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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.09.2023

recht spezielle Lektüre

Die militante Madonna
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Im Mittelpunkt dieses ungewöhnlichen Romans steht Chevalier Charles-Geneviève-Louis-Auguste-André-Timothée d’Éon de Beaumont. Er lebte von 1728 – 1810 und war ein französischer Diplomat, Soldat, Freimaurer, ...

Im Mittelpunkt dieses ungewöhnlichen Romans steht Chevalier Charles-Geneviève-Louis-Auguste-André-Timothée d’Éon de Beaumont. Er lebte von 1728 – 1810 und war ein französischer Diplomat, Soldat, Freimaurer, Schriftsteller und Degenfechter. Aber Berühmtheit erlangte er letztlich, weil er einen großen Teil seines Lebens als Frau lebte.
Irene Dische knüpft an genau diesem Fakt an und bringt dem Leser diesen einerseits Königstreuen und feinsinnigen Bücherfreund aber andererseits auch hinterhältigen Ränkeschmied näher, der seine Auftritte je nach Lust oder Notwendigkeit mal als Mann dann wieder als Frau gekleidet absolvierte. Dazu passt auch sein abenteuerlich anmutendes Leben selbst. So war er z. B. Botschafter in London und lebte auch eine Zeit lang in Russland. Während zahlreicher Beschreibungen des umtriebigen Lebenswandels des d’Éon de Beaumont, lässt die Autorin ihren Helden immer wieder zu Wort kommen und ihn zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin- und herspringen, so dass ein aufmerksames Lesen angeraten ist.
Mein Fazit: Die Lebensgeschichte des Chevalier, der mal arrogant herablassend mal zynisch seine Ansichten kund tut, ist schon eine recht spezielle Lektüre. Ich bin mit dem Mann, aber auch der Frau in ihm, nicht wirklich warm geworden. Eine Leseempfehlung für interessierte Leser von außergewöhnlichen Biographien kann ich jedoch aussprechen.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Sommerlich leichte Strandlektüre

PS. Über Apulien leuchtet die Liebe
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Wer sich für diesen Sommer-Roman entscheidet, weiß auf welche Art Geschichte er sich hier einlässt. Der Titel selbst zeigt ja schon die Richtung an, welche der Roman sowohl geographisch als auch zwischenmenschlich ...

Wer sich für diesen Sommer-Roman entscheidet, weiß auf welche Art Geschichte er sich hier einlässt. Der Titel selbst zeigt ja schon die Richtung an, welche der Roman sowohl geographisch als auch zwischenmenschlich nehmen wird.

Nichts desto Trotz ist der Autorin hier aber eine sommerlich leichte Geschichte gelungen, die es wert ist gelesen zu werden. Neben den authentisch beschriebenen Hauptfiguren mit all ihren Problemen, Sinn- und Lebenskrisen aber auch mit der sich langsam anbahnenden Liebe ist es ein Wohlfühlroman, der für entspannende Lesestunden sorgt. Wie es sich für einen Roman gehört, der in einer Region angesiedelt ist wo andere Urlaub machen, fehlen auch Beschreibungen zu Land, Leuten und Kulinarischem nicht und runden so die Handlung sehr schön ab.

Auch wenn man von Beginn an ahnt, wie dieser (Liebes-)Roman enden wird, so habe ich es aber nicht bereut ihn gelesen zu haben. Eine sommerlich leichte Strandlektüre, die ich auch als genau solche empfehlen kann.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Kurzweilig und angenehm zu lesen

Die verlorene Tochter
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Die Protagonistin dieser Geschichte ist Lily, eine Önologin, die nach Italien geht, um auf einem Weingut als Assistentin zu arbeiten. Dort findet sie nicht nur Liebe und Zuneigung, sondern entdeckt auch ...

