieso sie handelt, wie sie handelt und wieso sie nicht merkt, dass sie sich anders verhalten muss, um den anderen Menschen zu gefallen. An vielen Stellen hätte man Cassandra als Leser:in sogar richtig unsympathisch finden können. Mir war eigentlich ziemlich schnell klar, was mit ihr los ist, spätestens wenn sie ihre Farbwahrnehmung erwähnt. (Ich werde hier aus Spoilergründen aber nichts verraten). Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt hervorragend dazu.

Mir hat "Mein schrecklich schönes Leben" wirklich gut gefallen, ich finde aber, dass der Zeitreiseaspekt gar nicht so hätte im Vordergrund stehen müssen. Cassandra als Protagonistin ist unglaublich spannend und eröffnet neue Perspektiven. Ich kann den Roman jedem wärmstens empfehlen, der sich in Andersdenkende hineinversetzen möchte!

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Veröffentlicht am 28.07.2023

Erfrischend anders

Für jede Liebe ein Problem
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"Für jede Liebe ein Problem" von Anita Kelly ist ein erfrischender Roman, der mit einer tollen Idee aufwartet: einer Kochshow, die mich an meine Lieblingsserie "Masterchef" erinnert. Die Kombination aus ...

"Für jede Liebe ein Problem" von Anita Kelly ist ein erfrischender Roman, der mit einer tollen Idee aufwartet: einer Kochshow, die mich an meine Lieblingsserie "Masterchef" erinnert. Die Kombination aus Kochwettbewerb und romantischer Handlung sorgt für eine unterhaltsame Lektüre.

Die Protagonistin Dahlia Woodsen hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Ihre Leidenschaft für das Kochen und ihr Ehrgeiz, in der Show zu gewinnen, waren bewundernswert. Es war interessant zu sehen, wie sie sich den Herausforderungen des Wettbewerbs stellt und dabei auch ihre persönliche Entwicklung durchmacht.

Besonders fasziniert hat mich die Begegnung mit London, einer nonbinären Person, die ebenfalls an der Kochshow teilnimmt. Es war meine erste Begegnung mit einem nonbinären Protagonisten in einem Roman, und ich habe diese Perspektive sehr interessant gefunden. Die Art und Weise, wie London dargestellt wird und wie ihre (das ist an dieser Stelle sicher das falsche Pronomen? Ich weiß leider nicht, wie ich "dey" deklinieren soll) Identität und Persönlichkeit im Buch reflektiert wurden, fand ich beeindruckend. Es ist wichtig, dass solche vielfältigen Charaktere in der Literatur vertreten sind, um eine breitere Darstellung der Gesellschaft zu ermöglichen.

Die Kulisse der Kochshow war gut ausgearbeitet und brachte zusätzliche Spannung in die Geschichte. Die Beschreibungen der Gerichte und der Wettkampf selbst haben mich in die Welt des Kochens mitgerissen und meine eigenen Begeisterung für "Masterchef" wiedererweckt.

Dennoch gibt es einige Punkte, die mich von einer vollen Fünf-Sterne-Bewertung abhalten. Manchmal fühlte sich die Handlung etwas vorhersehbar an, und es gab Momente, in denen ich mir mehr Tiefe bei einigen Charakteren gewünscht hätte.

Insgesamt ist "Für jede Liebe ein Problem" eine unterhaltsame Geschichte, die mit einer tollen Idee und interessanten Charakteren aufwartet. Die Darstellung einer nonbinären Protagonistin ist bemerkenswert und zeigt die Bedeutung von Diversität in der Literatur. Wenn man gerne Kochshows verfolgt und sich auf eine romantische Reise einlassen möchte, ist dieser Roman definitiv eine Empfehlung wert.

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