Die Protagonistin dieser Geschichte ist Lily, eine Önologin, die nach Italien geht, um auf einem Weingut als Assistentin zu arbeiten. Dort findet sie nicht nur Liebe und Zuneigung, sondern entdeckt auch eine ihr völlig unbekannte Familienvergangenheit.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und entführt den Leser zum einen nach London und zum anderen nach Italien, in die Weinberge von Franciacorta und die Hügel von Alba. Die Gegenwart umfasst dabei Lilys Leben und Recherchen in Italien und die Vergangenheit erzählt dem Leser die Geschichte von Lilys Großmutter.

Die Grundidee für diese Romanreihe finde ich originell und interessant. Nur leider fand ich in diesem 1. Band die Umsetzung nicht absolut überzeugend. So fehlte mir z. B., dass die Großmutter zwar der Auslöser ist, aber in den Gedanken Lilys in der Gegenwart fast vollkommen außen vor bleibt. Auch die Beziehung zu Antonio und die damit so plötzlich neu erwachte Einstellung Lilys zum Thema Zweisamkeit ging mit zu schnell und problemlos. Wer aber über diese kleinen Unstimmigkeiten hinweg lesen kann, bekommt ein kurzweiliges und angenehm zu lesendes Buch, was durchaus Interesse an weiteren zu öffnenden „Erinnerungskistchen" weckt.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Unterhaltsame Regency-Romanze

Eine Lady hat die Wahl
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Eliza wird als 17jähriges Mädchen mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet. Nun ist sie Witwe und überdenkt ihr weiteres Leben. Sie möchte endlich ein selbstbestimmtes Leben führen, doch erstens kommt ...

Eliza wird als 17jähriges Mädchen mit einem wesentlich älteren Mann verheiratet. Nun ist sie Witwe und überdenkt ihr weiteres Leben. Sie möchte endlich ein selbstbestimmtes Leben führen, doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.
Die erste Hälfte des Buches begleitet man Eliza dabei, wie sie sich von einem schüchternen, schwachen Geschöpf zu einer lebensbejahenden Frau entwickelt. Viele der Einschränkungen, mit denen die Frauen der damaligen Zeit konfrontiert waren, werden hier beschrieben, wie z. B. der Mangel an finanziellen Mitteln, die Pflicht gegenüber der Familie und der Verzicht auf die eigenen Wünsche. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu einer Dreiecksbeziehung. Das Hin und Her was nun zwangsläufig beginnt, konnte mich nicht in allen Passagen überzeugen, da ich manch getroffene Entscheidung und auch das Verhalten Elizas nicht immer nachvollziehen konnte.
Aber alles in allem ist dieser Roman eine unterhaltsame Regency-Romanze, die auch einige ernste Themen hinsichtlich der weiblichen Unabhängigkeit aufgreift.

Veröffentlicht am 30.08.2023

Leichte, flippige Geschichte

Das Beste kommt zum Kuss
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Amy wurde mit der Fähigkeit gesegnet/verflucht, zu sehen, wie eine Beziehung enden wird, sobald sie einen Mann küsst. Ich fand diese Ausgangssituation witzig, interessant und skurril und freute mich auf ...

Amy wurde mit der Fähigkeit gesegnet/verflucht, zu sehen, wie eine Beziehung enden wird, sobald sie einen Mann küsst. Ich fand diese Ausgangssituation witzig, interessant und skurril und freute mich auf diesen Roman. Die Geschichte fängt auch gleich mit einem Paukenschlag an. Doch was so vielversprechend anfing ließ so wohl in Hinsicht der Kreativität der Aktionen der Hauptfigur als auch der Magie der Romanze mit jedem weiteren Kapitel nach. Auch hatte ich ziemlich früh den Verdacht, wer der eigentliche Partner ist. Der Roman war mit im Nachhinein zu sprunghaft erzählt. Einmal vollkommen überdrehte Szenen und dann wieder ernsthafte Themen, was mich immer wieder aus dem Rhythmus gebracht hat. Mich konnte das Buch dementsprechend nicht in allen Teilen überzeugen. Es ist eine leichte, flippige Geschichte mit einigen ernsten Momenten, die sich leicht und schnell lesen lässt. Empfehlen kann ich das Buch aber schon und vergebe gute 3 von 5 Sterne.